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Full text of "R. J. Wurst's deutsche Sprachdenklehre : zum Selbstunterricht in der Muttersprache"

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http://archive.org/details/rjwurstsdeutsche01wurs 



IL £ H tt TB t'0 

3«m 

#£lbsitnitnrul}t in for Sllttitraprarlre 

eingerichtet mtb 
mit einer (5tftär.tntg ber @ebraurf)g*9JcetI)übe tterfeljen 

»Ott 

1D ilh elto Jfaa t. 



QTincinnati: 

35 e -f 1 o ö ü o 11 $oc & § i t d) c o cf . 

1864. 



tat 



über btc 

in bemttorltegenben^öerfe befolgte 502c 1 1) obe 

beeUnterrid)teinberbeutfd)en©pracf)e. 

§• 1. 

3Benn man eine 9J?etbobe be^etcf)nen tt>ttl, roelcbe bem 
Unterrichte in ber ^ftutterfpracbe roirFlid) angemejfen fettn 
foll, fo i|t üor allen Dingen not big, ba$ man Flar erFenne, 
warf ber eigentliche 3wecf unb bte eigentliche Aufgabe tiefet 
Unterridjte tjt. Die näcbjte unb eigentliche Aufgabe beä 
Unterrichte in ber 9Jhttterfpracbe ijt btefe, ben © d) üle r 
bie ©pracbe überhaupt »olIFommener Der* 
fr e l) e rt $u lernen. Der (Scbüler »erjtebt nnb fprtd)t 
groar feine 9D?utterfprad)e febjon üor allem Unterricf)te ; 
aber er uerjtetyt jTe nnr böebit lutoollFommen ; er fprtdjt nnb 
bort fpredien, obne r>on bem ©efproebenen eine Flare 23or< 
ftellung $u baben ; er fprtdjt beebalb bäufig unrid)tig, ober 
n>et§ (einen SSorfreltungen gar Feinen 2luebrucf $u geben. 

Wan t> e r fr e b t bte (Sprache, wenn man bie roat)rbafte 
S3ebeutung ber Wörter unb tt)rer Serbinbungen roei§. Sfflan 
f p r i d) t r i d) t i g, roenu man bie gerttgFett bejt&r, bte 2öör* 
ter unb ifyre Jßerbinbungen ibrer roabrl)aften S3ebeutung ge* 
mag $u gebrau eben. dftan muß bie Sprache ttertfeben, um 
ridittg fpreeben gu Fonnen ; aber tt)enn mau bte (Sprache 
tterfrebt, fo Faun man barum nod) nid)t riebtig fpreeben ; 
benn ba$u wirb, roie $tt jeber anbern gerttgFeit, eine lange 
fortgefe^te U e b u n g erforbert. üßenn man aber bie 2lb* 
ftd)t t)at, ba£ ber <&d)\tiex r i d) t i g f p r e d) e n unb f d) r e t* 
ben lerne, fo Fann er bie^u nur'babttrd) gelangen, ba$ er 
erft bte (Sprache üolIFommen öerftefyen lernt. Sfflan 
rotrb bteö am roemgfren erretdien, roenn man, rote in einer 
früberen Seit, bamtt anfängt, bem ©ebäcbtmffe bee <5d)ü* 
lere bie Biegungen ber Wörter unb eine 9D?enge »on Regeln 
über bte 2!uefprad)e unb Dfccbtfcrjreibung einzuprägen. 



— 4 — 

Um bem Schüler eine Kare unb beftimmte (5rfeitntntf? 
t>ou ber wahrhaften SBebeutung ber Porter unb ihrer 58er* 
btnbungen mit einanber bct^ubrtitßen, muß erüorSlUem b t e 
@) r u n b ü e r b ä 1 1 n i f f e ber © p r a cb e unb b e 6 
i)enfenß ü b e r b a ujp t erfenuen lernen. Unter beu 
©runboerbältniffen bespräche (tnb biejemgett ÜBerfyaltnifTe 
ber Sprache 31t öerffcfyen, welche allen (sprachen, fo »er* 
fdjiebeu jTe auch tm Uebrigen, g. 53. in ben ißortformen, in 
ben iötegungöformen, in ber 2lu$fprad)e u. bergt., femt mö* 
gen, 5 um ©runbe liegen. 3ln baö SSerflänbniß biefer ©runb* 
öerfyältniffe fnüpft ftd) in ber golge letdu bte Äenntnifj ber 
(£igentlwmlicbfeiten einer b e f o über n Sprache ; bie tfjlau 
terfpradje mtrb bann, rote ber geiftreidje 3ean ^)aut ridrtig 
bemerft, bie 3 p r a d) m u 1 1 e r jeber anbern Sprache, 
roclche ber ©djitler ettt>a noch erlernen will, unb leicht er* 
fennt berfelbe, ba$ bie frembe Spradje im (Srunbe ge* 
nommen lucijtö anbere3 tfr, alä ein eigentümlicher, bloä in 
Sautöerbältniffen, 33iegung& unb iftebeformen »erfduebener 
Slitöbrucf bcrielben ©runböerfyältniffe, bie er tu feiner 9föut* 
terfpradje fdjon errannt bat. Qat ber ©djüler einen bellt* 
lidjeh Segrtff »on beu ©runböer^ältniffcn ber Sprache, 
bie ftd) alle am einfachen^afce j u r 31 it f d) a \u 
ititg bringen l äffe tt, fo ftel)t er auch ol)tte Schwiertafeit 
ein, baß (cd) bie mannigfaltige SBerbinbnng ber $Borter in 
ber 9?ebe ffctä auf biefe einfachen ©runböerbaltmffe gurücf* 
fuhren lajTe, unb ba§, fo öerfd)iebenartig aud) bie gönnen 
beß 3-titöbrucFeö femt mögen, beu felben boef) immer bie näm* 
liehen 33egriffö* unb S8egiel)ung$9ert)ältniffe gum ©runbe 
liegen. £cr einfache Sag wirb fomit bte Safte, worauf 
baä gange ©ebaitbe be3 Sprachunterrichts ruht, unb bie 
©rnnbt)erl}dltni(fe ftub bie Pfeiler, welche ba||elbe tragen, 
jugleidj aber and) bie $eime, auö benen Od) bie öielfad) 
öergweigte^Bannigfafttgfeit ber Dtebeformcn entmtcfelt, ol)ne 
ber üinbeit gu entbehren. 

X5a$ ooUfommene Sfcrjfänbmß ber Spradje fyängt aber 
aud) außer ber Karen Sinftcht in bie ®runböerl)äitnijfe ber 
(Sprache oon ber ffenntnig ber wahrhaften SBebeutung ber 
Wörter ab. 9J?an l)at eine richtige jfenntnifj »on ber 23e* 
beutung ber Ußörter, wenn mau mit jebcm^öorte, baö mau 
»erutmmt, gerabe bte SSorjlettnng oerbinbet, welche nad) 
bem allgemeinen Sprad)gebraird)e baburch bezeichnet wirb, 
unb ebenfo and) für jebe SSorjiettung feineö eigenen 3nnern 
ba$ pajfenbfte 3Öort gu finben üermag. 3'um SSerjleben 



ber wahrhaften Bebeutung bcr ^öorter friert ein $wecfntcis» 
ßtger Unterricht in bcr 3B o r t b i I b n n g. IDtefe barf ftd) 
aber nicht blo3 auf bie Sautüerbältnijje bcö SBorteä, bte 3<tbi 
ber Silben bejfelben n. bergt, bofdjränfen, fonbern fte muß 
IjaitptfäcWtcf) auf bte bttrrf) bag 5ßort nnb bte s lBortfornt 
au^gebrüdten begriffe nnb bereit SSerwaubtfrfjaft tt)r Slugett* 
nterf richten, nnb bte ÜWanuigfattigfett ber S3erjrtffc unbBe* 
grifföformen nnb ber berifelben entfpredienben Üöörter nnb 
5öortformen anf eine Einheit äurücfyifütjren ftd) $ur 51 uf* 
gäbe machen, 

§. 2. 

9iarf)bem roir bte nächfte u^b eigentliche Aufgabe bes Un* 
terrictuö m ber 9ttutterfprad)e bezeichnet haben, wollen roir 
nnn ben ©ang näher bezettelten, ben bcr Unterricht nehmen 
foll, nm bte Aufgabe in bem h^ r bezeichnete« Sinn $it tö* 
fen. £)er Unterricht foll »ort ber Betrachtung beö © e* 
b a n f e n 6 nnb fetneö 5iuöbrucfe3, be3 S> a $ e ö, ansehen. 
£)er einfache ©ebanfe tfi ber mamttcjfalttgflen Gmiroicfe* 
hing, unb ber einfachfte Sa£ ber manntgfaTtig fielt ©liebe? 
rung fähig ; nnb ber Unterricht fott bem e>d)itler bie tuaunig* 
faltigen Serfyälrmjfe ber ^Begriffe in bem ©ebaufen $ur 
Slnfchauuug bringen nnb ihm baburd) hie Bebeutunq ber 
ihnen entfpredjenbcn befonbern gönnen be$ Sluöbrucfeö in 
ber Sprache ücritänblid) machen. "£er Unterricht beginne 
baher bamit, baß ber Schüler lerne, feine ©ebanfen, ba$, 
\va$ en>on benen ihm gerabe naheltegen'ocn Singen urtheilt, 
an^nfpredien ; j.55. : „ber&unb bellt," „ba^ferb frißt," 
„ber Öfen ijt heiß/' üöeni't bie Sä£e nicht, wie in biefett 
Beifpieten, n a d t e, b. I). foIct>e Sä[3e ftnb, bie au3 einem 
einfachen eubjefte unb einem einfachen ^räbifatc beliehen, 
wie : „ber junge $ttnb beut auf ber Straße," „bao ^ferb 
bee 9?eifeprebiger3 frißt £afer," fo fui)re mau fte auf uadie 
Sä£e guruef, fnbem man atteö anöfdjeibet, xvaö uicfjt $u in 
Siuebrucfe eineö ©ebanfcutf wefentlid) nöthig jfr. £>er 
Sd)itler wirb nun leicht futben, baß M jebeni ^öfee ^wei 
Begriffe ftnb, baß (imex Don btefen ber Begriff eineö inncjeS 
unb bcr anbere bcr Begriff einer £bätigfctt ift, unb baß ber 
gefctere öon bem Gitteren burrf) ba6 Urt'beil beö Sprcdjenben 
auögefagt (ober auf ihn burdi ein Urtfyeü belogen) wirb* 
25er Sd)ulcr faßt Ietd)t an ben nadren Sä§en, »aö Sit b* 
ieft unb ^väbifat, Shtcj unfc £l)äticjf ett ijt, 



— 6 — 

itnb roie bie begriffe in bem Urtbeife auf einanber b e $ o* 
gen werben, weil er atte3 inncrlicr) anfdjattt ; attd) behält 
er leid)t bie Tanten ber £inae, bte er fo erfannt bat. £ie 
2lufmerffamfeit beä Sd)üler3 roirb bann auf bte Wörter 
geriditet, itnb er roirb gelehrt, £tngroörter (£unb, 
feftu), 3 ^ 1 1 w> ö r t e r (bellt) unb Gn t g e n f d) a f t $ «> ö r* 
t e r (tyciß) ; ferner 23egrtff3roörter (ftunb, 9>ferb, 
Zifd)) unb gormroörier (ber, bte, ba3, tjt), enbltd) ba$ 
Sßort unb feine 23 1 e g u n g ö e n b u n g (belltet, frtfM) $u 
unterfertigen. s JJ?an lafife tfyit bte 23cbeutung einer jeben 
befoitbern ^Bortart auffalten unb jicf) ihren tarnen merfen. 
9?acf)bem ber debitier fo begriffe unb^Borter betrachtet unb 
unterfdneben bat, \afte man ihn roieber ben ganzen Sa# 
betrachten unb gewaljr werben, rote ber Sa£ e n t jt e b t, 
iubem eine £bätt.qfdt oon einem £>inge auögefagt unb ba3 
Urtfyetl an bem spräbifate buref) bie Biegung ober burcr) ein 
gormwort auSgebritcft wirb. 

5öie roeit fixerer tjt auf folcfje 3Beife ber 3«>ecf , ben 
(Scfnilcr feine 9ftutterfprad)e tiollfommener »erfteljennt 
lernen, nt erreichen, alö burd) bie alte 9D?etfyobe, nad) wel* 
d)er man ben (Schüler juerjt bie fämmtlidjen D^ebetbette 
ber beutfd)en Sprache auswenbig lernen beißt 1 3Bemt 
man ben debitier bie befonbem Wortarten unb bie befotv 
bem grammatifeben formen, jebe für ftd) unb außer ihrer 
natürlichen SSerbinbung in bem ea£e, aufraffen unb ein* 
lernen lägt, fo roirb bem (Schüler feine wahrhaftige unb 
lebenbige 5(nfd)auung berfelben, unb er gelangt ntd)t $u 
einem wahrhaften ÜSerftänbnijfe ber epracbe. £aS @in* 
lernen ber Sprad) formen tjt, roie alle3 Einlernen tton £tn* 
gen,benen feine lebenbige 3tnfd)auung entfprtdrt, bem8d)ü* 
ier fri)wer unb roibrig, unb e3 enget feinen ©ei|t ein f anstatt 
il)n anzuregen unb frei $u madien. 3Benn man bagcqcn 
alle $ert)ältnijfe ber Sprache an$ ber Slnfcfjauunq beö Ur* 
tfyeilä entwickelt unb and) jebeö SScfonbere an eine lebenbige 
Slnfdiauung fnüpft : roirb bie Erlernung ber (Sprache für 
ben «Edntler ein freiem Spiel fetner getitigen Gräfte unb, 
wie jebe natürliche @ntwicfelung , leicht unb angenehm. 
@tn (Epradmntcrridit nad) ber alten 9J?ett)obe trägt wirf* 
lief) utm 2Serftel)en ber Sprache nid)t nur niebtä bei, 
fonbern ift eher geeignet, ba$ S3erftänbm£ ber Sprache $u 
erfebweren, inbem buref) benfelben bie Wörter au$ ihrer 
lebenbigen SSerbinbung mit ber 9?ebe beratidgertffen unb alö 
2Dinge für ftd) betrad)tet roerben, cfye ber £d)üler befähigt 



tfl, bte UBörter a 1 3 ©lieber ber 9? e b e nad) ifyrer 
eigentlichen SSeftimmung $u erfeunen. @ine lleberftcfyt bcr 
fogenannten D?ebett)etle) wenn biefe blo$ alö -löort* 
arten an^efet>en werben, t)at überhaupt einen febr gerinn 
gen UBertt) für bte eigentliche epradibttbung beö (^djuterä* 
2)te gät)igjett, ein $3 ort aU ©lieb ber 9iebe, 
(g. 55. alä ^ubjeft, ^räbifat, ^Beifügung, Grrgängung, Um# 
ftanb, Sluöbrncf beö 8e$tet)img$t>erl)ältmife$) genau unb 
jTctjer unterfdjeiben $u rönnen, i]t bei weitem widittger unb 
fruchtbarer, alö tie gertigfett tm Unterfdjetben ber 3B X U 
arte n (iftebetfyetle). Do ein 2öort ein Hauptwort ober 
ein 23etwort fei), fann in fielen gälten für ba£ SSertfäubniß 
ber 9?ebe gleichgültig femt. 3- 55. ©« <S a £ e unb Dieben^ 
arten: „baö Äfnb get)ord)t freubig," unb: „baö jttnb 
gebordbt mi t g r e u b e u ;" „baä Set) log b e 3 ,ft ö n t g $/' 
unb : „bad f ö u i g I i d) e ©ctyog," jtnö im 2öefentttd)en 
fcölltg glcid)bebeutenbe 2lugbrücfe ; e3 trägt $um $erjlct)en 
berfetben mcfjtö bei, wenn ber Sd)itter and) anzugeben 
weig, bag „greube" unb „Äöntg" Hauptwörter, „freubig" 
unb „fontgttd)" aber @igenfrf)aft& "ober Beiwörter (Tnb. 
dagegen förbert e$ baö SBerftänbniß biefer Sluöbrücfe fct)r 
wefentlid), wenn ber <5d)üler erfennt, bag „mit greuben" 
unb „freubig" einen Umftanb b e r $ö e t f e, (w i e nämtid) 
bte £t)ättgfett be3 ©ebord)en3 »errichtet wirb), unb „beö 
Äöntgö" unb „tonigltd)e" eine 33 eif ü gun g (uämlid) ein 
beigefügte^ 9Jterfmdl, w>a$ für ein £)tng [ejctjlog} genannt 
werbe,) äußernden, ©efefct, ein (Bdntter in einer SBibet* 
Haffe würbe bei bem £erfagen beö (£a£eä : „unb baä $Öaf* 
fer ftieg in ^Golfen empor/' ben fleinen, unbebeutenb fd)ei* 
nenben 3ufa$: in bie ÜBolfen, anjtatt „in 2Botfen" ffd) 
erlauben, ißürbe e3 nun bem (Sdntter gur rtdnigen (5r* 
ftärung feinet TOßüerftä'nbmfjeö tjelfen, it)n baran gu erin* 
nern, Sag „i n" eine ^)räpojTtion fei; unb fowot)l ben Datio 
alö aud) ben 3lffufatio regiere ? dagegen tft bag üfttgoer* 
ftänbmg leid)t $u berid)tigen, wenn bereuter gelernt \)at, 
\va$ man unter ben Umftänben ber 30 e ife unb be$ SD r* 
t e ä gu ücr(tel)en tyabe ; ct)ne weitläufige (jrffärung braud)t 
er bloä baran erinnert $u werben, bag „i n Uü o l f e n" 
einen Umfranb ber $ö e i f e, (w i e ftieg baö ^Baffer empor 1 
— in Wolfen, in ©eilalt ober gorm üon Wolfen, wolfig, 
wotfenförmig), unb „in bie 5B offen" einen Umjranb 
be$ Drteö (wol)tn?) auöbrücfe. 



- 8 — 
§. 3. 

SDBemt ber Unterricht in ber Butter fprad)e junädjft unb 
*>or$üglid) barauf au$gel)t, ben ©djirter bte ©prad)e »olk 
fommen t)erftel)en $u lehren ; fo wirb er sußletd) fyödiit 
roiditig in S3e$tet)ung auf bte dn trotcf elung be$ 
D e n f ü e r m ö g e n g ; unb e3 gibt algbamt roofyt feine 2lrt 
Don Unterricht, roelcbje bte (Jntroicfelung beg £>enfüermö.qen$ 
auf eine fo roirffame unb gußleict) fo' naturgemäße ÜÜeife 
forbert, alö ber Unterridjt in ber OTutterfpracbe» Die D?cbe 
t|l ber flnnltcfte Slusftrucf be3 ©ebanfen^, jTe i\t eigentlich) 
ber ©ebanfe felbft, ber in bauten in bie (grfdjeinung tritt; 
unb bte Sprache ift bie ffnnlicfje @rfcf)einung be£ menfcte 
liefen ©etiteä. Snbem ber Schüler in ber 58ortbilbuug 
bie Wörter unb 2Bortformen t>erftel)en lernt, roirb il)m of* 
fenbar, roie ber menfcWidje ©eift bie üjn umgebenbe 2öelt 
in eine 3ßelt t>on ^Begriffen umroanbelt, roie er biefe *ÜMt 
fc>on Gegriffen pueril in Segriffe ü n Dingen, bie 
f i u b, unb begriffe öon £ l) ä t i g f e i t e n b c r D t n g e 
fdjetbet, unb bann 3ene unb Diefe nadi tljren Wirten unb 
Unterarten in mannigfaltigen tlnterfd]eibungen unb ©egen* 
fäfcen crbnet unb geftaltet. 3nbem ber ©cfyiiler ferner in 
ber SBortfügung bie Dtebeformen öer|iei)en lernt, lernt er 
aud) bie Serpttntffe fennen unb unterfrf)eiben, in benen ber 
menfdjitrfje ©eijl bie S3egriffe ber Dinge unb ifyrcr ZfyätiQ* 
fetten auffaßt unb $u ©ebaufen rxrbinbet. (5r wirb ge* 
roafyr, roie ber menfd)tid)e ©etil; in bem Urtheite ben begriff 
einer £t)ätigfctt mit bem begriff eines Dinget öerbtnbet, 
unb bei biefer Verbiubung — ©egenroart, Vergangenheit unb 
3ufunft unb bie SSerfyaltmffe ber 5ßirflid)fett, yjcoglidjfeit 
unb iJiotfyroenbigfett unterfdjetbct, roie er ferner an ben Quu 
gen ifyre 3aty unb ÜÄenge, baß Verhalten eineä tfyätigen 
Dingeö unb eines Dinget, auf roeld)e£ bie Xfyätigfeit gcrtd)* 
tet iji u. f. ro., unb an ben £t)ätigfeiten ihre 9fad)tung unb 
ßtäxft unterfdietbet, roie er enbltd) bie QÖedtfefoertyättntffe 
ber Dinge unb ü)rer £l)ä ttgfeiten nad) Dfaum, Seit, Urfadje 
unb ^irfttng auffaffet. Der gange Vorgang feines eigenen 
Denfenö unb Urteilend unb bie ©efefce biefeS Vorganges 
roerben auf biefe 2I$eife bem Sdmtcr, tnbem er feine Wut* 
terfprad)e oollfommencr »erfte^en lernt, geroijfcrmaßen oor 
klugen gelegt ; unb ber ganje öpradmnterrid)t roirb für ihn 
eine fortgefe$te Uebung m ber Sluffinbuitg unb S3etrad)tun£ 
ber Verfyältnijfe, nad)tt)e(d)en ber ©eijt bie ^Begriffe untere 



— 9 — 

fcfjetbet, ttnb ber ©cfc^e, md) welchen er fie im Denfen unb 
ilrtbeilett mit cütattber »erbinbet. £>a biefc Uuterfd)etbung ber 
öegnffäüerpftntfie unb bic S3etrad)tung ber ©enfgeje&e bem 
Schüler bei bem (Epracbuntcrrid)te eingeübt unb baburd) 
geläufig gemad)t n)irb ; erlangt er eine gertigfeit, Uc Sße* 
griffe richtig unb beftimmt $u fajfen, fte git richtigen Urthci* 
ien 31t üerbinben unb überhaupt t>ie ©egenftänbe be3 (grfeti* 
netto mit größerer Sid)erl)ett unb Ceüijtigfeit $ä\iift 311 
bebattbetn. ' @r wirb 23ermed)3lungen Don gegriffen 'unb 
gcljferimUrtbeilett beifTd) unb bei Slnbern letdjter entbeefett 
unb flarer ernennen ; er wirb ^ttgleid), meil er überhaupt 
bie Sßegriffe unb üjre $crl)ältiiijfe 51t einanber beftimmter 
auffaßt unb unterfebeibet, allen Unterrid)t über bie Statur, 
über ©efctridjte, Religion u. f. w. befier »erflehen unb 
lebenbiger auffaffen. feie ©ebattfe unb Dßebe unterlief) 
@in3 jtnb, fo muffen aud) ber Unterrid)t in ber 3Jiutter* 
fpradjc unb bic (Sntwicfelung beö ^Denfoermögcnö (ratö femu 

§. 4. 

£>te im SBorljergerjenben niebergelegtcn 2(itfutteit tjon betn 
Biete unb ber 9J?etbobe beö ttuterridtteö in ber 3JiUtterfprad',e 
finb auö Dr. ($. g. 53ecf er'ö „2(btyanMuug über bie 9Ee« 
thobe beg Unterrichtet in ber beutfehen Spradie" genommen. 
Dr. 25ecfer ifi ber SSegrünber ber neuen 9Jtetl)cbe beä Sprad)* 
unterriebteö, unb er bat jTe wi ffe n fd)a ftfi d) burefc 
geführt in feiner berühmten cBdmlgrammatif, weldjeö baö 
grünblid)fre £ebrgcbäube ber beutfehen Sprache ijt. 3tad) 
SSecfer'ä ©runbfä|en fyat Söurft feine „praftifdje 
<3 p r a d) b c n f l e b r e für b e n 35 o t f 6 u tt t e r r i d) t" 
eingerichtet. 9iach einer furzen Einleitung über „Qenkn 
unb Sprerfien, SSorfMung unb Slusbrucf für bie Worflet* 
fang" folgt 

1 ) 2) i e (2 a fs l e l) r e, in weld>er ber ©ebanfe unb fein 
2fa$brucf tu rner Slbfdmttten betrachtet wirb. Sott ber 2öort« 
lehre ifi immer nur fo m'el_ gefegenbeittich mit eingeflodUeu, 
alö utr Erläuterung ber Satzlehre fetbft nötht'g fctjten. £ie 
5Börter werben hier aber nie alß Singe für fich, fonberu 
ftetö at6 © t i e b c r bee ©afceä betrachtet, unb nur feweit 
befprochen, ate es? uttn 3Serfteben beS ©anjen (be3 ©eban* 
fettö) ttöthig i\~i. 3iuf bie 6a|3(cl)re folgt 

2) bie Ööortletjre, ober tie Wortarten unb ihre 
SSiegung. £a$ s lBidUigfte hierüber ifr in mögtieftit tinfa* 
d)en Mafien gufatnmeuge fteüt, 100 eö nötl)ig l fd)ieu, mit 



— 10 — 

33eifpielen beleihtet f übrigens aber mit ftinweifungen auf 
bie entfprecfyenben §§. ber Sat?let)re üerfefyen. £ie 5Bort* 
lehre ijt etwas 23eretn$etteS. * SDte Wörter werben bann 
als ©lieber beSSafeeS oon il)rem organifdjen ©anjen abge* 
trennt, unb jebcS für ficf> als einzelnes Qtstg betrachtet, 
n>aS auch mit 9ht£en gefdjefyen fann, menn man fte »or* 
ber in iijrer lebenbigen Serbinbung mit bem ©anjen er* 
fannt bat. Stuf bie äßortlefyre folgt 

3) b i e 30 o r t b i l b n n g. Streng genommen würbe bie 
^Bortbilbung ntd)t neben, fonberh unter bie %BoxU 
letyre gehören. @S ijt aber praftifetjer, jTe neben einanber 
git (teilen, £ic 5öortbilbung tft ebenfo mtci)ttg, als bie 8a£* 
bitbung ; fie itf für bie $laft)eit beS 23 e g r i f f e $ baS, roaS 
bieeat^lebre für bie ßlarfyeit beS Urtf)eilS ift. SSflit 
ber 5öortbitbung foll jeboct) nid)t erfr bann begonnen roer* 
ben, nad)bem man bie Sa^lebre unb 3Borttet)re gan$ burd)* 
genommen t)at ; im ©egentt)eil foll fte neben ber ea^ 
lel)re, obgleid) gefonbert t>on biefer, forttaufen unb üor* 
äitgSroeife als £>enflebre bienen. 5ln bie ^öortbtlbung 
fdjließt ftcf) bann naturgemäß bie Dtecfjtfcfjrctblefyre. 

£a nun aber bie Sat3tet)re, s IBortIet)re, ^öortbilbung unb 
9?ed)tfcf)reiblebre in einanber greifen, fedt) gegenfeitig erläu^ 
tern unb t)erbeuttid)en, fo mögen nod) einige fur$e 2tnbeu* 
tungen über bie bejte 2lrt, bie Dorliegenbe fepradibenflefyre 
gu gebrauchen, nötbig unb t)on 9tu£en femi. %\~t §.1 »erftan* 
ben, fo fönnen §. 8i unb 82 vorgenommen werben, ebenfo 
§. 102 unb 103. $ftan gebe bann ju §. 3 unb 4 $urücf, 
unb betrachte baneben §. 83 unb 84, unb im Fortgang 
§.85 unb 86. gobalb ber e r fte 31 b fdjn it t ber &ap 
lebre beenbigt ttf, fann bie 2ebre üon ber 30 o r t b i l b u n g 
neben ber <5a£tel)re fortlaufen. 3tuf biefe ^etfe untere 
ftü£en unb beleuchten fccf> SBortbtlbunrj unb (ga^lefyre 
gegenfeitig, ohne baß fie ftcf) in einanber üerlicren. £ie 
Safcfefyre gebt immer foroeit »orauS, als $u einer jebenbigen 
Hnfd)auung ber 33erl)ältniffe ber Wörter als (5a£glieber 
/rforbertid) tft, unb bie 2öortbitbung trägt ibrerfeits roefent* 
lid) ba$u bei, baS @in$elne im (5a£e, $. 05. bie 53ieguugS* 
formen t>on ben 2lbleitungSformeu genauer $u unterfefjetben, 
unb baburrf) bem (Edntler $u einer möglicbit Karen (5mjTd)t 
in bie (5at$üerl)äftniffe unb in ben 2tbteitungSt)organg über* 
baxxpt $u üerfetjen. £>ie 5öort lebre follte "nicht »on 
Anfang bis $u @nbe in einem Saufe, foubern gleicbfam 
nur, fon>ie eS baS Sebürfuiß beS ^cf)ülerS forbert, burd)* 



— 11 — 

genommen werben. 2!et)nltd) tterbält eS jTd) mit ber 
9?ed) tfcfyreibt efyre, bte, rate fcfjon bemerft, mit ber 
Einleitung beginnen fotl. Die §§. 105— H5ftnb nid)t 
unmittelbar naet) einanber l)er burd^unebmen, 
fonbern nur ba einschalten unb einzuüben, u>o bie (2d)ü* 
ler felbjr 23erantaJTung baben, tiefe ober jene D^eget ein$u* 
üben. S)ie D^edbtfchreibung ift üor$ug3n>eife (Sadje ber 
Hebung unb ©eroöbnung, unb muß bai)cr auf praftifcfjem 
2Bege errungen werben . Regeln ftnb $n)ar uotfyroenbig, 
um bie Uebung unb ©eroöfynung $u erleichtern ; aber ba bie 
2öirFfamfett biefeö Unterrichtet nid)t fotool)! auf bem (5r* 
flären unb 3ßijjen, fonbern üielmefyr auf fyäuftger Uöieber* 
bolung, (Jinprägung, 3lnn)enbung unb ©eläuftgmaintng be$ 
(Jrflärten unb Gegriffenen beruht ; fo folgt "fyterauö, ba$ 
ber ©d)üler ftrf) fortnxtfyrenb im Stnwenben ber in §§. 106 
btö 115 jufammenge|lellten Regeln ber ^ed)tfd)retbung 
üben muß. 



ttefeerftcM i>e$ %nfyatt$. 



(Srftc SlBtJjettunö* <©afcle*jsc 

(Sinlettcnbe SSorfenntniffe. 

(Seite 

§. 1. Denfen nnb (Sprechen 15 

§. 2. 33or{ieUungen. SSegrifie. 33egrijfg»i>rter 15 

I. Slbfdjnttt. £cr reine etnf ad) e ©a§. 

§. 3* Der reine einfache ©afc überhaupt 17 

§. 4. 3 rt " l '^erl)ä(rni§ beß <Subjefte£ 19 

§. 5. $erfouenserlia'ftniJ3 be3 (gnbjefteS 21 

§. 6. 3ett»erljä(tni§ beö $rättfatg 23 

§. 7. 35evt)ältni§ ber 2lug|"agefocife beß $räbif ateö 23 

§. 8. £ etonung nnb SBortfclge 24 

IL 2lbfcf)nitt. £)er erweiterte einfache ©a£. 

§♦ 9. ©cnauere Scjh'mmung eine« Dinget ober Seifügimg (2tt- 

trtbnttV) 27 

§. 10- Grganjung ber Xbciiigfeiten 30 

§.11. $crfoneu nnb ©ac&besteljuiigen 32 

§. 12. Die 2 eibeform unb rücfbejügltc^e gorm beö 3 c »tt»orteö 33 

§. 13. llmftänbe be$ OrieS bei ber Xbätigfeit 34 

§. 14. Umvnnbe ber 3*«t bei ber Xbättofcfr 36 

§. 15. Um jtänbe ber Stoffe bei ber XI ärigfeit 37 

§. 16. Umftänfce be£ ©rwtbeS bei ber SLbatfgfett 38 

§. 17. 2Ke^rfacöe Ufcfiänbe bei ber SEtäftgfett 40 

§. 18. 3«f a mmcn|lenuttg famm.'Iicbfr ©ofgliebcr jc 41 

§. 19. SBortfotge be? erneuerten ©afccg 43 

III. Slbfdjnttt. £er $ufammcnge$ogene <Safc. 

§. 20. Der jufantmengesogene ©a£ üfcerl;au|>t 45 

§. 21. $rfcn ber SBerbütbung äufammcngejiogener ©n&glieber 46 

§. 22. Stortfolge be$ jufammcitßejogeaen <5a$c$ 48 



— 13 — 

©eite 
§> 23. 3tfammt\\qtlo$nu ©ä^e mit mehreren Sitten berbunbener 

©afegüeber 49 

§. 24. 8Sergjei#ung ober (Steigerung ber (Sigettf$aft3roörter 50 

IV. 2lbfcf)iutt. 2) er $ufammenge fegte ©a£. 

§. 25. .BufammcnsefetUe <Sä'fce itfcer^aitpt 51 

§. 26. Scigeorbnet äufammengejogene ©a^e ober 

@a£tterbinbungett überhaupt 54 

§. 27. 3wfiimmengefteCtte £auWfäße 56 

§. 28. (Sntgegengeftettte £auj>tfä'$e 57 

§. 29. Segrünbenb »erbunbene ^aui)tj"a^c 58 

§. 30. Uutergeorbnet sufammengejogcne © ä fc e 

ober ©a^g e füge überhaupt 60 

§. 31. ©afcgefüge mit ©ubjefrfo- unb ©rgänsunggffi$en 62 

§. 32. SlnfübrungSfa&e 65 

$. 33. ©a£gcfüge mit 23etfügefä£en 66 

§. 34. ©afcgefüge mit UmftanbSfäfccn übcrtjau^t 69 

§♦ 35. Umftanbefcifce be* Drteö inebefonbere 70 

§. 36. ItmfianbSfäjje ber 3*ft inebefonbere 71 

§. 37. Umftanbgfäfce ber SBeife in^befonbere. 72 

§. 38. ttrajiattbSfä&e fccS ®runbe$ in»befonbcre 74 

§. 39. gScrrurjung ber ftebenf ä£e 77 

§. 40. 23ieberbo(enbe 3iM a ntmenfieUung fämmtlicber Wirten beS 

Sufammengefe^ien ©ö(jc3 80 

§. 41. $M)rfadj äufammcngefejjte ©ä'fce 81 

§. 42. ÖKieberfäfce ober ^eriobcn. . 84 

3 to c i t e $i & t ft e U u n $* 92B o r t i c I) r c 

§. 43. 3^ic Söortarten unb u>e 33iegung überljauVr 88 

^Betrachtung ber 23egriff£roörter. 

§. 44—58. £)a£ 3ci: frort unb feine Schiebungen 89 

§♦ 59—63. ©a? Dingtuort unb feine Schiebungen. . .' 104 

§. 64—66. Sag gfetuftaftttooti jc 109 

§. 67» Sctrac^ t.itnfl ber g o r m ro ö r t e r. 

§. 68. £ii!föeitrobrter 113 

§. 69—73. ^Betrachtung ber gürroorter 116 

§. 74. 75. 3al);rüb'rter 122 

§. 76» 77. gSortob'rter ober $icf)tung<?robrter 123 

§. 78. Umftanb^roörter 126 

§♦ 79. Sinberoorter 127 

§. 80. @m|>finbung3robrtcr 129 

51 n l) a n g $u ber Söertlebre 129 



— 14 — 

dritte 51& tl) cilung. 2öort&Ut>un<^ 

«Seite 

§. 81. 5tuflb'fung ber S^ebc in ü)re SBeflanbtbeile 132 

§. 82. <Spra#(aute unb tyre Slrten 133 

-5. 83. ©üben. Stnlaut unb Slutot 135 

§. 84. $on ber SBortbilbung überbaupt 136 

§. 85. I. 2Btme(toorter 138 

§. 86. II. (Stämme überhaupt 138 

§.87. — Dingtob'rter 139 

§.88. — Gtßenfc&aftStoörter 142 

§. 89. III. (Spro§formen überhaupt 142 

§. 90-92. — msbefonbere 143 

§. 93. 3«f ammenfefcung ber 2Bbrter überhaupt. .149 

§. 94—96. 3ufammenfefcung inSbefonbere 150 

§. 97. 23ebeutung ber untrennbaren 23orfttben 152 

§. 98. Die SSorftlben un, ur, erj 154 

§. 99. 3u!fl"iwengeie^te gormtoörter 154 

§. 100—101. 3uf a wwenfe$ungen a ü $ 3ufammenfe£ungen 155 

Vierte 2tBti)ctluttQ* VSon ber (Schrift* 
fpr a tf> e. 

§. 102. (Schreiben. (Sprechen unb £efen 157 

§. 103. SRedjtfcbreiben cber Drtbcgrapbie 158 

§. 104. Mautje<c$en ober SBucfcftaten 159 

§. 105—108. Debnung unb (S^ärfung 160 

§. 109. (Stimmlaute, toelc^c leicht toertt>ec^fclt toerben 164 

§. 110. Mitlaute, ioel$e leitet öertoecbfelt »erben 165 

A, SBeicfje unb barte Saute. 

§. 111. B. Die i'autjeicben f, *, §, ff, f<$ 167 

§. 112. C. Die Saute o, f, pb 169 

ö. 113. D. Die Saute r, f«, cb<*, & unb 0; qu 170 

§. 114. ®ebraucb ber gro§en 23iu$ftaben 170 

§. 115. Trennung ober 2Jbtt)ei(ung ber (Silben 171 

(S#lu§bemerfung. 






(Binleitenbe SSemet fttttgest* 

S.4. 

teufen »nb © p r e d) e n. 

a) £)er 9D?enfrf) Fann benfen, ba$ tyi$t, er fann öoit 
ftrf) felbfT: ober tton trgenb einem anbern £)inge @m>a$ be* 
Raupten ober ansagen. £)ie 55et)au»tung ober Sfagfage 
Don einem £5inge nennt man einen ©ebanfen. 

b) £)te ©ebanfen fann man nid)t fefyen nnb nid)t fyören. 
(Sie fmb in nnferm Snnern. SIber man fann ffe fyörbar 
machen burd) baä Sprechen. £)ie ©ebanfen werben in 
Sßorten augaebrücft, unb jrnar l) ö r b a r burd) © p r e d) e n, 
f i d) t b a r burd) ©treiben. 

c) ©predjen l)eißt : feine ©ebanfen hörbar bnrrf) 2Borte 
auöbrücfen. (Betreiben l)et^t : feine ©ebanfen |Trf)tbar 
bnrrf) 2öorte auöbrücfen. 3d) fann fprecfyen, weil tdi ben* 
fen fann» £>ie Spiere fönnen nirf)t fpredjen, weil fte nirf)t 
benfen fönnen» 

d) 3Benn ber ©ebanfe in 2öorten auggebrücft ift, wirb 
er ein © a § genannt. (£m ©a£ ijt ein in 2ßorten au&* 
gebrücfter ©ebanfe. 

§. 2. 

SorjteHungen (begriffe). 58 e g r i f f 3 m 5 r t e r. 
a) ^ÜBtr fönnen un3 in nnferm 3unern ttorflellen : 
l) £)te £>inge (^)erfonen unb ©ad)en), bie in ber 
SBelt ftnb. 

3« 23. bag £au3, bie Äircfye, bie ®c$ule, bie ©tra§e, ber 2Beg, bas 
$clb, ber © arten, ber Slci'er, bieSBiefe, ber 23aum, bie Sftofe. bas ®rag, 
rcr £unb, bag $ferb, ber Xifcf), ber 9ttonb, bie «Sonne, bie SBolfe, ber 
SKann, bie grau, baSüinb, ber Sauer, ber £err u.f-rö. 



— 16 - 

2) Dag, ü) t c bie Dinge ftnb ; 

3- 33. Hein, grop, bell, breit, fömal, fruchtbar, angepflanzt, flemidjt, 
grün, bocl), rorb, bürr, roacbjam, unbcinbig, üierecfig, bfa§, glänjenb, 
grau, alt, jung, brau, fleißig, »ornebm u f.». 

($ftan nennt ba3, n> t e bte Dinge ffnb, bte @tgenfd)aften 
ober S5efrf)affenl)citen bcr Dinge.) 

3) Das, tt)a6 bie Dinge t^un unb wag an ifynen 
g ef d) i e l) t. 

3» 23. fteben, Hegen, blübcu, tvadjfen, helfen, tragen, le*u$ten, bren- 
nen, Sieben, tyrtngen, lernen, bellen, fd)lafen, roadjen, geljen, reiten, 
fahren u. f. id. 

(Wan nennt ba3, wag bte Dtnge tljttn, nnb tt>a£ an i^ 
neu g e f d) i e f) t, £l)ätigfetten ber Dtnge.) 

b) 2ötr l)aben alfo in nnferm Innern : 

1) SBorjtetturtgen Don D in gen, bie finb; 

2) SBorftellungen t)on (5 1 g e n (d) a f t e n ber Dinge ; 

3) SSor jreüungen tton £ l) ä t i g f e i t c n ber Dinge. 

c) 3Me SSorirellungen ftnb in nnferm 3nnern (in nnferm 
©eijte). Die SSorfteltnngen nennt man in ber 3prad)iel)re 
and) begriffe. 2)te SSegriffe (SBorjtcUungen) werben 
bttrd) Wörter auägebritcft, b. t). nad) tilgen bargejrettt. 
Sfflan nennt biejenigen $öorter, roetcfye 33orjtcUungeit ober 
begriffe auöbrücfen, begriff öroörter. 

d) 3?cgrtffdn>örter ftnb alfo 9(n6brncfe für Sorfrellungen. 
Sebeä $Öort, unter bem man ftd) Qztnyaü (= ein Ding/eine 
Gngenfdjaft, eine £l)ättgfeit) ttorftellen fann, tft ein 23e* 
grfpwort. 

e) @ö gibt bret Wirten üon S3egrijf3tt)örteit. 

1) Diejenigen Segrijf^VDörtcr, welche SBorftellungcn tton 
Dingen auSbrücfen , nennt man Dingwörter ober 
&aitptn>örter. Unter Dingen begretft man fowofyl 
5)>erfonen al$ Sadjett. 

3. 33. ÜO^ann, grau, Stütb, £aue, $ferb, Xif$, Saunt u f. tt>. 

2) Diejenigen Segriffswörter, tt>eld)e aitSbrücfcn, tt> t e 
eine ^erfon ober t&adw i\t ober feim rann, nennt man 
Gngenfcfyaftö Wörter ober Beiwörter, ^ic (gi* 
gcnfdiafröwörter br liefen SSorfteUungen üon (*tgenfd)aften 
ber Dinge ans. 

3. 33. gro§, alt, jung, febroer, leicht, runb, f4)Ör tyäjjli$, gut, reinli#, 
roeiJ3, blau, l;art, fleißig u f.». 



- 17 - 

3) Diejenigen 25egnffdroörter, welche audbrücfen, wa$ 
ein Ding t!)üt ttnbWö an einem X)inge gefduel)t, nennt 
man 3citwörter. Die 3 e ttmörter brücfcit Vorfiel* 
fangen oon £!)ättöfetten ber Dinge and. 

3. 23. geben, fielen, laufen, fdjrciben, fprecfien, Ijeulcn, roacfyfen, 
»erbwbtti/ fpielen, fdjmeljen u-f ro. 

Die brei Wirten ber SBeanffSroörter fiitb alfo : Ding* 
n) 5 r t c r (ftaupttoorter), (£igenfd)aftdit>örter (Söet* 
Wörter) unb 3 eitwör t er. 



lüftet nbi&nitt. 

2)er reine (nacfte) einfache Saj3* 

§.3. 
33etrad)tung bed einfachen ©a£ed überhaupt. 

a) ($tn ©a£ tfl: ein in Porten audgebrücfter ©ebanfe. 
3n jcbem ©ebanfen unterfdjeibet man ^t)et Soriletlungen, 
nämlicl) : 1 ) eine SSorfteüung, tfoit ber ^3crfon ober &ad)e, 
öon welcher man @tn>aö behauptet ober audfagt; nnb 
2) eine SSorftetlung üon bem, watf tum ber ^erfott ober 
(gadje auggefaßt Voirb. 

b) @benfo unterfcfjeibet man in jebem (Sa£e : 

1) Da3 eutbjef t, bad tjetßt, bie ^erfott ober©arf)e, 
üon roelcfter man etioad attäfagt, unb 

2) £)aä treibt tat, bad Ijeigt, bad, 10 ad üon 
bem ©ubjefte (einer ^)erfou ober ©äd)e) a u d g e* 
fa gt roirb. 

3.33.: «Subfeft: ^rä'bifat: 

'Der £>unb fji ein £au$tt)ter. 

©er ftna&e tft fleißig. 

Der Saum IMübt. 

c) 3n jebem ©a£e famt man ©ubjeft unb spräbifat urt* 
terfcfceiben. Subjeft unb spräbtfat ffttb bie ©lieber b e d 
©a^ed. 

(1) (gin <£aip entftefyt, iubem man »on einer sperfon ober 
(Sactje ehoad audfa.qt. @tn$ehte üöörter, bie fiel) nid)t auf 
einauber belieben, madjen aber nod) feinen @afc aud. 

3. 23. ©onne ftyetnen. Söaffer fliegen. Simb fragen. 2ttann 
arbeiten. Söaum wachen, ©ra$ öertoclfen. #olj brennen. ®(a$ 
9 * 



— 18 — 

äerbre^en. (Sonne fcfjb'n. SBaffer flüifig. 5tmb »a$. «Kann arbeit- 
fam. Saum grog. ©rag »elf. Saum ^ilanje. Stoje Hunte. 
©ang Sogel. 

e) Die Wörter werben erft baburd) $u einem <2al3e, baß 
man baä eine *iüort auöfagenb anf ba$ anbere be* 
Jieljt. 

3* 33- „fcljemen" »irb belogen auf bie „©otme," = „bie (Sonne 
l;eint ;" — „tlttRen" »üb beSogen auf „SBaffer,'' = /,bag SO affer 
iejjt ;" — „roaeljen" »irb belogen auf bag „JrotV = ,/bag ftino 
»acber," — „fcl)ön" »irb besogen auf bie „«Sonne/" = „bie (Sonne 
tft fc^bn ;" — „flüifig" »irb belogen auf „2Baffcr," = „bag äßa||er 
fliegt \" — „$fianse" »irb bejegen auf „Saum/' = „ber Saum ift 
eine yflanje." 

f) &a$ ^räbtfat mag ftcf) immer anf ein Subjeft begte^ 
I)en. Die Söe^tcljung beä 9)räbtfat$ anf baö ©nbjeft rt>irb 
be$eid)net : 

1 ) bnrd) g r m tt> ö r t e r, b. I). bnrd) eine befonbere ^trt 
t)on Wörtern, tt>eld)e mit ben Söegrtffönrärtew fcerbunben 
werben ; 

3. 33. Der Saum t jl eine $flanje. Der £unb i ft »ac&fam. 

2) bnrd) 23 i e a, n n a. ber 23ea,riff3tt)örter felbft, b. I). bnrd) 
eine SSeranbernna, (Slbänberung) an ben Sßegnffämörtern, 
befonberö am <£nbe ber Wörter. 

3, S. Der Saum blü>et. £« -5>nnb betUt. Die Sßiefe grim-et. 
Dag Ämb fdtfdf-t. Der Dieb fHetyta Dag ©lag serbrictM. 

51 n m e r f u n g 1. Die gorm»örter brücfen niebt S e g r i f f e (Sor- 
flellungen tton Dingen, Gigenfci;af:cn unbXt)ä'tig fetten), fonbern bioe bie 
S e % i c tj u n g e n ber Segrifle aug. Unter einem gormtuort fann mau 
ftcf) alfo, »enn eg allein unb ol;ne Serbinbung mit einem Segriffe»orte 
ftet)t, s )?ia)rg (fein Ding, feine (Sigenjtyaft unb feine ÜH;ä'ttg;ett) «orftei- 
len. 3 33. oer, bie, bag, ein, eine, ift, ftnb. 

Slnmerf. 2. Die gorm»brter ftnb alg önbungen anSufeljen, bie 
getrennt von ben Segrifje»brtem ftel;en. Scrgleidje j. S. „Dag £tnb 
»ad)=e t" mit „bag ftinb i ft »acl)." „Der «Wann tft a r b e i t f a m" = 
ber Üftanu arbeü-e t. Diefer SinaU i ft ein X ü g n e r = ber ftnabe 
Ifig-t. 

Slnmerf. 3. Unter Siegung ber Segriffg»b'rter verftffyt man 
überbauet bie Seränberungen, »elc^can bent2li?orte vorgehen, otne ba§ 
ber Segrijj beg 2Borteg fiel; äubert. 3« 33. „Dag <£<fyojj, bie «Scljlbf* 
fer" tft eine Siegung. Dagegen: „Dag<Scl)!og, ber ^ctjlcjfer" ift eine 
Ableitung, „Scfjlog" bejeicjmet eine Sack uub„Sct;loffer" eine^erfon. 

g) Üftan fann üon einem (Subjcfte (eine ^erfon ober 8a* 
d)e) anöfaant: 

1 ) n> a ö eö ifl. 3- 55- ? Der £unb tft ein ftanö* 
tfyier. Der §frfd) ijt ein $ßalbtl)ier. Der @fel fii ein 
Cafttt>ier. Die 2erd)e tjt ein Stnawad. Die SBtene tft 



— 19 — 

etn Sttfeft. Die gorelle tft ein gtfd). Qa$ ©cfjwetn tft 
ein (2d)tad)ttbier. £a3 .f ameel rft ein Cafltf>ter. — Der 
£tfd) ift ein ßimmergerätl). Die Sdieere tu ein $ßcrfgeug. 
X)a^ ftauö tft ein ©ebäube. — 23er Saum tft ein $oip 
gewädiä. Die £amte tft ein 5ßa(bbaum. Die 25trnc €flt 
etn JlYrnobft. Die Ätrfdje ift ein etetnobjt. Die $artof* 
fei ift ein ,tfnoUengen)äd)S. — Der Sdntfter ift ein foanb* 
roerfämann. Der üKaler tft ein jtitnftler. Der Saiter tft 
ein ?anbberool)ner. Der Pfarrer ift eux ($etftttd)er. 

2) wie eg ift. 3- ^3« : ~ er $ uub tö wadnam. Die 
^alse ift falfd). Da3 ©d)»etn tft unrcmltdi. Der gud)6 
tft liftifj. Die 3«ge ift nafdifyaft. — Dag Seildjen tft blau. 
Dad ©rag ift gritn. Die (grbbeere ift rotl). — Dag Söctt 
tft meid). Die Äncjel ift runb. Der Würfel ift eeftg. Dag 
@lag tft burd)fid)ttg. Die @tdie ift frtorrig. Die pappet 
tft l)od). — Qa$ Seildjen ift toofytriedienb. X^ie £u(pc ift 
gerud)log. Die ©djlelje tft fyerb. Die 3itrone ift cjcroürg* 
tyaft. Der Dingfern tft ölig. £a$ SÜBclfdjforn (Itfatöforn) 
tft raet)% 

3) n>ag eg t tyitr, ober n)aö an üjm gefdn'efyt. 3. 55.: 
Der£uub bellt* Die 3iegc meiert. Daö vsd)n>etn grunzt. 
Der Dd)g brüllt* Dag $ferb n>iet)ert. £ag ©djaf blöcf t. 
Der£al)n habt. Dte£erd)e ftnßt« Die 9cad)ttaa 11 frf)lägt. 
Der 9£abe fräd^t. Der Ääfer fdtfötrrt. — Der $refcb Intpfr. 
Die 9?aupe friedet» Der gifd) fdjmimmt. Der löcget fließt. 
Dag (5tdU)orn flettert. — Der Ddig floßt. Der £unb beißt. 
Dte S3tene \tid)t, — Qu ©lotfe tönt. Da^ genfter flirrt. 
^ie £l)itre fnarrt. Dag ^Baffer fließt, ^ic Sonne febetnr. 
Der ©türm brauet. Dag ©rag wxdySt. — Der ©djmteb 
jammert Der Sd)lojfer feilt. DerSdjreiner l)obelt. Der 
(Bdweiber näl]t. Der gtfetjer ftfdjt. £er Qixtc Rittet. 
Der WlaUv malt. Der Mütter maiylt. 

§. 4. 
^Betrachtung b e g 3 & (M ü e r l) ä 1 1 n t f f e $5. 

a) Sötan fann öon einem Dinge (gtroag behaupten ober 
auöfaßen. 9Jtan fann Don mehreren Dingen berfelbcn 
Strt (£troag augfageit., 

b) (Sagt man nur ion einem Ding (ituoaü aug, fo ftebt 
bag eubjeftin ber (5 i n g a l) l. Sagt man »on mehreren 
Dingen berfelben Slrt dtrcag aug, fo ftel}t bag Subjeft in 
ber üft e 1} r $ a 1} I. 



— 20 - 

c) ©n$al)l unb 9Wef)r$al)l jufammen genommen nennt 
man baö 3al)löert)ältni£ b e 3 © u b j e f t c 3. 

d) 2)aö 3^i)töcrl)ältntg ber Dinge wirb bejeieftnet : 

1) burd) bie SBtcgung ber Dittgewörter (ffelje e.), 

2) bnrd) eine befonbere 2lrt öon gorm Wörtern, 
bie man 3<*M Wörter nennt (ücl)e g. h.). 

e) 55et ber Biegung ber Dingwörter »erwanbelt fleh ba£ 
©efd)lcd)t3wort „ber, bte, ba$" in ber 9ftct)r$al)l immer in 
„b i e," nnb bie Dingwörter felbit nehmen tljeilö ben Um* 
lant, tbeilö k>erfd)iebene @nbungen an. 9J2an raun bie 
Dingwörter nad) itjren (5 n b u ri g e n in ber ü)?e!)qal)l in 
*>ter Abteilungen bringen, nämlid): 

1 ) foldje mit ber (£nbung er* 

Daö 2amm fpringt. Die Lämmer fpringen. Da3 9?ab 
tjt runb. ^)ic 9täber ftnb rnnb. Qa$ £au$ tft ein ©c* 
bäube. Die §äuf e r ftnb ©ebäube. Der ©ei|l ift unftdjt* 
bar. Die @et|?e r ftnb unftd)tbar. 

2) foldje mit ber Gntbung e. 

Die ©anä fdjwimmt. Die ©änfe fcfywimmen. Der 
Ärug tft l)ot)L ^ie Ärüg e jTnb t)ot)l. Der Strumpf ijl 
ein Äletbungöftücf. Die'Strümpfe ftnb Äleibungöflutfe, 
Der £unb bellt. 1)ie fynnb e bellen. 

3) fold)e, bie feine @nbung annehmen. 

Der Safer arbeitet, l^ie SSäter arbeiten. Der Sftagel 
tjt fpifctg. X)ie 9?ä$el ftnb fpt$tg. Der §ammcr i\t ein 
Söer^eug. ^ie Jammer ftnb 2öerf>uge. Der Sdjneiber 
ift ein i>anbwerfer. X:ie Ödjnetbcr ftnb 5>anbwerfer. 

4) fottte mit ber Qjnbmtg cn eber it. 

Die (Schwalbe gwitfdjert. Die Srfjwalb e n $witfcfjent. 
T)ie (5d)ad)tel tjt l)ot)l. Die Srfjacfyel n ftnb bol)L Die 
geber ift ein ecljretbgerätt). Die geber n ftnb 6cf)reib* 
gerätbe. — Qaö Dl)r i]i etn Stune^werfyeug. ^ie Dl)r* 
en ftnb einneöwer^enge. Der üJienfd) tjt jtcrblid). X:ie 
9J2enfd)en nnb fterblid)* 

Einige l)aben ben Umlaut, anbere aber uirfit. 

f) Durd) bie 3ai)lwörter wirb bie 3al)l unb 9J?euge ber 
Dinge norf) genauer benimmt, alö bteö burd) bte SSiegung ber 
Dingwöter allein gefdjcben tonnte. @$ gibt b e (t i m m t e 
unb u n b e jt i m m t e 3aMwörfer. 

«) Die be jt i m m t e n 3al)lwörter'be$cid)nen eine genau 
bejtimmte 3al)L 3» 2% ©inö, gwei, brei u.f.f. gel)ii, jroan* 
gtg, funfttg, l)ttubert, taufeub jc. 

3 w e t etücfe jutb ein ^aar. 3 ro öl f Stucfe ftnb ein 



— 21 — 

Dnt5enb. © i e b e n £age finb eine 5Borf)e, & n n b e r t 
@ent$ ftnb ein Dollar. 3*üe i w nb f ünf $ ig 5ßod)en 
jutb ein 3afyr. S) n n b c r t 3al)re jinb ein 0efutum« 

h) Die u n b e (t i m m t c n 3rttytoerter begetcfjnen nicht 
eine rjerötffe beftimmte 3 a ^K fonbern bloö eine größere ober 
geringere 5ftenge. Unbejttmmte 3ül)lu)örter flnb: fein, 
5 e b e r , jc.q Itd) er, j e b n> e b e r, e 1 1 i d) e, e t m e 1 d) e, 
e t n t g e, m a n d) e, »tele, alle, n> e n i g , mehrere, 
b i e m e i ft e n. 

3 eb e r ©eifi ijt nnftdjtbar« 3e b e Steife tft n>ot)lrie* 
cfyenb. 3 e b e ö ©laö i\i $erbred)lien. 51 U e ©elfter ftnb 
unfld)tbar. 21 11 c Keifen fmb mel)lricdienb. 21 1 1 e ©läfer 
ftnb $erbred)ltd). ?ßiele 2lepfel (Tnb rott). $Jl a n d) e 2lepfel 
ftnb grün. Einige 21epfel finb gelb. s 3ß e j) r e r e Slepfel 
finb geitreift. (£t 1 1 d) e ©djüler finb nnfleißig. 50 e n i g e 
(Sdnoäinme (tnb eßbar. Mein SSogel tjt giftig. 2111er 
@ffig tft faner. 21 1 1 e ÜRtld) ift flüfitg. 21 1 1 e '$ Gaffer 
i|t tropfbar. 

i) SSet mandien Dingen fann man nid)t bie 3 ß b */ foit^ 
bern bloö bie größere ober geringere Wl e n g e itntcrfdjeiben. 

3. 33. Gifen, ©olb, @anb, 3Keb(,Vau&, (Sd;nee iti 

Dergleidien Dingwörter l)aben feine 5J?el)qabl, nnb man 
gebraucht fratt ber 9Wel)r$at)l nnbejtimmte 3a^n>örter. 

3» 53. fctel ©ifen, tvenig ®otb, aüeö SBaijer. 

§. 5. 
23etrad)tnng beö ^)er fon en Der I)ältn iffeö. 

a) Da$ ©nbjeft, üon bem man (5ttt>a3 auöfacjt, i(l 
entmebet 

1) bie ^3cr(on felbff, bie fprid)t, bie fpredjenbe 
^erfon, ober 

2) eine Werfen, $ n ber man fpridjt, bie a n g e fp r 0* 
diene ^perfon, ober 

3) eine ^Jerfon ober ©adje, »on ber man fprid)t, bie 
befproebene ^erfon ober (Sache. 

9D?an nennt bie fprccbenbe sperfon bie erfte, bte ange* 
fprochene $Perfon bie $ n> e 1 1 e , unb bie bcfprodiene ^erfon 
ober Sad)e bie b r 1 1 1 e Werfen. 

b) 5öenn bie fpredicnbe sßerfon Don ffcf) fefbjt @t\x>a$ 
anöfagt, fo nennt jte ftd) ntcf)t mit ibrent Kamen, fonbern 
gebrandet flau bejjen baö^Bort: „3d)/ / in ber Sfflebr$at)t: 
',/lB i r." 3* 33. 3 d) (bie fpredjenbe Werfen) benfe. 3 dj 



— 22 — 

rebe. 3d) bore. 3cb lerne. Stfj tefe. — $Bir (btc 
fpredienben ^erfenen) benfen. $3 i r reben. 5B 1 r f)örcn. 
iötr lernen. $ötr tefert* 3öir fefycu. 

c) $öenn man $u einer $erfon fpricht (eine ^erfon an? 
rebet) nnb üon ber anqefpro dienen ^erjon (Jtroaö auSfaqt: 
fo nennt man fte ebenfalls nicht mit ttyrem tarnen, fonbern 
gebrauch fratt bcjfen ba$ 5Bort: „Du/' 5fJZet>rjat)[ : 
r/3 l) *♦" 3» 53» 2) u (bie anqefprocbene ^erfon) benfeft. 
£) u rebefh D u böreft. 2) u lernejt. X) u (iefejt. X) n 
fiebft* — 3 1) r (bie anqefprod)enen ^erfonen) benfet. SM 
rebet 3brf)öret. 3 ftr lerner. 3 b riefet. 3r)r fcfjer. 

Tsn ber £öflid)fettvfpraclje gebraust man anftatt „Du" ba$2Bort: 
,,©ie," roelc^eö btc brüte $erfon in ber 3Reforj<u)l tft. 

d) 5öenn man tton einer ^erfon ober (Sache, tie üon ber 
erfreu unb fetten sperfon unterfebieben tjt, unb tii man 
wätyrenb beg ©predjenä fdjon genannt fyar, dtroaä augfaqt : 
fo nennt man fte ebenfalls nicht weiter mit ü)rem Hainen, 
fonbern bezeichnet fte mit ben Wörtern: er, fie, e ö, je 
naebbem bie befprod)ene ^erfon ober (Sache männlichen ober 
wetbtidjen ober fächlichen ©efcblecbteg ijt. 3n ber s JD?ebr* 
$abl braucht man für alle brei ©efchlechter: „fie." 3-^- 
dt (eine ^erfon männlichen ©efd)lecbteö, uon ber man 
fprid)t) benft. ©ie (eine ^)erfon weiblichen ©efcblecbteö, 
üon ber man fpricht) benft. Q£ $ (trqenb ein £)inq, oon bem 
man fpridjt) benft. (5r (fte, eö) rebet. @r (fte, e$) hört. 
(Erlernt, (£r liedt. Q?r fTel)t. — ©ie (bie befprodjenen 
93erfonen) benfen. © i ereben. ©tel)ören. ©ie lernen. 
©ie lefen. ©ie fefyen. 

Unter ber brüten ober befr-rodjenen *perfoit begreift man überhaupt 
jcbe ^erfon ober (Sache, üon ber man fpricfjt, unb bie yon ber erften unb 
^weiten *per|on untergeben ift. 

e) Die Wörter, welche für bie tarnen ber brei tterfebie* 
benen ^erfonen gebraucht werben, nennt man p e r f 5 n 1 u 
cfyegürwörter. (53 fubt bereit brei, nämlidi : 

1) bad gürwort ber'erilen ^erfon: id), 3ftci)r$at)l : 
mir, 

2) baö gürwort ber feiten ^erfon- :t\x, ^el)qa^l : 
ihr, 

3) bad gürwort ber britten ^erfon: er, fie, e $, 
«Weimar)!: {ie. 

f) Die 93e$ier)unq beä q3räbifateg auf ba$ ©ubjeft wirb 
burd) bie 23te t qunq bed 3eitworte$ in bem ^präbifate bezeich* 



- 23 — 

net ttrtb richtet (Trf) nacf) ben t)crfdöiebeitett ^erfonen be3 

^ubjefteg. 
3 83. Sc&benf-e. 3$ bin getont», ©ir benf-en. SDtrftnb 
ßefunb. ©ubenf-eft. Du btft gefunb. 3l;r beulet. 3t)r 
fe$b gefunb. Sr benf-et. <5r ifl gefunb. <2ne benf-e n. 
©ie finb gefunb. 

§. 6. 
93 etra cf) tu ng beä 3ettöerf)ältntffe$. 

a) Qa$, wa$ man t>on einem ©ubjefte auöfagt, tfl ber 
3ett nad) bem (Bpredienben entroeber 

1) gegenwärtig, $.95. ber 95aum blütyt; 

2) i) e r g a n g e n, $♦ 93. ber Saum t)at geblüht ; 

3) $ufunftig, $.93. ber Saum wirb 'blühen. 
5D?an nennt biefe 33erf)ältmffe baö 3cttt>cr^ältntg 

be$ 9)räbifate3. 

b) Daö 3eitfc>erfyältmg beg ^3räbifateö tt)irb bejetefmet 

1) tljetlö burrf) bie 95 t eg u n a be3 S^itroorteö, 

g. 33. fingen, gefungen, blüfyt, geblüht. 

2) tl)ct[ö bureft eine befonbere Slrt öon g o r m w ö r* 
t e r n, w>eld)e man £ü(fd$eitroörter nennt, 

$. 93. bat gefungen, ttirb fingen, ift geflogen, toirb 
fliegen. 

.gmtf^eitwörter ber 3^it ftnb bie gormwörter: fe*)n, 
l)a be n, werben. 

c) ^an nennt ben 2(u3brucf ber üerftfjiebenen 3?tt»er* 
bältniffe bie 3 eitformen ober fcf)lect)tn>e.q bie Seiten 
beg 3^tmorteö. Die ^»aupt*3f ^formen be3 3?toorte3 ftnb : 

1) Die ©egenwart ober gegenwärtige 3^t, 

2) Die Vergangenheit ober bie »ergangene 3?ü/ 

3) Die 3« f u nft ober bie $ufunftige Seit 

§. 7. 
S5etrad)tung ber 5(u^fa gerne tfebeö^räbtfatö 

a) 9J?an fann öon einem Subjefte @rn>aö auöfagen : 

1) ate wirf! ich, $.95. Daö 2aub üerwelft. Daö 
Äinb fpteft. Der üflübe rufyt. 

2) alö m 6 g i i cf), $. 95. Da3 £aub fann üerweiren. 
Daö Äinb barf fpieten. Der 9D?nbe mag ruhen. 

3) at$ n o t b w e n b i g, $. 95. Da3 ?aub mug tterwel* 
fen. Das* $tnb fett fpielen. Der TObe miß ruhen. 



— 24 — 

9D?cm nennt bte 2Irt unb 3öeife, wie man üon einem 6ub* 
jefte Qrtroaö auäfagt, ba$ S3 e r I) ä 1 1 n t ß ber 31 u ö f a g e* 
w eife be3 ^räbifateä. 

l)) 9)?an unterfcbcibet brei öerfdjtebene Verbältnifie ber 
2lu3fagewetfe, nämlieb : 

1) Die «ffiirf lieft feit, (flehe a. 1.); 

2) Die $ftöglid)feit, (ffebe a. 2.); 

3) Die 9t Ott) wen bigfeit, (Hebe a, 3.). 

c) Die 23erf)ültnif[e ber 5Iuöfagcir>etfe werben be$eid)itet : 

1) burd) bie 53 i e g n n g beg 3*üH>ort$ ; 

2) burd) eine befoitbere 5lrt üon g o r m w ö r t e r n, 
welche man #ülfö$ ettwört er ber % u $* 
fage w eife nennt» 

d) Die 2tu$fageweife ber 5Birftief)feit wirb nid)t burd) 
#ulfg$eittt>örter ber Slu öfa.q cn>e i fe, fonbern bloö burd) bie 
Biegung be$eid)net. ^ögiiebfeit unb ^totrjwenbigfeit bage* 
gen werben burd) £ülfe^ettwörter be^eidjnct, unb $war : 

1 ) bie 9)?öglid)fett burd) : fönnen, bürfen, 
mögen; 

2) bte 9iotl)wenbigfett burd): muffen, folten, 
wollen. 

e) 2Btrf lief) feit, ^JSftoglidjfett unb 9iotbwcubigfeit einrö 
spräbifateö fönnen b e j a I) e t (ffet)e SSetfpiele a, 1—3), ober 
öerncint werben. X)ie Verneinung wirb gcwörmlieb 
burd) bie gormwörter „nid)t, fein'' be^eidmet ; $. 53» 
Der Stein brennt nicf)t. Der Stein famr tuebt brennen. 
Der ©eilt jttrbt nicf)t. Der ©etjr fann mctit Herben» Der 
S3li& muß nid)t jünben. Qa$ ÜÄeffer feil nid)t (rümpf ferm. 
DerSd)üler barf nid)t faul femt. Der gaule will nietjt 
arbeiten. ^)ie glebermauö i\t fein Vogel. 

5Dte Verneinung gefyBr. immer jum tyr&bifatt, rtuci) trenn fie Beim 
©ubfeftc fteln. 3, 23. ,'jttxn %fltn\$ barf (teilen," i(t \o wi, aiö ; 
„bie Sftenfc&en bürfen nicjjt ftctyleu. 

§. 8. 

Betrachtung ber Betonung unb b e r 20 r t* 

folge. 

a) oebcö ÜBort, bau in ber W&e eine größere SSebeutung 
f)at, wirb aud) mit einem ftärferen £one auägefprodjcn. 
3ebe$ Ui3ort, baö in ber 9tebe eine geringere Bebeutung t)at, 
wirb mit einem fd)Wddieren £oue audgefproeben. (jbenfo 
wirb jebe Silbe im UBcrte, weld)e eine größere Bebeutung 



— 25 — 

fyar, mit eiitcm ftärferen, ttnb tue (Silbe, roctd)e eine 
geringere SBebeutung t)at, mit einem f d) ro ä d) e r e n £one 
auögefproriiciu 

b) 9J?an nennt ba3 RärFere nnb fcfjtüä cficrc Sluöfprerfien 
ber Wörter in bcm Sal^e nnb ber (gilben im Uöorte bie 
SB e t o n n n g. £en (tärfern £on nennt man ben S) a u p t* 
ton, ben (rijroädjcrit ben un tergeorbne ten X o n. 

c) 3m Safse bat geroöbnlid) ba$ ^räbifat ben £anpttoiu 
9J?an n-ntcrfd)eibet aber in bem ^räbtfate : 

1 ) baS 21 n 6 g e f a g t e, nämlich ben begriff ober hie 
23oriteWnng t>on bem, \va$ anögefagt roirb ; 

i- 23. Sie Sftofe tft eine 23 l u m c. Die 3ioj"e tft to o b I- 
riedjenb. Der @$ü(er füll lernen, 2)ie (Sonne 
f 4» e t n t. 5Die ©onne t e u cb t e t. 

2) bie $3 e $ i e b u n g beö aufgefaßten, b .1). bie eigent* 
tiefte 51 n ö f age felbjt ; 

?. 58. Die JRofe t ft eine 23inme. Die «Rofe tft tüobf- 
rtedjenb. ©er ©cl;ü!er f oll lernen* Die (Sonne fdjein-t. 
Die (Sonne leud)t=er. 

(1) £>ag 3lnägefagte ttnb bie $3e$iebnng beg 

$(itögefagrcn (bie eigentlidje 21 u 3 f a g e) wirb oft bttrd) 

e i n^iöort anögebrueft. 

3- 33. Die ©onne f d; e t n-t. Dag SDajfer fliefH. Das Slinb 
ro adH. 

3n biefem ftalle ijt baö ^)räbtfat ein einfacher 2(n3* 
brnef ; baö Sluöqefaqte roirb bttrd) bie fcanptfübe ober ben 
Stamm be3 Söegriffäroorteö (fdiein, fließ, xvad)), ttnb bie 
S3e$iebung (ober eigentliche Sluöfage) roirb bnrd) bie 23 t e* 
g n n g ($♦ 55. hie (jnbnnqcn t, e t)' auggebrücft. 

e) Qa$ ^rabifat wirb aber and) fefyr bäuftg nid)t bnrd) 
ein^Bort auögebrütft, nnb beliebt bann auö voenigfteng 
jroei Wörtern, t)on benen baä (Sine baö Slnögefagte, 
ba$ Slnbere bie SS e g t e b n n g beä 2itt6gefagten (bie eigene 
lidje Slnöfage) anebrndL 

3- 23. Die koi e i ft to o b I r i c d; e n b. Die ftofe i ft e i n e SS t n m e. 
Der (ScdüIcv f oll lernen. Die Söeüdjen f in b 23 1 n in c n. 

3n biefein ^alle ift baö spräbifat ein $ u f a m m enge f e &* 
ter 2lu6brä<f; nnb man nennt baö 9Bort, »elcfyeö bie 
S3 e $ t e b u n g be3 3lu$gefagten (bie eigentliche 2lu$fage) 
anebrndt, baö Sluäfagewort. £>aö 2luögefagte 
tt n b b a ö 21 n 3 f a g e ro o r t madien jnfammenbaö $ra* 
bifat aitö. £>aö Sinöfageroort tjat nnr b\e 53ebentitng 
einer 23 i e g tt tt g e e n b tt n g. 

3 



— 26 — 

3- 33. 50? an aergletc&e : „Dtefer .VlnaOe i [t ein 2 ü 9 n c r." „Die- 
fcr Änabe i (t [ ü g e n h a [ r." „Der Punb t (t ein SB ä d> t e r." 
„Der £unb ift roa dn am/' „Xu follft f#to eigen." „Dei 
Schüler f [ ( ( c r n c n." „Der Snabe ( ii g r." „Der fwnb toa^ t." 
,,Der ©c&üler lerne!" „S d; ro e i g e !" 

f) Sie ©lieber be3 Sa£e3 folgen in ber 9?ebe tn einer 
geroijTeu $Drbnung_auf eiuauber. Sie Drbnung, in roeldjer 
bte ©lieber bc$ Sai^eg in ber D?ebe auf eiuauber folgen, 
nennt man bie $ö r t folge beß S a 6 e ö. 

g) 9Uian unterbleibet in ber Wortfolge brei Stellen, 
nämlict) 1) bie Stelle beß Subjef t e ö, 2) bie Stelle beß 
21 u 3 fageworteä, «nb 3) bie Stelle beö Sludge* 
fagten, 

3.23. ©ufcjeft: SluSfagetoortt Sl u ög e fag t e«: 
Die dio\t iß eine 33tume, 

Der &unb ift roacfyfam, . 

Der (Sdn'ifer t)at gelernt, 

Der ©dritter foll lernen, 

Der ©editier lerne 

Die (Sonne leuchtet *) 

*) SDenn bag sprabifat (5ht$gef«gteö unb SfaSfägetoort ober ?Iuefagc) 
burij cinSBort auggebrücft ift, fo bleibt bie Stelle be£2lu$ge)agten leer, 

h) ytlan nennt bie Wortfolge be3 Sa&eö bie g e r a b e 
Wortfolge, wenn baß Subjeft bie e r jl e, ba3 2lu3fage* 
Wort bie 3 w e i t e, m\b baß 2lu3gefagte bie b r i 1 1 e Stelle 
einnimmt; £. 23, bie 9?ofe tjl eine Sölume. 

i) 9D?an nennt bie Wortfolge bei SafeeS bie 11 m g e* 
f e f) r t e Wortfolge, »emt ba$ Subjeft bie Steile nad) 
bem Sluöfageroort einnimmt, unb baß 2lu3gefagte entweber 
üorangebt ober nachfolgt. 3- S5. 

2lu3gef agteS: SluSfageroort : (Subjeftt SluSgefagteS: 
(Sine 231 um e i[t bieJRofe. 

SBarfjfam i(t ber ©unb, 

©elernt l,mt ber (Schüler. 

Semen foU ber Sdniler. 

3ji bieOtofe eineSfume? 

3ft ber £unb tort#fam * 

$at ber (Sdntfer gelernt* 

(Sott ber Sdjüler lernen ? 

k) Slurf) bttrd) bie Wortfolge fann trgenb einem ©liebe 
beß Sa£e3 eine größere SSebeutung gegeben werben. Sie 
umgefel)rte Wortfolge iuebefonbere wirb angewenbet, wenn 
mau ein ©lieb beß Sa|e$ befonberö berüorbeben will, 
Surd) bie umgefebrte Wortfolge fann man befonberö tyer* 
»orbeben : 



— 27 — 

1) Sa£ 9lu$ gefegte, tnbem man e6 bem 2lu& 
fageroort »brenftellt; $.23. fernen foll ber 
S d)iil er. 

2) Sie 51 u 3 fege ober beö Sluefageroorf, tnbem 
man bau Sluöfageroort an bie Spiipe bed Saf3e$ 
Hellt; 3. 58. 3lV bie <Kofe eine S3liune ? 3)1 bie 
D?ofe tt)ot)(ried]enb ? e>oll ber (Bcf)ü(er lernen ? 
9ßtU ber hungrige efien ? Steint bie Sonne ? 

(Unrichtige ^er&orljefcung : SStjut bie löonne fcfyetnen ?) 
23et ber ^xaQt l)at ba3 9lu$fagett>orr immer eine grünere 
Sebeutung, n>eit bie Slut-fage felbft in g-rage geftettt roirb. 

3) Sad © u b j e f t, tnbem man e$ n a d) bem SlaS* 
fageroort fe&f, itnb baö ^ormroort ,,e 3" an bie 
Spi£ebe3Sa#e3 (teilt; $.S3. @Sfd).etnt bie Sonne. 
@ö leuchtet ber ?U?onb. (Sä glänze» bie (Sterne. 
@3 roefyt ber s Jötnb. @ö fdjmiljt ber Sdjnee. 



Streitet SIHtfnttif* 

Der erweiterte einfache Safc* 

§. 9. 

A. © e u a u e r e 23 e [t t m m u n g e i n e ö S t n g c $ o b e r 

23 e tfügttug (tlttributro). 

a) g e u rf) t e r £ebm tfi roeid). £ r o d e n e @rbe ijt 
I)art. ^euditeö £eu ent$ünbct jtefc. — @tn road)fa* 
m e r £>nnb bellt. (5ine gereifte SStene (ttd)t. (inn 
m n n t r e 3 Stamm fpringt. 

I)) Der gebetjte Öfen tft roarm. Sic geläutete 
©lode tont.' Saö g e m ä jt e t e ©rfnöetn ijt fett. 

c) Ser ^3fau ifl ein fdjöner Segel. Sic Sitrone tfl 
eine f ä n e r l i d) e ^rurftf. Sa3 Duccf jTtber tjt ein f l ü f* 
ftgeö ÜWetell. Sie tarnte tit ein fd) lauf er Sannt. 
Sag Gel t|l eine fette gtüffTgfett. 

d) Sie 23lüti)e Don einem ^)fir fi d)bau me ijt 
rötfytid). Ser Stamm öon einer di che t|t fnorrig. 
Sa$ £aar öon einem $ f e r b e tit elafttfd). @tn @ar* 
ten n e b e n b e m £ a u f e ijt angenehm. Ginn 3Beg b u r d) 



— 28 — 

b e tt SB a I b ift f öl)!. Ser ©ebanfe a n © o 1 1 tfl tröflltd). 
(5inc ?ampe o l) n e O e l ift unbrauchbar. Sie SÄu^e nad) 
ber Arbeit ift angenehm. 

e) Sie SBlittbc be$ *Pfirfirf)baume$ tfl röteten. 
Ser (Stamm b e r (5 i et) e tfl fnorrig. Sag £aar b e ö 
^) f e r b e ö tfl elaftifd). Saö ©e»eitj eineöfttrfched 
tfl äjlig. Sa3 ©e»ebe einer (Spinne tfl fein. Ser 
£mf b eö $>ferb e 6 ift ungcfpaltcu. 

f) Der ftobel ift ein Sföerrjeua, b e ö S d) r e i u e r $♦ Saö 
3immer tfl ein stbetl be$ £>aufeö. SaS (Spinneu ifl 
eine Arbeit für ÜEäbcfyen. Sie @td)el ifl ein gutter 
für © et) »ein e. 

g) 9J2 ein 33ud) ift neu. Seine £afel ifl alt. 'Bein 
?luge ifl braun. 31)* 5luge ifl blau. — Llnfer 3intmer 
tfl ijeß. Suer gleiß tfl loben6»ertl). 3 1) r ^Betragen tfl 
orbentltd). 

h) S i e f e r ® rtffei ift fpifttg. 3 e n e r ©riffel ifl dumpf. 
S e r f e l b e ©rtffei tfl lang. S e r ©rtffei i|l furj. Grin 
[0 leb er ©rtffei tfl unbrauchbar. Derjenige ©rtffei 
ift tut brau d)bar, (ber $u fur$ ifl). 

B + Setrad) tung ber genaueren Söeflimmttng 
e t u e ö Singet. 

a) 3cbeö Sing, ba3 mir beim (Sprechen nennen, fann 
genauer beftimmt »erben. Sa3 ©ort, burd) roelrfjeä mau 
ein Singwort uäfjer beftimmt, »irb Beifügung genannt. 
3ebe nähere 53 e fl i m m u n g e i n e ö Singet inup alfo 
atö eine Beifügung betrachtet »erben. 

b) Sie Beifügung fann aufgebracht femt : 

1) burd) ein '(Jigen fcfyaf töroor t (A. a, b, c), 

2) burd) ein S i it g » r t (A. d, e, f.), unb 

3) burd) ein gürroort (A. g, h.). 

c) Sie Singe, »eld)e bem (Sprerfienben t)or 3(ugen tTefycu, 
»erben gewöhnlich blöd baburd) näber beftimmt, tag man 
auf biefefben fyingeigt ober t)in»eifet. 

9J?an fann auch mit 50 r t e n auf.ein Sing bin»eifcn. 
yjlit SBorten weifet man gerocfmlirf) auf foleue Sin'ge (ftit, 
bie bem Spredienben »or 3Iugen fteben, ober tie man tt>ä\)* 
renb beä ©precfyenö fcfyon genannt bat. Sie Wörter, mit 
»eldjeu man auf ein fdjou genanntes Sing btmuetfet, 



- 29 — 

nennt man I) in weifen be gürwörter. (53 fmb 

bereu ferfjg : 
b e r (tic, baS), b t e f e r (Hefe, btefeS), 

berfelbe (tiefet b e, bn [fette), jener (fene, jenes?), 

b e r ; e n i g e (biejeniße, baöjcntße), folget (foldjc, foliJeS). 

(1) 9Benn benimmt werben feil, ba£ ein Ding ber fpre* 
dhenben, auqefprodienen ober befproefcenen ^erfon gehöre, 
fo wirb bie3 burd) bie perfonltcben gürwörter bc$etd)uet, 
uämlttf) : 
lfte $erfon : (Smjafyf : mein Witlpiaty : n n f e r 

2:e — — bein — ener 

3tc — — f e i n , i h r , f e t n , — t b r. 

Wlan nennt biefe Wörter bie b e ig e füg t e n perföntt* 
d)en gürwörtcr, ober p e r fö n ( i d) e 23 e i f ü r w ö r t e r. 

e) Die Seifügung begebt firf) immer anfein Dingwort. 
Die 25 e g i e t) n'n g ber Seifüguug auf ka$ Dingwort wirb 
bejeirfjnet : 

1 ) Durd) bie 33 i e g un g ber (Jigenfcfjaftöwörter, 
Dingwörter unb gürwörter (A. a, b, c, e, g, h). 

2) Durefi eine befonbere Strt üon gormwörtern, bie 
mau bem beigefügten Diugworte gemöfynlid) »or* 
feist, unb bie be^wegen and) Vorwörter ge* 
nannt werben (A. d, f). 

f) Die Se^tefyung beö beigefügten Cngenfcfiaftöraorteä unb 
gürworteö wirb burd) (Jnbwngen bqetdiuet, t>ie jtd) nad) 
bem @efd)(edne beseitigen Dtitgroorteö richten, auf wel* 
d)e£ ftd) bie ^Beifügung begießt (Ä. a, b, c, g, h). 

g) Die Se^icbung eineö beigefügten Dingwortes auf ein 
anbereö Dingwort wirb entweber b(o3 burd) bie Siegung, 
ober burd) Siegung unb -Borwörfcr gug leid) be^eidmet. — 
20irb bie Se^tebung blo3 burd) bie 23iegung bezeichnet, fo 
uerwanbelt fid) baö ©efd)ledit^wort „ber, bie, baö" in 
„beg, ber, be6," unb ba3 beigefugte Dingwort felbjc 
nimmt febr häufig aud) nod] Qntbuugen an (A. e). 3u 
biefem galle faun man nad) bem beigefügten Dingworte 
immer mit „3B e ff cn ?" fragen. $Btr nennen bab'er bte^ 
fen galt ber Siegung be3 Dingworteö ben $3 e ff e n f a 1 L 

h) $Birb bie Se^tebung be3 beigefügten Dingwortes? auf 
ein anbereö Dingwort burd) ÜBor Wörter bejetrfntet, fo 
richtet fid) bie Siegung be£ Dtngworteö nad) tiefen $or* 
Wörtern. Dergleichen Vorwörter fmb; üou, an r a u 3, 
a u f, über, t> o r, na d), o t) n e, m i t, f ü r, $ n, g c g e n, 
\>e\, in, um, neben u.f.f. 
3* 



— 30 — 

§♦ 10. 
A. (5 r geht jung ber £I)ättgfett. 

a) £er (Sd)reiner verfertigt ben©tuf)L £>er Uf)r* 
marijer madit bte Ul)r. £er $uffd)tnieb bcfd)lägt ba$ 
*))ferb. 25er SäcF er braucht einen Söacfofen. £)er 
feefemteb brauet eine ÜBerf ilätte. 2>er Üfte($ger brand)t 
ein Sd)lad)tbei(. £er Seiler braud)t §anf. £>er 
£nd)mad)er braudjt 2öoHe. £er 2ctnroeber braudjt 
©am. 

b) £er Traufe bebarf be6 5Xrgteö* £er Danfbare (je* 
benft ber 2öot)ltl)at. £er 9J2utIm>ilIige fpottet beö ©e* 
bred)(id)en. 

c) £er ©ered)te erbarmet (Td) be£ Siebet. £a$$inb 
freut (Td) beö ©efcfjettfeö. £er £abtd)t bemäd)tigt ffcf> 
ber iaube. Sie 3uben enthalten (Td) be$ ©djroetne* 
fl e i f d> e ö. 

(!) £er Arbeiter tft beg Cofytteä roertl). £er ^otblei* 
benbe ijl ber £ulfe bebürftig. £er yjieitfrf) i\i ber 23er* 
t> o U f o m m n u n g fäfyig. 25er Dftdjtcr muß beö ©efc^eö 
funbiß fei;n. 

e) ©ott »ergeirjt bem ©üttber. ©Ott roiberftebt bem 
&od)mütl)igen. Qrfyre gebührt bem ©reife. 35efd)ei* 
bent)eit gemeint ber Sugenb. 2)er SSlinbe folgt bem 
g öftrer. 

f) £er©d)(afenbe ift einem £obten äbnlid). 33rattnt* 
roein ijt bem ßütbe fdiäblid). £ie Säge if! bem Wed)U 
fetjaffenen üerbaßt. £er ÜJJüfjTggang ift ber Sugenb 
Derberblid). 

g) Ter Tanfbare benft an bie 2Bel)lrf)at. £er 9Jtotl)* 
imUtgf fpottet über ben ©ebredilidien. £er fromme üer* 
traut auf ©ott. £er «JHitbe fetntt (Td) naci) 9?ube. £er 
9lrme bittet um eine ©abe, £er 3lob entbinbet üon allen 
Cetben. £ie 9J?äbd)eu reben t>on ben Kleibern. £ie Jtte 
ber (d)ü^en t>or ber Äälte. 

h) 2>tc9?aupe wirbst einem (Schmetterling. £ie9?aupe 
tterroanoelt (Td) in einen Sdjmettcrliuq. 23eroegung bient 
gur ©efunbt)ett. (£rn SSaum ttjeilt fid) in tiefte. 

i) £er jtitabe roiro dn Sönglmg« Vcv £afe bleibt 
furd)tfam. £er Tieb bleibt eljrlog. £a623ein roirb morfd). 
2>er äJewfjfggänger roirb fraftloö. £er TOtfügänger mad)t 
fid) fraftloö'. ^cr (£itle madjt (Td) lädjcrtidj. £er 2Ser^ 
fdjroenber mad)t (Td) arm. 



— 31 — 

B. 23etracf)tiutß ber @rgän$ung einer £l)ät!gfctt* 

a) Die ßeiiwbttet brücfen au3, baß ein Ding @tn>a$ 
tbue. S^ie £I)ätigfeit etneä Dingeö rann oft uid)t gebadit 
»erben ebne ein Ding, ba3 auf bte SDjätijfett Sßegug ljat. 

3« 23. //Verfertigen" lajjt jtQ) mdjt benfen olme ein Ding/ ba$ bet- 
fertigt wirb: „<&ti\[)i" Xmt in bem angeführten SSeifpteU SBefcug auf bie 
ST&ätigfett „öerfertfgen." — „SBebürfen" (a§t fiel) nidn benfen nunc ein 
©ing, teijen ba£<S>ubfeft bebarf : „Strät" &ai in bem angeführten 25ct- 
fptel SSejug auf bte Xljätigfctt „bebürfen" u. f. f. 

Die £l)ätigfett etneg Dtngeä ijt alfo oft glcid)fant uid)t 
gan$ auägebriKft, wenn nicht aud) nod) eiti anbereg Ding 
genannt wirb, ba3 auf bie £fyätigfett 2k$ug tyat. (Sine 
£l)ätigfett muß bafyer oft burd) ein Sing ergänzt werben. 

b) Qa$ Ding ober Dingwort, burd) weld)e3 eine Stfyättg* 
feit ergänzt wirb, nennt man (Srgängung. Die 3eitwör* 
tcr (unb (Stgenfcfyaftöroorter), weld)e eine fold)e Grrgänjung 
forberu, nennt mau begügltdje %eiu (unb (Sigenfdjaftd*) 
üöortcr. 

c) SBejitgltdje 3 c itrcörter (tnb foid)e, auf roeltfje (Tri) 
immer eine @rgän$ung be^ieljen muß. Unbe$ügltrf)e 
Settmörter jtnb fold)e, beren Xtfitixfteit faun gebadjt wer* 
ben, oljne ein anbereä Ding, baß auf bie £I)ättg£eit 23e$ug 
tyaben muß. 

(1) Stiele begugiicne 3eitwörfer forberu eine (grgänjung 
auf bie ^rage: „3öen? ober %Qa$l (A. a). — 9J?et)rere 
forberu eiue'(£rgän$ung auf bie grage: „9Beffen?" (A, b, 
c, d.) 4 — Rubere forberu eine Crrgän^ung auf bie grage: 
„$öem?" (A. e, f.) 4 — 9iod) anbere enblid) forberu eine 
(Jrgän^ung auf t>crfd)iebene fragen, bie gcwöljultd) burd) 
ein Vorwort auägcbrücft werben. (A. g, h, i.). 

e) Die Qhrgänpng bejiel)t ffd) immer auf ein beinolid)e$ 
3eitwort ober (5igcnfdiaft3wort. Die Schiebung ber Ohr* 
gänjung auf bag* Beiwort ober ©genfdjaftöroort wirb be* 
geidjnet : 

1) burd) bie f& i e g n n g ber Dingwörter (A, a — f.) 
allein,/ 

2) burd) bie Siegung unb gormwörter, bie man 
Vorwörter nennt (A. g— h.), jugl eid). 

f) Sei bcr Sieguug ber Dingwörter unterfd)eibet man 
toter oerfdjtcbene gaüe, bie wir am faßlidnten nad) ben 
g ragen benennen , auf mld)e fte (leben, alö : Verfall, 
SBcJfcnfaU, SBemfatt, 2öenfatt ober SSaöfaßL 



— 32 — 

Ml. 

A. 3^n ober mehrere (grgängungen ber £f)ättg* 
feit, ^>c r f o n c n b e 3 i e !) it n 3 unb 8ad)begiel;ung. 

a) Vcx MvcinU befchreibt bem 3(rgte bie ^ranfbeit. £er 
Strgt öerfdjreibt bem Traufen ein 9?ecept. £cr Q3ote über* 
reidjt bae dtteept bem Slpot^efer. £er 2Ipotl)efer bereitet 
bem Traufen eine Slrguet. €ic\e linbert bem .ftranfen bie 
(Sdjmergcn. £er 3lrgt empfiehlt bem Traufen SB?äf?tgfeit« 

b) @tn ©cfelle befdutlbiqt einen £ebr(ing be$ Diebftablä. 
^er 9Jteifter flagt ben Sefyrlütg beö IDtcbfta!)(ö an. Tn 
?el)rltnq überzeugt ben Dfadjter feiner Unfdnilb. <£)er3ftd)ter 
fpridit ben gef)rlmg ber Sdjulb loö. £cr Reiftet entläßt 
ben ©efellen be$ Üienjteö. ©er ©cfelle nonrbigt ben 2cl)r* 
Itng feineö SBticfeö* 

c) £er Ceinroeber »erarbeitet baö ©arn gtt ?einn>anb* 
£er ©erber gerbt bie £äute gtt Seber. 2Der Uhrmacher 
gerlegt bie Ub/r tn ihre £t)eile* Vic Stäitc öerroanbelt ba£ 
^Baffer in Örtg. £ie SBärme öernxinbelt ba$ $ö affer in 
3Dünfte, £cr 3öolf gerreißt baö ©djaf in «Stucfe. £er 
9iad)bar mad)te 'Onx 2Jder gu einem ©arten, 

B, ^Betrachtung ber met)rfacf)en Grrgängung einer 

£t)ätigfeit* 

a) (5t n 3eitn>ort erforbert oft groct (Jrgangungcn. 

3. 23. Der 33ater gibt bem Srmcit ein 3Umofen. 2)er 
Söoie bringt bem 23 a t e r einen 23 r t e f. £)a$ Äinb serfovi$t 
ber Butter Sef f erung, 

£ie Qrrgängung, n>eld)c auf bie ?vrage: „SBem?" jtebt, 
wirb immer alö' eine ^erfon gebaut, obgleid) jte nüijt 
immer fclbjt eine wirflicrje ^erfou begeidwet. SiJlcin nennt 
jebe @rgärigung, roeldie aufbiegrage: ,/Iöem?" ftct)t, eine 
sperfonenbegiel)Uug* 

b) £te@rgängungen, mld)e nid)t aufbiegrage„3Bem?" 
freben, »erben immer alö Sadjen gebadit, obgleich jte fcfyr 
t)äuftg roirflidie ^erfonen begetefmen. 9J?an nennt jebe@r* 
gängung, bie nidit auf bie grage „2öem?" jM>t, eine 
(5ad)begielntug* 

c) Stele Seitroörter forbern gur (Srgängung ben begriff 
einer ^)erfon unb guglctd) ben begriff einer &ad)e, 
(A. a, h). 

d) Einige Scitroörtcr, weldjc ben ergetngeuben Segrijf ber 



— 33 — 

(Sache im 2Beffenfa(le forbcrn, forbcm ben ergänzen* 
ben S3e.qri|t ber 9>erfon im^öenfaü (A.b). 

e) SSielc 3 c if")örter forbern ^»et ©acfyen $ur Qhrgän* 
jung (A. c). 

§. 12. 

A. 3Dfe Ceibcform unb bte rücfbe^ügltdje gorm 

beö 3^itn>orteö. 

a) Xcr 9Jie£ger fchfadjret ben Odifm. £er SDd)3 wirb 
Von bem^ftcßger gefchlad)tet> £cr lltyrniarfier verfertigt bie 
Uhr. Qie Ubr wirb von bem Uhrmacher verfertigt. £cr 
gärber färbt baö Zud). Qa$ £ucfj wirb von bem gärber 
gefärbt. £er SOßaqen wirb von bem spferbe gebogen. Qie 
'©leefe wirb von bem Gegner geläutet. £aö £auö roirb 
Von bem §uube bewacht, 

b) 3ch [bte fpredienbe ^erfen] bebede mid) [bie fpre* 
chenbe Werfen]. Qu [bie angefprod)cne ^erfon] bebeefe |t 
bid) [bte angefprod)cne $)erfon]* (ix [bie befprorfjene tyex* 
fon] bebedet' jlct) [bie befprochene OJerfon]. Qöir [bie fpre* 
d)cnben ^erfoneu] bebeefen und [bie fpredienbeu 9)erfonen]. 
3l)r [bie angcfprod)cncn ^Perfonen] bebedet eud) [bie ange* 
fprod)enen sperfonen]. (Sie [bie befprod)eneu |krfonen] 
bebeefen ftd) [bie besprochenen ^perfonen]. 3d] babe mictj 
geflogen. Qu fyaft bid) getäufebt. dx l)at ftd) Verwunbet. 
feie l)at ftd) gefdmitten. X^nö ^Räbchen f)at ftd) gcfdjmuxft. 
£a3 Jtiub befdmut!3t ftch. Qex ^ttabe brennt ftcf). 

c) 3d) fd;äme mid) [= id) crrötbe]. 3d) gräme mid) 
[= ich traure]. Qu erinnert bid) [= bn gebenfeir]. £u 
rounberjt bid) [= bu |raune|t]. £ er Traufe beftubet ftd) 
bejTer [= ber Traufe genefet]. Qex $alö|farrtqe wiber* 
fe&t ftd) [= wiberjlcbt]. £er ed)ülcr beftnnt {id) [= tfi 
nad)benfenb]. Qa$ Miub freut fid) [= tfi frei)]. Qex 
<Scf)trter befleißt Jtcb [= tft fletgtg = ftrebt]. Qex Wien* 
fdjenfreunb erbarmt ftd) [== ijt mitleibtg]. 

B. ^Betrachtung ber £eibeform unb ber rüdbejüg^ 
liehen gorm beö Seitwortes. 

a) (5ö gibt viele Beiwörter, beren £bättgfeit nid)t Fann 
gebad)t werben, ol)tte cm £>iug, baö bie @tnwirfung ber 
£bätigrat erlcibet [§. 10. A. a; §. 12. A. a.]. 

3. 23. Die Xbättgfeit „fd&lacfytcn" läpt fiel) gar nicht benfen tönt tin 
■Ding, bag gef#(a#tet ro i r d. „Dcfie" ift in bem angeführten Setfptcle 
bas £ing, tag bie Ütjätigfeit „jdjl achten" erlcibet. 



— 34 — 

_£aä Sing, ba$ bte £bätiqfett erleibet, famt als ba$ 
(Subjeft be$<5a£eä barqeileltt werben; g.S8. ber Dcf)ö 
wirb üon bem üttefcger gefdj f a cfjtet. 3n biefem galle er* 
l)ält baä 3cttrucrt eine etgentbitmlid)e gönn» £)iefe gorm 
nennt man bte Ceibef orm'beä 3eitn>orteg. 

b) «Die Ceibeform v~t biejentqe gorm bed S^itworteö, in 
welcher ba3 (Snbjeft alö ein folefteä Sing bargeftcllt wirb, 
baä bte auöqefagre £battqf>it erteibet. 2)ie gewöhnliche 
gorm bed 3*toorte$, buref) weldje baö ^ttbjeft al£ ba3 
tbattqe Qtng barqeftellt wirb, nennt man bte t bat ige 
gor m be3 3 e i f worteö. 

c) 2iUe 3citn)örtcr, weldK eine @rgattyung im 5ß e ru 
falle erforbern, formen in ber Ceibeform auäqebrücft wer? 
ben. yjiau nennt bie 3ettwbrter, welche eine (jrqänsnnq im 
s liknfall forbern, unb bal}er in ber Ceibcform auöqcbrücft 
werben fönnen, l) i n b e $ n g l i d) e 3 * 1 1 w ö r t e r. 

*J 21 u^ niebt r)htbe$üglidje ^tiito'öxttx roerben oft in ber Seibcform 
ftuSgebrüar, 3- 23- 60 »trb gelobt. ®$ toirb gefpieit. S3 wirb geweint. 

3n tiefem ^ alle sertritt ba£ unbeftimmte gürwort „e $" bie ©teile 
beö afg ieibcnb targeftellten (Snbjefteä* 

d) 55ei ben binbe$ügtid)en 3eitwörtern fann baöSubjeft, 
öon bem bie £l)ättqfett anhebt, gugleicf) and) t>a$ Sing 
fenn, roeldjeä bie Stfy&tigfett leibet (A. b.). 

c) Sa$ Subjeft wirb aber oft anf biefe SBeife jtt.qleidj 
als ein letbenbeö Sing barqeftellt, obgleid) e3 nidu atä ein 
foldu'3 (fetbenbeö Sing) g eb a d) t wirb ( A. c). Sag %?iti 
wort in t>ie\cx gorm wirb ein r ü d b e $ ü g l i d) e g 3^^wort 
genannt, unb bat immer ein perfönltdjeö gurwort bei jul). 

*) SSicte 3t\ito'6xltx, bie eigentlich nid;, rücfbejüglic&e 3eftto9rtei; finb, 
Werben in ben r it ä b e j ü g lit$ c n gönnen gebraucht. 3-23. 3d) bewege 
mid). (3dj beroeac bie £anb). «Du argerfi tict) (Du ä'rgerft meinen 
Sruber). Gr berebet jtcj>. (<Sr berebet einen wnbern). 

§. 13. 
A. Umjtänbe beö Drteg bei ber £f)ätigfeir* 

a) Ser gt feto lebt t m -SB a f f e r. Ser Sad)3 wobnt t n 
S> o l) t e n. Sie 5öurjcl freeft in b e r <2 r b e. Sag @e* 
traibe wäd)6t a u f b e m gelbe. Sie Baumwolle tväd)$t 
an Stauben. (Sfyrijtuö würbe $ u 23 et 1)1 etyem qe* 
boren. TOaria ftanb neben bem Äreuje, 2>efu$ 
ftarb g tt> if cf) en sroei 9ftiffet!)ätem. 

b) S'e <5eibe fommt öonber©eibenraupe, Sic 



— 35 — 

^Pflan^ert road)fen au öber@rbe. ©« teilte geben aus 
b e r & t r d) e. ©aö 'üöacf)*? fommt öon b e u 53 i e u e it. 
2>aö £ar$ fommt o o u b e n s Jt a b c 1 1) o 1 3 b ä u m e it. 

c) Dag (5id)I)orn Heuert aufbäume, £)te 2erd)e niflet 
auf b e n 53 o b e it. Die Sörücfe fül)rt über b e u g 1 u 0. 
Der 9Rl)etn fliegt burrf) ben SSobenfee. Die Sonne 
»erbirgt ffcf) f) tuter bie $öolfen. Die SBarfie (teilt 
|icf) ü b r b a ö £ 1} o r. Der '.tagroerfer get)t g u r Arbeit. 

d) Die 3ua,i>öad steuert for t. Die Blätter fallen ab. 
1)a$ SaatForn geht a u f. ^)ie Dünjlc fteiqeu auf. Der 
Regelt fallt b e r a b. Der Zi\d) \tc\)t b a. ^a$ 23ud) liegt 
l) t e r. £a$ 23tlb l)ängt bort. 

B. 23 e t r a di t it u g b e r 11 m fr ä it b e b e ö SD r t e ö. 

a) @3 tft oft itotlnoenbtg, beim Sprerijen auef) beit SDr t 
uitb bie 9?td)tuug eiuer Ztfaticfteit $u befummelt, b. b. 
anzugeben, l) n> o Qrtroaö fei; ober gefd)el)e (A. a.), 2) ro o* 
l) e r '@tn>aö fomme (A. b.), uitb 3)-n)ol)iu eö fiel) be* 
roege (A. c). 

b) Sfflan nennt biefe 23eilintmimgen be£ Drte3 unb ber 
D?id)tung einer Zl)ätig,Uit hie ü m \tä it b e b e ö SD r t e ö. 

c) SD?an unterfrfjetbcr bei ben Umtfänben beö £)Xte$ bie 
SKtcbtung: „$B o l) e r ?", bie SKicfjtung: „Söotj in?", 
unb bad rid)tuug6(ofe : „3B o?". 

d) Die llmftänbe beö Drtes merben au3gebrürft : 

1) burrf) Dingwörter mit SSorwörtern (A. a — c), 

2) burrf) eine befonbere 2lrt üon gormroörtern, roelche 
man Umftanbgroörter b e 3 £) r t e 3 nennt 
(A. ei.). 

e) 23 o r n> ö r t e r, burrf) roelcbe bie llmftänbe bed Srfeö 
be^etrf)net roerben fömten, ftnb : an, bei, mit, neben, nebft, 
über, auf, unter, üor, l)iuter, in, an$, burd), aufjer, um, 
jtt, nach, gegen, trüber, oberhalb, unterhalb, außerhalb, 
innerhalb, bteäfettd, jenfettö, längg. 

f) ilmftanbgroörter bed Orte 3 fTnb : hier, ba, 
bort, bin, l)er, roo, außen, innen, neben, oben, unten, üor* 
neu, innren, fort, roeg, $uritcf, broben, brunten, fynben, brü* 
ben, braußen, öorttidrtö, rücfroärtg, fettroärtä, abroärrö, 
einwärts, auöroärtö ?c v trgenb, nirgeub, überall, allein* 
falben, beifammen, jufammen, bte$fett$, jenfeitä u. a. m. 



— 36 — 

§. 14. 
A. Umjtäitbe ber Bett bei ber £l)ätigfeit. 

a) Die SBäumc blühen im $ r ü l) l i n g e. ^Die 3ugt)ögel 
$iet)en i in S) e r b ft e fcrt. Der üWonb leitetet b ei 9t a d) t. 
51 u f 9t e g c n folgt Sonnenfdietn. 31 u f £ e i b folgt greub. 
U m 2ß e t 1) n a d) t e n finb bie £age fur$. 5t m S JJ2 o r g e tt 
finb bie Sogel munter, üftanrfje £t)iere frfjlafen roäfyrenb 
b c ö 3B i n t * r ä. 

h) 3d) lefe j e $ t. Der ©ruber ifl g e ft e r n franF ge* 
rocfen. Der SBater berreist l) e u t e. Grr fommt morgen 
roieber jurücf. @r bleibt übermorgen $uj£aufc. 

c) £)ie £auneuroälber jTnb b a 3 g a n $ e 3a$r grün« Da<5 
.ftameel fann g e 1} lt £age burften. Die Amphibien fon* 
neu Diele £age fallen. Der Kaufmann öerretöt oft 
auf niedrer e $8 od) en. Der (Sdntler ift feit t)ier 
£ag en ntdjt in bie Sdutle gefommen. 9iom ijt md)t i n 
einem £ a g e gebaut roorben. 

d) Der Sciniler Q?ty beö borgen 6 in hie Scfntle. 
Die Butter gebt b c ö © o n n t a g $ in bie ^ircbe. Die 
Sonne fdieint 9c ad) mit tag ö »ärmer. £ie (inle gefyt 
9t a et) t ö auf 9iaub autf. 

B. S5etrad)tuug ber Um flau be ber 3^tt. 

a) Da3, maö man r>on einem SubjeFte aitöfaßt, muß oft 
ber 3et f nad) nod) genauer benimmt werben, a\6 bieö 
burd) bie SStegung beS ^eitmorteö allein gefdieben fann. 
Wan nennt bie genauere 23cfttmmuug ber 3eit einer £I)ätig* 
Feit ben U m ft a n b ber Seit. 

b) Üftan unterfdieibet bei ben Umjiänben ber Seit : 

1) ben 3? itpunf t, roanu @troaö gefdjie^t (A.a, 
b, (1.), auf bie grage : ,,5Bann ?"'— - unb 

2) bie 3 e i t b a u e r r auf bte grage : „5I5ie lange ?" 
(A. c). 

c) Die llmffänbe ber 3 clt werben auöqcbrücft : 

1 ) burd) D i n g ro ö r t e r mit unb o l) n e SSorroör* 
ter (A. a, c, (L). 

2) burd) g o r m ro ö r t e r, roelcbe man bie HmfranboV 
Wörter ber Seit nennt (A. b.), 

(1) 23orroörfer, burd) roeld)e ber Beitumilanb fann belieb* 
net roerben, finb : a\\ / i n, binnen, innerhalb, bei, 
u m, g e g e u, g u, u n ter, a u f, t> o r, na d), über — 



— 37 — 

(biefe bejetrfmen mei(tenö einen Seit p n n f t,) — t n, f e t t, 
b i 6 — (tiefe bejeidinen eine 3eit b a u e r). 

e) gerben bie Umftänbe ber 3eit ohne SSorroort 
bloö bttrd) bie Biegung beö Dmgroorteö auSbrücft, fo ftet)t 
biefeö entmeber in bem 50 c n f a 1 1 e (A. c.) ober im 20 e f* 
feit falle (A,d.). Durd) ben 5Benfall n)irb bie Seit- 
bauer, bureb ben ÜBeffenfalt ber 3eitpnnft be^idmet. 

f) Umjtanb^roörter ber 3eit jmb : je&t, t)eute, fyeuer, fit* 
ftern, öorgeftern, morgen, übermorgen, »orfyer, nad)t)er, 
bisher, bernad), hierauf, bamalä, jemals, nnterbejTen, einft, 
gucril, allezeit, fonfr, nun, balb, noeb, fd)on, bereite, eben, 
fogleid), näd)|lenö, neultd), meiftenö, bi^roetlen, guweilen, 
ftetä u. f. ro. 

§. 15. 
A. Umitänbe ber 3Bcife bei ber £ bat ig fett. 

a) din gutes jtinb gel)ord)t mit g r c u b e n. Dtefer 
Sinne bittet unter X i) r ä n e n nm eine ©abe. Der 
Sebrer ermahnt bie (Sdutler mit allem (prüfte. 25er 
(Sfyrtjl erträgt baS Reiben i n © e b n l b. Der Dttdirer barf 
nidit n a rfT 3B i II f u ty r urtbeilcu. Der £anbtt>erf$bur* 
fd)e retöt $u gtffe. 

b) (gilt gutes itinb gefyord't freit big. tiefer 5(rme 
bittet ro e i n e n b nm eine @abe. Der Lehrer ermahnt bie 
(debitier e r n ft I i cb. Der Gibrift erträgt bad Reiben g e b n l* 
b i g. Der DftdUer barf nidjt \x> i II f it t) r It d) nrtfyeilen. 
Der £anbrüerf$burfrf}e reidt g e b e n b. 

c) Der Lehrer ermahnt bie (Sdnder allen (£m(reö. 
9Kandie £biere frblafen frefyenben g n $ e ö. Der glei* 
fuge arbeitet f r o t) e n ÜJJ u t b e ö. 5Rand)er Jüngling lebt 
I e i cb t e n © i n n c 6. Tiefer 9J?ann febrt unüerri a> 
t e t e v 6 a d) e guriief. Dtefer ftnabe fommt S p r u n g 3 
baher. Der Dieb i\t g I ug S baüongelaufen. 

d) ^ie Droffet roirb m 1 1 <S d) l i n g e n gefangen. Der 
Joggen roirb m i t b e r © i d) e ( gefdmttfen. Die Od) feit* 
baut roirb m i t ? o b e gegerbt. Daö Dfrubmeb roirb in i t 
bem © d) l a d) t b e 1 1 getobtet. Die (Sdnveme »erben 
mit bem © d) l a d) t m e f f e r abgef<f)lad)tet. Die £a* 
feit roerben mit ber 3 a g b f I i n t e erlegt. 

e) Dtefer .ffnabe geht betteln. Sener £err reitet fpa* 
gieren. Der Krämer gel)t I)anfiren. Der SDfftgter 
fommt geritten. Die grau fommt gefahren. Der 
$ned)t fommt bal)er gefprungen. 

4 



— 38 - 

B. Betrachtung ber Umftänbe ber 3Beife. 

a) Qrine Zbätitfnt faun auf fefyr öerfd)iebene ^IBetfc öor 
ficf) gcfyen ober »ollbradit »erben. Sfflan nennt bie 2lrt unb 
ÜBeife, » i e etrüaö gefd)iel)t ober getfyan »irb, ben U m* 
ftanb ber 2B eife. • 

b) 2)ie Umjtänbe ber 5Getfe »erben auggebrücft : 

1) burd) Dingwörter mit unb ofyne 2Sor»6rter 
(A. a,c, d.), 

2) burd) ($tgenfd) aft$»ör t er, voelcfie aber 
alöbann Umjtanbömörtcr ber $Sctfe genannt »er* 
ben (A.b.), 

3) burd) 3 c i t » 5 r t e r, »eldie bann ebenfalls hie 
S3ebeutung Don Umjranbgroörtern ber Söetfe an* 
nehmen (A. e.), 

c) 23or»örter, burd) »eiche ber Umjtanb ber 3öeife auä* 
gebrüdt »irb, ftnb : mit, o l) n e, i n, a n, a u f, n a cti, 
§ w, unte r. 

(1) Durch Dingwörter im 5ßejfenfatt ofyne 23or»örter 
»irb ber Umftanb ber SBetfc nur in einigen befonbern 2Iuö* 
brücfeu bejeidjnet (A 4 c.). 

§. 16. 
A. Um (täube b e 3 © r u n b e ö bciber£t)ätigfeit. 

a) Daö @iö frf)miljt öoh ber $3 ä r m e. Der Ofen 
glüljet *> o r £ i fc e. Taucher Schüler gähnt öor I a ie 
g e r 30 e i I e. Dag (Jifen »irb b u r eh © d) m i e b e n auä* 
gcbcfynt. Da3 tyapiev »irb auö ?umpc u bereitet. Die 
Dün|le Reigen »er möge ttyrer £eid)tigfeit in bie 
?ufr* Daö £annenl)ol$'ijt »egeu feiner Sßiegfam* 
feit fel)r nüfjlüf). 

b) Dar? gute Stink gebord)t a u ö 2 i e b e. Da3 böfe .fttnb 
folgt bloö anö § u r d) t »or ber ©träfe. Der ($t)rgei$tge 
erträgt b e r (5 1) r e fyalber manche S3efrf)»erbe. Wim* 
d)er Üftenfcf) iit bloö b e r © d) a u b e !) a 1 b e r nicht unefyr* 
I i d). Der gromtne unterjtüfct ten Firmen um @ o 1 1 e $ 
SGBiHen. 

c) Wan erfennt ben Söget an ben Weberin 5J?an 
fennt ben S5aum a n f c i n c r % r u d) t. 5öir erfennen ©ott 
aue> feinen Werfen. 3 n folge etneö 9latnv* 
g e f e 13 e ö befynt bie 5öärmc bie ?uft au$. D e m 31 u t» 
\e t) e n n a d) mu§ biefer Änabe fränfltch feint. Die D^ed)* 
nung tjr laut ber Quittung be^al)lt. 



— 39 — 

d) Ter Stubent reißt g u m 23 e r g n ü g e it. £)er (5d)ü* 
ler Iteöt 3 tt f c i n e r 23 e l e l) r u n g. JDer SSater fpielt g u 
fetner Grrfyolung* £)er Bierbrauer rauft ^opfert 
j k m 33 r a it e it. £>ie Butter (trieft Strümpfe für b t e 
& t it b e r. Qaß gute $mb betet f ü r b t e f r a 11 f e S DZ u t* 
t e r. £>a3 artige $mb bauft für baß © e f d) e n f. 

B. Betrachtung ber Umftänbe beß ©ruubeö. 

a) £ie £t)ätigfett etneö £ingc3 ($. S5. bed Grtfeö) tt)irb 
tyäuftg burd) ein anbere3 SDtnq ($^23. Joanne) oeraitlagt 
ober tyeröorgerufen. @ö ifl beim Sprechen fel)r oft noti)* 
roenbig, btefeö anbere ©tttg and) an$U0ebem s JJ2an nennt 
bie Singabc be3£)ingeg, mld)eß bie ibättgf eit eines anbern 
Stttgeö veranlagt ober fyerDorruft, ben U m ft a n b b e ö 
©ruitbe^ (S3eifpiete unter A.). 

b) 9J?an uitterfdjetbet bei ben Umjtänben beß ©rttnbeö : 

1 ) ben © a cfj g r u n b ober bte 11 r f a et) e ( A. a.), 

2) ben 23 e ro e g g r u n b (A. b.), 

3) ben d r f e n'n t n t ß 3 r u n b" ( A. c). 

e) ©adigrunb oberUrfadje nennt man bag, maß 
in ber Sftatur' beroirfet, baß dtmaß gcfd)tet)t (A. a). £er 
llrfadie eutfprid)t bie 50 f r f u u g, b.% baß, maß anß einer 
Urfadje entfielt, ober burd) eine Urfacfje I)erüorgebrad)t 
voirb, nennt man 5öirfiutg. 

(l) 23eroeggrunb nennt man bad, maß eine ^erfon 
befttmmt ober veranlaßt, dtmaß ju ro 1 1 e n (A* b)« £em 
25eroeggrunbe eutfprtdjt bie Zba t. 

e) <5 r f e n n t n t ß g r u n b nennt man baß, maß eine 
*Pcrfoit gu einem Urtfyetf bejttmntr, (baß, roorau ober roorauö 
man (£tmaß erfenut) (A. c). 3^em ($rfcnntnißgrunbe ent* 
fpridjt baö llrtl)eil, b. i). anß bem (S*rt"enutmßgruube ent* 
jtefyt eine S3ebauptung, bie man and) bie g l ge nennt. 

f) «Daö, maß man erreidien mitt, nennt man 3 w> e cf . 
©ad, roomit mau @troaö erreichen null, nennt man WlitttU 
£)er 3«>ecf gehört ebenfalls? nt ben Umftänben bed ©riutbeö 
(A. d.), nnb mau fonttte ü)tt ben entfernten S3eroeg* 
g r u n b nennen. 

g) £ie Umftänbe beß ©rttnbeö roerben burdi Znngroörter 
mit 23orn>örtew auögebrücft unb jn>ar : 

1 ) £er ® a d) g ru n b burd) : „0 n, t) r, b u r cf), 
a u 6, vermöge, roege n", 



— 40 — 

2) Ter S3eroeggrunb burd): „auß , wegen, 
falben (halber), um, — willen, fraft", 

3) Ser Grrfenntnißgritnb burd) ; „a u ö, an, 
narf), $u folge, lau t", 

4) Ser 3n>ccf burd): „gu, für." 

*) S)er 3»ccf ift immer eine (5 adj e. 2Bo man fcenfelben 
burcl; „i ü r" bc5c;0)ner, rcirt bieje<S>a#e &mjugebacjjr. 3^* 
2)ie Butter ftrtcft ©rrümpfe für bte (23 e f ( eibung ber) 
^inber. £)aS o.utc Äinb be:ct für bie 02ß i e b e r g e n c*f u n g 
ber t'ranren) Üftimer, 

h) 3u tem (Sad)grunbe ober ber Urfad)e red)itct man 
auet) ben Sto ff, auö bem dtwa$ gemarfjt wirb, 

3- S3. 2Die 3iegc[ftcine werben au 3 Si e t) m c n öerfertigt. ©ie iiauge 
tvirb o u ö %}d)t gewonnen. 

§. 17. 
A. TO e b r f a d) c Umftänbe bei ber £l)ättgfeit. 

a) £icfe$S3ud) ließt hier auf bem £ifd)e. QieZa* 
fei hänat bort au ber 2öanb. Sie ©d)itle fängt l)eute 
umTÜbr an. Ser SSater ift geilem üor £ageöan* 
br ud) abgereist. 9D?and)e £anbn>erfer arbeiten im <oonu 
mer üou jlftorgenö 4 Ul)r btö Slbcnbö 7 Uf)r. 

b) SicSdjwalben Rieben im £erbftc fort iu wärmere 
Räuber. Sie gtnfen bleiben im SOBtnter in unfern ©e* 
geubeu. Sie teilte geben (Bonntagö in bie .ftird)e. 
Sie (£rbe bewegt ffcfi jabrHrf) einmal um bie (Sonne. 

c) Sie Cerdje fingt im grütjünge frör>ltct> in ben duften. 
Sie (5rf)itfer folten bem Cebrer in ber Seattle wäl)renb be3 
Unrerrtd)t$ mit llnfmerffamfeit $ubören. 3u mancf)en©e* 
genben rotrb im Sommer burd) £agelfd)lag ntdjt feiten gro* 
$er (Schaben angerüstet. 

d) Hin Ütnabt l)at fttf) getlern 9lbeubo im ©arten burd) 
31t heftige^ springen in bobem Grabe crhilst. ©n unar* 
tiger ßnabe l)at öor einigen ^agen auf bemSdutlwege au$ 
9Jiutbu)i[leu einen £unb unbarmherzig mt£l)anbeit. 

B. ^Betrachtung ber mct)rfad)eu UmjMnbe bei ber 

£i)ättgfeit. 

a) @in 53räbifat fann burd) mei)rfad)e.lliuiläube $uglctcf) 
nal)er oefrimmt werben (A.). 

b) Sie Umftänbe Fennen öon gleicher 5(rt fepn (A.a.); 
(Te fönnen aber aud) öon üerfeniebener ?lrtfemt(A.b,c,d). 
Umftänbe ber gleui)eu 2lrt finb: Drt nnb Ort, $cit unb 



— 41 — 

3eit, 2öeife uttb SOBcife, ©runb unb ©runb. Umfränbe 
ber gleichen ?lrt fommen gewölmitd) nur bei $3e|ttmmungen 
beö Orteä unb ber Seit t>or (A* a,). 

c) Umilänbe Der fd)ieb euer 2lrt jmb: Ort unb 3eit, 
£>rt unb SOBetfe, Ort unb ©runb, Seit unb 5Seife, 3eü unb 
©runb ; Ort unb 3eit unb 5öcife; Ort unb Seit unb ©runb 
U. f. f. (A. b, c, d). 

§. 18. 

A. 3itfammenjtenun(} fämmtlicfyer ©aftglieber 

be$ erweiterten einfachen ©aiseä. 

a) Der #unb bellt. Der wad)fa me £mnb bellt Der 
frunb beö s JJ?e£ger3 bellt. Der Änabe fdireibt. Der 
fleißige ^nabe "fdireibt. Der Änabe üon bem Dorfe 
fdjreibt. 

b) Der ftunb bellt baß $alb an. Der ßnabe fdireibt 
einen SSrief. Der £mnb folgt feinem £errn. Der 
«ffnabe fdireibt bem Setter. Da^ ^inb freut (Td) beö 
©efd)enfeö. Der 2lrme ift ber £>ülfe bebürftig. Der 
9ftübe fetint ffd) nad) D?ul)e» Daö 53äumd)en wirb ein 
33 a um. 

c) Der ftunb bellt 2Ibenb$. Der £mnb bellt bor bem 
ftaufe. Der ftunb bellt mit #eftigfeit. Der £utnb 
bellt b e ö 23ettler3 wegen. Der jtnabe fdireibt in ber 
©diule. Der ^nabe fdjreibt am borgen. Der Änabe 
fdireibt fd)ön. Der $nabe fcfjreibt juiii Sftamenötage. 

(1) Der wadjfame £>unb be$ s 3J?c$cjcrö bellt am 2lbenbe 
Derbem £aufe wegen be£ Söettlerö' mit £efttgfeü\ Der 
fleißige ^habe au3 bem Dorfe fdireibt feinem Setter einen 
Brief $um Namenstage. 

e) Der tt)adifame jpunb beö juuqen 9J?e&qer£ bellt am 
fpäten 51benb üor bem rotten ftaufe wegen be3 uerbäditigen 
Bettler^ mit großer fteftigfett. Der fleißige jlnabe auö 
cem benadjbarteu Dorfe fdjretbt borgen fr üb um 8 Ut)r in 
ber obern Sdiule feinem Setter in ber ©tabt einen fcfyr 
fd]önen Brief $um näcfyjtert Namenstage» 

B, lieber fyoleub e Betrachtung fdmmt lieber (5a{3* 
glieber beä erweiterten einfad)en ©a£e$. 

a) Bei jebem ©a£e fann man unterfdieibcn l) baSSub* 
jleft, unb 2) baS jpräbifat. (Sitbjeft unb ^räbifat (Tnb batyer 
bie £ a u p t g 1 1 e b e r beS ©afceä. 

4* 



— 42 — 

b) !>a$ Subjeft tft immer ein D t n g, b. I)* eine ^erfou 
ober (Sadie. 3ebeg Ding fann nafyer beftimmt werben. 
Sie nähere Söejrtmmung eineö Dingeä nennt man SSeifii* 
(JU it <1 (A. a), 

*) Söenn bcis? ©ubjeft aud) ntd^t ein roirfiid;e$ Ding tft, fo mu§ e$ 
bod) immer al& thx Ding gebaut werben. 3* 33. X a b e ( n i|"t feine 
Äunfh 33 e f f erm adjen i(t fdjtrer. Seif er werben ift mein 
3iel auf (Erben. 

c) Da3 9)räbifat brücft metffenö eine £ l) ä 1 1 g f e i t ober 
(5 i g e n f d) a f t au$. SStctc 2! *) ä t i g f e i t e n lajfen fTcf> 
nid)t benfen oljnc ein Ding, auf haß bie Z^atiateit 23ejug 
l)at. (Sie muffen baber burd) ein ©inj} eraänjt werben, 
©aö 2)ütg, burd) weld)e3 eine ^t>ättcjfeit ober digenfebaft 
ergänzt wirb, nennt man (5 r g ä n 3 u n g ( A. b). Sie @r* 
gän$ung ift immer ein Sing. Die Grrgänjitng fann alfo 
auch burd) eine ^Beifügung näfyer benimmt werben. 

*) Sei ber Sroiä'njung ift bie <p e r f o n en b e } i e I) u n g auf bie grTJßc: 
„23en ?" tvol;( Su unterfdjeiben uon ber <o a cii fc e J i e l) u n g. 

d) 2>a3 ^räbifat fann näfyer beftimmt werben buref) 
ttmjtänbe beä Drtc3, ber ßeit, ber 3Betfe unb be3 ©ruubeä 
(A. c). 3(ud) bie Umjtänbe ffnb meiftenä Dinge. Die 
Umtlänbe fönuen baber ebenfalls buref) eine Beifügung ge* 
nauer beftimmt werben. 

e) Beifügung, @rgän$uttg unb Umftanb ftnb ©lie* 
ber be3 (5at$e3. (Sie fommeu aber nidjt in jebem Sa#e w>r. 
Wlan nennt jTe beötyalb 9?ebenglieber be6 Sa£e3. 

f) 9Han unterfebeibet bemnad) im ©anjen fünfter* 
fcfjiebene ©lieber be3 ^a£eö, namlid) : 

1) Daö Subjeft, 

2) Daä spräbtfat, 

3) Die Beifügung (ba3 SUrribtttw), 

4) Die (Srgangung (ba£ Dbjeftiü), unb 

5) Den Umftanb "(ba3 3lböerbiale). 

<r) Da3 ^räbifat begebt ftd) immer auf ein (Subjeft. — 
T:ie Beifügung begebt fccfi immer auf ein Ding, welcbeä 
entweber ein Sübjeft ober ein ^rabtfat, ober eine Grrgän* 
$ung, ober ein Umftanb, ober and) eine anbere Beifügung 
femi fann. — Die (Srgänjung begebt jut immer auf ein 
bqüglidjeö 3eitwort ober @igenfd)aft$wort. — ^ie Um* 
(täube begeben ffef) immer auf irgenb ein Baumert ober di* 
genfd)aft3wort. 

h) I^ic 9?ebenglieber be$ (2a£e3 fönnen ffcf) im (5a$e 
öftere wieberbolen ( A. d. e). Daburd) entftcfyt ber mannig* 



— 43 — 

fad) geglieberte einfache @a§. @3 bürfcn jebod) ntd)t $u 
viele UÖiebcrtyolungen bcr nämltcfyen i>teben,qttcber öorfom* 
men, weil fonfi baburcij ber 2lttebrucf fdjleppenb unb fd)wer* 
fällig wirb, »aö bann ba6 23erjTänbmf? bcr ^ebe felbß er* 
fcfymerr, 

§. 19. 

^Betrachtung ber 5B ort folge beö ermetterteit 

©a£e$. 

a) Die StfebengKeber beS ©a&e$ folgen in einer gewtffen 
SDrbnung auf einanber. 9J2an unterfcfyetbet bei ben hieben* 
.glicbern be3 (Bafceö : 

1) Die Wortfolge ber ^Beifügung, 

2) Die 2öort folge bcr ($rgän$ung unb beg Um* 
ftanbe6> 

b) Die Beifügung (lebt Dor bem Dtngworte, wenn f!e 
burd) ein (Sigenfdjaftöwort auögebrücft tjt. ^ie S8eu 
fügung jlefyt nad) bem Dingworte, wenn ffe burd) ein 
Dingwort auSgcbrntft ijr (Seifpiele in §. 9. A.). 

3. 23. ©a$ ö ä t c r l 1 <$ c §au&, baä £au$ be$ 2} a t e r 8. 
s JD?an nennt bie foebeu bezeichnete Wortfolge bie gerabe 
ober gemeine Wortfolge ber ^Beifügung. 

c) 5Benn man bem beigefügten (Jigenfrfjaftöroorte 
eine größere SBebeu tu ng im ©a£e geben will, fo feist man eö 
nad) feinem Dingworte unb fd)ttegt eö beim getriebenen 
<2a£e burd) $mei SBetftrtcfye ein. 

3« 23. Der £ebm, b er f c u $ t e, tft roeief). Die C?rbe, bie t r cf e n e, 
i(t fcart. ©a$ $att$, ba* ä t e r ( i $ c, ifl mir ti;euer. 

Qa$ beigefügte Dingwort fann nur bann bem 
anbern Dingworte »orangejtellt werben, wenn es im 3öe f* 
fen falte |M)t. 

3. 23. Da3 £erä be3 9J?enJ#en ff» ein 2Iba,runb. ©es El en f # e n 

£>erj ifi ein 2lbo>runb. <De0 23 a t er ö firmabnuna, ift hebreid). 

9J2an nennt biefe Wortfolge bie um gefeierte 5Bort* 
folge ber ^Beifügung. 

d) Ueber bie 2öorffolge ber (Jrgän^uug unb be$ Umftan* 
beg ijt im allgemeinen golgeubeö $11 merfen : 

1) ^)ie gormwörter flehen r ben 33egrtffön>örtern ; 

3- 33. 3d) babe i b n auf bem ÜÄarfte gcfcltttt. &* tjl 
geflern in ben ($5 ar'en ge^anaen. 



— 44 — 

2) £tie Umftänbe flehen ö o r ber Ergänzung ; 

3 23. Der (SdjiHer bat geftem einen 23rtef gefd^rte- 

ben, in ber ©cbute einen SBricf getrieben, — 

mit ö i e I e m g l e i § e'eincn U3rief geidjrfeben. 

3) £te ^erfonenbegie^ung fielet &or ber (Sacfybe* 
Stcbung ; 

3» S. feinem Setter einen 23rief getrie- 
ben. Si be|d;ulbigt b e n \! e t) r t i n g be3 DiebftafyiS. 

4) 2>er Umjtanb beö Drte$ unb ber 3cit fiefyt ttor 
bem Umtfanbe beö ©runbeä ; 

3« 23. Der 9D?ann ift in ber grembe »or Kummer 

geftorben, s?or brei Sagen an bem ©cj>lcim- 

fteber geftorben. 

5) £er Umftanb ber Seit flel)t t>or bem Umftanbe 
beg£rte$; 

3. 23. Die Seute get)en am<5onntage in bie 5tird)e. 

6) ©er Umftanb ber $8etfe jfefyr, roenn er burcf) ein 
tlmfianb^roort auggebrücft tft, gen>öt)nlicf) nacf) 
ben anbern Umftänben unb getjt ben Ergänzungen 
entweber t>oran, ober folgt tijnen narf). 

3.23. ßr bcbarrte fror ber ganzen ©e|*cH|c§aft ftanb- 
b a f t bei feiner Söebauptung. 3$ erinnere mid) genau 
beß S3erftrec&enS. Der (£$üler l;at gefiern feine Aufgabe 
fleißig bearbeitet. 

c) 9Benn man Ergänzungen ober llmtfänbe befonber* 
ljerüorf)eben null, fo (ietlt nian jTe ^u Anfang beö Sa$e£, 
ober auch gan$ ju (jnbe befielben. 

R. 23. Dem © dj u l b i g e n f topft baö £er£. g ü r einen gro- 
ben 21 j* gehört eine fdjarfe 2Irt. 21 uf eine Müge gebort eine 
23eftrayung. 3 n einem unreinen © ef äff e v>ertauert ber befte 
SBein. 23cn l a utern 23runnen fliegen lautere Quellen. Gn* 
n e n f a u t e n D i e n ft b o t e n mag Wemanb bebalten. U n b a n f 
t)a§t bie ganje SBclL 

Wem nennt bfeö bie u m g e f e \) r t e Wortfolge ber Er* 
gän^ung unb beö Umflanbeg. 



— 45 — 

dritter mfdynitt 

Der jufammengejogcne ©a£* 

§. 20. 
A. 23 e t f p i e I e *> o tt g u f a m m e rt g e $ o g e n en © ä 6 e n. 

a) Der £uub beißt unb ber #ttnb bellt, = Der £unb 
beißt unb bellt. Die Senne leuchtet unb bte (gönne 
erwärmt, = Die (Sonne leuchtet n i d) t b 1 S, fonbern 
erroärmt a u d). Die 9?ofe tft n i d) t nur fd)ön, f n< 
b e r n and) wofylrtecfyenb. Qamb war n t d) t nur 
$önig, fonbern aud) ^ropfyet. 

b) Der£unb beltt unb ber gurfiö bellt, = ©owot)l 
ber £utnb aU aud) ber gudiö betten. 5tfid)t nur hie 
Suff," fonbern a u d) bag 2öaffer ftnb burd)ftd)tig. Die 
5öolfefirfd)e, b e ß 9 l e t d) e u aud) ber ©tecfyapfet ftnb 
©iftpflan^en. 

c) Der 9D?enfrf) fann benfen unb fann fpred)en, = Der 
9D?enfd) Fann benfen unb fpredjen. Qaü ®ettaii>e 
wirb tfyeüö g e f d) n i 1 1 e n, tbetfö g e m ä t) t. $atn l)at 
feinen Vorüber ntcfjt nur gesagt, fonbern fogar g e* 
tobtet. 

d) Die gebern ber©änfe unb D^aben bienen $um 
©djretben. 9?id)t nur bie g r ü n e, fonbern aud) bie blaue 
garbe ift bem 2luge angenehm. Die Gebern fowofyl ber 
w 1 1 b e n, alö aud) ber 3 a t) m e n ©änfe bienen $um ©d)rei* 
beu. Die Säume im ©arten unb öor bem £ a u f e 
tragen eble grüd)te. 

e) Der £nrfcft frißt © r a ö unb 53 a u m f n f p e n. Der 
jtranfe bebarf nicht nur ber 31 r $ n e i, fonbern aud) ber 
9? u t) e. Der £abid)t ftellt nidjt nur ben 25 ö g e l n, fon* 
bem aud) Fteineren©äugetl)ieren nad). 9D?and)em 
(Sd)üler fet)lt eö nid)t nur an Talent, fonbern aud) an 
gleiß. Das spferb ift fowofyl S um Letten, alö aud) 
$um £afttragen gefd)icft. 

f) Die 2Impl)tbien leben tfyeilö im 50 äff er, ttyilß auf 
b e m $! a n b e. Der fleißige Canbmamt arbeitet fr ü \) unb 
fpät. üftan fott ttor unb nad) bem (Jffen beten. (5in 
guteö Äinb gehorcht willig unb mit greuben. ^k 
Pulpen werben ber © d) ö n t) e i t, nid)t be$ 30 t) l g e r u* 
d) e $ wegen in ©arten gebogen. 



— 46 — 

1*. S5 e t r a d) t u tt g b e ö $ tt f a m m c n g e $ d g e it e tt 
© a (3 e ^ im 2(Ugc meinen. 

a) SDfrtn fann tton Gnnem nnb bem nämlichen Subjeftc 
SSerfdiiebeneö auöfagen ( A. a.). 3n btefem galle be* 
Rieben j7d) jwe f ober mehrere öerfdjtebene $ r ä b t f a t e auf 
ein gemeinfameö cubjeft. 

b) 9J?au fann öon giuet ober mel)r ©ubjefteit bau yiäm> 
Itdhe auöfagen (A. b, d.). 3n btefem gatfe bcjtefyt ftcf) (5tne 
nnb bie nämliche 2lu6fage aufsei ober mel)r Derfd)iebene 
© n b j e f t e. 

c) (Jbenfo fann man mehrere 23 e i f ü g tt n g e n auf @m 
gemeinfameö Sing be$iel)en (A. c); begleichen mehrere 
(5 r g ö in $ tt n g e n ober U m ft ä n b e auf ein gcmetnfameö 
3?itwwt ober (Jigeufcbaftöwort (A. e. f.). 

(1) yjlan fann überhaupt mehrere qleid)artige ©a&qlteber 
auf ein anbereö gemeinsamem £:a£glteb begehen (A. a — f.). 

e) Sie ©afcglteber, welche ftd) auf ein anbereS gemein* 
fameö <Sa$gltcb bejiefyen, werben burd) eine eigene 2lrt t>on 
$;ormwörtern $u biefer 23e$iet)itng öerbunben. Wlan nennt 
bie 5Börter, burd) metetje glctdiarttcjc (Sa&qlieber $tt (Jiner 
58ejiet)iutg üerbunben werben, Sinbe wör t er. 

f) (5in ©afc, in weldiem gleichartige (Satsglieber burd) 
SSinbewörter gtt einer Söejtefyung auf ein anbereö gemein* 
fam'eö Saftglieb üerbunben ftnb, wirb ein jufammen* 
gezogener @a^ genannt. 

§. 21. 
A. 31 r t e tt b e r SSerbtnbttng 3 tt f a m m e n g e $ o* 

gen er © ä § e. 

a) Die Sonne leuchtet uub erwärmt. Sa3 ^Baffer tlr 
tropfbar tt n b gefrierbar. Sa3 fPferb tjt ein 3ttgtl)icr tt n b 
ein 2ajttt)ter. ' Saä^ameel nnb ber @fet ftnb ?ajrtt)tere. 
Der üftonb nnb bie (Sonne leuchten. Tiid)t nur bie 
SLSalbbä'ume, fonbern au d) bie ©artenbäume geben 38erf* 
t)ol$. Sie gebem fowobl ber ©änfe, aÜ and) ber 
^Kaben taugen gum Srfjreibeit. Ser SBctubrefyer öerarbet* 
tet bie ftörucr beö Dfrnbüiefyeö, b e ö g l e i d) e rt a tt d) be3 
ftirfdieä. Wlan foll n i di t n u r feine greunbe, fonbern 
au d) feine getnbe lieben. Sütfamfeit gekernt bem Knaben 
eben fowotyl, al£ bem 9J?äbd)en. Sie SSögel bieneu 



— 47 — 

fl)eil3 $um 9fufccH, tbetlö sum Serouüqen. Die gifcfye 
werben tbciU mit Smgeln, tbeilö mit 92efeeit gefangen. 
SDaä Scfjaf mifct nicht bloö burd) feine UBolle, fonbem 
and) bnrd) fein gleifd). 

b) Der 9D?onb leitetet, ber 9)?onb erwärmt nid)t, = Der 
9J?onb leitetet, aber erwärmt nid)t. Die ?uft tjt flüfftg, 
aber nid)t tropfbar. Die £ulpe iü frfiön, aber amidiloö. 
Da3 $ameel tft ein £afrtl)ter, aber fein 3uf)^W. Der 
SDdyö ifi nid)t ein Safltln'er, fonbem ein Bugtbter. iXt tef) t 
bie gfriidjte, fonbern nur hie Steimt be3 Sparqelö werben 
gefleffen. Der Mxeb$ t|i Weber ein $tfd) itod) eine 21m* 
pfytbie, fonbern ein Snfeft. Sfttcfjt ha$ grüne, fonbem 
ba3 bürre £olj brennt gern* Siele, jcbod) nicfjt alle 236qel 
giehen im 5:erbfte fort. " 3?id)t bie fleißigen, nnr bie faulen 
(2d)üler fel)cn baä fernen olö eine spiage an. Daö £bier 
fann Weber ©uteg nod) 23öfe3 tbnn ' Die Grulcn gefjen 
nid)t bei £ag, fonbern bei d1ad)t auf ben Dfauib'aitö* 
(5in guteö Äinb folgt uient an$ gurdjt üor ber Strafe, 
fonbern au$ 2iebe git feinen (Altern. 

c) 3^ber Betrug, folglid) aud) SSerfälfrfntncj ber 2öaarc 
jft (Bünbe. %eM ©efdiopf, alfo and) ber 2öurm im 
Staube frent fid) feinet 2eben$. Diefe SBinte tft nicht reif, 
folglid) aud) nid)t genießbar. ©Ott nebt miö überall, 
alfo aud) in bem »erborgenden SBtnfel ber (£rbe. ©Ott 
voei$ We$, alfo aud) bie getyeimjtcn ©etanfen ber 5Ren* 
fctien* 

B. Betrachtung ber üerfd)iebenen SSerbinbungö* 
arten $ufammenge$ogener ©äfce. 

a) 3rcei Safeqlieber, bie fiel) auf ein anbereg gemein* 
fameg (Safeglieb be$iet)en, fönnen auf unterfdu'ebene 2lrten 
$u biefer Begebung »erbunben femt ( A. a, b, c). (Bie fön* 
nen nämlid) 

1) mfamenfreltenb (n.), 

2) entgegenjtellcnb (b.), 

3) begrünbenb (c.) $u einer 95e$iet)ung tterbunben 
fetin. 

b) Dtefe bret unterfduebene 3lrfen ber SSerbinbung wer* 
ben bnrd) »erfebiebene 5lrten tton SMnbcwörtern be^eidv.iet. 
Qit Binbewörter, burd) welcbe einzelne (Boftglieber $u cu 
uer Begebung oerbttnben werben, tl)eilt man ein in 



48 — 



l) aufammen* 2) entgegen* 3) begrün* 
(tellenbe: flellenbe: benbe: 

unb nicf)t — fontern baber 

aucfj entwebcr — ober belegen 

Jnbem fonft tcebalb 

au§erbem aber barum 

niefst nur — fonbem au$ allein bemnadj 

nfc^t b!og — fonbem aucfj hingegen mitten 

nict)t allein — fonbem aud) bo$ fomtt 

\om\jl — als aucf> jebe$ alfo 

wem — noej bennod) folglMj 

tbeils — tbeüs — tbeils — t>e||ennngeac§tet benn 

erftlid; — bann — ferner — gleicbwobl 
enbh'cb bagegen 

nämlid) 
als 
Wie 

c) @ö bangt üon ber 5öttlfüt)r beg (spredjenben ab, 
roeldu ^inge, ($igenfd)aften unb £bätigfeiten er ^ufam* 
menjtellen ober einanber entgegenjMen will. 3ube|jen 
muß ba£, n>a3 $ufammengeftcllt ober einanber entgegen* 
geflellt wirb, boct) bem 3ni)alte nad) in irgenb einer £^ucf^ 
fid)t ^ufammenpafTen, 

d) S3ct ben Sa^gliebem, roelcbe burd) begrünbenbe 23inbe* 
Wörter tterbunben |Tnb, be^etdjnet ba3 eine (Eafcglieb einen 
©rnnb in 23e$iel)ung auf bau anhexe (A.c.). 

e) Sie üerbunbenen Sa£glieber werben immer burrf) 
einen 55ei(trtd) üon einanber gefd)teben, wenn |Te mdjjt burd) 
Ue Söinberoörter /,unb", „ober" üerbunbeu ftnb. 

*) Die weitere Srr'lärung ber 23inbewörter unb ihre 2mwenbung 
fommt bei ben jufammengefetjten ©ä'tjen »or. 



§. 22. 



A. Wortfolge be$ mfammengeaogenen ©afceä. 

a) Ser TOfffggang ift nttfjt nur bem Ä ö r p e r, fonbem 
aud) ber ©eele nad)tt)eilig. Sftcfct nur bem $örr\er, 
fonbem aud) ber ©eele i|t ber üflüfftgang nad)tb|.ig. 
9iid)t nur bem Körper tfl ber TOfftgang nad)tt)eüig/|on* 
bem aud)ber@eele. @benfowobt bem Körper, olö ber 
© e e I e tjl ber 9ftüfftggang nad)tt)et(ig* 

b) $Beber ^etd)tt)u'm, n'od) Slrmuttf fcfjüfct fcor bem £obe. 
5öeber SÄetdjt^um fd)ü£t üor bem £obe, nod) Slrmutl). Stiebt 
ber Bonner jimbet, fonbem ber S3lü^ Ser SMift $ünbet, 
nid)t ber Bonner. Ser Slü) unb nid)t ber Bonner ^ünbet. 
Ser Sonner günbet nidit, aber ber S31Ü3- Sie Drüben ftnb 
SLSuraelgewädjfe, begg(eid)en aud) bie fettige, 2Buqelge* 



— 49 — 

ttmrf)fe ffnb bte Drüben unb bte Ketttge, Sie Sftüben, be$* 
gleichen aud) bie fettige fmb $ßur$eigcroäcf)fe. 

B. 23ctrad)tung bcr Wortfolge bcg jufammen* 
gezogenen CS a ls e ^ * 

a) Sie ©a&glteber, rocldje burd) SBütbemörter öcrbunben 
finb, begeben ftcf) immer auf ein gemeinfame$ Safcglieb. 
Sie üerbunbeneu eatsglteber fönuen bem gemetnfamen feat> 
glicbe : 

1) entroeber alle öorangeljen, 

2) ober fTc alle rönnen t!)m nachfolgen, 

3) ober fTc formen bemfelben tfyeiiö öorangcfyen, tfyeifö 
nachfolgen* 

b) $Benn §roci »erbunbeue Subjefte bcm ^räbtfate uor* 
angeben, fo fyat taö Q3räbifat inögemem bte SStegungöenbung 
bcr S 3JJ e t) r j a l) ( ; fret)t aber (Smeg ber oerbunbenen ©üb« 
jefte ttor bem ^räbifate, unb baö anbere nach bemfelben, 
fo bat baö ^räbtfat gewöhnlich bie 33iegung6enbung ber 
ün^afyl; $.53. Sie Sonne unb ber pftonb leuchten* 
Sie Sonne l e n cf) t e t unb ber s D?onb. 

§. 23. 

A. 3ufammenge$ogene ©ä$e mit mehreren 

Slrten üerbuubener @at?glieber. 

a) ^tciit nur bte fupfemen, fonbern and) bie mefjTngenen 
.ßüchengeräfbe erforbern fowofyl ttor, alö auch nad) bem 
©ebraudje eine forgfältige Reinigung, unb muffen batyer 
mit Söebutfamfeit gebraust werben. 

l)) i>itdU bto$ faure unb fähige, fonbern auef) fette unb 
ölige Spcifeu löfen baö Tupfer unb 9ftefjmg auf, unb 
erzeugen babnref) ein fefyr gefätjrlitfjeä ©ift, nämlich ben 
©rünfpan. 

c) Ser Stediapfet wäd)$t fowofyl in ©arten, al$ auef) 
auf fdmttigen, unbebauten spicken, begleichen an jpeefen 
unb (Strafen, fowie aud) auf jftrdjtjöfen, unb wirb in 
magerem, fanbtgem S5oben faum einen guß hoch, erreicht 
aber in fettem (jrbrcict)e eine £öt)e üon tt»ct btö brei gu£* 

B. ^Betrachtung bcr $ufammenge$ogenen Sä£e mit 
mehreren Slrten tterbunbener ©a^gtieber. 

a) 3n einem mfammengejogenen @a$e fönuen mehrere 
Wirten t>erbunbener (Saftglieber Borfommen. 



— 50 — 

1)) ?titr gleichartige Schieber, bie \~\d) auf ein gemein? 
fame$ Safcgtteb begießen, burfen mit eiuanber üerbunben 
»erben. 

c) SIBemt ffd) mefyr a!3 $»et Safcgüeber auf ein gemein* 
fames Sa&qfieb begeben, fo öerbtnber man ge»öbnlid» bie 
g»ei legten bureb t>a$ S8inbe»ort „unb", bie übrigen aber 
»erben entmeber bloe burdi Söeirtridie oon eiuanber gefdjie* 
ben, ober burd) anbere Sßinbe»örter tterbunben. 

§. 24. 

A. SS e r g l e i d) u n g ober Steigerung b e r . Gr u 

gen fd) aft 3 » ör t er. 

a) Die @tdie unb bie £anne jmb i)od). Die (Jidje «nb 
bie £anne ftnb bief. Daö SBäumdjen unb ber SSaum baben 
einen Stamm. Die ^öirfe unb bie Qrrle haben DReifer« 
ÜJfancfye Saugetbiere imb Hein. Siele s JBa(bbäume fTnb 
hod). s D?amWfd)öne SSlume hat feinen angenehmen (Sentd). 
Der gerabe 3Beg t(i nid}* immer bequem. Der 3ßolf ijt fo 
groß alö ein SReggerfrunb. 

b) Die Statute 'td l)6l)er r als bie (Sidje. Die (5trf)e i|t 
niebriger, alg bie Statute« Die <5id>e i|t biefer, alö 
bie tarnte. Die Statute ifl fcblanfer, als bte (Stdje. 
Das SBäumdjen I>at einen fd)»äd)ertt Stamm, als ber 
S3aum. Der S3aum bat einen (l ä r t e r.n Stamm, als bas 
S3ättmd)en. Q\e Sßirfe bat $ a r t e r e Steifer, alö bie (5rle. 
Die s JTiaus ift eines ber f 1 e i n e r n Säugetbiere. Ter ge* 
rabe 5ßeg ijf immer ber für^erc, aber nicf)t immer ber 
bequemer e. 

c) Die tarnte ijt ber t) ö d) |1 e SBalbbattm. ^ie tarnte 
ift ber t) o d) )'t e Saum unter ben SSBalbbäumett. ^)\c Zanue 
i\t ber t)öd)fte ber 5Balbbäitme« Die 9J?aus i]t bas 
Hein jle Säugctbter. Die fdjönfte SSlttme i)at tüdjt 
immer ben a n g e n e b m ft e n ©erud). Der g e r a b e ft e 
ÜÖeg ijt immer ber fit riefle, aber nid)t immer ber be* 
quem de« 

(I) ^ic SBcrgamoftbtrne tft m e b r runb, alö l&Qgttcfj. 
^euitfalüamen tft m e b r gebirgig, alö eben, laudier teufet) 
ijt me'br flug, als recbtfdiaffen. laudier OJicnfd) befüjt 
meijr Klugheit, afö D^ed]tfiaffenl)eit. Der $3ud)gbaum 
roirb me l)r ber 3terbe als bes SRufeettä »egen gepflaumt. 

e) Die SBitdjbrucferfund i\t eine b ö d) d ro i d) 1 1 g e (£r* 
futbuttg. Das Cefett tji ein t) ö d> f t n o 1 1) » e n b t g e s 



— 51 — 

Untemditömtttel. ©ie Vernunft t|l ber g r ö ß t e SSorjug 
be$ 9J?enfd)en üor bem £t)iere. 

1*. 53 e t r a rf) t n n g ber 33ergleid)itng3grabe b e g 
Qrigen fd)a ftäworteö. 

a) 3wei ober mehrere Dinge fonnen in ^inffcfjt auf il)rc 
Grigenfcfyaften mit einanber öergltdjeu »erben. 3n ber (£i* 
g en f d) a f t ettteö Dingeö fonnen bte © r a b e ihrer 
«5 t ä r f e ober © r ö g e im 33ergleid)e mit anberu Dingen 
unterfduebeu werben. 

b) §Kan nnterfdjeibet in ber SSergleidntug brei Stufen, 
bie man Merglet d)itngöftufen ober and) © t e i g e* 
r u ng 3gr a b e nennt. 

i) Die erjte Stufe ober ©ruubjtufe i\t bie* 
jenige gorm beö (£igenfd)aftön>orteö, in weldjer 
uod) feine Steigerung auögebrücft tft (A. a.). 

2) i)te zweite Stufe ober bot) er ftufe brüdt et* 
neu t)öt)eru ©rab ber (Jigenfdjaft im SSergleidje mit 
anbern Dingen auö (A. b.)» - 

3) Die b r 1 1 1 e ober t) ö d) |1 e ^ t tt f e be^eid)net ben 
l)öd)|ten ©rab ber Qrigenfcfcaft tm üßergteidje mit 
allen Dingen ber nämlidjen 2lrt (A. c). 

c) Die Steigerung roirb burd) bie SSiegung ((£nbungen) 
bc3 @igenfd)aftön>orteg felbit be$eid)itet (A.b, c\). 2Bemt 
aber ni'djt pvei Dinge, fonbern $ \x> e i (5 i g e n f d) a f* 
t e n mit einanber öerglidjen roerbeu, fo bejeidinet mau bie 
gweite ertnfe burd) bau gormwort „m e l) r" ( A. d.) 

d) Soll ein fefyr bober ©rab ber (£tgenfd)aft ol)ne 2>er* 
gleid)ung mit anbern Dingen be^eid)net werben, fo brücft 
mauba^bitrd)„l)6d)|t // ,, / fet)r // / „t)or3Ügtid)"u.bgl.auö 



mevtet midynitt 

£)er jufamtnengefeipte ©a£. 

§. 25. 

A. Sufammengefe t? t e Sä£e. 

a) Der S£ag brad) an, unb ber Sater reiöte ab. Diefe 
Äinber führen jTd) gut auf, unb bieö mad>t ben Altern 
greube. Diefe geber ift £it weid) ; jTe taugt nid)t $um 



— 52 — 

Schreiben. 9D?an grüßt grcunbe unb 53efannte ; bteö tfr 
Sitte. 3rf) gtn.a geftern mit einem grettnbe fpajiren; ber* 
felbe greuub tfl l)ente abgereist. Taö jtinb freut feet) über 
ein ©efdienf*; biefeö Oefctienf t) a 1 1 e i()iu ber Sater gebradn. 

b) 2üö ber £ag aubrad), reifte ber Sätet ab. Daß jTd) 
btc ßtnber gut auffuhren, ba3 mad)t ben Altern greubc. 
3öeil biefe geber $u meid) irr, taugt fie nid)t juni Schreiben, 
Daß man greunbe unb S3cfannte grüßt, (ba£) tfl Sitte. 
3ch ging geftern mit einem greunbe [paaren, me(d)er t)eute 
abgereist ifl. Qaö ßinb freut (Ter) über bag ®cfd)enf, meU 
d)e3 tl)m ber Sater gebracht bat. 

c) Der Zciq brad) an, alö ber Satcr abreiste. Dicfe 
,ftiuber fürten ftcf) gut auf, bamit fTe ben (Altern ftreube 
madien. Diefe geber ifl gu meid), med |le 31t grobe Strtdie 
gibt, tyfian grüßt greunbe unb SSefannte, med eö Sitte ifr. 
Der greunb, mit bem \d) gefrern fpa^iren qinq, ijt fyeute 
abgereist. Der Sater bat bem Ätnbc ein ©eferjenf gebrarfjr, 
über welcbeö (ich ba$ .fiinb freut. 

(!) £er Sogel fliegt, unb ber gtfd) fdimtmmt. I^ie 
Sdmecfc friedet, unb ber grofd) rjüpft. Qaö ^ferb bieut 
gum leiten; aud) fann eägum £afttragen gcbraud)t werben. 
^ie £t)oren tragen ihre £ier$en im s )ftunbe; aber hie 3un* 
gen ber *lBaifcn finb in ifyrem £er$en. 5ftan fanu einem 
Qjfel roorjl ben Scbmanj Derbergeu ; aber bie Obren läßt er 
üorquefen. Sdnveige $ur recf)ten 3ctt ; benu ^>tauberl>if* 
tigfeit bringt oft großen Sd)aben. 

e) Der ©efuube bebarf beö 9lr$teä nid)t,-= ^Ber gefunb 
ift, bebarf beö s 3(qte3 nicht* 2Baä gefcfjefyen ifr, faun mau 
ntcrjt mer)r ungefefoeben madien. @e ifr gefunb, menu man 
frut) aufftebt. £ßo bu nidbt gefaet baft, fannit bn aud) 
uid)t ernbten. Der red)tfd)affeue yjeanu fprtdjt, mie er 
benft. 

B. 23etrad)tung be$ £itfammengefe£ten ©a$cö. 

a) l^ie 9?ebe befielt feiten bloö au3 Einern (einfachen 
ober juifammengejogenen) Sarje. <2el)r häufig merbeu $mei 
ober mebr eä£e mit etuanber »erbunben, unb auf biefe 
2öeife entftebt bann ein g u f a mm e u g e fefc t e r Sa (5. 

b) (£\n jufammengefefcter Sa$ ifr ein fotdier, ber roenig* 
ffenä au$ jroei einfachen Säfcen beilegt, *>on benen jeber fein 
eigene^ Snbjeft unb fein eigene^ ^räbtfat bat. 

o) l^ie eiufadjen 8ä^e, meldte gufammen einen gttfam* 



— 53 — 

menqefelsten Sa£ aufmachen, fonnen auf ,$met mefettflid) 
itnterfdiiebene 5lrten mit etnanber öerbunben femt. Sie 
fönnett nämlich : 

1) fo mit etnanber »erbttnben femt, ba$ jeber Sa£ 
für ftrf) »ollftänbiq \% ttnb and) ohne Sßerbmbung 
mit einem %mitei\(Bat}e einen öoüftänbiqen ©cban* 
fett ausbrücft (A.a,il.) # 

Sie fönnen aber auch 

2) fo mit etnanber üerbunben femt, baß ber eine Sa# 
allein nid)t einen öoUtfänbiqen ©ebanfen au$> 
brücft, fonbern Wog bte Stelle etneg (Satigttebe^ 
beö anbern Sa#eg Vertritt (A.b, c, e.) 

<1) (5in $ufammenqefe£ter Saf$ tft ein betqeorbnet 
5 tt f a m m e n q e f e £ t e r Sa£, roeitn jeber einzelne Safc 
befielben auch eingeht einen öottflänbtgcn ©ebanfen attö* 
brücft (A. a, (I.). 

e) dm $ufammenqefcf3ferSal$ tjt etu unterqeorbnet 
gufa mm enge fester Safe, meun nicht jeber einzelne 
Sa£ befiel ben aud) einzeln einen »olIRänbiqen ©ebanfen 
auöbrücft (A.b,c, e.). 

(5$ gibt bemnad) $met Wirten $ufammenqefe£ter Sä(3e, 
nämltrf) : 

1) betqeorbnet $ufammenqefefcte Sä$e, ttnb 

2) unterqeorbnet äitfammenqefcfste Sät$e. 

2ene nennen mir ^alpöerbtnbunqen, biefe baqeqen Sa£* 
gefüge. 

g) ea^üerbinbitnq ttnb Sa^qefüqe ffnb etnanber barin 
ähnlich, baß fie immer aus roemgfrenö $n>et einfachen Sä* 
£eit befreien, moüon jeber fein eigenes eubjeft nnb $u jebem 
Subjeft ein eigenes? 5>räbifat t)at, 

h) £te SalpDcrbinbunq uuterfd)etbet ftd) »on bem 
Satiqcfnqe baburd) : 

'l) ba§ jeber einzelne Sa£ berfelben einen öollftänbtqen 
©ebanfen attebrücft; 

2) baß jeber einzelne ea£ berfelben ein £attptfa§ tfr, 
ttnb ba$ baö ^luöfaqemort bei feinem ber Säf3e am 
Ghtbe beö Sa£eg |fet)t ; 

3) baß tie einzelnen eä£e berfelben burd) bie bret 
Slrten »on Sßmberoörtern (§. 21 ♦ l>. b.) uerbunben 
ffnb, ober and) ohne foldje Serbtnbunq jretö neben 
etnanber freien. 

i) £ag Satzgefüge unterfdjeibet ftd) üon ber Sa(5öer* 
btnbunq baburd) : 



— 54 — 

1) baß m'cfjt jebcr einzelne (5a£ beffelben einen »oll* 
jtänbtgen ©ebanfen auöbrücfi ; 

2) baß nicht jebcr einzelne £sa£ beffelben ein ftaupt* 
fa£ iR, fonbern jebeö Safcgefüge immer auä^aupr* 
fa$ nnb 9cebenfa£ beucht ^ 

3) baß bie einzelnen £äf$e be6 Sa{5gefügeö ntd)t burd) 
bie brei Slrten ber SBmberoorter (§.21. B. b.), fon* 
bem burd) eine befonbere ©attung üou 2Mnberr>ör* 
tern, bie man unterorbnenbeSBinberoörter nennt, 
mit einanber Derbunben jTnb. 

k) (5tne Sa^werbmbun.q begebt immer au3 roemgfrenö 
$tt)et £auptfäf5en. @in (Sa&gefüge bejretjt immer au$ 
£>auptfa£ unb 9tebenfa£. 

1) 2)ie 9tebenfä(3e (äffen (Ich öcn ben £auptfä&en burd) 
bie s IBortfotge be6 5luöfagen>orteö unterfdjetben; benn 
in einem $fi x ebcnfa£e ftebt 'baö 5lu6fagett)ort immer am 
<5nbe be$ (Eafseg ; in einem £auptfa(5e bagegen ftctyt baö 
3tuöfa(jcn>ort nie am (5ube beö Sa£c3. 

3.33. ©ubjeft: Sluöf agetoort: ShtägefagteS: 

bie fteber tft ju tveid) 

bereiter tyat ba*®efc&enf gebracht 

weit tie Beber fcu toeic| tft 

mldjtd ber Söater gebracht bat 

§. 26. 

A. Werfet) tebene Wirten ber ©a£tterbin* 

b n n g e n. 

a) X)a^ spferb bient jum Letten ; and) Pann e3 gum %a\i* 
tragen gebraucht »erben. Die Maie vertilgt OTäufe; jubem 
bient fie mandjem s 3J?enfdien $um Vergnügen. DaöScbroein 
nui:t un$ burd) fein gleifd); außerbem gebrandet man aud) 
feine 23or(ten ju $el)rrt>ifd)en. Die 93auitcine bricht man 
guerfl auö eer ($rbe; bann werben fte auf ben Söauplafc ge* 
fuhrt ; bernad) werben fte bebauen, unb eublid) $ufammen* 
gefugt unb mit ,fcalf Derbunben. 

b) Da3 £oI$ ber 53irfe taugt nid)t jum 53auen ; aber 
$um brennen unb 2Serfot)(en iit e3 üoqügtid). Die 3öall* 
nüffe finb ^war fcfyr fdmiaef r>aft ; atiein ein ju häufiger ©e* 
miß berfelben tft ber 23rufc fd)äbltd). SDft beißt ber 3^ 
bie Bunge, unb bod) bleiben He gute Nachbarn. Die 3?a$e 
möchte bie gifdie rool)(; (Te mag aber bie guße nicht netten. 
9Jcifd)c btd) nidjt unter bie 2Bölfe, fonfe notrjt bu t)on leiten 



— 33 — 

gefreflen. Vie SBabrbcit bebarf nid)t »ieler 'üöorfe; bte 
£uge hingegen fann ihrer nie genug baben. Der ©ererbte 
tyat oft tsiele Sciben ; aber auä allen errettet ifyn ber j^err« 

o) Die norblicben ©emdffer bitnilen Weniger auä; bafyer 
bringe« bie 9iorbwinbe fetten Dfagen. £)ie Dftrotnbe brin* 
gen gcroöijnlid) Regelt; benn fie \'ixeid)en über jlarf au$* 
biinftenbe s Xftecre. iMeiftorbwinbe weben über falte üKeere; 
bantm bringen jte unäÄälte* SD« ÜBejtwmbe ftreteben über 
»tele große Räuber $u und; fte bringen un$ bcöfyalb metftenö 
fettere ^Bitterling. 2l(lcs 3rbtfcbe ift tbetlbar ; folglid) fann 
aud) md)t$ 3rbtfd?cö un$erftörbar fe^n« 

il) Der grübfing bringt urt$ Sßlumen ; ber&erbft bringt 
m\$ grüdite. Der £>abicbt i\i ein DSauböogel : ; bie Cerdfje 
tft ein Stng&ogel. £te SSärme bebut bie Körper au£; bie 
tfälte brängt bie Körper $«famraen. Der 5(d : er tft fruchtbar; 
er tft gebüugt »erben* Der Mnabe würbe franf; er i}at 
itni>orfid)ttger ÜBcife in ber £ü$e getruufeiu 

B. 33etrarf)tung ber ©a^öerbtnbungen über* 
fj <t « p t 

a) @ine Saferer btnbung tft ein aufammengefefcter Sa£, 
ber auö memglfcnä $wei ijauptfäfccn be|lct)t/ tum wcldien 
jieber ct'n^etne'^a^ aud) ofme Serbinbung mit einem anbertt 
öerftänblid) ifh 

b) Die ßauptfäfce, au$ benen eine, (Safcöcrbinbung be* 
(lebt, tonnen : 

1) blo3 gufammenge (teilt (A,.a.), ober 

2) ber eine £sa$ fann bem anbem entgegenge* 
(teilt (A.b.), ober enblid) 

3) ber eine (5a£ fann burd) ^en anbem begrün bet 
feim (A. c). 

c) Dte£auptfäf$e, au$ benen eüteSafcöerbinbung benebt, 
tonnen ferner entmeber burd) bie brei Wirten ber 23inbewörter 
(§. 2L B. b.) tjerbunben fenn, ober fie fönnen aud) neben 
einanber fteben, ebne ba§ ifyre SScrbinbnng burd) Söinbe* 
Wörter au^gebrücft ift (A. d,), 

d) Die einzelnen £aupt)"n§e einer ©atsüerbinbuug werben 
beim (gebreiben burd) einen © t r t cb p u n f t »on einanber 
getrennt ; nur wenn fie burd) bie SSinbewörtcr „unb" „ober" 
»erbunben unb tfon geringem Umfange ftnb, trennt man 
ffe gewöhnlich burd) einen %y e t (1 r t d). 



— 56 — 

§. 27. 
A. Safctterbinbungcn mit aufammenge jtell* 
t e n £ au ptfäfc e n. 
Söetfpxcle tiefer 5(rt finben jirf) in §. 26. unter A. a. 

B. 33etraci)tuna, ber $ u f a m m e n g e jt e II t e u 
ftauptfä^e. 

a) ^te2(b|Trfit beöSpredienben ntufjj beftimmen, tt>eld)e 
£auptfäi?c $u einer (Saferer binbung jufammenqejleUt werben 
feilen. Snbeffen barf man jcbocb nur fchte 2'ätie gufammett* 
(teilen, bie bem Inhalte naü) in irgeub einer Eftucf|ld)t ein* 
anber äl)n(id) jmb (§. 26. A. a.) 

*) Die @äfte: „'Bai *pfcrb btent jum SReiten ; aud) bat e£ unge- 
fpaliene £ufe," toiirben eine fehlerhafte 3ufammcnficttunfl fcvm, »eil 
fcer erfte zentern 5? nften be$ fßferbeg, ber anbere aber ton etroaö 
ganj nnberem (ton ber 33efd aricnVeit be$0rff§*$3 lianbc'r. 

b) 3(urf) bie SMnteroörter bürfen ntefit rmllfübrlidi qe* 
braudjt werben, uub bie 2lbfkbt beöeprecbcnben muß eben* 
fallö beftimmen, iDcld^eö SBinbetport tie einzelnen £anpt* 
fäfce Derbinben foll. 3>r gpredicube mnf? alfo and) bie 
Söebeutunq ber Sßinberoörter genauer fennen. 

c) £a3 SBintcroort ,,u nb" bezeichnet bie SSerbinbung 
auf bie altqemeinfte 2Beife, inbem e3 bie öerbunbenen Sd|e 
cinanber ücllfommen gleidiftettt. 

3. 23. £er Snabe liest, imb baß 9Jiätc§en föreibt. £a$ Mbc&cn 
fdjrcibt, u n b ber ftnab.e liest. 

(1) £aä SSinberoort „a u eft" brgeidmet ben folgenben <Sa£ 
al3 eine befonbetö l)crüorget)obeue 3ugabe gu bem twrber* 
gebenben Safte. 

3- 33. ©tefet Änabe bat Salent ; and) tft er febr fletpig. tiefer 
SDtann tefiftt groge ge(bgii:cr; aiicö liat er tiei ©elb im 3infe. 

,,% u cf)" wirb fel)r bäuftg gebraucht, um einen 23 e g r i ff 
befenberg berttorjubeben ; ber Dorberqebenbe eaft ift al$* 
bann uidH aiuiqcbrücft, fenbern wirb bloö l) i n $ u g e b a d) t. 

3- 23. (9J?an fellre nie lügen:) au$ im ©c&eräe fotlte man nidjt lü- 
gen. (?tUe SHcnfdjen fonnen fehlen:) a ud) ber SDeifefie fonn feblcn. 

e) 25teJBtnbe»örter „g u b e m", „außerbem", ,,übcr* 
bte 6" brücfen ebenfalls eine 3u#abc, aber ntdjt eine befoxu 
bere £crDorbcbung au$ (§. 26. A. r.). 

f) £>it SBtnberoörter „nidit nur'' — (nicht allein — 
nid)t bieg — ) „f n b e r n a u ri)" be^eidmen eine befonbere 
fteryor()cbung beä legten 8a£e3 in ber <5at?t>erbinbung. 



— 57 — 

3- 23. Dt'efer Jtnate ifi ntd)t nur febr fleißig ; fonbern (tt«| 
mehr) er fft aueb febr bfra», ©er betrügende Kaufmann »erliert 

n t $ t bloß [eine ftunbftyaft ; fonbern (nodj meljr) er fommt and) 
um feine obre. (Sin unartiger ©cfcüler flauet n i et; t allein fidj 
felbft; fonbern (nod) met;r) er [t ort audj Rubere im fernen. 

z) 2)a6 33inben>ort „f o vo o b l" — „a 1 ö" be^eidmet eine 
ööfltqc @leidmeUungberT>erbnubcueueal5gJtcber / unb wirb 
nur in $ufammeng,egoa,enen ©ä£en angeroenbet (§. 21 . A.a.). 

li) 3Dte SStnbemörter „tfyeüS — tljctlö'' bezeichnen 
©lieber eineö gnfammengejogenen Safjeö, ober <2ä|e einer 
Salpöerbinbitng atö £t/et(e etneä großem ©anjen (cine£ 
©ebanfen t)on größerem Umfange), ober einer 3a£üer* 
binbung. 

3 23." Sie SImpbtfrtcn (eben tfyeüö im ©ajjer, tbeiU auf bem 
?anbe<=*in Sroei Elementen), ©a$ £)bft wirb tbeilö rot) ßegejfen, 
tyrito toirfe es öec'örrr unb eingemacht (= roirb auf »ergebene SBeife 
kennt?:). 

i) 2Me Sinberoörter „ro e b e r — n o cf)" üerbtnben <2at$* 
gltcber unb ©A$e auf »ernetnenbe SÜBetfc mit einanber. 

3- 53- ©« 9ffiDii"4>e tft roeber felbft frob, noef) gönnt er 2lnbem 
eine greube. 'Dad SEbier fann roeber © u t e ö, hoejj 53 öf e 3 tbun. 

k) 2)te 25inberoörter „e r ft l i d) — b a n n — f e r n e r — 

e n b ( i d)" reiben He einzelnen (Safcglteber unb (2ä£e an? 
einanber unb begetdjnen baburd) eine jrufenroetfe @nx>eite* 
rung beö ©ebanfenä. 

3- 33. Der Unmäßige fdjabet erftlid; feiner ©efunbtyeit ; bann 
mad)t er fieb, aueb jur Arbeit untüchtig ; fe r n e r »erminbert er fein Ver- 
mögen ; enbltd; sediert er aueb, bei Slnbern bie Stiftung. (= Der 
Unmäßige mad)t fid) unglücflid;). 

§. 28, 

A. (5a§t>erbinbungen mit entgegengestellten 

#auptfä($eh. 

Beifpiele biefer 2Jrt j7et)e §. 26. A. b. ! 

B. Betrachtung ber entgegen gepellten 

§auptfä£e. 
a) @ntgegengeiMte &auptfä$e, bie $u einer Sa£t)erbin* 
bung fcerbunben jmb, fönnen auf $n>iefad)e 2lrt einanber 
entgegengeftellt fenn ; nämlicf): 

l) i;er eine (Bai} n>irb gan$ ober jum Ztyil burrf) ben 
anbern ö e r n e i n t.' Gnne foldie Entgegen jtcllung 
be^eid)nen bie 95inbcn>crter „n i d) t — fonbern; 
fonft; entn>eber — obe r." 



— 58 — 

3- 33. Der £abcr wirb ttidjt mit ber <Std)ct abgefdjitit- 
ten, f onbern er Wirb mit ter (Senfe abgemalt. 2)ie eb» 
lern_£)bft arten warfen bei uns n i d; t wilb ; (onbern fte 
müjien getflanjt werben. Daß £eu mujü gan$ troefen ein- 
geführt »erben ; f on (t entjünbet e$ fiel). Daß gleifd? mug 
Jttr ^Aufbewahrung eingefädelt uitb geräuchert werben ; f o n ft 
gebt eß in 5ä'uitti§ über. Der Dienftbore mui e_n t w e b e r 
fleißig fesut, ober er wirb feines? Dienfteß enttüffen. 

2) £er etue@a£ wirb burd) ben anbent nidU verneint, 
aber bte Folgerungen, n>eld)e man au 6 bem einen 
(5a£e siet)en f6nnte, werben burd) ben anbern b e* 
frijränft. <5tne fold)e (5ntgcgenfe$ung be^eid)* 
nen bte 23inbett>örter : aber, allein, I) i n g e* 
g e n , b a g e g e n , b o d) , j e b o d) , b e n n o d>, 
b e ffen u nge a d) tet, inbeffen, gleid)* 
roobl, al ö: 

3. 33. Der £mtb t ft tin treueß Xtrier 5 aber in ber SButy 
fliegt er feinen £errn. Die &'a£e ift fet;r fcfjmetdjlerifcb ; ol- 
le in »tele Seilte baben fie boej) nidjt gern. Der gudjß ift 
fein* fcfylau ; b eint od) wirb er aucl) gefangen. Der $fau 
tft ber fdjonfle £augöögelj ertjat jeboeb, eine febr Ijäp.ityt 
(Stimme. Die «Sperlinge »erjel;ren mandjeß ©aatforn; 
b a g eg e n vertilgen fie aud) »ie(e raufenb fcfcäDlidje 3nfeften. 
Diefer^nabe würbe fc£ou fo oft gewarnt; bef'f enunge» 
achtet tft er wieber nnartig. 

b) 5öenn ber befd)ränfenbe (Ba% bnrd) eineg ber 25iube* 
Wörter: ,,aber, allein, jebodi, bod), inbefjen/' tterbuubeu 
wirb, fo wirb oft bie Sefdiränfung fdion in bem ttoran* 
gefyenben &at\e bnrd) ,,\ ro a r" ober „w \) l" angebeutet. 

3« 23. Der Sötoctji jwar nid)t febr gro§ ; aber er befiel gro§c 
©tärfe. Die 33iene ift \ ro a r ein Keinem Xbietdjctt ; allein fie famt 
große (Scfmmäen »erurfadjeiu Sftancbe <Sd)wämme iinb wobl genieß- 
bar ; t n b e f f e tt befonberß fdjmad'baft finb fie nidjt. Diefer (SdnUcr ift 
W ol; l im (Schreiben fleißig ; b oef) im Siechten fann man ityn nidjt loben. 

§. 29. 
A. ©a&tterbtnbungen mit begr ünbettben 

SStnbewörtem. 
Seifpicle biefer Slrt ffefye §. 26. A. c. ! 

B. Betrachtung ber begrünbenb üerbunbe* 
neu ©afcuerbtttbungen. 

a) $öenu \m\ £muptfä£e burd) begrünbenbe 33inbewör* 
ter gu^etner Sa^Derbinbung öerbunben finb, fo brütft ber 

eine ^a£ au$ : 



— 59 — 

1 ) einen ©ctrfjgrunb (eine Urfad)e), warum Qztwaü 
t qefd)iei)t; 

2) einen SBeroeggrunb, warum (5twa3 gettjan 
wirb ; 

3) einen (5 r f e n n t in £ q r u n b, buref) weldjeu mau 
erfennt, warum &tnoa$ gefdjtet)t ober gettjan 
wirb. 

b) 5öenn ein 5>auptfal5 alö 6ad)grurtb ober atö 93erae t q* 
qrunb m bem nadifelqcnben Salpe foll bezeichnet werben, 
fo üerbtnoet man ben festem mit bem erflern burrf) bie 23m* 
bewörter : „b a b e r , b e ö w e q e n, b e £ t) a 1 b, b a r u m*" 

3. 23. Dag ©lagtfl fprbbe ; bafyer lägt e£ fid) ntebt biegen. Der 
SBeinftocf evfortert ein warmes ftlima; be 3 wegen fommt er in 
rauben ©egenben niebj [ort. Der SSater will morgen abreifen 5 b ce- 
l) a l b gebt er beut fviit) &a S3etre. Dtefer itnabe ifi imaufmerffam ; 

b a r u m I)at er (0 fiele «Sdjieibfcb/ler gemadjr. 

c) 5Benn ber erfte £auptfa$ a(ö ein GrrFeimtmgqruitb $u 
bem nadifolqenbcu foö begetdjnct werben, (0 »erbüibet mau 
ben ledern mit i>em erftern burd} ^>k SMnbewörtcr : „alfo, 
f l q l i d) , mitbin, b e m n a cb , f m i t." 

3. 33. Diefer Saum bat nid)t gebtübt; folgljcjj Fann er feine 
grüßte bringen. Dt'efcm SRütter fcbit es an 23a)|er ; alfo fann er 
nid): malten. Der Teufel) bat freien 3Bitte;t ; mitbin fann er baö 
®ute tbun unb baö 23Öfe 1 äffen. Das gelb ift mit einem ftarfen dlti\ 
bebedt ; bemnad} mu§ e$ bie Watyt fet;r f alt gewefen fet)n. 

t!) D^aö 53inbewort „benn" be^eid)net ebenfalls einen 
Gnrfenntmgqrunb, l)ebt aber benfelben mcfyr berücr, inbem 
e£ immer ben ^weiten 6a£ alö ben ©runb beä ttOrauqefycu* 
ben be^eidmet. 

3 33. Diefer 23aum fann feine grüdjte bringen ; benn erbat ntd)t 
geblüht. Dieser TOtter fann niebt mablen ; benn es feblt ibm an 
SBaffer. Der 9Jieitfcb fann bas ©tue tljun unb bag 238 fe I äffen ; 
benn er l)at freien SBitlen. 

e) detefy ba3 Sinbewort „benn'' nidit am 3lnfanqe, 
foubern tu ber 9J?ttte eiue^Sat'ed: fo bejeidmet e3 ben (5afc 
nicht aU ©runb, foubern als % 1 q e r u n q unb beutet auf 
einen ttoranqeqanqenen (auöqebrücftcn ober bod) l)in$u* 
qebaditen) ©riinb tyin. 

3 23. Uneinigfeit unb «Streit Verbittern bas ^eben ; fo lagt im« 
benn frieblid) unb gut mit einanber fetm. (riügen bringt (Scbanbe 
unb (graben) . ©0 meibet benn alle Viigen unb rebet ftciS bie 
2Baljrl;eit. 



— 60 — 

§. 30. 

A. (Sa&gefttge, ober aufammengefe^te ©äfce 

mit 9ße ben fallen. 

a) Sie glücfltcfye 9? it cf f e l) r beg 23aterd üon fetner D^etfc 
martt bett ftinberri große greube. = Saß ber Safer üon 
(einer ?Rei\e glucflici) $urütfgefej)rt ift, madit ben ßinbern 
große greube. @3 tjl notbwenbig, baß man in ber Üjugenb 
(£twaö lernt. Db ber Vorüber s )J< v orgen abreife, i\t nod) n\u 
eutfdiiebeu. 5öer gerne lügt, ber frtefylt and) gerne, 4 H3aö 
eine Steffel werben »tU, ba3 brennt balb. 

b) SDte Siebe gu (Sott beftebt tn ber Haltung feiner 
©ebote. = Sie Siebe $u ©ott beftefyt barin, baß n>ir feine 
©ebote galten. Der s propt)et 3onaö üerfnnbigte ben (üim 
webnern wn 9?intüc, baß tbre fetabt untergehe» werbe. 
Sfflan mi§ auä (Jrfabruug, baß feud)teö£cn ffcf) entjüubet. 
Tinte, waö redit tft. Sajje 3ebem, waö il)m gebühret. 

e) (5"tn $?enfrf) ol)ite gute bitten ift riirgenbö it>of)l 
gelitten. = @tn ÖJJeuf*, ber feine gute Sitten bat, tjl nur* 
geubö wofyl gelitten. Seit (£ntfd)luß, baß wir und beffern 
bellen, fallen wir tagltd) erneuern. Saö 55en>ugtfe|)n, ba$ 
man fein Unglücf felbit üerfrijulbet babe, tft fefyr fdjmerjttct), 
Sem SScrfafce, baß man feine spflidjt genau erfüllen wolle, 
fall mau nie untreu werben, 

cl) l) ©ott ftebt btd) überall. = ©ort ftebt bien, wo 
bu and) immer feön maglt. 5öo nientö tjl, ba fann mau 
nidrtä ucl)men. Stelle jebe Sadie babin, wohin fie gehört, 
©efye babin, wober bu gefommen bi)t. — 2) Ser #abn 
fräbt ü o r X a g e $ a n b r u rfi. = Ser £abn fräl)t, er)e 
ber Tag anbridit. Ser 25ater \\t erit l)eimgcfommen, nadi* 
bem bie Sonne fdion untergegangen war. 2113 Sefuö gebe* 
reu würbe, froblocftcn tie (Ingel. Sa 3efud irarb, üerftit* 
fterte üd) ^ic Sonne. — 3) Unfere Tugenb fall m t 1 u n fe* 
rcr (5 r f e n n t n t ß tn gleid)em©rabe (teigen. = 
3e böber unfere <5rfenntuiß [tetgt, be|1o l)öl)er fall aud) un* 
fere Tugenb fteigen. Sefuö fegnete bie .ftinber, inbem er 
ihnen ^ic £änbe auflegte. Bprtdj fa, baß man bid) üer* 
fteben fann. — 4) Sie Sünfte fteigen »erwöge ihrer 
£ e i d) 1 1 g f e 1 1 in bie £öbe. = Sie X>ünjre fteigen in bie 
5>öl)e, weil fie leid)t fmb. Sag Söamnöl taugt niebt jur 
Malerei, weil eö langfam troefnet. 5ßenn bu mäßig lebfr, 
fannil bu gefunb bleiben. 9J?ancf)er i|t nid)t jufrieben, ob* 
gletd) er reid) unb angefefyeu tjl. 



— Gl — 

h. 23etrad)tung ber ©a^gefüge im 21 (Ige* 
meine n. 

a) Hin Sa&gefüge ift ein $ufammengefe($ter Sal^, ber au3 
einem £auptfa$e uitb s Jieben(at3e befreit, rooüon ber letztere 
buref) unterorbnenbe SMnbewörter mit bem erfteit 
tterbunbeu ifl. 

b) 3m©a£gefi'tge brücft berföauptfafc immer ba$ etgent* 
(irf)e Urtbeil (ben'^aupigebanfen) oe$ (Bpred)enben au6; 
ber Diebeufafc bagegen brücft blo3 eine genauere 23efüin- 
mutig bcö £auptfa$e3 aug, begtct)t ftd) unmer auf trgcnb 
ein ©lieb beffelben, unb ijl al$ ein (5 a £ g l i c b beö 
i> a u p t f a £ e ä an$u[et)en. 

c) £>ie s Jiebcnfä^£ fönnen in 23e$iei)ung auf ben £aupt* 
faß bie Stelle be$ e> u b j e f t e 3, ber Gr r g ä n $ u n g, ber 
^Beifügung unb beö Um ftanbeö vertreten* 2öir 
tt)ei(en fte bcmuadi ein in : 

1) ©üb jef tittfäjse (A. a.), 

2) (5r g ä tt $ u n g 3 f ä £ e (A. b,), 

3) S eif üg efä#e (A. c), unb' 

4) U mftait bäfäfje (A. d.). 

d) £>er Sßebenfaß mug fTcf) immer auf einen jpauptfafc 
begeben, £ie S3e$tehung beö 9ßebenfa£eö auf ben £auptfa§ 
be$ ©a£gefäge$ wirb burdi itnterorbnenbcöinbc* 
m ort er be^eutuet. 3ebe6 unterorbnenbe S5inben>ort tjl 
etgentliet) $ n> e i g l i e b e r i g, unb beftet)t auä einem t) i n* 
tt) e i f e üben unb einem b e^ ü g l i rfj e n 23tuben>orte* £>a3 
btnweifenbe SSinbewort ficht im £auptfa§e, ba$ be$ügltct)e 
im 9Eebeitfa£e. (Srrtereö wirb jebod) l)äuftg auägelajfen* 

3 23. £ev Saunt/ reeller ferne gute grücjjtc bringt, roirb um- 
gehauen. Die vaacfje ijl nicfyt t a, \x> o bu fte fucjjeft. Gß gcidjal) b a= 
m a l ß, a I ^ icl; franf »ar. 23 e n n er befiehlt, 'f o mu§t bu geborgen. 

3d) babc (baß) fd)on einmal gebort, w a ß bn er^äblt i)a\U Gr fant 
(t>amalß), alß ityilm erroarre;e. Gr fpriebt (|"o), roie er benft. 
Gß bennert (f o), ba§ biegender flirren. 3tyne &a$), roaß rec&t 
ift. 2B e n n idj fertig bin, (f o) roerbe id) f ommen. 

e) Unterorbnenbe SSinbeworter jutb : 

1) b a ß, ob, alö, c t) e, bt$, ba, bamit, weil, 
wenn, inbem, tnbe£, na d) b em, f e tt* 
b e m, roäfyrenb, o b g l e i d) , o b f d) o n, ob? 
tt) o I) ( , tt) e n u g l e i cb, tt) e n n a u d), j e — 
befto. 

2) 2Dtc bezüglichen gürwörter : tt) e l d) e r (baö), tt) e r, 
m a ö, tt)'o, tt) a n u, tt) i e, unb bie mit Vorwörtern 



— 62 — 

äufammengefelsten gönnen beffelben, $. 23. wo* 
burd), worauf, worin, wofür u.f.w. 

f) £ie 9iebenfä£e fönncn flehen : 

1) üor ityrem ©auptfafje, 

2) nad) ifyrem" §auptfa$e, 

3) gn>ifcf)eit Steilen iljreöjpauptfafceö. 3m Iefctcru 
galle nennt man fie 3 n> i"f d) c n f ä § e, 

3- 23» ©ft§ M b i e hinter gut aufführen, mac^t 
ben G(tcrn greube. (So mad)t ben ©Kern greube, b a§ f i$ 
bie üinber gut aufführen. 3Daö, ba§ ficfcbie 
5Unber gut aufführen, mad)t ben Altern grenbe. 

g) £er 9iebenfa$ wirb bimf) einen Söctilrtcf) öon feinem 
$auprfa£e gefd)ieben. £>er 3wifct)enfa£ möbefonbere wirb 
bnret) gmei "'5öetfi:rtcf)c eingefrfjtoffen. 

§. 31. 

A. Sa^gefüge mit ©ubjeftiö* nnb (5rgän$itngö* 

fäfceit« 

a) £)ie regelmäßige Slbwediälung be$ £ageä 
unb ber ^acht \\t fein 3ufalf. = £aß^£ag nnb 9?adit 
regelmäßig abwedffetn, t|t fein 3ufall. £aß ber Äranfe bie 
SSorfdjrtftcn bc3 2irjte3 genau befolge, ift burdjauä notl)* 
wenbig. @ö ijl eine große £öot)lti)at fitr Äinber, t>a^ e$ 
Schulen gibt. 

£er gaule öerbient Strafe. = £er gaule üerbient, 
baß er geftraft werbe. £>ie Stimme beö ©ewiffenä fagt 
unö, baß wir ba3 ©ttte tbun nnb baö S5öfe metben folleit. 
£)aß bie jpi&e bie Suft üerbitnnt, beweiöt W (Jrfafyrung. 

c) X)ie SBeftättguug biefer s Jtad)ricr>t t(t ungewiß. = 
Db |Td) biefe Diacrjrtdtf beftätige, ift ungewiß. Ob biefer 
braute wiebergenefe, tft feljr zweifelhaft. 

(i) 2lu einem guten Barometer fann man im SSorauö 
ernennen, ob (teft bie ÜBttterung änbere. $em s JKenfd) fann 
gan^ gewiß wiffen, ob er am anbern borgen gefunb er* 
wad)e. 

e) SDeit wahren (§l)rijrei! erfennt man an ber treuen 
Erfüllung aller ©ebote ©otteä. = Ten wahren @l)ri* 
fren erfennt man bar an, baß er alle ©ebote ©otrcö treu 
erfüllt. Sitte ©ott täg(id) (barum), ^ er bein £t)im unb 
Mafien leite. Grfau würbe zornig (baruber), ba^ %atob it)it 
um ben Segen ber (5riTgeburt betrog. 3efu$ ermahnte 
feine Sünger (ba$u), ^ ile wadjen unb beten füllten. 



— 63 — 

f) £er Sufriebene ttf glücfltrfj«= $öer aufrieben ifr, 
ber ift cjtücf Itcb» ^löcr nid)t gern arbeitet, t>at balb geier* 
obenb gemacht« 38er t>iel begehrt, bem get)t mel ab. s IBem 
nid)t ju ratfyeu ijT, bem ift ntd)t $u Reifen. £cr ift reid), 
bem baö UefcerflüffTge fefylt. 

g) £)a3 SSerfproctjene muß man galten. = 3Ba$ man 
»erfproeben bat, (baö) muß mau fjalten. 5öaö tum £er$en 
fotnnit, gebt roieber 31t £er$en. Uöaö tterfefyrt, bae leljrt. 
5Bot>on ba$ £er$ ooll tff, bat>on geben 0J?unb unb otogen 
über. 5Beffen ba6 £cr$ üott tft, (bejfen) läuft ber 9Jhtnb 
über. SSegnüge btd) mit bem, rca3 bu fyaft (= mit beiner 
ftabe). %i) fjabe nidjtä »on bem gehört, roaö bu er$ät)l|t. 
(= pcf) babe öon bem (5r$äl)lten nicrjtä gehört). (fec|) 
gufrieben mit bem, wag man bir gibt. ' 

h) diu unorbcntlid)er s U?enfd) weiß oft nid)t beu Ort 
fetner aufbewahrten ©ad)en. = (5in unorbentlicber 9J?enfd) 
roeiß oft nicht, wo er feine ©ad)en aufbewahrt bat. 2ln 
ber 2Betterfabnc fann man ernennen, wofyer ber 5Binb 
wel)t. 2öann wir jrerben »erben (bie ©tunbe unfereä 
£obe3), ift ungewiß. £>er üßüfjTijgänget fennt nid)t t>ie 
©üßigfeit ber 9?ube na et) ber Arbeit. = £er ÜÄufftggän.qer 
roeig nicht, roie fuß bie Dfattye nad) bcr Arbeit t|f. £)en 
»fiinbern fann man nicht immer begreiflich macfjen, roarum 
man tbnen £iefeg ober 3cne6 »erbietet. 

B. Betrachtung ber ©ubjeftiö* unb @rgan$ungö* 
fäfce. 

a) Diejenigen 9iebenfä£e, welche im ©alsgefüge bie ©teile 
beö©ubjetW eineö £auptfa£e$ vertreten, nennt man ©üb* 
jeftiüfäfce (A. a, c, tbetlweife aud) f, g, h.). 

b) diejenigen 9iebenfa£e, wcld)e im ©afcgefnge b ; e ©teile 
einer (Srgängung beö 5>aupt(a£eö öertreten, nennt man (5r* 
gänjungöfäfce. (A. b, d, e, tl)eiln>eife aud) f, g, h.). 

p) Die ©ubjeftwfätse unterfdjcibeit ffcf) üon ben Qfrgan* 
$ungäfä£en blo3 baburch, baß ile bie ©teile be3 ©ubjef* 
teö im £auptfafce vertreten, wogegen bie @rgän$«ng$(a£e 
bie ©teile ber Grrgänjung im j£iauptfa§e einuebmen. 3m 
übrigen ftnbet jwiferjen biefen beiben Slrten uou s Jtebenfä£en 
fein'Unterfctjieb ©tatt. 

d) Die ©ubjeftm* unb ($rgän$ungöfä£e brücfen immer 
ben Begriff einer ^erfon ober ©a die au$; beun ba$<s>ub* 
jeft unb bie <5rgän$ung eineä ©ai3e3 ijt aud) immer eine 



— 64 — 

sperfon ober &ad)e (A.). £)rücft ber (Subjofttö* ober (5r* 
flän$unq$fafc ben SBeariff einer ^erfon auö, fo wirb bie 
SBejicImna, beg 9tfebonfa£e$ auf ben £auptfa§ burd) bie be* 
gütlichen gttrwörter : „wer, reffen, wem, wen" bc* 
geict)iiet. 

3.53. SSJer jufrfcfecn tfi,(=etne jufrtebettc ^erfott) t'ft gfücflteu. 
3Be f f e n $ttl rein i[t (eine Werfen vemen #er$enä ober eine Üerjettg- 
rcittc ^erfon), ber bat ein rufctgeö ©enniTen. SB cm tttebt ui rahen 
tft (einer etgonfmntgen ^perfon), beut ift aneti niclt ju l;clfen. SB e n man 
liebt (eine geliebte ^erfon), ben ad;tet man auci). 

e) Drütft berSubjeftiö* ober @ra,ä'ii{unq$fa& ben 23eqriff 
einer ©ad)e au3, fo fann berfelbe nut feinem £auptja£e 
Derbnnbcn femt : 

1) 2)urrf) bie be^ügltdjen gitrwörter: waö, »offen. 

3 23. SB a ö man üerfrridjt, (bie fcerfprocbene ©ac&e) mu§ 
man hatten. SB a $ man gern tl)ut, (bie gern getane ©<t- 
cl)e) ift leicht. SB ef fett ba? -Oerj »oll ift, (»ott ber <&a$t 
im bergen) läuft ber 5L)hinb über (A. g.) 

2) £>urd) bie bezüglichen gnrwörter: »0, wo bin, 
wol)er, mann, »ie, unb bie mit Sorwörtcrn 
gufammengefel3ten gormeu befielbon, $.18. warum, 
wo$u, womtt, woburd) u.f. w> 

3. 33. 3$ roei§ nid)t, ro er ift (= ben Ort feinet Slufent- 
l)a(t?) 3d; roei§ niefit, ro \) e r er ift (= ben Ort feiner 
£erfunfr). (A. g) 

3) Durd) bie Stnbewörter: ba§, ob, wenn. 

3 23. Ob ber^ranfe genefe(= bie ©enefnng beö Ärnnfen) 
ift nngeroip. S)a§ id) borgen abreife (= meine morgige 
abreite) l)abe id; btr fd;on gefagt. Ss ift 3nfall, ro e n n 
man beim Spielen gewinnt (= baö ©eroinnen beim ©|?ielc 
tft3ufaU). A. b— e.) 

f) Slnftatt bed bo$üaHd)ongürn>orte$: wer, tva$, wef* 
fon, wem, wen, wirb fowof)t bei ^erfonen, alö bei (£a> 
d)en oft aud) ein 2faöbrucf gebraurfjt, ber au$ ^wd gnrwör* 
tern $ufammenq,efofct ijr, uub weldier baju bient, bie ^)erfou 
ober <&ad)e, welche burd) ben 9?ebenfat$ bojoirfjnot wirb, 
flärfer t)eröor$uI)ebeit. Sind) wirb flatt „wcr"jc. oft aud) 
„bor" 2C. gebraudit. 

3-23. ©er jen ige, freierer bid; befloblen fyat, mur] febr fdjfnu 
fevjn. T) a ö \ e n ig e, roa3 i$ »erlange (bie »erlangte <aa#e), baft bn 
mir nidjt gegeben. Seiten, bie ©ort Heben, £= ben fommen $er- 
foneu)/ mufj SllleS Sunt heften gereichen. — 1)er ift fein (Stirenmann, 
b e t fein SBort bricht £) e n mb'cbte id) rotffen, ber ber Xreuefte mir 
ift. fscl? bin nidjt »on b en en, bie mit SB orten tapfer finb. (= 3$ 
sin fein SBortbelb = «Sditvä^er). 



— 05 — 

g) Durd) btegürwörter: „wo, wofyer, wohin, wann, 
rote, warum" :c. tt)trb ber (Eubjeftw* ober @rqän$un,qö* 
fa$ nur bann mit bcm £)auptfa{3e »erbunben, wenn berfetbc 
bie Sßeqriffe t>on Ort, 3eit, Uöetfe unb ©runb a(ö (in Sub* 
jeft oberaltf eine(£rgän$unq bcö^auptfa^eö barftetlt(A.h.). 

h) Durd) bie Sinbemörter : „baß, ob/' (wenn) wirb 
ber Subjeftw* ober (£rgän$ung3|a£ mit bem foauptfa^e tter* 
bunben, wenn berfetbc bie stelle einetf ©ebanfenbingeä 
(§♦ 59. g.) (2lbirrafrum$) vertritt. 3n bem £auptfa#e 
fleht bann (autfqebritcft ober bloö biu;;ugebad)t) baö l)tnwei* 
fenbe gurwort „b a 3," ober ,,b\e$." (A. a — <l.) 

*) £)aö ih'ntetoert „ob" briicft einen 3 tttf, f c l ober eine UngettMJföeit 
ang. £)er (£nbjeftfofa$ foirb aufteilen anet; buref) ba£ <r tnbetvort 
„ftenn" mit feinem $>auptfii£e »erbunben, rotitytz nietet eine 2Birfiid;= 
feit, fonbern eine Sftbglic&fett bejeicfynet. <£$ i(t gejunb, wenn man ftiitje 
auffielet (= ba3 3rüt)auf|'iet>en ift cjeiunb). 

$ßenn baö im £>auptfa£e fler>enbe fyinwetfenbe gürwort 
(baä, bteö) ein SSonoort bei ftd) t>at, fo wirb bajfelbe mit 
bem Vorworte äufammenqejoqen ; $.93..an bem, baß 2C. 
= b a r a n, baß k. um t>a ö, baß 2C. = b a r u m, baß jc. 
(A. e). 

§. 32. 
A. 51 n fit tjr unq$fä£e. 

a) Salomon faqte : „Die gurefct ©otteä ifr ber Anfang 
ber 9Beiöl)eit." 3efuä lehrte: „©ort i|t ber SSater aller 
aRenfdjen." 

b) ealomon faqte, bie gurd)t ©otteö fett ber $nfanq 
ber 253eief)ett. 3efu$ lel)rte, ©ott fett ber Sater aller 
Sßenfcfjert. 

c) Die gurd)t ©otteö fei) ber 2(nfanq ber 3Bei3beit, 
fagte (Salomon. ©ott fep ber Sater aller ÜJienföen, teerte 
3efu$. 

d) Salomon faqte, baß bie gurd)t ©orteS ber Slnfauq 
ber «IBeiärjeit fei). 3efuö lehrte, baß ©ott ber Sater aller 
20ieufd)en fei). 

e) „Die gurd)t ©otteg," fagte ealomon, „ijt ber 5fnfauq 
ber$öetöbeit." „©ott ift," lehrte 3efuö, „ber Sater aller 
gjfrnfcben." 

f) Die Sternfunbiqen bebaupten, and) ber 9Jionb fep 
tton lebenben üöefen bewotmt. tarnte SHenfdien meinen, 
bie Sonne beroeqe jtdj um bie @rbe. Silberne ?cute glatt* 

6 



— Gu- 
ben, e$ gebe ®efpenfrer. 9J?ancbc £eute fdieinen ju gtau* 
ben, ber S^ecf beg Sebcnö beilege bloS im offen unb 
£rinfen. 

B. 23etrad)tung ber 2lnfüt)rurtg6fäJ$e. 

a) 3ßcnn in einem 9<ebenfat3e angeführt wirb, roa^ 
eine ^erfon auöfagt (A. a— e.) ober meint (A. f.) ; fo wirb 
ber SWebenfafc ein 2ln fü brnng 6 fa$ genannt. *Cie 2(n* 
fübrungöfäfce jTnb ebenfalls Grrgänjungöfäke. ( s Ston t>er> 
gleiche A. d.) 

b) £ie 9?ebe einer anbem ^erfon fann wirf lieb, b. t). 
gan$ mit ben nämlicbert SlBorten (A. a. e.) ober blotf er* 
$ ä b l e n b angeführt werben (A. b, c, d, f.). 3n beiben 
gälten fann ber 9?ebcnfa£ o o r ober n a d) bem £auptfa£e 
lieben. 

c) ©tet)t ber #auptfa£ ttor bem wörtlich angeführten 
9iebcnfa£e, fo wtro nad) bem £auptfafce ein £oppetpuitfr(:) 
gefegt (A.a.). Quallen übrigen gälten wirb ber 2lnfütj* 
rungöfafc bloö burd) S3eiftrirf)V öoh feinem £auptfafce ge* 
fdneben. 

d) 2Birb bie 9?ebe einer sperfon nid)t »örtlich, fonbern 
bloö e r $ ä \) t e n b angeführt, fo nimmt ber 2lufubrung3faf3 
entweber bie -Ißortfolge etneö 5>auptfat3e3 an (A. i>, e, f.), 
ober er wirb burd) baö SSinbewort „baß" mit feinem 
£auptfa£e oerbunben (A.H.). 

e) £er£auptfa& fann auch graifchen £t)eile bc$ ?ln* 
fübrungöfa£eä geftellt werben, wenn Unterer öon größerem 
Umfange i|t (A.e.). 

f) 2>a3 erfte unb teilte ©lieb beg wörtltd) angeführten 
(5a£eö wirb gemeiniglid) burd) ba$ 2lnfül)rung^eid)en(„") 
be^eicfjnet (A.a.e.). 

§. 33. 

A. ©a^gefüge mit 33 etfüge fä£ en. 

a) Q£in fd)tafenber £unb fängt feinen £iafen. @in 
£>unb, weiter frfjläft, fängt feinen i^afen. @ine ftenne, 
weld)e üiel gaefert, legt' wenig @icr. (jin %af, wet* 
cf)eö soll tfr, gibt einen" jdiwadum Älang. £er SÄbein, 
beffen Cänge etwa 190 beutfdje 5ftei(cn beträgt, münbet in 
bie 9iorbfee. £>ie <Donau, bereu £änge etwa 380 beutfdje 
leiten beträgt, i[t einer ber größten (Ströme in Qruropa. 



— 67 — 

(ftn geuer, »elchem e$ an Butritt ber Suft fefylt, Faun nicht 
brennen» Der $Bein, welchen man auö ben beeren beS 
UBeinjfocfeä gewinnt , tjl jebem anberu 3Betne »on Objc 
u. bergt, »or^ü'hen. 

b) €ev grettnb, mit bem td) geilem fpagt^ren ßütcj, ijt 
heute abgereist. ÜJceinc (Elfern, t)ou benen tcb fo iiel ©u* 
teö erhielt, fmb geftorben. Den ^toef, »omtt td) gejtern 
(parieren ging, habe td) »erlorcn. Der ÜRarmer, »oüott 
eö m $öurtemberg mannigfaltig« Strten gibt, jtnbet ftrf> 
hauptfädilid) auf ber rangen Slip. Deutfcblaub i)at gegen 
500 glü|Je, worunter et»a 60 fdnffbar fmb. 

c) Die ehemalige Dfaidjäffabt Ulm, roo alljährlich Diele 
Sslußfduffc gebaut »erben, liegt an ber Donau. Die in 
Ulm gebauten (gdjiffe fabreu auf ber Donau nad) 3Bien, 
»o jte t>erfauft »erben! Der 9?ccrar mnnbet in t>en 
D?l)ctn, »oi)in jtd) auch ber $caiu ergtegt* Der jfaifer 
^iberiuS regierte $uber3?it/ ba @brt|tuö gefreu^tgt »urbe» 
'^)ie $cit, mann td) abretjen »erbe, famt id) nicht befttm* 
men. SSeftimme mir bie ^tunbc, mann id) bid) abholen 
foü\ 3d) lebe immer auf biefelbe SIBetfe, » i e td) früher 
lebte. (Solche treue grennbe, »ie bu (Jtner bijr, jtnb 
feiten. 

d) Die Hoffnung eineö e»igen Gebens ijt fcl)r treft* 
Cid). Die Hoffnung, baß eö ein emigeä 2eben gibt, tfl: fel)r 
tröjiKdj. Den £roft, baß hie Reiben btefer 3eü nicht e»ig 
bauem, foüeu »ir im Unglücf »ofyl beherzigen. Dem 3tt>ei* 
fei, ob bie (Eonne gebe, ober ftetje, haben bic ©eletyrten 
fd)on läugjt an @nbe gemacht, l^ie grage, ob eö ©e> 
[penfter gebe, fann fei« vernünftiger sjWeufd) bejahen, 9Kan* 
ct)e geute »i|feu ba3 ©lue!, t>a$ e3 ©dmlen gibt, nid)t 
gehörig £u fdjäfcen. 

e) Der SSater hat ba3 junge $>ferb öerfaufr, »aö ber 
Butter nicht lieb »ar (= »eldieö Serfaufen be3 jungen 
*Pferbe$ ber Wutter nicht lieb »ar). Diefer Wann l)a f 
fid) ein neueö Syiuö gebaut, »oburd) er fcl)r in (sd)ulben 
geratben ijf. £er Änabe t)at jTch anö ber (Schule entfernt, 
»e$u er feine @r(aubniß hatte, Dtefcr 3ungliug gebt mit 
letd)tj7nnigen üKeufdjcn um, »a£ ü)n um feinen guten 9?uf 
bringen fann, 

n. 33etrad)tung ber ©afcgefüge mit 33eifügcfä£en, 

a) 3cber 9tebenfati, »ehter fid) auf ein Ding»ort im 
^auptfatie be^iei)t unb baflelbe näher beftimmmt., tjl ein 



— 68 — 

S5 c i f ü g e f a $. Die 23eifügefä£e jTnb im (5a£gefüge baö, 
n>aö bie 23eifügung im erweiterten einfachen (Safc ift. 

b) Die 23eifügefä£e werben mit it)rem £auptfat3e öet* 
bunben : 

1 ) burd) bte gürwörter, w e l d) e r (— e, — e $,) ber, 
(bte, baö), wo, mann, wie, ba (A.a, b, c.) ; 

2) bunt bte 53inbewörter : ba$, ob. 

c) 3Benn ber S3eifngefa(3 burd) bie gürwörter „w e Ich e r 
( — e, — eö,)" uub ( j,b e r, bie, baö") mit bem £auptfa£e 
»erbunben tjr, fo richten ftd) biefe gürwörter in ©efehfeebt 
uub 3« 1)1 immer nach Demjenigen Dingworte, aufweichet 
jTd) ber 23eifngefat3 be^icfyt (A. a.). ' 

d) (Steht üor bem gürworte „weld)er" jc. ein Vorwort, 
fo fann baö SSorwort nur bann mit bem gürworte $nfam* 
menge^ogen werben, wenn f i et) ber S3etfügefa$ nid)t 
a u f e i n e n $>erfo nenn amen bezieht (A.b.), 

e) ^qeiitnetbaö Dingwort be3£auptfa£e$, aufweichen 
ftd) bcr23etfngefa£ begebt, einen £)rt, eine 3?^, ober eine 
Söeife, fo barf man anfratt „welcher" ?c. aud) bte Wörter 
„wo, woher, wohin, wann, ba, wie" jc. gebrau d)en, 
(A. c). getylerfyaft \]t eg aber, bie Porter $u gebrauchen, 
wenn fich ber 23eifngefat$ nicht auf einen s ~rt jc, fonberu 
auf eine ?)erfon begebt. 

3 33. Der SWann, wo (anftatt welker ober b e r) geftern tyer war, 
ift ein reifenber Kaufmann, 

*) Der 33etfüaefa0 fott überhaupt nur bann bur$ „reo" mit feinem 
£au)>tfafce »erbunben werben, wenn bag Dingwort, auf welches er ftc§> 
bejicljt, eine D e rt ( i d; f e it aittfbrücft. 

$Benn baö Ding, auf welche^ ftd) ber 23eifügefa$ be* 
äiebt, burch ben 55cifngefa$ t>on allen aubern ringen feiner 
Slrt foll unterfdueben* werben, fo fclpt man t>or bajfclbe ge* 
wöbn(id) bad bmweifenbe gnrwort: „berjenige," (W* 
jenige, Dasjenige). 

3. #. Derjenige ©o(bat, welker feige ift, verttent23crad)tung. Die- 
jenigen 9}?cnfct)en, welche taub geboren werben, fyaben teine SorfteUuna, 
vom Stalle. 

g) diejenigen 23eifügcfä$e, xveld)e burd) bie SSmbewörter 
„ba$" „ob" mit ifyreni £auptfa$e »erbnnben finb, begehen 
JTd) immer anf ein Dingwort, üa$ ein ©ebanfenbing 
(eine^b^tigfeit ober ©gen fd)aft, bie man fld) aU ein Ding 
benfr, §. 59. g..) bezeichnet (A. d.). 

h) D«er 23eifngefa£ fotl immer möglich!* nahe betbemjeni* 
gen Dingworte flehen, auf weldjeö er ftid) be$iei)t> 



— 69 — 

i) Oft wirb etnem £auptfafce (ben man gewiffermaßett 
alg ein Ding betrautet) ein 9iebcnfa£ beigefügt, ber ffcf> 
nidit auf ein einzelnes* Dingwort, fonbern auf baö gan$e 
*Prabifat beö £auptfafccö begebt (A.e.). Diefe 2lrt üon 
feeifügefä^ett nennt man nodj ingbefonbere„3ufat3." Der 
3ufa£ wirb bnreb baö $ürwort „tva&" unb burd) bie $u* 
fammeugefc(3ten formen, wo$u, woburdpe. mit bem 
£>aupt[a£e üerbnnben (A. e.). 

§. 34. 
A. Safrgefüge mit Um fianbä fäisen überhaupt. 

a) $ß o ein £obtettforper t|r, ba tterfammeln fTci> bie 2tb* 
ler. 3B o bn niebt gefaet baft, fannit bn ntrfjt ernbten. Der 
©ärtner pflanzt bie Söäume bat) in, wo fte ben übrigen 
©artengewaebfen am wenigllen febaben. 

b) 51 1 6 3efuö $wolf 3ai)re alt, gtng er mit feinen Altern 
in ben £cmpel. (£t)e spauluö ffd) befetyrte, war er ein 
heftiger Verfolger ber Sünger Sefw* Sachtem ^autuö 
f\d) befetyrt hatte, war erber eifrigfte SSerfnnbiger beö Givaiu 
geliumä. 

c) Uö i e ber Sföeufd) fäet, f o wirb er ernbten. £ebe f o, 
baß bu einjt ntd)t£ $u bereiten baft. 3? älter bn wirft, b e* 
jto tterftanbtger foüft bn werben. Die 3^it iß S u faltbar, 
a l 6 b a ß man fte nicM immer möglidnt gnt anwenben 
follte. Dn jtelljt biet], a l ö o b b.u'ntdjtö \)on ber ead)e 
wtijHejt. 

(!) Die untere Cuft ift biditer, aU bie ebere, weil bie 
cbere ?uft anf bie untere brücft. ^a alleg 3rbifd}e tbeifbar 
tff, fo Faun and) mtfrtö 3rbifdie3 un^erftörbar fepn. 2öen n 
bn gefunb bleiben .willtr, fo mußt bn mäßig leben. @ott 
bat' atleö wobl gemadn, wenn gleidi bte s JNcnfcben eö 
nid)t immer genugfam eiufeben. ^u foüft SSater unb 9J?ut* 
ter ebren, auf baß btt lange tebeft auf Arbeit, ^inber 
geljen tu bieSd)ttle, bamit fte (£twaö lernen. 

13. 18 e t r a d) t u n g b er U m (t a n b g f ä § e it b e r I) a u p t. 

a) Diejenigen StobeiHä&e, weld)e im Satzgefüge bie Stelle 
eiue3 ilmilanbeö vertreten, nennt man Ü m|tanb3fä£e 
(A.). 

b) Die Uiuftanböfä£e werben nad) ben üerfdjiebenen 
Wirten ber Umftänbe unterfd)icben in: 



— 70 — 

1 ) Umftanbgfäfee beö £) r t e ö ( A. a.), 

2) UmffcmbSfäfje ber Seit (A. b.), 

3) Umftanböfaße ber s iö e t f c (A. c), unb 

4) Umfranbäfage beä © r u n b e 6 (A. <!.). 

c) iSte llmftanbsfake werben bunt ^n>ctrj(tct?rt.qc 33inbiv 
Wörter, nämlid) bnrcfi ein t)tuwetfenbe3 unb 'ein bejuqlidKS, 
mit ihrem £auptfa£c tterbunbcn. Da3 binwctfenbe ftcbt im 
£auptfa$c, ba$ be^uqüd)e im Umftanb3fa£e. 

3. 33. 2B fein (£a($ tm #aufe ift, ba feblt e0 am bcften G3ctrürjc. 
2110 id) ertoacfrtc, (ta) fübue icf> micfc geftärft. 3$ »erbe (Dann) fom* 
men, tu e n n idj fertig bin. 

(I) SDaS l)inwcifcnbe 23inbewort im £auptfa£e wirb übri* 
.qenö oft aitöqelaflfen ; e3 fann aber immer btn^ugebadjt 
werben, wenn ber 9iebenfa£ ein llmftanböfafc ift 

3- 93. 5ö breite 8Bttr*et fdjiägt, (b a) mad)t ©otte^ «Segen einen 
23aum barau0. 9llö e0 5tbenb würbe, (b a) ging bie ©efellfc&afr au0- 
etnanber. 

Jtamt jcbod) im £auprfafce ein binmetfenbeö Stubewort 
nid)t binju.qebadif werben^ (0 i|t ber 9cebenfat$ mebt ein 
llmftanböfa(3, fonbern ein eubjeftio*, ober (Jr^än^ung^^ 
ober ein 53eifucjefa$. 

3. 23. 60 ift befannt, »ol)in bie 25cgc( tm £erbfie sieben. (@ut- 
jjfttöfatJ = ber ^tufcntbalteort ber 3"ö^, el im SBmttr). 3$ wei§ 
titcfyr, »0 fiel) mein trüber gegenwärtig aufteilt. ((£rgä'nsung0fa& = ben 
gegenwärtigen 2lufentl;a(t0crf meinet ^rubere), ü'ennft bu ba0 l'anb, 
rö"o bie 3'tronen blühend (33eifügefatj = in welchem i»e3ttronen blü» 
l;cn = bac l'aub ber 3 i t r ° 1 1 e »}• 

c) Die Umftanbäfäfce begeben jtcf) immer auf baö $rä* 
bifat beö $auptfa£eö, unb tonnen bemfelben t>oran$cl)en 
ober nachfolgen, ober and) jwifdjen £beüen beg £auptfa£eö 
ftebeu. 

3. 33. Da feMt e0 am bejten ©etoiirje, ro f e i n © a ( S i m $ a u f e 
t ft. S0 fehlt ba, ro fein % a U im £> a u f e t ft, am beften (>3e= 
»Urse. 23 f ein (0 a (3 i m $ a u f e i ft f fel)tt es am beften ©ercürje. 

§. 35. 

A. Umftattböfäfce be6 £>xte6 inöbefonbere. 

Seifpiele öon Umftanbgfa&en beö Crteg ftnben ffrfi in 
§. 34. A. a. 

B. 38 c t r a d) t n n g berltmitanböfäfcebeäDr* 

tcß inöbefonbere. 
Die Umfranbefäfce beö DrteS »erben burd) bie beengt 
lidjen gurwörter: „wo, woher, wof)in" mit ihrem 



— 71 — 

£mtptfa£e »erbuttbett. Jm £auptfaße jtefyt, auggebrücft 
ober bin$ugebad)t, eineö bcr btnroetfenben gurn>örter: „ba, 
bort, baljttt, bortfytn, batyer. 

3. SB. 2ß c man bte ftafce [ireicbelt, b a tft jte gern. 2Bo ittc^tö tft, 
ba fann man nictns nehmen, ©et'e babtn, roofyer bn gefommcn 
btft. ©teile jebe ^a$e batnn, tt)ot)in (ie geirrt. 

§. 36. 

A. (Sa£gefüge mit Um jtattbä fä£en ber 3 e t f. 

a) 2H6 bie Sonne aufging, reifte ber SSater ab. 2U3 
ote ilöetfen au3 ^Jcorgenlanb narf) Jerufalem famen, fragten 
fie narf) bem ncugeborneit 3?ömg ber Juben. 25 a £erobe6 
bon einem neugebornen&önigefcer Jitbeu borte, erfdiracf er. 
$Bie ^etrttö bte ©ertduöbiener ©eroalt brauchen fab, jog 
er fein Scbjroert unb I)ieb bem 9ßaldntö ein Ot)r ab. 9Öäg* 
renb Je|u6 am Delberg betete, fdiltefett feine panger ein» 

b) 9tad)bem bte Sonne aufgegangen roar, retäte ber 
SSater ab. ^actibem Jefug mit fernen Jüngern t>a$ le£te 
2lbenbmai)l gehalten hatte, ging er in ben ©arten ©ctfyfc* 
matte. Äaitm hatten bie @erid)tebiener Jefum ergriffen, 
fo flohen bie Jünger. Seitbem Jerufalem gerfrört tft, 
leben t>ie Juben jerftreut ttt allen Säubern bcr (Srbe. 

c) (£t)e bie Sonne aufging, reiötc ber Sater ab. £>te 
Jünger Jcfti blieben in Jerufalem, biä ber heilige ©etit 
über fie berabgefommen roar. Jeftiä belehrte feine Jünger 
nod) über ÜJtondieö, ehe er ftdbtbar t)or il)ren klugen gen 
£ummet fut)r. £ie erften 23efemter be£ (5briftentbum3 
rourben oft grattfam gemartert, bet)or man fie töbtete* 
s 3Jiagbalena erfannte ten attferjlattbcnen ^eilattb nid)t, 
biö er fte anrebete. 

B. Betrachtung berUmfranböfäfce ber 3eit> 

a) 2)te Umftottbäfä&e ber 3«^t- brücfen ttt 53e^cl)ttng auf 
tl)ren £aüptfa£ einen Ümftanb ber3eit clvlö, unb be^eidjnen 
benfelben bcr 3^it naä) : 

1) alö etroaö ©Utd)getttgeö (A.n.), 

2) alö etroaö SSorangegaugenee (A.b.), 

3) aUS etroas 9iarf)folgenbe6 (A. c). 

b) £>te llmftanbäfä^c ber ßtit roerben mit ihrem £aupt* 
fa^eburrf) be$üglid)e Bittberoörter Derbuttben, unb 3t»ar alö: 



— 72 — 

I) gletd^citig: 2) t)orgetttg: 3) nacr^eittg: 
burd) : als nacktem elie 

ba feitbem beyor 

wenn feit big (t>at)in, ba§) 

roann faum 

roie fdjon 

intern 

rcät)renb (ba§) 
inbe§ 
fobatfc, fo 

c) liefen bejügticfien 23inberoörtern be$ 9?ebenfat$eö ent* 
fpridjt baä im $auptfa£e (auögebrütft ober bloö l)in$uge* 
bad)t) tfefyenbe tnnroetfenbe gurroort: „ba" (bcm „wann" 
entfprtd)t „bann'')» 

3- 23, 51 1 ö bie (Sonne aufging, (bo) reiste ber SSater ab. ßfye 
bie (Sonne aufging, (b a) reiste je. 2ß a n n bie (Sonne aufgebt, (bann) 
reist ber 23ater ab. 

(I) Grtne 3f^bauer auf hie grage: „5ßte lange?" 
be^eid)iten bie 33inbeit>örter: „feitbem" unb „biö". 

3- 33. 2Barte, b is ic§ roieber fomme. <S e i t b e m icjj fyier bin, tyabt 
id) nod> feine auSiänbtfäe Xtn'ere gefetjen. 

§. 37. 
A. ©afcgefüge mit Umftanb$fä$en ber 3Beife. 

a) X)er gerabe aufrichtige 9J?ann fpridjt, roie er benft. 
£>er SdWidjler fprid)t ( fo), m i e man eö gerne bort. 30 i e 
man lebt, fo fHrbt man. £)er 3«friebehe ift fo glücfttd), 
a 1$ b er alle ©rfjä'fje ber (£rbe befaße. ÜJtondje §unbe ftnb 
fo gelehrig, al$ ob jle ÜWenfdjenuerfranb hätten, £erobe$ 
jteüte ftd) nur fo, alö ob er jld) über t)ic ©eburt 3efu 
freuete. 

b) ^and)er@d)üler fdjreibt fo, bag e$ fein 9J?enfd) lefen 
fann. 3J?and)er£anbmann arbeitet (o,ba % tbmber(fed)rüei§ 
tton ber Stinte rinnt. 3m Sommer bonuert eä oft (fo), 
ba# bie genfier flirren. Sie Stürme roütt)eu oft fo heftig, 
baß fte Säume entrouqeln. 3m$8inter 1851 auf 1852 roar 
e$ fo falt, ba$ ber Dt)io*glu8 jroeimal zufror. 

c) £er ed)ttellfcbretber muß fo fcfyteU fdireiben, alö ein 
9?ebner fprid)t. @in Speicher fann eben fo gut mannen, 
alö ein Slrmer reid) roerben. £er £ob »effdjoM eben fo 
wenig beö 9?etd)en, alä er beö Sinnen »erqifjt. ^er £iger 
ilt fograufam, alg bie £i)äne (graufam i(t). arbeite, fo 
lange bu fannil. grage ben £eljrer, fo oft bu (£tu>aö nid)t 
t>erftet)ft. 



— 73 — 

d) 3e größer ber 23efik itf, befto mübfeltger ift oft bae 
Seben. 3e bötyer ($iner fieigt, befto tiefer Fann er fallen. 
3e mebr (£iner l)at, bejlo mebr will er gemeintgltdj baber. 
3e l)öber unfere (Jrfenntniß fieigt, befto fyöfyer foll and) bte 
£ugenb (tagen. 

e) @in2Sogel fließt fdjneller, al3 ein ^3ferb laufen Fann. 
9J2ancbe$ Surf) foitet mefyr, alö e£ wertt) i(r. Der gaule 
arbeitet immer weniger, atö er fönnte wnb follte. — Die 
Ääämilbe \{t $u fletn^ aU ba$ man fte mit blofem 2tuge 
fet)en fönnte. Du btft mir $u lieb, alö ba$ td) bid) »er* 
gejjen fönnte. 3rf) bin $u mübe, aU ba$ irf) weiter gefeit 
mörfjte. 

Sefuö fegnete bte jünbcr, inbem er tljnen bie £änbe 
auflegte. 3efu3 heilte einen 93ltnbgebornen, inbem er befielt 
Saugen mit Speichel betfrirf). Zsnbaö Derrietb 3efu$, inbem 
er il)n fußte, platuö erklärte 3efuö für unfdutlbig, inbem 
er feine #anbe wufdi. (5tept)auu3 öerjieb feinen getnben, 
inbem er für fte betete. 

B. 23etrarf)tung ber Umftanb^fä^e ber^Iöetfe» 

a) Die Umflanbgfä&e ber $öeife brücfen an$, wie (auf 
weldic 2lrt uub $ßcife) haß, waö im £auptfaj$e auögefagt 
ift, gefdu'ebt ober getban wirb. Die ümilanböfä&e ber Üßeife 
bezeichnen bie $öeife : 

1 ) alö eine 21 c \) n 1 1 rf) f e i t ( A. a.), 

2) alö eine 5öirfung (A.b.), 

3) aU eine $ e r g l e i cb u n g (A. c, d, e.), unb 

4) aiß eine ©l et ch$ e i t ig! e 1 1 (A. f.). 

3>eber 9tebeu|atj, welcher bie 2tu6fage eineö £auptfa£eg auf 
bieftrage: „UiHe?" näl;cr bejTtmmt, t(t ein Umftaubgfa£ 
ber $öeife. 

b) Die Umftanb3fä£e, wcldie bie 3Beife alö eine 21 e bn* 
lid^feit bezeichnen, werben mit ttyrent ftauptfafce burrf) 
bie Söinbewörter: ^roie, alö wenn, alöbb" öerbunben. 
3nt £auptfafce (lebt bann auögebrücft ober nur l)in$ugebad)t 
batf binweifenbe „fo" (A. a.). 

c) l^ie Urnftanböfä^e, weldie bte s Iöeife als? eine^Bir* 
fung bezeichnen, werben burcb„baß" mit ihrem £auptfafce 
öerbunben. 3m £auptfa$e ftel)et bann ebenfalls „fo," auf 
Weldjeö \id) „baß" begebt (A. b.). 

3. 33. ©|>rid) f o, b a § man bid) »er fiel) t = bafj e^ bie SBtvfuna l;ar, 
toerftanben werben Sit fönnen (»crftcinbtidj). 



— 74 — 

d) ©te Umftanbgfafce, roetd^e bie3ßetf€ alö etneSSer* 
glcictunig begetefmen, Hellen biefe bar: 

1) ctld eine © leid] he it, b. t). bag Sluö.qefagte im 
£auptfatje unb ba3 Sluägefagte im SRebenfagf rotrb 
einanber üölltg gletct) geiteUt (A. c, d.) ; 

2) als eine U n g l e i et) b e i t, b. t). ba$ Sluggefagre im 
£auptfa£e niirb alö irarfer (gröger) ober fetjtiäctjcr 
(Heiner) bargeftettt in SSergleidjung mit bem, roag 
im 9iebenfafce auögefagt ift (A. e.). 

e) SSejetetmet ber Umfranbefai^ eine ©leiebbeit, fo n>trb 
er bnret) ba$ SSmberoort „atö" mit feinem §auptja£e »er* 
bunben, in roelehcm bann baß btmoetfenbe „fo" ftefyt (A.c.)» 
(Stetyen aber bie beiben 2(u3fagen, bte mit einanber üerglt* 
ctjen werben, in ber peiten SSer^letctjungöftufc (£öt)erftufe, 
§. 24. B. b. 2) ; fo ftetyt im 9iebenfaj3e „je" unb tm £aupt* 
faSe„befto" (A.d.)- 

*) 3uteet{en tofrb //at ö /y aue'ge! äffen. 3« 53* SIrbeitefo lange (a{g) 
bu tannft. Cir trinft fo fcicl (ate) er mag. ßr geltet in bte ^tabt fo 
oft (al$) er tritt.- 

f) ^Be^eirfjnet ber Umfranbäfafc eine Ungteidifyeit, fo 
flet)t im £auptfaise ein gefretgerteö (*igenfd)aft3roort ober 
Umilanbsroort, ober and) t>a$ Sormort „gu" unb im Sieben* 
fa£e ba3 SSiubemort ,,al$" ober „af ö baß" (A.e.). 

g) Die Umftanb3fä£e be^eidmen bu $Beife tyäuftg aud) 
als eine ©leid)$eittgFeit. £ie6 ift jebod) nur bann ber 
galt, roenu ber §auptfat3 unb 9iebenfal3 Gnneö unb bajfelbe 
Sing al$ SubjeFt fyaben (A. f.), 

3- 23. Der tapfere Krieger bat feine Betben 2lrmc verloren, inbem er 
(= ber tapfere Krieger) für bas 23arevlanb fampfit. (= Der tapfere 
yaieger bat fämpfenb für bas ©arerlaub feine beiben Slrme »erloren. 

§. 38. 

A, (5a£gefüge mttUmfranböfä&en b e 6 

©vit übe d. 

a) 9J?andie3 .ftinb ift fdion battou FranF geworben, ba$ 
eö unreifes Dbft gegeflen I)at. üftan roetß bte 9J?onbdüer* 
änberungen baber genau, ba§ man fte lauge %eit beobt 
achtet bat. $ inber fetten tt>re £anfbarfett gegen tie Altern 
baburd) beroetfen, ba£ fte it/nen ©eborfam leiften. $i\\ 
©arten unterfd)eibet fid) üon einem getbe befenbertf bei* 
burd), baß er buref) irgenb eine Umzäunung emgefdjtof* 
feit tjt. 



— 75 - 

b) T)cx SSogel Strauß Faun nicht flicken, weil er int 
!Bert)ältniß ju feiner ©röße feine glüael (jat £>ie gtfehe 
haben feine Stimme, weil tt)nen bte 2unge fehlt, ^löetl 
baö 33tubenl)ol$ brücf)tg unb fpröbe tfr, taugt eö nid)t gut 
$um hatten. 

c) IDa ber Barometer fteta,t, fo wirb ftrf) bte 5Btttenmq 
wobt balb aufheitern, £)a bte S3lütl)en erfroren jutb, fo 
muß bte grübltnglgnadht febr falt gewefen femt. £)fgfer 
$nabe fann nidyi' fdirciben, iubem er ftet) an feiner red)tctt 
5?anb »erwunbet hat. 

(!) 3ungeö 25lut, fpare beiu ®ut, bannt e$ bir im 3llter 
wohltbut/ 2erne (Jtwaö in beiner 3ugeub, auf baß bubein 
gortfommen in ber 5öelt etnft felbit'ftnben rannft. STOan 
\§t, bamit man lebe. Wlan büugt ben tiefer, bamtt er 
mel)r ftrudit trage. 

e) SBenn bte 55irue fettig tfr, fällt ftcjib. £>er ^Burnt 
Frümmt ftd), meint er getreten wirb, ^obuttont £tm# 
mel ©ereduigfeit boffe(rj fo erweife fte 5lnbern. doofem 
bu nicht gebordieiT, wirft: bu geftraft werben, gallo man 
bid) fragt, fo antworte mit ?(rtigfeit. 

f) Dbfcnon bie £aushül)ner ginget haben, fo fchwingen 
ffe (ich boeb feiten in bie £öbe. C b w o b l bte 3nfeften man* 
dien ©djaben anrichten, fo fiub fTe tod) nidjt ot)tte großen 
9iii£cn, ©Ott ijt überall gegenroärtig, obgleich roir tfyn 
nidit (eben, löenu gteid) ©otteö gügungen unö manchmal 
bunfel fd)einen, fo bitrfen wir borf) au ©otteä SSatcrgüte nie 
gweifetu. Wandle Reiben ftnb für ben ÜÄenfdjen ein ©lud, 
wenn eö bie Ä'itr$ftd)t ber Sterbtidjen and) nicht immet 
etn^tt fehen ttermag. 

g) ©ehorchil bu nicht, fo wirft bu geftraft. £offejr bu 
Dom £ummel ®ered)tigfeit , fo erwetfe ffe auch Zubern, 
gragt man bich, fo antworte mit 23efd)eibenbeit. 9?id)ten 
bie Snfeften and) mand^en Schaben au, fo u"nb ffe boch aud) 
nid)t ohne großen 9cu£ett« — Sei) red)tfd)affen, fo wirb eö 
bir nie an innerem grteben feljteu. &l)ite itidjtö 23öfeö, fo 
wiberfäbrt bir mdjtö S3öfe6, 

B. S5etrad)tung ber Umjtanböfä&e beö 
©runbetf. 

a) £ie ümftanbSfäge, welche in S3e$tebunq auf ihren 
£auptfa$ einen ©runb auätrueft, nennt man ilmftanbg* 
fäfce beö ©runbeg (A.). 

b) 9D?an unterfdjeibet bei ben Umjräuben beö ©runbeö 



— 76 — 

ben möglichen ©runb üon bem mir f lief) en©runbe. Un* 
ter bem mag liehen ©runbe »erfleht man bie S3 eb in* 
flu na,, unter roeldjer ($tnoa$ roirfltd) »erben fann (A.e.). 

3« 23. «33 e n n b i e 33 i r n e ä e i t ig i ft, fällt fte ab." £a£ „3eittg- 
fe^n ber 23irne" ift ber (iirunb ober bie Urfac&e, bajj (ie abfällt, tie- 
fer (Jjrunb tvirb in bem angeführten ©afce, aber nietyt als rotrfltcf), 
fonbew bieg alö möglich bargeftettt. dagegen in bem @a$e : 
„2B e il bie Girrte jeitig ift, fallt fie ab,'' tinrb bae 3*iti9KVn als roir U 
lieb, bargeftellt. 

Unter einem wir Midien (55 runbe öerftebt man fowohl 
ben ^ad^qrunb (bte Urfacfje), ale> aurf) ben Sßeroeq* 
qrttnb unb @rfenntntggrunb. (A. a,b,c. gerncr§.16. 
ü.a-e.). Höenn ber Scroeqqrunb alö entfernter ©runb 
qcbad)t roirb, fo nennt man tfyu 3 "> c cf ♦ (A.d. gerner 
§. 16. b. f.). 

c) gftan nennt biejeniqen Umiranböfäfce, welche einen 
möqttd)en ©runb (= eine SSebinejuna,) auöbrucfcn, 23 e* 
btncjuncjäfäge (A. e.). 

*) Ter SBebingung cntfprictjt bie $ o t g e, b. b. bas jenige, roas &>trf- 
lieb, toirb/ roenn ber bloß als mcg'.idj gecad?:e ÖJrunb a ucl/ roirflicl; torrb. 

il) 3m £auptfa£e roirb bie golqe, roetdie man auä bem 
im 3fiebenfa§e auäqebrücften (roirf liehen ober möglichen) 
©runbe |te^ett tonnte, oft verneint (A. f.). 3n biefem 
galle beijjt Dann ber Umilanbsfafc beg ©runbeö ein @tn* 
räumunejäfafc. 

e) Die Umjtanbäfäfce be$ ©runbeS fönneu mit il)rem 
£auptfaße üerbunben roerbett : 

1) Durch baS Siuberoort ,,ba§/' roeldieö foroobl eine 
Urfacfje unb einen Q3eroeqqrunb, olö and) einen 
Broecf unb(5rfenntni£qrunb be$eid)neu fann (A.n.). 
3m ftauptfafce freist algbann immer ein bmroeifen* 
beö giirroort, ba$ mit einem SSorroorte ntfammen* 
qejoqen i\t. 

2) fcurd) bie SBinberoörter „bannt, auf, baß/ 7 bnrd) 
roelche immer ein 3tt>ecf bejetdntet wirb. 3m 
#auptfa£e liebet alöbaun ( au «cjcbr lieft ober l)üt$u* 
qebadu) „barum" (A. b«). 

3) Durch bad 93inben>ort „weil," noeldieä eiwe Ur* 
fache ober einen Sero eqqrunb bezeichnet. 3nt 
ifrauptfa&e jtebt alebami banftq: „b e ö ro e q e n, 
be 3 b alb, be 3 nullen, bat) er," um auf ben 
im iJccbcufaüe auörjebrücften ©runb befonberö bin* 
juroetfen (A. i\). 



— 77 — 

4) Surd) ba$ SSinbcwort „ba," burd) wcld)c3 ein 
(Srfenntntggrunb bejetdmet wirb (A.e.). 

*) 2lnfiatt „ba" gebraust man jutoettert auefc „inbetn". 

5) Surd) bte ©tnbewörter: „wenn, fo, wofern, 
fa tlö (= in bem gaüe, ba$ — ober beö gaüeä, 
t>a§ — ), wo, welche eine SSebinquna, be$eid)nen 
(A.e.). 

G) Surd) bte SMnbewörter: „obfdjon, obgleich, 

o b wo t)l, wenn, febon, wenn qleid), wenn 

an*/' wei*e eine Gnnräumnna/ober ein 3uqe; 

ben bejetdmen (A. f.). 

f) Sie $3ebinquna,$* nnb (3inräumunq3fäf$e werben oft 

aud) in ber graqcform ober in ber 23efet)leform audqebrucft 

(A. g.). 

§. 39. 
A. SSerf u r 3 te 9iebenfä$e. 

a)JDaüib, (welcher) ein (Sotm beö 3fai_(war), würbe 
tnm eamucl $um Röntge gefalbet. 2)te ©prncfye ealo* 
mono, bei? metfefren Äontgö tn 3$rael, enthalten üortreff* 
lid)e Sittenlehren. 3oab' rannte bem 5lbfalom, einem 
ungeratenen eot)ne Samba, ben (gpiefj burd) ben ?eib. 
Saüib öcrfdicnte ben «fiöniq Sani, feinen bitterften geinb. 
— C5tn Grngel beö £errn tterfunbigte ber üftaria, einer 
armen, aber febr tuqenbtjaften Jungfrau au3 bem Stamme 
Sambd, bie Slnfunft bc3 (Srtöferä. 

l>) Sie Kartoffeln, (wcld)e) runb ober länaKcfj tton ©e* 
ftalt (finb), werben auf mandierlei UBetfe zubereitet. Sie 
Stute, (welche) meifienä rett) ober fdiwaq üon garbe (ift), 
bient utm Schreiben. — Der ginf, iic SJiactitigall au Schön* 
fyeit beö ©ejteberö weit ubertreffenb, l)at einen angenehmen 
Schlag. Scr guchö, an ?i|i faft alle aubern £lucre über* 
treffenb, wirb in Sprichwörtern l)äuftq alö Sinnbitb ber 
(getrau l>eit genannt. Scr £ud)3, (welcher) mit febr fdiar* 
fen ©eitd)töWrf$euqen öerfef)en (tft), lauert t)tnter ©ebü* 
fchen eber auf Räumen auf (einen s Jfaub. — Scr Sater, 
(weldier) erfreut (war), über tte Diucffetyr feinet »erlernen 
Sot)ne3, »eranftaltete eine greiibenmatjljeit. 

c) Ser SWeifenbe fd}ttcf, (weil er) t>on ber D^etfe $u fel)r 
ermubet (war), fogletdj ein. Sie Schiffer ließen, (wetlfte) 
beö >IRcereö unfunbiq (waren), baö Schiff auf eine Sanb* 
banf geraden. ( £a ict^ in ber Sadje fctb|t nid)t rjruublid) 



- 78 — 

unterrichtet (bin), fann id) btr feine genügenbe 3lu3funft 
geben, ilnbefannt mit ben Sorgen ber 3ufunft, »erleben 
bie .ftinber in grot)fimt unb £etterfett tt)re 3ugenbjabre. 
(Setbfl Söefucf) enoartenb, famt id) betner freunblidjen (5in* 
labung nid)t entfpred)en. teilte t&itte roieberbolenb, grüße 
id) biet) fyeqtid). 23erfnnfen in bie tieffre Trauer, melbe id) 
bir ben £ob meinet geliebten Sßaterg. 

d) Slbqefeben üon bem fd)äblid)en @tnflu(fc ber £runfen* 
beit auf ben Körper, bat (Te nod) mit größere 9iad)tl)etle in 
^inRd)t auf bie ®eifte3frafte. Die ©efrfjroa&tgfeit abqe* 
redmet, ftnbet man an btefer ©d)ülerht nichts $u tabeln. 
Die fehönfre ©efrfrichte mad)t, »orqelefen ofyne qebörigen 
Sluöbrucf, feinen (Jinbrucf. Slud) eine unbebeutenbe Sacfje 
fann, vorgetragen üon einem geroanbten (Jrgätjter, bie Siuf^ 
merffamfeit rege erhalten. 

e) Cbgletd) arm unb unbefannt, würbe Wlaxia bocr> jur 
5J?utter be6 4 JD?cf(Taö au$erroar)lt* £)bmot)t t>on ^itatttö 
at3 uufd)iitbig erflärt, mürbe 3cfu$ bennorf) |um £obe öer* 
urtt)ei(t. Die 2et)re 3efu gewann, obgleich öon 3uben unb 
Reiben »erfolgt, bennorf) immer meljr Jöcfcnner unb 23er* 
etyrer. 

f) 9D?an igt, bamit man lebe. = Sfflan i$t, um $u leben. 
Die (Sd)üler geben in bie (Edntle, um 31t lernen. Daoib 
fpielte auf ber £arfe, um ben jjönig feaul $u erbettern. 
3ofepb unterrebete f(rf) mit feinen SSrübern mitteilt eiweü 
Doltmctftfjerö, um öon ibnen nicht errannt $u roerben. 

g) Die j?raft, ftch Grtioag öorfreflen jn tonnen, nennt 
man üBorjtettungö* (ober (SrfenntmfJ*) Vermögen. £a$ 
Vermögen, ftrf) freuen unb betrüben gu rönnen, nennt man 
©efutyiöocrmögen. Daö Vermögen, @tmaö $u roollen unb 
nid)t jtt roollen, nennt man SSegebrungäoermögen. Die 
.firaft unb ga bigfeit, fiel) oon felbit $u bewegen unb $u em* 
pftuben, nennt man ?ebenöfraft ober Ceben. 

h) Da^ mau ftd) felbjt bcrjerrftfje, (= ffrf) felbjt $u be* 
rjerrfrfjen) tfl bie fcbroerjte $unü\ Die Gritern verloren ju 
tjaben, tft für Ätnber ein großcg Ungtücf. Seine $)fitcr)t 
treu git erfüllen, foll jebeö »jftenfehen erite Sorge femt. ©ott 
befahl ben^ßetfen auö borgen (anb, nicht mehr gu £erobe3 
$uritcfyufebren. *J)ilatu3 erlaubte bem 3o[epl) oon Slrima* 
tbia, ben Ceidjnam Üjefu oont Streng abzunehmen. 3efuä 
begleitete bie jroei junger nad) (£mmau3, ofyne von ttynen 
erfannt ju roerben. 



— 79 — 

B. S3 et r a rf) t tntß ber öerfür$ten 9?ebenfä£e. 

n) £te 9iebenfä($e »erben fyäufta, üerfürjt, b.b. baS^ub* 
ieft bed 9iebenfa£ed nebfl bem ^Qiorte, wefrfieö ben hieben* 
fa£ mit bem £>auptfai)e üerbinbct, wirb augqe (äffen, nnb 
baö ^Präbtfat beä -ftebenfafccä verliert fein 2lu3faa,ewort 
(§. 8. B. e.) ober feine 3luöfage*(5nbuitcj. (A.) 

b) £>a ba3 ©ubjeft, we(d)eg bei ber 33erf ür$una, ber -fte* 
bcnfät$c au3qe(af[cn wirb, ein wefent(id)e$ ©lieb in jebem 
Sa£e ijt: fe'laffen jld) nur biejeiuqen 9?ebenfä£e t>errur$en, 
berenSubjeft fdjon im £auptfa£e'au3a,ebrüdt tjl, ober bod) 
fyn$u,qebad)t werben mu£. 

3 23. ©er SRegenbocten, (rccfckr = ©ubj'cft „Regenbogen") eine 
ber fcfyönften ^atumf4>emun'g (ifi), bat (tebcn garten. 2>r SSater 
6<fal»l bem $tnbe, ^u ^>aufe $u bleiben, f= ta§ es = ba£ £inb ju 
£aufe w.). ßö tfi gpfivd?: O}tnftu0ti>a4t: „für un6") bie 2Bat)rt)ett 
§n fagen (= ba§ tttr bie 2Bal;vbett fagen). 

c) 2Ui$erbem ijt bie 2Serfür$una, ber 9iebenfä£e and) nod) 
bebinqt burd) ba3 2Ser!)ältnt§, in weldiew bie 9iebenfä£e 31t 
ihrem #auptfa£e flehen. Qa$ SBerbältnifj etneö 9tfebenfa£eö 
$u feinem £auptfafce wirb burdb 23tnbewörter bc$eidmet. 
23ei ber Serfürjunq ber 9iebenfcu)e tfl alfo befonberg auf 
bie 23iubewörter gu feljen, burd) we(cbe ber SRebenfafc mit 
bem £auptfafce tterbunben tfl. 

d) £ie 9tebenfcn)e, wefdie burd) ein be^üqficbe^ gür* 
wort mit ihrem ^auptfafte tterbunben finb, (äffen jtd) in 
folqenben gälten üerfitqen: 

1) 5öenn baöSubjeftbeSSßebenfafceö burd) ein b?inp 
tid)e$ gürwort, unb ba£ ^rabtfat burd) ein ©utß* 
wert au%ebrüdt iil (A. a.) 4 3« btefem gatfe muß 
ba3 £)tnawort, weldieö im 9iebenfa£e al$ ^3räbifat 
(lebt, mit bemjeniqcn £)inqworte beö §auptfa^eö, 
auf weltfjeS ftd) ber tterfür^te Sftebenfafc bezieht, in 
gleidiem 2Mequnq£fa((e unb in gleichem 
3ah(öert)ä(tniffe freien (A-a.). 

Q£hm\ »erfüqten 9£ebenfa£ biefer 2(rt nennt mau 
S3eifa(3. 

2) 3öenn fid) ber Stfebenfafc auf ba£ Subjeft beg 
£auptfafceä bqtefyt, unb ba$ ^räbtfat beö Sieben* 
fa£eö ein (£igenfd)aft$* cber Seitwert ift, baö in bcr 
3eitform ber ©eqenwart jletjt, guäletd) aber and) 
burd) ein 2Mnawort ober einen anberu s Jiebenfa£ 
naber bejlünmt ijl (A b.). 



— 80 — 

e) £>te 3SerFiir$uitfl barf jcbocf) aud) in eben ben ange* 
führten $roei fällen md)t (Statt fxnbcit, roenn ber Stfebenfafc 
ein Söeifügefafc ilr, burdi roe(d)en ba$ £ s ing, auf roeldjeg 
er ftcf) begebt, Den anbern Singen gleicher" 2lrt foü unter* 
fd)teben werben (§♦ 33. B. f.). 

3- 23. ©er ©«[eile, (reeller) ein öefdjicfrer Arbeiter (ifi), fintet Um 
einen 9J?ciftcr. Sie ©ebä'ube, Oe;d)e) mit 33(tfcableitern »crfcl;en ((int 1 ), 
l;aben bei ©eroinern feine (ijcfaljr ju befürchten. 

*) 3n tiefen Reiben SSeifpteCen roäre bie Serfurjnng tclilerl;aft. 

f) Sie s Jiebenfä£e, roeldie burd) ba$ 23inberoort „b a ß" 
ober „b a m i 1" mit ifyrem £auptfä£e »erbunben jtnb, lajffii 
ffd) öerfurjen, roenn ba$ <5 u b j e f t b e ö 9i e b e n f a £ r 3 
tm£anptfa£e auegebrücftijr, ober bod) t)ti^ußebad)t roerben 
muß (A.f.g.h.)* 

3- 23. 3$ boffe, bn§ td) biet; balb fel)e = tiefe, fcafb 311 [eben. Xie 
£oflmma, &a§ td) biefc balb fel>e = bid; balb ?u fel;en, tröftet mief). 
hinter geljcn in f (c (5c&u(e, um Stroaä ju lernen/ (bamit fie = bie 
5linber, ©twag lernen). (5$ ift $flicf>t (für ben (Irjriften), aud) bie 
geince ju lieben (= ba§ fte = bie St;riften ai4 bie geinbe lieben). 

g) Dcebenfäfce mit bcnSSinberoörtern: „roeÜ, ba, roenn, 
obgleich" 11. ber.qL lajjen ffd) öerfüqen, roenn bie unter 
H b, d, angeführten 23ebingungen oorfyanbeu fTnb, Sßetfptele 
oben (A.c, d, e.). 

§. 40. 

2Bieberf)oIenbe BitfammenjteUunc] fämmtlt* 

d)er 3lrten beö $ufam menge festen ©a£e$. 

a) Sie $ufrtmmenqefe£ten <Sä^e (äffen fid) eintbeilen in 

I. beigeorbnet ^ufammengefetpte Öä&e ober 2 a £ t) e r* 
b i n b n n g e u , au$ lauter £auptfa$e« befrcijenb : 

1) gufammenfrellenb oerbunben, 

2) entgegen ftettcnb Derbunben, 

3) begrünbenb Derbunben. 

II. untergeorbnet jufammengefe^te(Eä6e, ober@a£* 
gefüge, onö ftauptfafc unb 9iebenfa£ betfcfyenb: 

Sie 9iebe~nfäfce jfnb: 

1) ©ubjefttöfäfce, 

2) @rgan$iuigtffä£e, 
2(nfübrungs>ja£. 

3) SBetfögeföte, 
3ufafc, 
23eifa£. 



— 81 — 

4) Um|tanb3fä£e: 

a) be$ Drteö, 

b) ber 3eit, 

c) ber Ußetfc, 

d) be£ ©runbeg, tooju aud) gehören: 

bie S3ebinqung3fäfte, «nb 
bie (Jinräuimina.öfäfce. 

b) £>te beigeorbnet $ufammengefe£ten Sä<3e ober 
Sa£t)erbinbungen würben nach ber 2lrt ibrer 25 e r* 
binbung eingeteilt; fie futb and) feiner anbern Qrtnttjet* 
lung fäfyig. 

c) £ie unter georbnet sufammengefe£te Sä#e ober 
© a $ g e f ü g e, weldie immer au 3 fta uptfafc nnb 9R e b e n* 
fafc befielen, jtnb nad) ityren Sßebenfäßen unterfd)ieben 
worben Die 9?ebenfät3e vertreten immer t>ic (Stelle etneö 
Sa£gltebeg im £auptfa£e. Sie würben bat)er nad) ben 
Saiiqliebern, bereit Stelle jTe üertreten, eingeteilt nnb be* 
nannt. Die 9iebenfät3e ftimmen im SSBefen nnb im Hainen 
öölltg, mit ben Sa£gliebern überein, nur gibt ei feinen 
*}) r ä b i f a 1 6 f a ß, weit baö ^räbifat alö ber eigentliche 3n* 
balt eineg Sal?e$ ftd) nid)t burd) einen 9iebenfa& »ertre* 
ten lägt. 

ci) Der Stellung nad), welche bie 9iebenfäfce tmSa£* 
gefüge einnehmen, unterfcfyeibet man S8orberfä£e, Vlad)* 
f ä $ e, 3wifd)enfä$e. 

§. 41. 

A. 9D?el)rfad) äufammengefefcte Säfte. 

1« 2lu3 bret einfachen Säften $ufammengefeftt. 

a) ©ottift überall zugegen nnb fpenbet feine ®aben auö; 
^ic gan$e Schöpfung tjt fein £auö; bnrd) alle 3eiten wirft 
fein Segen. 

b) £ie (5rbe, welche wir beweinen, ifl: fcfyr groß; bod) 
übertrifft \ie bie Sonne bei weitem an ©röße. fcer üftonb 
tjt fletner, alö bie übrigen Sterne; aber er fdieint größer 
51t femt, weil er ber @rbe näher i|t. 3öenn fein 9Ö?enfd) 
ein iHtgner wäre, fo wäre fein Qrtb not l) ig, nnb Streue nnb 
©lauben würbe überall auf ber (5rbe wolnten. $Xta3 red)t 
ober unrecht fei), fagt bem 9)?enfd)en bie Stimme beä ©e* 
wtffenö; allein nicht alle ÜHenfdjen folgen biefer Stimme. 

c) DieSpradie, bie ein Sluebrucf unferö benfenben 
©eifteä tjt, unterfd)eibet uns t>on ben £t)ieren, weldje 



— 82 — 

nicht benren unb nicht fprerfjen fonnen. £er © e b a n f e, 
bag ©Ott ein liebevoller 33ater ber >.)Jtenfd)en ifr, foll unö 
b e r u t) i g e n unb t r ö ft e n, wenn »ir im Unglucf e jinb. 
23eftebl' bu beinc 2öege, unb a II e 6, »aä biet) fränft, ber 
treuen 23atcrpflege, £eg, ber ben $Be(ttret3 lenft. 

ti) £ie 9Taturforfd)er fjaben beobachtet, ba§ bie grü* 
nen SSIätter im Sonnenfchetn eine 9J?enge ?ebenöluft auä* 
bauten; baf? aber aud) bie nämlichen 53lättcr nach gönnen« 
Untergang Stiefluft enr»icfeln. 3n St r a n f en j i m m e r n, 
me(d)c nicht fleißig ausgelüftet »erben, unt tn benen ftd) 
ohnebin fcfjäblidie £üm~te ent»icfeln, brennen bie £td)ter 
febwaeber, alö gemöbniidh. Uöenn bie Cuft jidj am Slbcnbe 
f dm eil abfublt, unb wenn bie oon ber »armen Crrbe auffreu 
gencen fünfte nicht mehr burd) bie Cuft aufgelöst »erben 
rennen, fo entftebt ber 3eebeL 

e) 9£cd)tfcfcaffen tft berjemge, welcher alle $fltrf)ten ge* 
n>tffenr)aft erfüllt, bie er in jeber Sage gu erfüllen bat. %ttU 
mutbig tft ber, ber bie 3Babrbeit and) bann fagt, wenn fnr 
ihn ©efahr babei tft. 5öcr bie Glittet fettttt unb »äl)lt, 
»oburch er am fdmc'üTrcu unb tut erfreu feinen 3»ecf erreicht, 
ber tft flug ober banbelt flug. 3* foll fein Uebel fliehen, 
wenn mir bie spjlidjt gebeut, mid) ihm $u unterbieten. 3öir 
feilen nie vergeben, baj? bie dxbe nid)t u ufere £cimatl) fei), 
»o roir aan$ glucflid) »erben. 

2. 21 u 3 öier unb mehreren einfachen @ät$en 
3 u fa mm en cjefefct. 

f) $Ber ftubet, ebje verloren »trb, ber ftirbr, ei)e er franf 
»irb. $Bo man ijfet, ba mag mau $uget)eu; »o man aber 
ratbfdilägt ober ©clb jäblt, ba foll mau »eg bleiben, ©e* 
nie§e, »a$ bir ©Ott befchieben; entbehre gern, »a3 bu 
nicht baft. 9Jtan igt, um 31t leben; aber mau lebt nid)t, 
um gu effen. 

g) iNtcty nur folche Körper, »eld)e ihrer Statur nad) 
leidster al3 2Baffer ftnb, fonbern aud) ungleid) fch»erere 
fd«»immen auf bemfelben, mnn man ihnen eine Sluöbeh* 
nung gibt, ba§ ba$ üon ifynen üerbrängte 2Bajfer »eniger 
»iegt,'al3 fte. 

h) ©ie £ampfmafdiincn bemirfen in 5lmerifa faft 2llle6, 
»a3 fonft'I^enfchenbänbe thun mu§ten; unb auch in £eutfcb* 
lanb, »0 [dien feit melen Jahren einzelne SLÖerfe buref) 
Dampf betrieben »erben, mehrt fiel) bie %al)l ber Dampfe 
tnafdjtnen, bie man immer gefafyrlofer einzurichten lernt, 



— 83 — 

ttcnt 3at)r $tt 3<ibr, unb jTe würben noefj allgemeiner wer* 
ben, roäre baö Brennmaterial ntefet 31t tt)euer, roelcbeö in 
Slmerifa größtenttjeüö in ben roet)tfet(en (Stcinfoijlen befielt* 

B. 23etracf)tnna, ber mefyrfad) $ufammen* 
gefegten (Säfce. 

a) @in gufammenqefefcter Saft fann au3 mefyr a(3 jmet 
einfachen Säften befielen. @ö rennen brei, mer, fünf unb 
nod) met)r reifte 311 einem qrößern Saftqan^en »erbunben 
ober jufammenqefuqt femt (A.)* 3?be3 ßefebud) bietet Sei* 
fpiele Den feieben mebrfad) $ufammenqefefttcn ®ä|en bar. 

b) Dben inner A.a— e. femmen ©anfinge t)or, bie au$ 
brei einfachen eäften snfammenqefeftt ffrib, nnb $vax : 

A. a. £rei Jöauptfäfte mit einander öerbunben, 

— b. 3mei frauptfäfte nnb @tn 9iebenfaft, 

— c Grtn £auptfaft nnb 3 m et 92ebenfä£e, 

aa) f)te 9Men[ä'fic begießen [id; auf fceiictjiebene ©fieber 
beä f>auj>ffa$eS$ 

— d. bb) Sic 9Menfäfce begießen \idy auf tin gemein famcS 

©ajsglteb be$ ^auptfa&eS, unb (iub bat;« einanber 
b e i g e v b n c t ; 

— e. cc) 3>r eine 9ße&«ifa£ bestellt fttifj auf ein 63(ieb be3 

£auptfai3e£, ber andere ü?eben|aj? besfetjt fid; auf ben 
erften *Reb«tfa$ unb t f t batier bem 9teben(a&e itn- 
terg eorbnet. 

c) (Jö fönnen alfo and) ^ebenfafte einanber betqeorb* 
net nnb unterqeorbnet werben. £)te Söetorbmtna, nnb 
llnterorbnunq ber 9?ebeufäfte qefdn'ebt auf btefetbe \löetfc 
unb burd) biefelben 23iuberx>örter, roie bei ben 8a£i>erbtn* 
bunqen nnb ben Saftqefnqen. 

tl) Unter f-sr. ftnben jtei) 4*, 6< nnb 8fad) ^nfammenqefeftte 
(£at$aan$e. @ö t)änqt tum ber 2Biüfübr_be3 (Sprechenben 
ab, roie t>ie(e einzelne Säfte er 31t einem (Sa&qangen üerbin* 
ben mü ; nur barf bie reut(td)feit ber £arftellunq buref) 
eine unqebül)r(td)e 3(nt)äufunq »on — einanber unteraeorb* 
ueten Sfebenfätsen nid\t »erbunfelt ober erfdnrert werben. 

e) @tn mebrfad) $ufammen#efe$ter ^aft beftebt tljeilö an3 
äufammcnqejo.qeiieu Sätzen, tbeitö aud Saftmiunbunqen, 
ttyeilö auö^a&qefücjen. Q£in Saftqefuqe fann einem etngeU 
neu £attptfafte ober 9iebenfaftc unterqeorbnet jh;n. feet. 
fold)en met)rfad) gufammengefeftten eäften ober ^aftqan^en 
roerben im ungemeinen bte nämltdten 2to%\nd)t\\ (Sßetftrici) 
unbctridjpunft) auejeroeuber, mie bcibcuSaftuerbinbuuqcn 
unb Saftgefüant^ 



— 84 — 

§H tt i a tt $• 

§. 42. 
A. ©Heber fä£e ober ^er toben. 

a) kleine £>tnge werben allmäblig groß; aber große 
Xnnge »erben jäblingg flein. (£troaö nicfyt roijfen, tft feine 
Scfyanbe; a berfecfyanbe ijte$, mdjtö lernen $u »ollen. Uöaf* 
[er fann burd) Jeuer nur »arm gemad)t roerbm ; ^>oI^ unb 
(Stroh, hingegen n>irb oom Jeuer btö auf bie 3Jfd)e oer$el)rt. 
(trtn unfruchtbarer 33oben faugt allen 9?egen unb £l)au ein, 
ben bie fruchtbaren Söäume einfaugen ; bennod) trägt er 
feine grüchte. 3m Sommer l)iugen bie Zäunte üoll ber 
fdnmften grüdite; bennod) flagte $ur j$eit ber (Jrubte 
3ebermaun über Mangel an DbfL öerllnbeftänbige fann 
fid) nie red)t freuen; benn er vollbringt wenig, unb fommt 
feiten $u bem erroünfd)ten 3i c ^. 25er tiefer liegt üoll^te^ 
ne; beöljalb trägt er wenig grüdjte. (Einern Seben ge* 
fällt feine Äappe roel)l; bar um giebt eö überall fo rnele 
Darren. 

b) 9(ad)bem rotr und eine geraume 3ett tu bem ©arten 
aufgehalten hatten, führte man unö in baö £au6. ? ißenn 
ihr in einem fremben Canbe fcöb, fo richtet eud) nad) ben 
©ebräueben beö Canbeö. X) a ber neue $fab nod) unge* 
bahnt roar, fo gingen bie teilte red)t3 unb linfö über bie 
2ßtefe. *IB eil bie Jrage öorroiftig roar unb $ur Unzeit fam, 
gab er feine 3lntroort. 

c) Sermeibe ben Umgang berjenigen, bie böfe (Bitten \)a* 
ben; benn fdjlechte ©efcllfdbaft ücrbtrbt gute (Sitten. s JQ?an 
muß lernen, fo lange man lebt; aber man muß ba$, roaö 
man gelernt hat, and) ausüben. $Bie baö dlab, roeldieä am 
meiflen ©eräufd) mad]t, ba$ fd)led)tc|te an bem ganzen 
^löagen ift; fo fuib bie ©roßfpred)er gewöhnlich aud) biet 
jenigen, roeldie unter ben übrigen s Jftenfet)cn am roenigften 
tud)tig ftnb. 2öenn man immer lernt, ohne von bem, roaä 
man lernt, ©ebraud) $u mad)en; fo i|t man bem ©ei^halfe 
äljulidt, ber große Sdmfce fammelt, ohne fie nütslid) an^tu 
roenben. — (56 tlt letd)t, biejentgen, roeltfje bid) etneö Jet)? 
lerö Reihen, an il)re eigenen Jebler $u erinnern; allein e3 
tjt bcfjer, ben gerügten gefyler gu öerbeffern. — Grö ift oft 
unmöglich, bie s JRenfd)en, mit benen bu in 53erüt)rung (le* 
heil, ju änbern ; aber ed ift ntd)t unmögtid), bid) felbft $u 
größerer £>ulbfamfeit $u geroöhuen. — SRiemanb foll ftol$ 
femt auf ba6, roaö er weiß; benn ba3, wa^erweiß, \\~t fetyr 



— 85 — 

wenig gegen ba£, n>a$ er nid)t n)et§. — £)cr Traufe tt)et^ 
internem nid)t, n>a£ ihm nüfcftdj ober frfjäbltdj tjt; er tfyut 
a(fo wo 1)1, wenn er bem 2lr$te folgt, ber eg n)ct§. — $3ol)l> 
tfyätig ijt beg geuerö SDtoctjt, wenn fte benJftcufd) bejätjmr, 
bewadjt; boü) fdjrecfltd) wirb bie £ummetefraft, wenn fie 
ber gejfel ffd) entrafft* 

d) üöenn ©ererbtigfett itnb breite leere Hainen (Tnb ; 
wenn bie 23oSl)eit fTcf) foeö @rbfreifeä bemäd)tigt; wenn bie 
2lrgltit über bie Dteblidjfeit fte.qt: foiftbaö@rab bie Bufludit 
ber Xugenb. — 2Benn ber 9J2enfcb bie 2lllmad)t beö 8d)ö* 
pferö ber $Belt erwägt ; wenn er bie UBetöI>ett erfeunt, wo* 
mit 3ltfeö georbnet ijt; wenn er bie ©üte afynet, bie jcben 
borgen fedb neu an tl)m beweifet: fo erfüllt @l)rfurd)t fein 
gan$e$ £er$, 23cwunberung fe fielt feine Sinne, nnb innige 
ijtebe gu bem 9fammerqefebenen erfüllt fein ßangeä £er$. — 
s iöer nie \cin Srob mit £bränen aß; wer nie bie fummer* 
»ollen 9iäd)te, auf feinem 23ette wetnenb faß: ber fennt eurf) 
uid)t, it)r Sdncf falöntädjte. — jpätte $Btlhe(m früher be* 
bad)t, voie befebmerlirf) eine fo große ^eereife fei); wäre er 
genauer befannt gewefen mit bem 2anbe~, ba3 er feinem 25a* 
terlaub üoqiefyen 51t muffen glaubte; l)ätte er jTcb bewegen 
laffen, feinen träumerifdien Hoffnungen 311 entfagen; bann 
würbe er je&t nidit in einem fremben (5rbtl)eile troftloö einen 
3u|lanb beweinen, in bem er ftd) fo gan$ unglücFlid) fitfylt, 
unb ber nun einmal niebt mefyr $u äuberu ijt« 

e) $öo burd) buufle 23udumgänge blajfer 33oßmonbö* 
fdnmmer blieft; wo um fdjroffe ftelfeitl)änqe fiel) bie @pbeu* 
raufe (trieft; wo auö tyalb öerfattnem £t)urme ein tjerlajf'* 
neö S5äumd)en ragt, unb, emporgefdieudit Dom ©türme, 
fdjaueröoll b\e C^ule flagt; wo um jterbenbe©e|träuebe j7d)ber 
graue Siebet bel)nt; wo im trüben (£rlenteict)e bürreö D?ol)r 
tmUBtnbe tönt; wo in wtlbüerwad)Snen@ritnben bumpf ber 
SSergftrom wiebert)allt, unb, ein Spiel oon Slbenbwinben, 
weifet \!aub auf ©räbern wallt; wo tm bleichen (Sternen* 
fdjeine um ben früböerlornen greunb e infam im39prejfen* 
l)aine boffnuugölofe Set)ufud)t mint: Ta, ba wanbett, von 
ben Spielen augeilauuter £borl)eit fern, unter at)nenben 
©efütjleu, Sdiwcrmutb, bein Vertrauter gern; ba erfüllt 
ein ftilleö Sehnen, nad) beö ©rabeö -ftub' fein £er|; ba 
ergießt in milben £t)ränen ftd) ber Seele banger Srfmier^; 
uiib fein 53ltcf burd)fdiaut bie trübe Sufunft btö and ©rab; 
unb eg ruft: „@ott iji bie £tebe!" jcber Stern auf il)u 
tyerab. — - 



— 86 — 

B. Betrachtung ber ©lieberfäfce ober^e* 
rtoben. 

a) 5Benn ber $ufammengefekte <Sa6 in $wet ©Heber 
gerfällt, welche |7d) gu etnanber als 2Serberfa§ nnb SRadj* 
fa$ »erhalten, nnb oeren cinc$ £ebnng, baö anbere 
Scnfnng beö £one3 erforberf: fo wirb ber gan$e $ufam* 
ntengefefcte 6$ft ein ®lteberfa§ ober eine $ e r i o b e 
genannt (A.). f 

b) @ine 8 a £ ü e r b t n b n n g wirb ©lieberfafj ober ^e?" 
riebe genannt, wenn bie einzelnen (5ä£e berfelben bnrcl) bie 
entgegenfreüenben S3inben>örter: „aber, allein, hinge? 
gen, fonjt, bod), bennoch/' ober and) bnrd) bie begrün? 
benben Q3mbewörter: „benn, baber, beöfyalb, beäwegett, 
barnm, folglich, alfo" *c. öerbunbeh jTnb (A. a.) 4 

c) @n © a £ g e f n g e wirb speriobe genannt, wenn ber 
üftebenfag bnrd) einä ber S3inberoorter: „als, nadibem, in? 
bem, cbe, wenn, obfd)on, obgleid), ba f weil, me/^ mit fei* 
nem £attptfa£e öerbunben ifl (A. b.). 

(1) 3eber ©lieberfafs i]t andi ein $ufammengefe£terSa(5; 
aber nicht jeber $ufammengefe£te 6a£ wirb' eine 9)ertobe 
genannt; benn ber ©lieberfafc beilebt immer aus gwet fol* 
dien Säfeen, bie ftd) jn einanber als 23orberfa£ nnb Vlad)* 
fa£ »erhalten. 

e) 9Jcan tbcilt bie ©lieberfälse nach ber 3abl ber 25or? 
berfäfce nnb :)?achfät3e ein, auä benen fte jufammengefegt 
jutb. (Jögiebt bemnach: ^meiqlieberige, bretglieberige, üier* 
glieberiqe,' fünfgltebertge jc. gerieben. 

f) @ine ^eriobe tft ^weiglicberig, wenn ffe mir an£ e t? 
nem 33orberfa£e nnb einem 9?acl)fa6e $itfammengcfeßt ijt 
(A. a, b, c). 

*) ©djlte&en ftcf» nn ben SSorberfn^ ober an ben 9?ai$fa& fl'-'d) nccl) 
ßnbere untergeorbnert 9?ebenfäfce an, fo voirb bie geriete beitrug nur 
alt eine jt»etflliebrige betrachtet (A c), roenn (ie nur (Stnen 33ürberfa£ 
unb nur Sinen 9ta$fa$ entbeut. 

g) (5tne triebe ifr breiglicberig, wenn fte an$ $wei $or? 
berfäfcen unb einem ^ach'fa^e, ober auö einem SSerberfake 
unb jwei SRad)fä£en beftel)t/ (£ine ^»eriobe tft tnerqliebriq, 
wenn ffe attö ^mi SSorbcr? nnb ?,mi Sßadjfä&en, ober aitö 
brei SBorberfäfcen nnb einem 9"tachfa£e, ober au3 einem S5or? 
berfa£e nnb brei 9tod)fäfcen beilegt n. f. w. 

*) Dfccn unter A. d. fomihen brei=, »{er- unb me^rgliebrifie gerieben 
&or. Unter e tft eine gcbngliebrige ^eriobe, bie au£ fieben Sjovbevfä'fcen 
unb brei 9?ac|fci£cn fcejicbr. 



— 87 — 

h) 3« emer meljrgliebrtgen ^ertobe ffttb bte 23orber|ä£e 
etnanber bctgeorbnet, mib bte ^ladifäße futb einanber eben* 
falle 1 betgcorbnet. SSetgecrbnete ©lieber (^orberfalpc ober 
SRadjfä^e) roerben bitrci) ^trtcbpitnfte oon eiitanber gefdhte* 
ben; bte 9ßad)fä$e aber werben in ber mefyrgltebertgen $)e* 
rtobe bnrrf) einen £oppelpunft (:) oon ityren Sorberfa&en 
getrennt (A. d, e.). 

i) 3rt bte 5)ertobe nur $tt>eiglteberig, (o roirb ber 9tacnfa& 
burci) einen 23eijtrid) t>on feinem SSorberfafce getrennt, 
roenn bie^)eriobe ein ©ä&gefüge i(l; buref) einen ©tri d)* 
punft aber, roenn bte ^eriobe eine Safcöerbtnbunq tjr. 

k) 55ei meljrglieberigen Venoben »erben bte betgeorbne* 
ten S3orberfä$e oft and) buret) anbere SMnberoörter,' alö bie 
oben (B. b. u.c) genannten, eingeleitet; $♦ 53« mit „roer"2C. 
(A.d.e.)- 

1) @in einfacher Saft fann baburd) $u einer ^eriobe er* 
roeitert roerben, baß man roefentltdje unb zufällige SffltxU 
mak, bie einem begriffe ($. 58. „$erbjt") gufommcn, in 
£ä$en barfreUt. 



— 88 






ober 



bie Wortarten m\b xbte SBtcguttg, 



§. 43. 

a) gftcw itnterfrfieibet in ber <2prad)e ^rüet £auptarten 
yon Wörtern, nämlid): 

1) S3e ß riffö nobrter (§. 2. c.) unb 

2) $orm Wörter (§.3. f.). 

b) £>te 23c griffe Wörter brücfen ben 23e<]riff eüteö 
^)incjeö (@troag, baöift), einer £bäti t qfeit (ba$ ein £inq 
@t»aö ttun), ober einer &i t qenfd)aft'(ba$, mie ein SDinij 
tfl) auö. fe$ cuebt bemna'd) bret Slrten öon 23eanff$* 
Wörtern, nämlich: 

1) Din.q Wörter (§.2.), 

2) (5ifl en fdjaft d Wörter (§. 2.), 

3) Bettwörter (§. 2.). 

*) ©ie©ingtt>brtcr »erben aud)„$a n pt tub'r ter" flenannr, 
unb bie (Stflenfcöaftgroörter nennt man and; „33 e t n> ö r t e r" 
unb „33 e f dj a'f f e n l) e i t $ n> o r t e r." 

c) £>ie gor m Wörter brücfen nicht SBeqrtffe auä, fow* 
bern bezeichnen mir bie »erfdriebenen S3e$iel)un,qcn ber 
S3eqriffe(§. 3. f.; §. 4. d.; o.e.; 6. b. u.f.f.). 

(1) Die 23e$iet)iuiflen ber Se.qriffe werben aber ctudi ntm 
£t)eil bnref) bie 55 i e a U n ,q ber S3ecjrtffö^ unb gormwörter 
bezeichnet. @3 ijt bal)er notfymenbt.q, nicht nur bie 3B o r U 
arten, fonbern and) ü)re SBiegung ütgbefonbere $u 
betrachten. 



— 89 — 
fBettad)t\m$ bei 3$c<$rtfF$tt>prtcr* 

L ^Betrachtung ber Qtütoixttv* 

§. 44. 
21 r t e n b e 3 3 ? i t ro o r t e 3. 

a) Dte 3e ttroörter brücfen ben begriff ber £r}ättgfeit 
unb ntgleid) ew llrtbeil ber fpred)enben *J)erfonen auö* Die 
©ec(rtffö*3tttn>örter teilen ffd) ber 23 eben hing nad) in 
gmet £anptarten. Grö giebt nämltd) : 

1) be$iigltd)e 3^itrr>örter (§. 10. b, c.) unb 

2) un bezügliche 3^wörter (§. 10. o.). 

b) Unter ben be^üglidien 3*ttwörtern unterfrfjetbet man 
bie btnbejüglidKii, beren £f)ärtgfett (begriff) nicht fanit 
gebad)t werben otyiie ein Sing, welches bie £t)ätigfeit er* 
leibet (§. 12. A. a. B. a.), 

c) 23ei ben r)inbe^iiglid)cn 3eitwörtern Faun baß tbätige 
Ding ($. 23. jüiabe, (£di weiter, jcuib,) sugleid) aud) baß 
©inq fcmi, weldieö bie £bättgfeit crleibet '(§. 12. B.). 

3.'33. fcer Ännbe bebeeft fiel) (= ben Ännben). Sie ©djtoefter 
febmiieft [ic^ (= bie ©tyroeper). £)a6 tfinb »errounbet fief) (= bag 
Äinb). 

d) Saö tl)ättge Ding wirb aber oft auf tiefe 2öetfe 31t* 
gleid) alö ein leibenbeä Ding bargeftellt, obgleich e3 nicht 
alä ein folebeö (leibenbeö Ding) gcbadU werben fann. 
Uub in biefem galle wirb bann baß 3 e iln>ort ein rücf be* 
3üglid)eö genannt (§. 12. A.c.). 

c) Sfflan benft ftcf) oft eine £bätigfeit ofyne ein bcjtitnm* 
teö Ding, »011 bem bie £r)ättgfett aitögcfagt wirb; unb ba$ 
ttyätige Ding n>irb bann nlö em gan$ unbejtimmteö bnrd) 
baö gormwort „e ö" bejeicfvnet. 

3. 33. (£g regnet. (£$ febneit. @ä bliftt. (£0 borniert. £3 tyngett. 
ßs [türmt. (So gefriert. öS hungert mief;. SS bürftet micl;. <Ss friert 
mietj. £g friert biet;. £$ bungert ttjn. g$ gelüftet fic. 

5D?an nennt bie 3*ittt>örter, weldie eine £t)ätigfeit auöbrü* 
efen, bie ot)ne ein (Snbjcft (ttjätigeö Ding) gebadet wirb, 
u 11 p e r f ö n ( i d) e 3eitwörter. 
f) dß giebt alfo folgenbc Wirten »on 3e itwörtern : 
bezügliche: (antworten, gebenfen, rjoffen) 
binbe^üglicbe; (tragen) 
riicfbe^ng(id)e; (ft'cb einbauen) 
un bezügliche: (blühen, leben, fcblafen) 
rücfbe$üglid)c ; (ftd) grämen) 
8 



— 90 — 

unperfönlirf)e: (eö fcfmett). 

*) Die bcjügücben 3Htto6rter »Derben ofr in u n b e g ü g ( f 4» e r 

93ebeurung gebraucht; h 93. Der ©c&üler fdjreibt fcbb'n.— 
3eitrpbrter, bie nidjt bejüglid? jtnb, »erben febr fcSuftg in rü cf» 
beäügh'cöer gorm gebraucht; eben fo in ber i*eibe- 
f p r m uub in Per unter fonh'cben g o r m ; J. ST. Per 
£imme( b e b e cf r f i dj mit 5ß?ol Pen. Die (irbe brebt fiel; um 
bie eonne. — ®$ imrp getankt. öS roirb gelabt. <53 lebt 
fid) angenehm am SBanerfall. G3 fragt ji<$. Hin Ufterfyaf* 
teö üeben büßt ftd) in Mangel unb Grniebrigung. 

§. 45. 

33iegung beä 3eit»orte3 unb Schiebungen, 

n> e ( <f> e burd) biefelbe bezeichnet »erben. 

a) Die 55iequug bc3 3eit»ortc3 gefdueljt auf jroetfadje 
SOBeife, nämlid): 

1) Durd) 9lblautung, b. t). baburd), baf5 ber 
(Ettmmlaut ber frauptfilbe be3 3eü»ortcö in einen 
gan$ öerfcf)tebeneh Stimmlaut übergebt : 

3. 93. Die Serdje fingt; bie Lerche fang; bie 2ercb,e Ijat 
gefangen. 

2) Durd) Qrnbungen, »eld)e bem 3eit»orte angebänqt 
»erben. 

3. 93. 3d) itmve; bu ftng*efi; er ftng-t; toir fing-en; it)r 
fing-et; fie jing*en. Diel'ercfye fing-t. Der £abn fragte. 

b) Durd)bie93tegung be$3eit»orte3 »erben t>erfd)tcbene 
Schiebungen ber £bätigfeiten bezeichnet, namftdj: 

1) Die Schiebungen ber 91 u ö fage» e ife (§. 7.), 

2) Die Schiebungen bc3 3eitüer r> ä 1 1 n iffe ö (§. 6.), 

3) X^ie Schiebungen be$ 3<*bl* unb ^3 er fönen? 
üerbältntffcö be3 ©nbjefteä (§. 4. u. §. 5), 

unb bei ben btnbe.jügltdien 3eit»örtern aud) nod) 

4) Sie £e tbcform (§. 12.). 

3ebe biefer Schiebungen ijt nun eingeht unb näl)er $u 
betrauten. 

§. 46. 
1. £>ie Schiebungen ber 9lu$fage» eife. 

91 u öf ag e formen, 
a) «U2an fann üon einem Subjefte (5t»aö alö »irflicf), 
möglid) ober notl)»en big augfagen (§. 7.). Die 9lrt 
unb $I$eife, »ie man üon einem Dinge (£t»a$ auäfagt, 
nennt mau bie 9t u ö f a g e » e t f e. 



— 91 — 

h) Sie unterfdnebcneu Wirten ber 3f wS fagewetfe werben 
'gm« Zt)äl burdi £ttff3gettroörrer (§. 7. B.),jum £fjetl aber 
burd) bie Seegang be3 3eitrüorie3 fclbjt auögebrücft; unb 
man unter fd)etbet in bcr SMcgung be3 3ertworte3 ttier 
formen b e r $( u ö f a g e n> e t f e. Siefe fTnb : 

1 ) Sie 2Ö i r f l i d) f e i 1 € f o r m. Sie bqetcfjnefr, bag 
bte £J)at<gfe& für beix Spredjenben wt r f l i d) unb 
genotg ifr. 

'3 S. £cr «Böget fingt, £ie ©onnc fetjehtr. Du 
fprtdfsft Itife. 

2) Sie $?ögUd)feü3 form, ©te begetcfjttet, bag 

bie £bätigfett für bax Spredjenben nur m ö g 1 1 d) 
unb ungewiß ifL 

3* 53» 3$ tcefg nidjt, ob bcr SSogtl finge, 3$ I;offe, ba§ 
bte (Sonne |cl;eine 3cbratlje bir, ba§ bu Icifc fprecljeft. 
(£r fagt r er wtf f c bau ©efyeimnijj. 2)u meinft, tx traut 
bir m'cljt. 

3) Sie SBebtngungSform. Sie be^eidmet, baß 
eine Zt)ätiahit f welche an ßd) nid)t wirf(id) tjr, al$ 
mög(id) gebaut mtrb, 

3 23. $ ä m e er bcclj Jn mir ! © t ün b e er mir bo$ bei ! 
©ängc ber SSogef, fo gefiel er mir befcr. SBenn bie 
«Sonne fcjHene, fo bliebe \i) im ©arten- SBenn bu 
. laut f p r ä d) e ft , fo ö e r fi et n b e ity btcf). 

4) Sie 33efel)l3form, Sie be^etcfjner, baß ber 
Sprcd)enbe will ober befiehlt, ba§ bie $£f)ättgfett 
einer anqefprodjenen QJerfon wtrHtd) werben foü. 

3 23. © i n g e ein üieb ! © p r i $ laut l £ omm l;er l 

§* 47. 
2. S5ejiel)ungen ber 3 e i *♦ 3eitformen. 

a) @ine £bättgfeit wirb in 23e$teJ)ung auf bte 3eit tton 
bem Spred)?nben entweber alß gegenwärtig ober ber* 
gangen ober f ü n f 1 1 g bärge fteilu Siefe unterfdnebe* 
neu 3fitöerbäitntfie werben tbettö burrf) gormwörter, tfyeilö 
burd) bie SBicq-ung bc$ 3eitwortc3 feibjt attögebrücft (§. 6. 
A B. b.). 

b) 9J?an nennt bie beförderen formen, weld)e ein^eit* 
wort annimmt, um bie oer(d)iebenen S^töerbältnilfe einer 
£f)ättgfett $u be^eidineiv bie 3 fit formen (ober aud) 
tur^weg bie Reiten) be3 3?itworte3. Siefe 3fttformen 
jmb: * , 

1 ) Sie © e ^ e n w a r t , we(d)e bcjctdjnet, baß bie 



— 92 — 

£l)ätigFett ber 3ett itocf) tion bem Spredjenben al£ 
gegenwärtig gebaut roirb. 

3- 23. Die ^ercbe fingt. Der SSoacI [Hegt. Der 
£unbbei§t. Das ©ras w äcb. St. Der23aum blitzt. 
Der SSater reifet ab. 

2) £ie Vergangenheit, n>eld)e bejeidmet, ba§ bte 
£bätigfeit al$ eine ber ©egenroart beö (Sprechen* 
ben vorangegangene £fyättgfett gebad)t rotrb. 

3. 53. Sie üer#e bat g e f u n g e n. Der Söget i ft g c- 
flogen. Der £ttnb l)at g ebiff en. DaS®ra3ift 
g e w a $ f e n. Der 23aum l) a t geblüht. Der Sater 
tft abgereist. 

3) £>ie 3 u f u n f t, roelcbe bejeidjnet, ba$ bte £bätig* 
Feit alö eine ber ©egenroart beö eprecfyenben hart)* 
folgenbe gebadjt roirb. 

3.23. Die £erd)e wirb fingen. Der Söget wirb 
fliegen. Der £>nnb wirb b ei§ en. Dae ©rag roirb 
tvacljfen. DerSaum wirb blüljen. DerSaterwirb 
a b reifen. 

£5iefe brei 3 e i f fofmen brücfen bte 3^it einer ^bättgfett 
nnr in 23e$tebung auf ben (Sprecrjenben auö; |Te bc$ie!)en 
ftct> nidit guctletd) and) auf eine anbere £l)ättgfett (ober 
2Ut$fage). (Sie werben bal)cr unbe^üßltdje (bejielntnrjö* 
lofe) Zeitformen genannt. 

c) tfftan Faun aber burd) bte SSiegung be3 3eitwcrteö 
and) bejetdjnen, ba$ eine ^bättgfeit jirfj ber 3 e *t nad) nid)t 
nur auf ben Spredjenben, fonbern zugleich aud) auf eine 
anbere £t)ätigfeit bejiefye, unb unterfdjeibet bafyer 
ferner : 

1) £ie 9J2itt)ergangenbeit, wcldie bezeichnet, 
ba§ eine £t)ätigfeit gugtetet) mit einer anbern Stljä* 
ttgfeit »ergangen fei), tnbem ft e entroeber berfel* 
ben gleid^eitig (33erfpiel unten d. an.) war, ober it)r 
nachfolgte («I. hb.), ober it)r voranging (d. cc.) ; 

2) Sie SS ort) er gangen t)eit, welche bezeichnet, 
ba$ bie £t)ättgfeit einer anbern ebenfalls üergan* 
genen £t)ättgfeit orangegangen t(t; 

3) feie Vor zu fünft, welche bezeichnet, ba$ bte 
Xtfätigfeit einer anbern ebenfalls juFünftigen 
£t)ätigfeit wirb vorangegangen feün. 

d) (5$ giebt alfo im ©anzen fed)3 'Seitformen, namlicf) 

1) ©egenwart, 

3, 33. Die*!erctye fingt, 
Der Söget fliegt, 



— 93 — 

ber £>unb bei§r, 
bag (#rag roä'd)ßt, 
fcer Saum b t ü t) t, 
ber Sare.- reifet ab. 

2) 9J2itüeraana,enf)eit, 

5. 33. Sie £er$e fang, (fllS icb, fairen ging, aa.) 

ber 93ociet flog (roeg, a^ id) mied ibm näherte. *»0 
ber #unb bi§, Oeü ber Snafce il)n geneeft Ijatte. bb.) 
baö ©raö rouct)£<, (naebbem e3 geregnet hatte, bb.) 
ber Saum b l ü b t e, (cb/e matt baran backte, cc.) 
b'r Sater r e i f e t e ab, (ebe bie (Sonne aufging, cc.) 

3) @infad)e $crcjana,enl)eit, 
j. 23. £ic¥crd)e bat gefungen, 

ber Soge! ift geflogen, 
ber £unb Ijat gebif f en, 
baö ©rag ift ge roacbf en, 
ber Saum bat geblüht, 
ber Sater ift abger eif et. 

4) £te S3on)era,ana,enl)eit, 

J. S. Die i'erdje l; a 1 1 e g e f u n g e n, (als ic| fpajiren ging) 
ber Söget tu ar geflogen, (als icfi mich ibm nä'berte) 
ber£unb Ijatte g ebif fen, (roeil ber 5tnabe ibn geuetft fyatte) 
bag ©rag ro a r g e ro a d) f e n, (naebbem eg geregnet batte) 
ber Saum tyatte geblüht, (ehe man baran backte) 
ber Sater roar abgereist, (el;c bie ©onne aufging). 

5) £>te etnfad]e 3ufunft, 

J. S. Die £ercbe roirb fingen, 
ber Söget roirb fliegen, 
ber £>unb roir b be t § en, 
bag ©ras roirb roacbf en, 
b*r Saum ro i r b b t ü l) e n, 
ber Sater roirb ab reifen. 

6) tue Soqufunft, 

J. S. £)ie ^erefce roirb gefungen fyabcn, (ebe icb" auf bag gelb 

fommen nerbe) 

ber Söget roirb (roeg) geflogen fei;n, (cbe id) mi$ il;m 

näl;ere) 

ber £unb ro i r b g e b i f f e n l) a b e n, (cbe ber Änabe baran 

benfen roirb) 

bag ©rag roirb gero aef) fen f e v;n, (ebe man eg öermuttjen 

roirb) 

ber Saum roirb geblüht fyaben, (ebe ber Sater jurücf- 

gefebrt ift) 

ber Satcr roirb abgereist fepn, (ebe bie (Sonne aufge- 
ben roirb). 

9J?an nennt bie 3citformen ber Wttücrganrjentjeit, 25or* 
»eraanqentyett nnb SJor^ufunft b e 3 ü (\ i \ d) e 3? ttformen, 
tt>ei( fie immer äitajeid) Öe^tg fyaben auf eine anbere (ai\$* 
ßebrütfre ober bloö bin$ua,ebad)te) £f)ätü3feit. 



— 94 — 

§. 48. 

3. 3flf)t* unbsperfonenbe$iebungen b e ö 3 e 1 1* 

wortcö. $ er fönen* nnb ^a\)ifoxmeix. 

a) 3ebce> Subjeft wirb in bcrSpradje fjenriffermaßen ali 
^»erfon (alö ein thätt^eö ©tng) gebad)t. * £er 8predjenbc 
untcrfdu'tbet jtd) fetbft alö bic fpredjenbe ober crjte $er* 
fon üon ber ange[prorf)cnen ober ^weiten, unb öou ber 
befproitenen ober britten ?)erfon (§. 5.). 

I)) Dicfe bret unterfcf)icbenen 35e$ief)una,en ber ^erfonen 
gu bem ^prerfienben werben afeidjfaftä burd) bie SMegung 
beg %eit\voxte$ auöqebrücft» s JJ2an nennt ben 9luöbrucf ber 
5)erfonenbe$iel)itnq an bem Seitworte bie ^) e r f o n e n for m 
(ober furjwcg bie'^p e r f o n) bc3 3citworte6. 

c) Qrbcnjo wirb an bem 3^worte and) bie SBejtetyung 
auf baö 3flf)foert)ältniß beä (Subjefleg burd) bie Sötequnq 
bejetebnet. 

(I) ÜWait unterfd)eibet in jeber 3e ttfojm bie brei ^erfonen 
in ber @injabl unb 9JM)rgaI)l, unb bezeichnet fle internem 
burd) befonberc (£nbunqen am 3?itworte fclbjr. 

3- 23. 3$ reb-e. Du reb-cfl. (£rrcb=et. (@ic reblet) 
3d) lef-c. £>u (ttf-ep, ©r Itef-et (lieft = lim), 
2Btr reb=en 3&r reb»et. <5>ie reb-en. 
2Btr tef=en. 3t;r Icf-ct. Sie (ef-cn. 

§. 49. 

4. 2etbeform unb tl)ätigegormbe^3fttworteö» 

a) 25on jebem bin bezüglichen $eit\-ooxte wirb and) 
eine £eibeform gebilbet. 3u ber £etbeform wirb bag(5ub* 
jeft atö ein JDtng barqeftettt, weld)eg bie Zijätx^Uit etneö 
anberu 3Mnqe3 erleibet (§. 12). 

b) Die cjewöt)nlid)e $orm be£ 3*itnwrte$, in weldier ba6 
(Subjeft immer alü etn J)in.q barqcftellt wirb, üon bem bie 
Stbätigfeit ausgebt, nennt man $ur Unterfdjeibuna, tton ber 
Seibeform bie tt)ättge gorm. 

c) £>te £eibcform beö 3fitworteö fyat ebenfalls alle 9fu$* 
faqeformen, 3ettformen, 3^* uub^erfonenformen, xt>ic bie 
tt)ättcje gorm beö Seitrcortcö. 

§. 50. 
31 b l) a n b l u n g b e tf 3 c 1 1 w r t e g. 
a) 3ht bem 3?ttworte werben burd) bie SSiequnq, (2lMau* 
tunq unb Gntbunqen) immer t>erfd)iebene 23e$tel)uncjen $u* 
3 leid) beaeicrmeL 



— 95 — 

3- 23. £ie fcfagefceife, 3<tyU> ^erfoncn- unb ^eitbejiebung in: 
„(Sr retete/' ,,ici) forecje;" „er trcin'.c, rocnu eö tlm bürftere 5" „wir 
Famen, wenn e$ bte 3 cit erlaubte/' 

b) yjlaw nennt bte eigeutt)ümlid)e2Jrt ber Biegung, burd) 
rockbe bte unterfcf)iebenen Schiebungen ber £t)ättcjfettcn an 
ben Bntmörtem auößebriicft werben, bte 2tbrt>anblu ng 
be$ 3eün)orteä. Grin 3fitn)ort abroanbeln tyeißt bafyer: 
an bcmfelben bte unterfditebenen Schiebungen ber AuSfage* 
weife, Werfen, 3<^ unb 3ett burd) Abwanblung unb (5n* 
bungen (unb gormwörter) bejetcfynen. 

c) Sie 3^itroörter werben auf unterfdjiebene 5Öeifen ab* 
geroanbelt. Sie 2Srt unb ÜBetfe ber Slbwanblung eincö 3^it^ 
worteä nennt man bte 3lbwanb lungöform. 

b) 9D?an unterfdjeibet in £inftd)t auf bw 31 b ro a n b- 
lungöform; 

1) ablautenbe 3eitroörter, 

2) nid)t ablautenbe 3eitrt>örter, unb 

3) unregelmäßige 3^ttw>^rter* 

§. 51. 

1. ablautenbe 3* tt Wörter. 211 te gorm. 

a) Sie ablautenben 3eüroorter lauten ab, b. I). ber 
(Stimmlattt beä Stammet gebt in ber*JDfttt)erganqenl)eit unb 
mettfenä auri)in ber (einfachen unb $or*) 23ergangenl)eit in 
einen gang oerfdjiebenen Stimmlaut über, unb ber <5tamm 
nimmt in ber SSergangcnbett bie (Snbung „e n" an. 

b) Sfflan nennt biejemgen 3eün>örter, weldje in ber 2lb# 
wanbhtng abgelautet werben, bte 3eitwörter a 1 1 e r g o r m, 
n>eil urfprungltd) alle UiSuqclwörter (§. 84. unb §. 85.) 
ablauteten. 

c) yjlan fann bte 3eitn>örtcr alter gorm nad) bem % b* 
laut ber s iftitüer gangen l)cit in tner Abteilungen briiu 
gen, wie folgt: 



© eaenwart; 




m 


t* 


e r g c n ' ß 


en 


l;eiu 


e i n f 23 e r g t) t. 


1. «,e 








a 






u, o, e 


a. b i n ben 

b. brechen 

c. bitten 








banb 
brad} 
bat 






geb u nben 
gebr o cfjen 
geb eten 


2. e,ie,a,ä,au, 


ü 






P 









b i c gen 
j i e jjen 








bog 






geb o gen 
gebogen 



— 96 — 



©egen toarh 


9)? 1 1 * e r 3 a n g 


c n \) e 1 1 : 


ein f. SJergtyt. 


3. et, a, au, o, u 




t, te 






t,te = 


a. bei§en 

b. b( e j bcn 

c. f a Ucn 




blieb 
fiel 






geb i ffen 
gcbl ie ben 
gef a Uen 


i. a 




tt 






a 


tt a c|ien 




ftutd)3 






getv a cfyfen 


golgenbe 3eitwörter 


»erben 


nad) 


ber 


alten gorm 



abgewanbelt: 

1) a. binben, binden, (bung, gebungeu), bringen, ftit* 
ben, gelingen, ringen, fcfytnbeu, (fitninb, gefdntn* 
ben), t fd)lingcn, fdiwinben, fdjwingen, fingen, fprin* 
gen, fttnfeit, trtnfen, wtnben, fingen ; 

b. befehlen, beginnen, bergen, bertlen, bredien, 
erfdjrecfen, empfehlen, gebären, gelten, gewinnen, 
Reifen, fommen, nehmen, rinnen) fctjdten, fdiwim* 
men, (Innen, fptnnen, fpred)en, ftedien, (testen, 
fterben, treffen, üerberben, werben, werben, (warb 
unb würbe), roerfen ; 

c bitten, effen, (aß, gegeften), freien, geben, ge* 
nefen, gefebeben, lefen, liegen, mefTen, (eben, |7£en, 
(faß, flefefien), (teilen, ((taub unb jhmb), treten, 
sergefjen ; 

2) bewegen, biegen, bieten, brcfd)en, erfiefen, (erfor, 
erforen), erfcfyallen, erwägen, fechten, fledUen, 
fliegen, fliegen, fliegen, frieren, gäbren, genießen, 
gießen, glimmen, beben, fleben, flimmen, friedien, 
erlöfd)en, (oerlofdien), lugen, melfen, pflegen, 
quellen, rieeben, faufen, faugen, fdiereu, fdiieben, 
fdneßen, fd^ließen, fdimeljen, fdiuaubeu, fdirauben, 
fcbwcllen, fduDören, (leben, (fort, gefetten), (prießen, 
(lieben, triefen, trügen, üerbrießen, verlieren, »er* 
fd)aUcn, wiegen, $tet)en ; 

3) a. befleißen, beißen, erbietdien, gleiten, gleiten, 
greifen, feifen, fneifen, leiben, pfeifen, reißen, rei* 
ten, fd)leid)en, fdileifen, fd)(eißen, fdnneißen, fcfynet* 
ben, fdireiten, ftreidien, ftreiten, weidien ; 

b. bleiben, gebeiben, leiten, meiben, preifeu, 
reiben, fdjeiben, fdicineu, fdjreiben , fd)reien, 
fd)weigen, fpeien, fteigen, treiben, weifen, jeifyen; 

c. btafen, braten, fallen, fangen, gehen, (ging, 
gegangen), galten, fangen, t)aue'n, (hieb, genauen), 



— 97 — 

beißen, lafien, laufen, ratfyen, rufen, fd)lafen, 
flogen. 
4) bacfeit, fahren, graben, laben, fcbaffcn, fdjlagen 
tragen, tx>act)fen, wafd)en» 

§. 52. 
2. 9?ttf)tablaittenbe3etttt)örter. ^euegorm* 

a) Diejenigen Seitmücv, roeldje in ber 5lbl)aubtuna, ben 
©tfmmtaut be£ (Stammeö (§. 83. d.) uuöeränbert betbefyal* 
ten, nennt man ntdjtablautenbe 3eitw6rter. 

3- 23. Sri; I) ö r e, t# t) o r t e, icf) fyabe gebort. 

b) 2>tc mdjtablaitfenbeu B^^roörter nehmen in ber TOt* 
tteraangenfyeit bte ($nbuna. „et" („t") an, unb an btefe 
werben bann bte ^nbunßen ber 9)erfoneu* unb 3^ Wonnen 
angefügt. 

3. 23. 3$ reb-et-e; bu reb=et*eft ; erreb-et-e; 

td) lieble ; bu lieb-t«ejb . er lieb-t-e ; 

wir reb»e t-en; il>r reb-e t-e t; fie reb*et=en> 

wir Heb-t-e n ; il;r Heb-t«e t; fic Iteb-t-c n. 

c) Die (einfache unbüBor*) iöeraangenbett bat ebenfalls 
bie Qntbung „et" (»4")/ unb unter jcbetbet ftd) and) ba* 
burd) öou ber SSeraanaenfyeit ber ablautenbcn 3eitrr>örter, 
n>elrf)e bie Qrnbuua, „ett" tyaben. 

3- 23. gereb-et, gea$t=et, geliebt, gel)ör=t. 

d) 9J2an nennt bie 3eitn)örter, welche nid)t abtauten, 
bie 3ettn>örter neuergorm, roeil btefe gorm ber Slbroanb* 
Inng fpätereu Urfprunqeö t(t, unb alle neu Qebilbeten %eiu 
Wörter nid)t ablautenb jinb (§. 90. a.). 

e) ^andie 3^tmörter ber alten gorm fyaben im 
Saufe ber Seit bie neue gorm angenommen. 

3.23. fragen, {$ frug, i$ fragte; melfen, motf, ntelfte 
toeben, wob unb webte; braten, briet unb b r a t e t e, ge- 
braten unb g e b r a t e t. 

*) 3n ber gewöhnlichen Umgangefpra^e be3 S3o(fe«? werben nodj 
manche 3 c ^worter abgelautet, bte jetjt tu ber bodjbeutfdjen (Sprache 
in ber neuen gorm abgewandelt werben. 3* 23. @S knetet, e3 l;at 
gefönten (gefttnett) ; g e w i e b c n (geweljt) ; man läutet, man 
bat gelüten (geläutet) ; u f W- oben \o in ber 23ebinaung3- 
fonn ; icb fritge ihn (fragte); icö mü$e (machte) e3 anbers ; 
ba£ brückte (brauchte) eSntdjt; (tcjj würte tlut fragen, icfy würbe 
es anberö machen; bas würbe e3 ni$t brausen). 

9 



— 98 — 





§. 53. 




SSeifptel a) bei 


r alten, b) ber neuen Slbroanb* 




lungöform. 






©egen wa,rt: 




flQiitW eitsform : 


^ogH^feitöform: 


23ebtngung£form: 


(Sinj. j a. id) finge 


id) finge 


ict) fange 


— ictj ji&e 


tot 


\W 


b. icf> rebe 


rebe 


rebete 


— tdj erfranfe 


erfranfe 


erfranfte 


a. bu fingeft 


bu fingeft 


bu fä'ngeft 


- ft&efl 


ft&ejt 


fafjtfl 


b. rebefl 


rebeft 


rebeteft 


— erfranfefl 


erfranfeft 


erfranftefl 


a. er, (fte, es) fingt er finge 


er fange 


jtfcet fi$e 


m 


rebet rebe 


retete 


erfranft erfranfe 


erfranfte, 


Sftebrj.: totr fingen 


Wir fingen 
fifcen 


Wir fangen 


fifcen 


fäßen 


reben 


reben 


rebeten 


erfranfen 


erfranfen 


erfranften 


itjr finget 


tyr finget 


ü)r fanget 


m 


m 


fagei 


rebet 


rebet 


rebetet 


er fr an f et 


erfran'et 


erfranften 


fte ftngen 


fte fingen 
fi&en 


fte fangen 


fifcen 


fä'§en 


reben 


reben 


rebeten 


erfranfen 


erfranfen 


erfranften 


9ftitttergangenbeft 






SBfcflic&fettSfontt: 




<£♦ u$ fang 


fa§ rebete 
fafefr retetefi 


erfranfte 


bu fangeft 


erfranfteft 


er fang 


fa§ rebete 


erfranfte 


«0?, wir fangen 


fa§en reteten 


erfranften 


il)r fanget 


fa§et rebetet 


erfranftet 


fie fangen 


fajjen rebeten 


erfranften 


Stuf 


ac&e 23ergangenf>eü. 


2Btrf[K$feitgform: 


5Rog(icl)feitßfürm: 


Sebingunggform : 


S. td) babe gefungen 


ity babe gefungen 


i$ liä'tte gefungen 


bin gefejjen 


fe9 gcfciTen 


wäre gefeffen 


babe gerebet 


babe gerebet 


bätte gerebet 


bin erfranft 


fei) erfranft 


wäre erfranft 


bu tmft gefungen 


bu babeft gefungen 


bu tjätteft gefungen 


bift gefeffen 


fe^eft gefeffen 


wäreft gefeffen 


baft gerebet 


babeft gerebet . 


batteft gerebet 


bift erfranft 


fe^efi erfranft 


Wäreft erfranft 


er bat gefungen 


er babe gefungen 


er bätte gelungen 


ift gefeffen 


fev gefcnen 


Wäre gefeiten 


bat gerebet 


babe gerebet 


bätte gerebet 


ift erfranft 


fe$ erfranft 


wäre erfranft 



— 99 



«W. 



Wir baben öej;uugen 
finb gefeiten 
baben gerebet 
finb erfranft 

tt>r babet gefangen 
fegb gefeffen 
batet gerebet 
fepto erfranft 

jie baben gefangen 
finb gefejfen 
baben gerebet 
finb erfranft 



Wir baben gefangen 
feiert gefcjfen 
baben gerebet 
fe^cu erfranft 

tl;r babet gelungen 
fetyet gefe||en 
babet gcretet 
fe^et erfranft 

fte baben gefangen 
fe^en gefeffen 
baben gerebet 
fe^en erfranft 



Wir bätten gcfungcn 
wären gefeffen 
bauen gerebet 
wären erfranft 

ü)r hattet gefungen 
wäret gefe||en 
bättet geretct 
Wäret erfranft 

fte bätten gefungen 
wären gefeffen 
bä'tten gerebet 
Wären erfranft 



(£. i$ bfltte gefungen 
bu fyatteft gefungen 
er batte gefungen 

5D?.r»ir bätten gefungen 
tbr tyattet gefungen 
fie Ratten gefungen 



^irflidjfeitßform: 
(5, t'cf) Werbe 2 

bu Wirft 
er wirb 
wir werben 
tbr werbet 
fie werben 



Soröcrgangenl)ett: 
aJMrHtt$feitgform. 
war gefeffen tyattt gerebet 
wareft gefeffen batteft gerebet 
war gefeffen batte gerebet 
waren gefeffen Ratten gerebet 
wäret gefeffen battet gerebet 
roaren gefeffen bitten gerebet 

(Stnfadfje 3«fu*tf r * 
üDtöglic&fetteform : 

5 werbe 3^ 



war erfranft 
wareft erfranft 
war erfranft 
Waren erfranft 
wäret erfranft 
roaren erfranft 



m 



2 ~ 



I ÄJS? 



2 ^ 
" i 



tefj roerbc 
bu roirft 
er rotrb 
roir Werben 
ihr werbet 
fie werben 



2=1'* 3 



23ebingungßform J 
Würbe S"! 5 
roürbcft 
würbe 
Würben 
Würbet 
roürben 



7 3 



roürbc 

Würbeft 

würbe 

Würben 

roürbet 

roürben 



5==?*"* » 



roerbeft 3» 

werbe ^ 1 7 

Werben » «■«> 

werbet 2"^ 

Werben 7 * 

or ju f unft. 
©♦ tcb werbe -JS3^ werbe _<3 3<S 
werbeft 
werbe 

werben _Z,7 §■ 
werbet -3^3 
werben s ? ( 
23efet;(3form : 
GtnjaM: finge! ftfce! rebe ! erfranfe! 
WUljxialjl: finget! fiijet ! rebet ! erfranfet ! 

§. 54. 

SSemerfnngen über bie 2(brr>anbt uniform. 

a) Sie ablcuüenben 3fitn)örter, welche in ber Xn'ngform 
(§.'55. unb 5ß.) ben (gtimmlattt „e" haben, üerrbanbefn 
benfelben meiftenö tn „i" (ie) ttnb $rr>ar l) in ber @egen* 
wart ber $Btrfltct)fett3form erfter nnb Reiter ^erfon, nnb 
9.) \n ber Gmt$al)l ber S3efe big form. 

3- 23. lefen, bu liefeft, er ließt; geben, bu gibft, er gibt —ließ, 

Üb ! farief) ! 2c 



— 100 — 

$l\\d) ber (Stimmlaut „a" n>trb in ber erjten unb ^wettert 
Werfen ber 5ötrf(td)fettöform mei(ten£ umgelautet, wenn 
ba$ 3?tttDort ablautenb tft. 

3- 23. graben, bu ßräbft, er gräbt, fc&Iafen, bu f^läffi, er fcfcläft. 

I)) £)er Stimmlaut ber 9D?itüergangenf)eit wirb in ber 
(Gegenwart ber SSebingunggform umgelautet. 

3. 33. finben, trinfen, brechen, fliegen, plagen ; er fä'nbe, i<$ trä'nfe, 

e£ bräche, er flöge, fällige, »on „er fanb, i$ tranf" u- f. f. 

c) £)fe B^it^örter „fyelfen, flerben, tterberben, werben, 
werfen" l)aben tu ber Söebingungöform bem ©timmlaut „ü" ; 
„beginnen, befehlen, empfehlen, berften, gelten, bejutnen, 
gerinnen, fehlten, fptnnen" fyaben „ö". 

3. 23» t<$ fyülfe, fiürbe jc. u$ begönne, beföhle u. f. f. 

d) Sllle bezüglichen 3eita>örter (§. 44.) mit 2lu$nal)me 
*>on „begegnen, folgen, weichen," nehmen bei ber 21bwanb? 
lung ba$ £ülf^citwort (§. 68.) „fyaben" an*— Unter 
ben u n b e g ü g l i ri) e u 3citw6rtern ferbem ba$ #ülf$jett* 
wort „fe^n" 

1 ) Diejenigen, welche einen Uebergang ixx einen anbern 
3u(ranb au^brücfen ; 

S. 23. genefen, erfranfen, gerinnen, frieren, fcfjmeljen, er- 
roacben ic* 

2) biejenigen, weldje eine Bewegung nad) ober Don 
einem Ort auöbrücfen ; 

l. 23. gefyen, laufen, fallen, fornmen, fliegen, fliegen it. f. f. 

3) bie 3eitwörter „fepn unb werben." 

e) ^andie Beiwörter forbern in ber einen 23ebeutung 
„tyabcn" unb in ber anbern „femt." 

3.23. 3$ Daht febr gefroren; ba3 Söaffer iji gefroren.— 3cö 
l) a b e ben 23rtef verbrannt ; mir i ft ber Dtocf »erbrannr. — 3$ bin 
in einem SDSagen fortgefahren ; icj) x) a b e fortgefahren ju lefen. 

X)ie SSebiugung^formen ber (Gegenwart unb exxxfadwxx 
3ufunft werben je nad) bem 2Bot)llaut in gleicher SSebeiu 
tung gebraucht; ebenfo bie SBebtngungöform ber einfachen 
Vergangen beit unb 3Sor$ufunft. 

3." 2. 1 . 2lnftatt : „{# fange," fann man [(igen: ,,{$ roüvbe fingen;" 
nnb anftatt: ,,id) b arte gefangen," „icb teiirbe gefungen baben." £)ie 
23ebingung£form ber einfachen 3 u ' ltn f t iß bei mannen 3 e i t ^^' r ^rn 
0- 54' b. u- c) ber 23ebingnngsfoim in ber ©egenuart oft uersujic^en. 

§. 55. 
Mittelwörter unb £> i n g f r m. 
a) S5ou ben S^itmörtern werben uod) befonbere @ i g e n* 
f rf) a f t ^Wörter unb tixx Dingwort gebilbet, auf weU 



— 101 — 

d)t nocf) ebeufo, vt>ie auf baS 3eitwort, eine ©rcjänjinig ober 
ein Umftanb fann begoßen werben. 

3-33. gleiföfreffenbe Spiere. Sin gruc&t tr ag cn ber Saum. 
(Sin beö $ferte$ f cb o n c n b e r Reiter. Der um eine ®ate b i l- 
tenbe 5trme. Der bei 9? acl;t auf omme übe grembe. SBaffer 
trinfen. £o(j tragen. Der 2Irjnei b e bür f en. 

b) £te ($igenfcf)aftöwörter, welche auf biefe 5öetfe tton 
3eitwörtern gebildet werben, nennt man 9J?tttetn>orter, 
unb baö £)ingwort nennt man bte £>tngform beö 
3ettworted. 

c) VJlan unterfcfjeibet brei Sirten ber Mittelwörter, 
nämtid): 

1) £ad Mittelwort ber ©egenwart, weldjeö 
immer hie (Jnbung „enb" \)ai, 

J. 33. lef*enb, fctjretb-en t>, ba3 frejf-enbe Siucr. 

2) £)a$ Mittelwort ber 33 e r g a n g^e n l) e 1 1, 
Welif)e3 meijtcnS ben 3«wad)ö (b. b. bie feilbe „ge") 
annimmt, nnb bei aMautenbeu 3 e itwörtem bie 
(Jnbung „en," bei nicljtablautenben bie@nbung„et" 
(t) i)at. 

% 23. ge=fcb>'eb*ett, ge-lcf-ett, ge=reb*et. 

3) £>a$ Mittelwort ber 3 u f n n ft, wetebeö let* 
benbe SSebeutuna, b,at, nnb nur *>on binbe^ügtieben 
3eitwörtern gcbtlbet wirb. @ö bat immer bau $or* 
wort „^u" bet jTcb unb nimmt bei ber Biegung im 
Sluölaute ein „b" an. 

^. 23. Dag .ftinb ift 3 u b e ft r a f e n. (Sine reiche @ r n b t c 
tft su boffen. — Das su b e ftr afen-b-e Äinb 5 bieju 
fyoffen*b=e Srnbre. 

d) £a£ Mittelwort ber ©egenwart l)at immer eine tf)ä* 
ttge SBebeutung ; ba£ Mittelwort ber Vergangen beit bagegen 
f)at nur bann tfyättge Söebeiitung, wenn e3 öou utibqüg* 
liefen 3<*ttn)örtern qebtfbet ift, unb brücft bann ^itrjlctct? t>aö 
3eitt>erl)äftni$ ber 33ergangenl)cit au3. 

3. 23. Der Ijeute gefallene ©ebnee. Die b.etl a u f g e g a n g e- 
e ©onne. Der geflern g e ft ox b e n e SSatcr. 

£a6 Mittelwort ber 33ergangenbeit bat leibenbe 23ebeu* 
tung, wenn e3 tton fytnbepiqUctien 3eüwörtern gebübet unb 
ati eine Beifügung auf ein Dingwort belogen wirb. 

3. 23. Der g e f $ I a g e n e £unb. Der an ben SSater getrie- 
bene 23rief. &a$ bem Knaben g e f cb, e n f t e 23ucb\ 



— 102 — 

§. 56. 
D te D ingform in $ befonbere. 

a) Die Dingform tft ein Don bem 3?üworte gebtlbcter 
£[)ä tigf eitöname (= ein ©ebanfenbtng §'. 59. g.). 
(5ä wirb l)äuftg ate © u b j e f t beg Sa£eg geb'raud)t. 

3- 33. © e b e n ift feligcr, aii 91 e lj m en. SK a t b e n ift oft letzter, 
aU Reifen. SBaffer t r i n f c n tft gefunb. ©Ott für c^t en ift bej- 
fer, benn 2Itte$ wiffen. £eben unb nicfjt fetyen, bag ift ein 
Unglücf. 

b) Die Dingform wirb oft mit bem Vorwort „ju* »er* 
bnnben unb als (5raän$una. auf ein 3ettwort ober @* 
genfdiaftSwort, ober and) als Beifügung auf ein anbereS 
Dingwort belogen. 

3 23. Der hungrige »erlangt g u e f f e n (= ©peife). Der SJftübe 
TDiinfd)t j u r u b e n. Der Dienftfertige erbietet fieb g u b e l f e n. Das 
Ätnb fangt an ju geben. Der ©einher työrtaufju f ^reiben. — 
Der gviebliebenbe ift geneigt n ad) Zugeben. Der 50?enfc^ ift fähig 
ftcb X n ö e r s> o tt f o m m n e n. — Die ^Jflidjt i u {trafen ift unan- 
genebm. Die ©ewotmbeit g u lügen tft fd)änb(i#. Die Scgierbe i n 
n a fc$ e n ift f4>äblic&. Der SBeife ocrftefyt bie ilunfi gu f<$ w eig e n. 

Man fann biefe gorm bit e r g ä n $ e n b e ober b e i f ü* 
g e n b e Dingform nennen, je nad)bem fte bie Söebeutung 
einer @rqän$ung ober einer Beifügung t)at. 

c) Die Dingform roirb oft aud) anjlatt eines Mtttelwor* 
teS ber ©egenwart gebraudjt, unb fyat bann bie 23ebeutung 
eines Mittelwortes ((5rgän$ung ober Umftanb). 

3. 93. 3$ bore ttyn f p r e $ e n (fpredjenb). Du mac&fl mic$ l a- 
c^ e n* 3$ fanb tt?n f cb l a f e n. 3$ fel;e ü)n taufe n. 



§. 57. 
Slbwanblung in ber 2eibeform. 

Sitte 3e itformen unb 2luSfageformenber2eibcform werben 
burd) baS ftülfSwort „werben" unb baS Mittelwort ber 
Vergangen fyeit gebübet, rvic auS fotgenbem ©eifpiele $u 
erfe'tyen ift. 

©egen war t: 
2R5glit$feitgfwm. 
t$ Werbe 
bu roerfceft , 
er werbe 
Wir Werten 
ibt werbet 
fte werben 



2Birf(i#feitgform. 
(£. i$ werbe 

bu Wirft 

er wirb 
$öc Wir werten 

tbr werbet 

fie werben 



33ebingung$form. 
ify würbe 
bu würfceft c 
er würbe 
Wir würben ! 
ilr Würbet 
fte würben 







— 103 — 










27?tti)evgangent)ett» 










2BirfHd)feiteform. 










©♦ i$ würbe 










bu wuvbeft Ä 










er würbe & 










Sift. Wir würben <* 










tt>r würbet r " 










fte würben 








<Stnfa$e $erg angenf)ei 


it. 




Söirtttd&fettSform. 


Sftogtidjfeirgform. 


SebfaßungSforw 


u 


6. id) hin 




«$ fc^ <S 


id) Ware 




bu bifi 


O 
CS* 


bu feipjl g. 


bu ruärefi 


eT 

er 1 


er ift 




er fei? ?r 


er wäre 




Stf. wir ftnb 


3 
o 


Wir fe^en 1 


wir wären 




tf>r fe^to 


3 


tt)r fe^et 3 


tt)r wäret 


«-t 
er 


fic ftnb 




fie fe^en ? 
25ort>ergangenl)eit. 
aBirfltä&feitsform. 
<£♦ tc§ war 'S 
bu warf* g 
er war ~ 
Wl, wir waren I 
tljr wäret 3* 
fie waren 3 
(Sinf a$c 3 «fünft* 


fie wären 


s 


3Birfl«$fcitsformi 


3Rög(icf>f eiUform : 


SSebing uniform 


J 


<£, tt$ werbe 




u$ werbe 'S 


icf) Würbe 


CO 


bu wirft 


o 
«< 


bu werbefi o 


bu würbe ft 


o 


er wirb 




er Werbe •» 


er würbe 


«**- 


9)?, wir werben 


ff 


Wir werben jf 


Wir würben 


ff 


tt)r Werbet 


er 


tl)r Werbet 3 


tl;r würbet 


er 


fic werben 


P 


fir werben 3 
$or&ufunft. 


fte würben 


SS 


(£♦ tcö werbe 


c> 


t$ werbe ^ 


td& Würbe 


cp 


bu Wirft 


ff 


bu werbeft f 


bu würbcß 


ff 


er wirb 


CT 


er werbe 3- 


er Würbe 


3* 


%R. wir werben 


r» 


Wtr werben 3 


Wir würben 


TV 

53 


tl)r werbet 


~rV 


tt)r werbet ;«r 


ihr würbet 


J? 


fte werben 


» 


fie werben w 


fte würben 


9 


33efcl;l$form: 


'S, 


, werbe gelobt ! 9ft. 


Werbet gelobt ! 








(la§ bicj> (oben !) 


((a§teuct> loben!) 



§. 58. 

Unregelmäßige 3 e t * w ö r t e r 

nennt man btejentgen, welche ablauten, wie bte 3etttt)6r-» 

ter alter gorm, aber gucjleid) bte (Srtbunßen ber neuen 

gorm annehmen. 

Unregelmäßige 3ettroörter ftnb : 



— 104 — 



1) brennen, fennen, rennen, nennen, fcnben, wcnbeu, 

Brannte, fannte, rannte, nannte, faubte, roanbte, 
gebrannt, gefannt, gerannt, genannt, gefanbt, getüanbf. 

2) bringen (brad)te, gebracht,) benfen (backte, ge* 
bactjt). 

3) £>ic 3eitwörter: „bürfen, fonnen, mögen, muffen, 
follen, wollen, rüttelt, feint, tt)un." (Sie werben 
auf folgenbe 5öetfe abgewanbelt. 

mTWfyMttf. WöQUüMtf. 23ebingung£f. TOtetroort. 



Ükgenro. 9#it*g. 



Sfmafrt: 


mm.t 








barf 


bürfen 


fcurfte 


bürfe 


biirfte 


fann 


fonnen 


Fonnte 


forme 


fb'nnte 


mag 


mögen 


mochte 


möge 


mbci)te 


mu§ 


muffen 


mu&te 


muffe 


mii§te 


foU 


foüen 


foiUc 


foüe 


fotlte 


toiU 


roollen 


roollte 


ttclle 


roollte 


\ü) ir>ei§ 


roiffen 


ivujjte 


roi|]e 


roü§te 


bu roei§t 


— et 


— tefi 


— eft 


— tcfl 


er roei§ 


— en 


-te 


— e 


— te 


idj bin 


finb 


rear 


\ty 


roare 


bu btjl 


fe»b 


-eft 


-*P 


-eji 


er ifl 


finb 






— e 


tt?ue 


tl;nn 


tljat 


ilme 


tbä'tc 



gebnrft 

gefonnt 

gemocht 

gemn§t 

gefoüt 

gewollt 

ßetoujjt 



geroefen 



gett)an. 



Qa$ 3etttt)ort „fabelt" wirb narf) ber neuen gorm ab* 
gewanbett, unb hu Beitformen „fyabeft, fyabet, I)abeteiV' 
u. f. f. jmb bloä äufammenge$ogen in l)a(be)jt, I)a(be)t, 
fya(be)tteft. 

§. 59. 
IL 33crra$tung ber Dingwörter* 

a) Die Dingwörter brücfcn ben begriff eines D t n g e ö 
au$. Unter ber Benennung „Ding'' begreift man aucf) 
5) er fönen. 

3. 23. Wann, grau, Ätnb ; Sifct), Su$, £<w$, Saum, $ferb, 
33(ume, ^flanje, ©tein, Xl;ter. 

b) Sei ben Dingen unrerftfjeibet man $ er fönen unb 
©ad)en. Diejenigen Dingwörter, welche hcn 93cgrtff 
(tarnen) einer ^erfon auöbrücfen, nennt man^erfo^ 
nenn amen. 

3. 23. «Kann, grau, ßinb, 23auer, £err, Gngel, gürjt, ^ro^et. 
Diejenigen Dingwörter, welche ben begriff (tarnen) einer 
<&ad)e auöbrücfen, nennt man © a tf) ri a m e n. 

3. 23. 23anf, STifö, £auS, $irdje, glu§, ©onne, £mnb, 23«g. 



— 105 — 

c) Stele Dingwörter bezeichnen ^3crfonen ober <5ad)cn 
aU bie emsigen in ifyrer 2frt. 

3. 33. 2Ibam, Sua, 9EKofe3, Doötb, ©alomon 5 3erufalem, <©tnai, 
3orban, 23ert)(cl)em, ©ah'läa. 

9J?an nennt Diejenigen Dingwörter, welche ^erfonen ober 
(Sachen al$ bte einigen m ityrer 2(rt be^eidmen, (5 1 g e n* 
namen. 

d) Siele Dingwörter brücfen fofdje Dinge an$, bie tton 
anbern Dingen berfetben 2trt fönnen unterfd)ieben werben, 
unb bei benen man bafyer and) bte 3 a ty * nnterfdjeibcn 
Faun- 

3. 33. «Wann, SBetb, 23erg, Stb'm'g, ©tabt, ft(u§, 2anb, Xfo'er. 

9J?an nennt biejenigen Dingwörter, welche folche tarnen 
anöbrücfen, bie mehreren ^)erfonen ober warben öon (5ütcr 
$rt gemeinfehafttid) jufommen, ©emetniia m e n. 

e^Iftanche Dingwörter brüten gleichartige (Stoffe an$, 
in benen man ntd)t ein etnjclncö Ding tton einem anbern 
einzelnen Dinge unterfcheiben Fann. 

3 33. eifert, Slfc&e, £otä, ©taub, m% ©anb, glctfö, M$. 
9ftan nennt begleichen Dingwörter © 1 f f n a m e n. 

f) Manche Dtngwörter brücfen eine Steigert Don eintet* 
nen Dingen berfetben 2lrt an$, hk man jTd) als (5in Ding 
»orftettt. 

3. 23. SSolf, ©elb, £eer, ©taUung, SBalbung, Reiterei, beerbe. 

9ttan nennt folche Dingwörter (Sammelnamen* 

g) Stete Dingwörter be^eidmen folche Dinge, bie eigene 
lieh ben SSegriff einer £ l) ä t i g f e i t (ober (Jigenfcfyaft) an$* 
brücfen, bie man jTd) aber alö ein Ding benFt. 

3. 23. glct§, ©ebulb, £ob, SEabel, ftautyett, Hoffnung, greube, 
Trauer, Stnbatyt, Slufmerffamfcir, gurdjt. 

%Jlan nennt biejenigen Dingwörter, weld)e eine £bättgFcit 
ober @igenfd)aft, bie man )'\d) al$ ein Ding ücrfMt ober 
bcuFt, Z l) ä t i g F e i t $ n a m e n ober © e b ä n F e n b i n g e. 

§. 60. 
©efd)led)t ber Dingwörter. ©efd)Ud)t^ 

Wörter, 
a) S5et ben q)er[onennamen (unb auch bei vielen Zljiex* 
namen) unterfcheibet man M$ natürtid)e ©efchlecht; unb 
biefe sperfonen* unb $£l)ter*92amcit fmb entweber mann* 
liefen ober Weiblidben ©efd)led)tö. 

3 23. ©er SSater, ber ©olm, ber 23ruber, ber $ßann, ber Setter, 



— 106 — 

ber £irt, ber 23iirgcr ; bcr $alm, fccr 33ocf, bcr l'b'roe,— bte Butter 
bte iodjtcr r bte ©djroefter, bie Brau, bte Safe, bie Wirtin, bie 33ürgertn; 
bie #enne, btc 3^ge, bte £öroin. 

b) 9>?an t)at aurf) fefyr ütelert ©acbnamen entweber 
ba3 männliche ober ba$ weibliche ©efd)led)t beigelegt, 

3. 33. Der 9tfonb, bcr £imme(, ber 2Binb, bcr ftebef, ber ft(u§, ber 
<©tuM, ber Xeller, ber 23aum, ber Slcfer, bcr SBoben, — bte (sonne, 
bte 2Be(t, bte i'ufr, bte SBolfe, bte Quelle, bte 33anf, bte ©cfcüiTel, 
bte yflange, bie 2öie[e, bte örbe. 

c) 9J?an fagt üon Denjenigen (Sacbnamen, benen man 
Weber baö männliche, nod) baö weiblicbe @efd)led)t beigelegt 
fjat, jle fei)en f ä et) l i d) e n ® e f d) l e cb t e ö. 

3. 33. £)aß £auß, baß £)acf), baß 33udj, baß ßleib, baß 331atr, baß 
SBaner, baß geuer, baß *!i#t 5 baß $ferb, baß 9tel), baß (schein, 
baß ftalb. 

Da£ (äd)lid)e ©efd)led)t wirb aud) einigen ^erfonennamen 
beigelegt. 

3 33. Daß Ätnb/ baß SBeib, baß Mbdjen, baß gräulein, baß 
ÜRänttleitt« 

d) Da3 ©eftf)letf)t ber Dingwörter wirb burd) bie gorm* 
Wörter „ber, bie, bag" ober „ein, eine, ein" be^eidi* 
net, weld)e gewöbnlicb ttor bem Dingworte (leben, unb 
gletcbfam ein' ©lieb beffelben auSmadjen, (wedfyalb man jTe 
ittcftt unpaffenb 5lrtif el [©liebwörter] nennt). 

3.33. Der 5Wamt, btc grau, baß $inb 5 ein üRamt, eine 
grau, c i n $inb. 

9ftan nennt bie Wörter : „ber, bie r ba$ — ein, eine, ein" 
©efcbled)t3wörter. 

e) Daö @cfd)led)t£wort „ber, bie, bag" weifet auf eine 
(fd]on befannte unb barum) b e fit m m te sperjon oberSadje 
bin, unb wirb bafyerbaö beftimmte ober l)inweifenbe 
@efcbled]t3wort genannt. 

f) Da3 @e(d)lecbtöwort „ein, eine, ein" beutet nid)t eine 
jefyon befannte, fonbern blöd irgenb eine unbeftimmte $er* 
fon ober (Bad)? an, unb wirb befefjalb ba£ unbcjttmmte 
©efd)lcd)töwort genannt. 

e) s 3JJand)e Dingwörter t)aben ein ^weifad)eö ©efd)led)t, 
burdh n>elcf)cö Untcrfcfyebe in ber feebeutung be^eid)net 
werben. 

3.33. Der örbe, baß grbe; bcr fiunbe, bie $unbe; bei 
Leiter, bie £etrer, ber Xtyox, baß 5Ebor; ber <©ee, bte @ee, 
ber 33auer, baß Sauer; ber 33anb, baß 33anb u. n. a. 



— 107 — 

§. 61. 

33iegung ber Singwörter ttnb Seztefyungen, 
roelcfye baburct) bezeichnet werben. 

a) Sie Singwörter derben tu ber D^ebe entweder a(e 
Ergänzung (§. 10.) auf ein Zeitwort ober @tcjcnfdiaftö* 
wort, ober alö Seifügung (§, 9,) auf ein anbereö Stng* 
wort belogen. 

b) Sie Seziefyung be$ Singworteä auf ein anberetf Se* 
^rtfföroovt wirb meitfenö an bem Singworte felbjt burd) bie 
Sicgung bezeichnet. 4 JD?an nennt bie üerfditebenen gälle 
ber Stegung, burd) welche unterfchiebene Beziehungen beö 
Singworteg auögebrucft werben, S 1 e g u n ,q ö f a U e. 

c) Sfflan unterfcheibet in ber <5xngat)£ unb 9JM)r$af)( üier 
uuterfd)iebene SiegungefäUe, nämlich: 

1) ben $ö er fall, welcher auf bie grage: „3Ber?" 
ftetyt, unb an tt>eld)em noch feine Seztefyung auf 
einen anbern Segriff audgebrücft ijt. Sa$(5ub* 
jeft eineö (5a|e3 rotrb immer burd) ben äöerfall 
au ögebr ücft. 

2) Seit 5öeffenf all, weiter auf biegrage: „$öef* 
feit?" jtefyt, unb burd) welchen ein Sing alä ein 
fold)eö bargeftellt wirb, ba$ eine £l)ätigfeit »eran* 
lagt ober t)ert>orruft (§. 10. A. b, c, d.)* 

3) Sen 28 entfall, weld)er aufbiegrage: „$Bem?" 
f]el)t, unb ein Sing alö ein foldietf bezeichnet, $>a$ 
man jTd) al$9)erfon benft (§. 10. A. e,f. §. 11.). 

4) Seit Söettfall, (2öen* ober 2Ba$faU), welcher 
auf bie grage „5öen ober 2öa6" fleht, unb ein Sing 
alö ein foldjeö begetrimet, ba3 bie ^t)ätigfeit erleid 
bet (§. 10. A.a. §. 12. A. a.). 

§. 62. 
23tcguttg3 formen begStngwortcö. 

a) Sie 5lrt unb 2Betfe ber Biegung beä Singworfeö 
nennt man bie 55 i e g u n g ö f o r m e n. 

b) Sticht bei allen Sinqwörtern gefd)iel)t bie Biegung 
auf gan^ gleid)e $3eife; man unterfdjeibet bafyer, wie bei 
ben 3^itn)6rtern: 

1) eine Biegung alter gorm, unb 

2) eine Biegung neuer gorm. 



— 108 — 

e) 5üte gorm. 9?eue gorm» 

<£inja$l: 

3Berfafl: ter ©ol)n ber 9ftenfd) 

SKeffenfflU: be$ <5ot>n-eS(3) be3 «Wenfö-e« (n) 

SBcmfttttj bem ©otm-e bem «Dienfcfc-en (n) 

SBcnfott: ben <Sotm ben SRenfö-en (n) 

SBerfaU: bie (SÖim-e(er) feie 3Renfö«en (n) 

SBejfenfaflj bcr (©Öbn-e (er) ber «Wcnfi-en (n) 

SM? entfall : ben <5ül)n=en (ern) ben $?enfcb-en (n) 

Sßcnfall : bie <Söl;n-e (er) bie 2Henf#«en (n) 

b) 3« ber alten gorm nimmt ber SBerfatt tu ber 9ftel)r* 
^al)t bie @nbung „e" an; nnb mehrere Dingwörter nehmen 
«eb(t bem „t a and) nod) ben Caut „r" an, 

3. 23. Daß £l;a(, bie StjäUer. 9D?ann, Mnn-er. ©eift, ©et^-cr- 

S5ei benjenigen Dingwörtern, weldje eine ber tonlofen 
(§. 83. f. g.) Snbnngen „er, en, ei, ifyen, lein," tyabett, 
wirb ber Sttmmlant „e" in ber Sßtegungöenbnng gan$ aus* 
geladen» 

3. 23. 23rnber, 23ruber$, 23riibcr, Xcc&ter, Zoster, ©arten, ©effel, 

Sßä'bc&en, 23liimcben, ^ögelein, Sammlern. 

e) Einige Dingwörter fyaben in ber We\)t' ö a\)l ben Um* 
laut, anbere nid)t. 

3.23. £anb, £ä'nbe; £unb, £mtbe; @ti$l, ©tü&fcj ©c$u$, 
©cbutye. 

f) Einige Dingwörter fyaben eine gemifdjte 33tegung3* 
form, b. tj. jte haben in ber (5in$af)l bie alte, nnb in ber 
2ftef)r$at)l bie nene gorm. 

3. 23. £>ag SXuge, beö SlugeS, bem 2Iuge, bie Slugen j bag Dfcr, 
ber ©rrafyl, baß £erä (be$ £er$en£), ber ©c^nterj, ber spfau, bcr 
(gtacbel u. 

ff) 91 de weiblichen Dingwörter nehmen nnr in berSEßefyr* 
gabl 23iegnng3cnbnngen an. 

3. 23 Die 23(ume, bie £anb, bie grau, 

h) Die (Stoffnamen nnb »tele ©ebanfenbinge l)aben aU 
fold)e feine 9ftef)r$abl, mü man an benfelben $war bie 
s Jftenge, aber nid)t bie 3a 1)1 nnterfd)eibet. 

3-23. »iel 23tut, tuen ig SBajfer, » tcl ©ebufb, roenig gleig. 

i) Einige Dingwörter I)aben Feine (5üt$at){ ; 
j 23. bie üeute, bie £>ofen. 
Slnbcre weidien in ber Söttbuna, ber Wel^al)! ab. 
3. 23. 3iromermann, 3i m nterleute, Kaufmann, ^auflente jc 



— 109 — 

§. 63. 
8 1 e Ö tt n ß ber geroöt)ulid)ftengrembtt)örten 

a) yiad) ber alten gorm qeljen: 

1 ) mit bem Umtaute : 

©er 2Utar, 2ibt, 23ifc$of, gbor, Sftorat, Kanal, Äatotatt, 
ftarbmal, $carfö, $?ora[t,(9ttarfi$air), ^apft, ^aiajt, $)rob[t, 

2) Dfme Umtaut: 

£er SIbmirat, Defan, Kafiettan, Slpotkfer, «JWajor, Dfftrier, 
0>3enerai, Slftuar, 9?otar, Korporal, ©petfat, Patron, ©pion, 
spofal, giefurS, SonfurS, Äommtpr, tag £oca(, ^crfteftiö, 
SWifroöcop, Xeleafcp, Xribimat, 

b) 9? ad) ber neuen gorm qefyen: 

2) er Stböocat, Arafat, ©upcrmtenbcnr, ©tubent, Slfjtfienr, 
©cribent, 3njipient, ftanbibat, $rore[tant, ©uwltfcmt, Slrre- 
ftont/ 5-tbfutant, Kommanbiint, ÜJiuftfant, Lieferant, $abrt= 
Fant, Konftrmanbc, Äommitnifanr, Regent, $)rä'itbent, fftetyi* 
fonfulent, Otepräfcntant, 9?ä'bagog., IDemagog, Slftroiog, ^tjtto- 
fo|$, ^atriard), «propbet, Katbotif, £t)eolog, 3urift, fKettfl, 
^Jrofeiftontft, 3*futt, Konvertit u. bergt, 

c) 9?ad) ber gemtfdjten gorm: 

Der $ro»tfor, $rajtt))tor, gjrofeffor, ©oftor, SReftor, Dtreftor, 
3nfreftor, $rofurator, SResifor, Stfieffor ; 
gewer: 

Der SBtfnr, baS Stiangelhtm, Mcgium, ßonjtjtormm, 9W- 
nifterinm, ^riütiegium, (©tubitttn, Kapital, Mineral, Wlattxial, 
öxemplar u. a tri. 

Diefe nehmen in ber s 3öW;r$at)t bie Grnbitna, t e n an. 

3- 23. Kollegien, Konfiserien, ©tfarien ic. 

(1) Grianmamen fönnen in ber SBicgima, mit ober ofyne 
©efdiledtföroort üorfommen. 

3 33. Ataxia, ber fölarta flOTarien*), 3afob, SaFofcg C^es SafefcS), 

$etru$, beS^ctrutf, bem $etru$, ben ^etru* ; (3efu*/3efu,3efu,3e- 

fum, dtyrijittS, Sbrtfii, CEl;rtfto, (iiirijhnn). 

§. 04/ 
III. Betrachtung ber Stgenf^aftötttörter* 

i) Die @i(]enfd)aftörr>6rter brücfen au$, mie ein Dina. 

iit ober femt tarnt. (Qri.qenfdjaften jinb £t)ätiafciten, bie 

anben Dingen fyaftenb qeroorben jtnb). 

3. 23. fleißig, arm, reiefy, gut, f$ört, grün, gro§, lang, 

b) Der SSebeutunq nad) fTnbbie(5iantfdiaft&r>örter thctlö 

b e $ ü fl 1 1 d) e, b. t). fotdie, bie eine @rqän$una, forbern, wie 

bie 3?toörter, tbeite u n b e $ ü a, t i d) e. 
10 



- 110 — 



3.33. (Der @<$ulb) betou&t, (bemSSater) äb-nliäj, (beg SBegcS) Fun- 
big — fdjim, braö, reicf). 

^ftandje an ftcb unbejüflltrfie Gngenfrfjaftäroörter fönnen 

aber and) al$ bezügliche gcbarf)t »erben. 
3- 33. reia) (an 93erftaut)/arm (an ©elb), fkots (auf Kleiber). 
e) X)ie Gngeufdmftörcortcr ftebcn entvueber in au 6* 

fageuber (§♦ 3. B. c.) ober be if ügenber (§. 9. B. e.) 

23e$ietntng. Sfflan fann bafyer au^fagenbe (aufgefaßte) unb 

beigefügte ©genfdiaftöroörter unterfebeiben, 
(1) Die auefagenben (Jigeufdiaftöroörtcr fyaben (in ber 

beutfetjen (Sprache) feine Biegung, »eil bie Sßejiebung ber* 

felben immer buret) ba$ Jpulfeiroort „feim" auggebrücft n>trb 

(§. 3. A. b.) 

e) Die beigefügten (Stgenfcfyaftöroörter bagegen t)abert 
eine ©ef d)led)t gbteguug (§. 9. A. a.) unb eine %alU 
btegung. 

3. 33. &in SWenfc^ rein-e? £er*en$ ifi ftd; rcm=cr 2Ibfid)ten bctoujjt. 
SRein-em £erjen ent feinten rein-e Slbfictyten. JKcin-en SBein gie§t man 
nia)t in unreine ®cfä|Te 

f) sjftatt unterfd)eibct in ber Biegung ber @igcnfdiaft6* 
»örter ebenfalls eine alte unb eine" neue gorm. 3ebeä 
(5tgenfd)aftön>ort fann bie alte unb bie neue 23iegungeform 
annehmen. 

1. 2llte gorm. 

männlich toeiblid) 

Sin&atjL 
gut-er Wann gut-e grau 

gut-e? Wanne? gut-er grau 

(cn) 
gut=em Spanne gut-er grau 
gut-en Wann gut-e grau 

W ergabt. 

fUit-e Scanner gut-e grauen 

gut-er Wauner gut-er grauen 

gut-en Männern gut-en grauen 

gut<eWänner ' gut-e grauen 

2. 9ieue gor m. 

GinjabL 
SBerfatl : ber gut-e Wann bie gut-e grau 
SJOrjfenfafl: bc? gut-en Wanne? ber gut-en grau 
Sßemfatt: bem gut-en Wanne ber gut-en grau 
SBenfatt: ben giu-enWann bie gut«e grau 

W e b r 3 aM (für alle brei ®efcblea)tcr gfety:) 
SBerfad : bie gut-en Banner grauen Äinber 

SBeflenfaU: ber gut» en Wauner grauen Ätnber 
SQBemfatl: ben gut-en Männern grauen ftinbern 
Sßenfall: bie gut-en Wanner grauen Ätnber. 



3. S3- 



SBcrfaU: 
SBeifenfatt: 

©entfall: 
SBenfatt; 

SBerfaÜ" ; 
aBefTcnfall; 

©entfall : 
SßenfaU ; 



f ä'ajtiä; 

gut-e? Stinb 
gut-e? Äinbeö 

(en) 
gut* cm ^inbe 
gut-e? $inb. 



gut-e Äinber 
gut- er fl'tnber 
gut-en 51 inbern 
gut-e Äütber, 



ba? gu- = e Äinb 
be?gm-en5!inbe? 
bem gut-en ftinbe 
ba? gu--e 5Unb 



— 111 — 

§. 65. 

Slnmerfungen über ben ©ebraurf) ber alten unb 
neuen gorm ber (£tgenfd)aft 3roörter. 

a) £a$ (Jigeufdjaftgrüort fyatbte Biegung alter gorm, 
ttenn fein @efcriled)tgrr>ort, gürroort ober 3al)lrr>ort ttor* 
angebt, roeldjeg bie Biegung alter gorm fyat. 

3 33. Orif^-eö SGöafTer mit trocfen-cm 23rcbe bei frohem SHutyc tft 
Jbeffcr, als alt-er 2Bein unb föftlii#«e (greifen obne ein frcubig»e$ 
©emütt). 3$ t)bre lieber ernft-e hieben alt-er Scanner, als leid;t- 
finnig=e ©c^er^e jung-er Xfyoren. 

b) £)ag ($tgenfdjaftärt>ort bat bte 33iegung neuer gorm, 
wenn ein »orangebenbeö ©efcfylecntöroort^ gürwort ober 
3at)Iroort hie SBtegung alter gorm bat. 

3« 33. Ser füngjl-e ©otm unfereS alt-en 9?ad)barS fyat bas neu*e 
ftleib angezogen unb trägt auf feiner gründen Rappe bie rotten 
gebern. «DiefeS fdjbn-e £au3 unb jener gro§=e ©arten gehört beut 
jungten ©otyne eines reichen \!anbmanneS. 

c) 2Benn in ber (5tn$al)l ber 2ßerfatt be$ männltdbcn 
ober fäd)lid)en ©efd)led)teg ober ber -Sßenfatt färf)ltd>eit 
©efcfjledjteö üon: „ein, fein, mein, bein, fein, unfer, euer, 
it)r" ttorangebt ; jo bat ba3 nacbfolgenbe (Stgenfdjaftöroort 
bie Biegung alter gorm. 

3- 23. Sin a(t-cr 5D?ann fyat ein (mein, bein ic.) neu=eS £>au$ 
gefauft. Sein (unfer u.) alt*t$ $ferb bat fein gefunb*e£ s #uge. 

d)5öennnad)ben unbejtimmten 3at)lroörtern : „einige, 
etli&e, üiele, roentge, mehrere, manche, alle" 
unb nact) „anbern, fold)e, welche" baö Gngenfdbaftö* 
roort in bem Verfalle ober in bem TOenfaüe ber ^etjrjaljl 
fiet)t ; fo bat cg metjrcnS hie Biegung alter gorm. 

3- 33- Gintge beutfd;=e genfer. 23iefe ober roenige treu*e greunbe. 

SWanc&e a(t=e ©ebräuebe. Sitte grop-e SRä'nner. Sintere roicl)tig*e 

Singe, (Solclje Hranf-e. 2Belcl;e glüciiici)=e 9ttenf#en. 

e) 3Benn nad) einem @tgenfcfjaftön>ortc , roelcbeg hie 

SSiegung alter gorm \)at, ein anbereg @t,qenfrf)aft6n>ort 

folgt, fo mug man folgenbe 33ert)ältntjfe unterfdjeiben: 

1) 23etbe @igenfd)aftgn>örter jtnb auf gleidie 5öeife 

auf baö £tngroort belogen, unb man tonnte ^roifdien 

hie (5igenfd]aft6roörter ha$ Stnberoort „u nb" fe£en; 

aläbann l)at baö nadifolgenbe (5igenfd)aft3mort 

ebenfalls bie Siegung alter gorm. 

3. 33. ©ute (unb) frifefce Sutter. 21(ter (unb) reiner 2Bein. 
2Jltt natrbafrer (unb) gefunber 80% TO flarem (unb) 
fnfc$em Sßaffer. iKebltöje (unb) treue greuube. 



— 112 - 

2) £a$ ttorangefyeube (Stgeufdiaftöwort iir nidtf auf 
ba$ Dingwort allein, fonbern and) auf baö mit 
bem anbern (5igenfdiaft3tt>ort fd^on »crbunbene 
IMngmort be30cjen, unb bat geroöbnltd) ben £aupt* 
ton;" alöbann bat bag uad)folgenbe (Jt.qcttfdjaftgroort 
tu bem 5Bcrfatt unb in bem'SÖBenfaß ber dtnjafyl 
unb 9jjebr$at)l bie ^Biegung alter gorm unb in 
allen anbereu SMegungöfaUen bfe 23iegung neuer 
gorm. 

3* 33. Xrocfener t»ei§er «Sanbunb: trocfenem teeipen <Sanbc. 
SllteS blaues Rapier unb: *on altem blauen Rapier, 3£ob(= 
feiler alter SCBctn unb: mit tooljlfeilem alten SBeine. griffe 
fd>h)ebifcf)e £ä'ringe unb: frifc&er fdjrocbifcbcn £artnge. s tta||e 
rooflene Xücber unb: na||er wollenen Sucher. (2Bei$cr <Sanb 
ber troefen ift, blaues Rapier bag alt ift u. f. f.) 

§. 66. 
Steigerung ber (Sigenfcfyaftdrcörter. 

a) 3n ber (Jigenfdiaft eüteö £iugeg fönuen bie ©rabe 
i\)xex ©tarfe ober@rö$e im 23ergleid)e mit anbern 
fingen unterfdneben »erben. (S5eifpiele §. 24 A.) Vie 
©rabe ber Starfe einer (Jigenfcbaft werben an bem (£ic\e\u 
fdjaftöwortc burdjeine befonbere gorm ber Biegung, roelrfje 
man bie Steigerung nennt, auögebrütft. 

3. S. Ber Birnbaum ifi \)o§. £)t'e (£i$e iji böber. Die Sänne 
tft am fyoeöfien. £er9It>felbaum bat einen bitfen (Stamm. Die 
33uO)c bat einen bief ern «Stamm. Die Siebe bat benbief ften ©tamm» 

b) ÜWau untertreibet in ber Steigerung brei Stufen, 
bte man SSergleidnutgöjrufen ober Steigerungen 
grabe nennt, nämtid) l ) bte @r unb (rufe, 2) bie £ öl) er* 
jlufe unb 3) bie b ö d) ft e Stufe (§. 24, B, b.) 

c) £ie £öl)erftufe n>irb burrf) bte (Snbuug „er/ 7 unb 
bte l)ö d) fte Stufe burd) bte Gntbuug „eft" (il) gebilbet. 

3. 33. rein, rein=cr, rctn-ejl ; fite, fü§*er, fü§-eft ; 
*) Sei ber ©efcbtecbjs* unb 3al)l-93iegung »erben bie SBiegungSen- 
bungen au bie ©teigmmgtfenbung angebangt unb babei bie (Stimm- 
laute ber länbuugen ,,er" „eft" bäuftg auegclaffen. 

d) 5Benn ba$ (Sigcnfdmftöroort ein Stamm (§.86 unb 
88.) ift unb einen ber Stimmlaute a, o, u bat : fo wirb 
ber Stimmlaut in ber £öt)erftufe unb in ber t)öd)jteu Stufe 
meijtcnö umg etau tet. 

3- 23- ftarf, ftärfer, ber (tärfjle; gro§, größer, ber ßrö'fjte; flug, 
rlüger, ber flügfte. 

*) Unregelmäßig ift bie «Steigerung in: gut,beffer,ber befte; 
tjocl;, l;öt)er, työctjfte ; ml), näl;cr, nä'ctjpe. 



— 113 — 

e) 5ftantf)e @igenfd)aftdroörter fönnen nidjt geHcigcrt 
werben in ihrer eigentlichen Sebeutung, weil il>r SScgrtfif 
feine Slbjhifung gulägt. 

3- 33. tobt, recfK, ttaef), gölten, leer» Mtnb tt. f f. 

s JWancrje fönnen jebod) in b i l b 1 1 d) e r SSebeutung eine 
(Steigerung annehmen. 
3» 23. ©tuen tobteren 9Rcnf$en, a(3 bü$, Fenne td) ntctjt. ©ine 
lebenbtgere ©arjiettmtg ttärc jn roünfcbcn. 

f) Sie (Steigerung ber @igeufd)aft£n)örter roirb aud) oft 
burd) g o r m ro ö r fe r begetef^net, unb |war : 

1) Surd) bas gormroort „nteljr/' wenn ein höherer 
©rab einer (£bätigfeit ober) @tgenfcr,aft im 33er* 
gleiche mit einer anbern (£t)ärigfeit ober) Gngenfdjaft 
Voll benennet roerben (§. 24. A. d,). 

2) Surd) ba$ gormroort ,fy 6 et) (i" (fefyr, t>or$ügiicfj 
jc*)/ tt>enn man burd) bie bödjfte Stufe einen fefyr 
t)ol)en @rab ol)ne 33ergletd)iing mit anbern Singen 
bejeicfjnen roill (§. 24. A. e,). 

$8etvad)U\n$ bet fövtmtoottev* 

Sie gormroörter maenen eine befonbere 2lrt mm 5öortern 
a\\$, roelcbe ntdjt begriffe, fonbern nur bie Sße^te jungen 
ber begriffe auöbrütfen. 
Wan nuterfdjeibet folgenbe Wirten ber gormroörter: 
I. £itlf^eitroörter, 
II. gürroörter, 
III« 3a*)Iroörter, 
IV. Sorroörter, 
V. Urnftaubgroörter, unb 
VI. SSiuberoörter. 
Einige gormroörter fyaben ebenfalls 33iegung3formcn, 
roie bte" Söegriffäroörter ; anbere bagegen bleiben gan$ un* 
öeränbert. 3cbe 2lrt berfetben foli nun einzeln betrachtet 
roerben 

§. 68. 

I. ^Betrachtung ber Jpulfsjeitroih'ter* 

a) Siejenigen 5Görter, burd) beren £mlfe (gleid)fam) 
bie 23euet)ungen ber 3ett unb ber SluSfageroetfe bc^etrf)nct 
roerben, nennt man £)ülfS$eitroörter ober au d) fur^roeg 
£>ülfgroörter. 

10 



— 114 — 

b) Wlan unterfdjeibet : 

1) ^>ülfött)5rt er ber Bett, nämlitf): „fe»u, ^abert, 
werben," welche ba$u btcncn, r>erfd)tebene 3ctt^ 
formen beö B^itworteö $u bezeichnen ; nnb 

2) £ülf3wörter ber 2luöfagewe t fe, nämlid) : 
„Fönnen, bürfen, mögen; muffen, [ollen, 
wollen; laffen," weldie ba^u bienen, bte Der* 
fchiebenen S3ert)ältnifte ber Sluöfageweife (§. 7.) 
an^nbrücfen. 

c) 5Benn ba$ 2lu3gefagte im (5a^e buref) ein Dingwort 
ober (5igenfchaft$wort auägebrütft wirb, fo »ertrttt baö 
£ülf3wort „fepn" bie Stelle ber 33iegunggenbttngen beö 
Suggefagten unb brücft alte ^Beziehungen attg, bte bei bem 
augfagcnben 3eitworte burd) bte Biegung bezeichnet werben. 

3. 23. 23aben tfl erqutcfcnb (erquicft.) 23abrn toarerqittdenb 
(erquicfte). Säten ift erquicfenb geroefen (t;at erquicft) u. f. f. 

d) Die ijülf^ettroörter „fönnen, bürfen, mögen", 
be^etclnten bie 9ftög 1 1 cf> f eit beö aufgefaßten, b. t). baß 
bag 2lu3gefagte wirflid) werben Fann (§.7.), unb zwar 
bezeichnet: 

1) „fönnen/' baß (Etwaä gefchehen fann nach ber 
n a t ü r t i ch e n 55efchaffcnt)eit ber Dinge, alfo eine 
9c a t u r m ö g l i ch F e i t. 

3 33. Der 23ogel fann fingen. Wlan fann im ©unfein nid)t 
lefen. 

2) „bürfen," baß @iner ($trva$ thun Fann nach 
bem 3ßillen eineö Zubern (eine (£rlaubniß 
= ffttltche ÜJcögltdjfeit). 

3. 23. Der @ct)ü(er barf fingen. Du bnrffi ben SBrief lefen. 
Dag Äinb barf fpielen. 9)can barf niö)t Lügen. 

3) „mögen," baß (itwaü gefchehen fann nach bem 
Uöiilen beg ©prechenben ober aud) nad) 
eigenem ^Billett. 

3 23. ©r mag fingen. ör mag ben 2?rief lefen. Gr mag 
jefct fct)!afen. — 3d) mag nidjt fingen. 3d) mag ben 53ricf 
ntöt>t Ufen. (Sr mag feineu SBein trinfen. 3$ mocbie gerne 
febtafen. 

*) „fönnen, bürfen, mögen/' bejeicfjnen oft <iuä) nur 
eine, gefolgerte SWÖgtidjf ett (2ß a b r f d) e t n ( i d> f c i t). 
3- 23. Der ©d)üler fann e$ »ergeben baben. ©r mag niebt 
baran gebaut tjaben. 

e) Die 5; ülf Wörter: „muffen, fotfen, wollen" be^eidinen 
bte 9cott)wenbt gleit bc$ Sluögefagten, b. t). baf baä 



— 115 — 

2ln£gefagte nrirflid) merben muß ober foll, unb pvax be* 

getdj'net : 

l) muffen, baß ($troag gefcbefyen muß nach bett 
©efe£en bcr 9iatur ober nad) gottttdjen 
©efelsen (3^aturnott)n)enbtßfeit unb allgemeine^ 
(Sittengefe£). 

3* 53. Stile Wltntytn muffen fterben. ©er ©cbwäcfcere mu§ 
bem ©tärfern treffen. 3Wan mujj immer bie 2öal)rt)cit veben. 
SB fr miiffen unfern geinten »ersetzen. 

2) follen, baß (JtroaS gefdjeijen muß nad) bem 
Etilen eine 3 21 n bem (ftttltcfye 9iotl)roenbig* 
feit). 

3» 33. Der $nabe foll Jricljnen lernen. Der ©obn fott bem 
Sparer bei ber Arbeit Reifen«. 3$ fott in bie ©cfjnle geben. 

3) wollen, baß @twaö foll aetijan werben nad) 
eigenem 5öillen. 

3» 33. Der $nabe will äciebnen fernen. Der ©ofyn Witt bem 
$ater belfen. 3$ Will in bie ©#ule geben. 3$ will einen 
Srief fc^reiben. 

*), /Püffen/' „fotlen" unb „wollen" bejeiebnen 
oft auet) nur eine gefolgerte 9^ot^tt>enbt'gfett (®ctt>i§- 
\) eit) te$ SluSgefagten. 3- 23. Gr mu§ fe'or franf gewefen 
fetyn. (Er foll in *pari$ gewefen fe^n. $Ran will tyn gcfel;en 
tyaben. 

f) £)a£ £mlfSn)ort „laffen" be^etdmet, baß nad) bem 
2Btlleu ber ~befprod)enen Werfen Grtwaö gcfd)et)en f a n n 
ober foll, unb brücft fowofyl eine 5D^ö(jUdt)fctt, al$ a\xd) 
eiue SRottymenbigfett au$. 

3. 33. ®r lief} ben SSogel fliegen. <5ie (äffen ben Dieb laufen. £affe 
tbn fdjlafen. (Erließ ben £unb tanjen, ©te laffeu ben Dieb ein- 
fperren. 34) tafle ein $w$ bauen. 

g) ? iöenn bag SSearijf^eitroort , ju welchem @in$ ber 
£ütfätt)örtcr ber 5lu3fagen>eife gehört, au^getaffen tjr, fo 
gebrau d)t man in ber (einfachen unb 23or*) Vergangenheit 
ba$ 5R t ttelkoort biefer 3-itformen» 

3.33. 34) babe gewollt, aber n«$t gefonnt. 3d) bätte g e- 
burft, aber id; tjabe nic^t gemüht 

31t aberbaö 35cqrtff^gettn>crt nidn auägelajfen, fo gebraucht 
man bie D)ingform be$ £ülfön>orteö. 

3-33. 3$ babe fc^reiben wollen („uidjt gewollt"): altvi&balt 
nic^t febreiben f b nn e n. 3cb tmtte fpielen b ü r f en , aber id) babe 
niebt fpielen mögen. 34; tjabe bleiben muffen, unb l;ätte bcc& 
gefyen feilen. 



— 116 — 

§. 69. 
IL 23etrad)tung ber BüvtoMtr* 

a) $Benn nur üon fingen [preisen, roeldje un$ (wirfltd) 
cber blo^ in ©ebanfen) »or klugen flehen, ober n>cld)e rotr 
tt)äl)renb bcö Spredjenö frfjon genannt Ijaben : fo brücfen 
rotr biefelben im Verlauf ber D?ebe fetjr häufig nicht weiter 
burd) S3egriff3rt>örter au$, fonbern b e $ e i d) n e n fie burd) 
eine befo'nbere 2Irt mm gormroörtern, bie man gürroörter 
nennt. 

3.23. lieber 23ruber2tbalbert! ©einen SBrtef *>om 3. btefeä 
!D?onatg t>abe td^ beute richtig erhalten, ß^ freut mi$ berätid), 
b a § bu b i c$ enblicf) meiner erinnert nnb mir üon beinern 
33efinben 9?acfyridjt gegeben bafi. 3^ tvar rocgen b ein er (beinet* 
roegen) fetjr beforgt unb fürchtete, eä mocbte'bir etroa eine 5ttanft)eit 
angeflogen fepn, ba bu fo lange 9?icbt3 fcon bir bb'ren lie§eft. — 
©ein ©ebreiben jcigte icb" au# unferm £erm Setter. G r batte 
eine gro^e greube, ba§ bn bar in auc^ feiner gebacbjefh £a(te 
nur bein 23erfprecben, unb fcfjreibc il;m balb. Du wirft ibn 
b a b u r d) fetyr erfreuen. — U n f e r e grau 9?acbbarin erfunbigt f i # 
ebenfalls bäuftg nacb bir. «Sie fragte mic§ erft geftern, ob idb nodj 
feinen 23rtcf son bir erhalten babe. 2Bie fommt eg bocb\ bafjbu 
i b r e r in beinern (Schreiben gar niebt erroätmtcfl ? — ©u warft 
boeb fo oft in i b. r e m £aufe \ (Schreibe i b r boeb balb, bamit f i e niebt 
glauben mu§, bu babeft t b r c r ®ü:e gegen biety ganj üergeffen. 
3cb werte ft e einftroeilen in b e i n e m tarnen grüben unb i b r fa- 
gen, ba§ bu 1 1) r balb febreiben werceft. — \!ebe wobj ! (Schreibe 
balb 

Sremen ©einem 

ben 22. ©ec. 1851. treuen Sruber 9D?ar. 

b) £te gürroörter flehen für bie Dingwörter, b. t). |7e 
vertreten hie (Stelle eincö SDiiißmortcö, bezeichnen aber ^u* 
ßletcf) aud) ein £>ing nad) feiner 35egiet)ung $u oem Spre« 
djenben. 

3. 33. Db ein ©ing bic f|>rec§enbe, angeftroebene ober befprocfyene 
$»erfon ober @a$e ift, ober ob ein ©ing bem (Spreebenben natje 
ober ferne ftefyt u. bgl. 

c) üftan unterfcheibet folgenbe Wirten ber gürwerter : 

1) perfönl id)e , 

2) binmeifenb e, 

3) frage übe unb be$üglid)e, unb 

4) u nb e ftimmt e. 

Sebe biefer Wirten foü" nun befonberö betrachtet werben, 

§. 70. 
1. *p er fön liehe gürwörter. 
a) X)ie perföntidjen gürwörter be^cidjtten ein £)ing felbft 



— 117 — 

baburcf), baß fte auöbrücfcn, ob bau £>tug bie fprecfyenbe, 
ober bie angefprod)ene, ober eine befprodjene ^crfon (ober 
earf)e) fei) (§. 69. Söetfptel). 

b) (£$ gibt brct perfönltcrjc gürroörtcr, namlitf) : 

1) baö gürroort ber fprecfyenben ober erilen ^3erfon ; 

2) — — — angefprocfjeiten ober feiten 93er* 

fon; 

3) — — — befprocbenen ober bxittcn $erfoit. 
3ebeö t)at eine @tnjal)l unb eine ü)M)r^al)l. Saö ©efdjlecrjt 
rotrb jcbod} mir bei ber britten ^erfon in ber (Sin^afyl unter* 
fdjieben (SBetfptel nnter d. e.). 

c) Sie perfönlid)en gürroorter jTnb : 

1) £)ing fürroör ter, roenn fte ein Sing aU bic 
fpredjenbe, angefprocbene ober befprorijene Werfen 
ober Sache in Schiebung gu bem Sprecfjenbeu 
be^eidinen. (3. 53- d. U); fic ffnb : 

2) S8 eifürroört er ((SigenfcbaftSroörter), roenn fte 
biefetben Söejteijungen s u bem - (Spreebenben alö 
@igenfd)aften »on Dingen be^eidjnen, nnb 
bie gorm einer Seifügung annehmen (bafyer 
Seifurroörter = beifügende gürroörterj. 

R. 23. Dein 23rief = ber Sn'cf »on bir = ber 23rief bc3 
Slbalberts (in bem 33eifpif(e eben §. 69 a). 

d) 3ufammen(ielluiig alter perfönltcrjen gürroörter : 

S t tt S « "9 l- 



V 

1. 

2. 


crfle $erfon { Jttcite $crfon : britte ^erfort : 

männL fteibi. f«$l« 
Singfürroörter : id) tu er fTe eö 
Söeifürroörter : mein bein fein ibr fein 
metn-tg bein-ig fein=tg $t*\q jein-ig 


1. 
2. 


Singfürroörter : roir il)r 
23cifurroorter : unfer euer 
unfertig euer -ig 


fte 



(unfrig) (eurig). 
e) 53 tegung öform ber Singfürro ort er. 

erfte^erfon Jtoeitc ^Jcrfon britte ^erfon 

SßerfaH: idj bu er, ftr, es 

3BejfenfnU : meiner beincr feiner, ibrer, [eine» 

3ßcmfallj mir bir ihm, il'r, ihm 

ffienfatt: mit$ bi$ ttjn, fie, e3. 



— 118 - 







m 


efy r g at) l : 






erfic $erfon 




äfoeite $erfon 


bn'tte $erfon 


SBerfaH : 
SBcifenfaUj 
2Bcm(aa: 
SBenfalU 


toir 
unfer 
unä 
unä 




tt)r 
euer 
eu# 
eucj> 


ibrer 
tönen 
fte. 



f) Die S5eifürtt)örtcr jmb t>on bem 2Befjenfatt ber £1113* 
fürroörter abgeleitet. (Sie haben ©efcWecijrö* unb gatlbte? 
(jung n>ie bte (£igenfd)afteroörter (§. 64. f.) alter gorm, 
nehmen aber in ber @fngal)l im Verfall beg männlidjen unb 
fäd)lirf)en ©efd)led)teg, fo nne and) im ^ßcnfatl beö fädt)* 
liefen ©efd)led)te£ feine (Jnbung an. 

g) 5Benn ba$ Dingwort, anf roelcfyeS baä perfönltdie 
23cifüm>ort belogen ift, auögelafien tt>irb, fo nimmt biefeg 
gürroort (in ben unter f genannten Siegungöfätlen) ent* 
roeber eine (5 n b u n g an, ober eä n>irb ifym bag ©efefyedjtä* 
t»ort „ber, bte, bae" ttorgefe£t, nnb bau gürroort nimmt 
tie neue goam an, ober eS n>trb ifym bie ©übe „ig" mit 
ber neuen gorm angehängt* 

3- 33. Dein £ut tfl ferner, ate mein* er (ober: ber meine: 
ober ber m einige), (Euer £au3 t[t älter, a(d tag unfere 
(unfereS, baS unfrige). ®ib mir bein 23uc§, meines (ba$ 
meine, baä m e i n i g e) ift serri||en. 

§. 71, 

2. jptnwetfenb e gürroörter. 

a) Durd) bie fuurücifenben günoörter roirb, wie burd) 
einen ©tief ober buret) einen gtngerjeig be3 fepreefrenben 
auf ein Ding Inngcnnefen unb baöfelbc nid)t b(og alä ein 
befprod)eneä Ding bejcidjnet, fonbern gu.qletd) and) üon 
aubern befprod)enen Dingen u n t e r f et) i e b e n. 

3. 58. Der (== auf ben t# $efoe) fott antworten. Die Q 23. 
bie ©c&ülerin, bie ba in ber erften JBanf fi&Q W I««* Men. 2) a 6 
0, 23. roas id[> in ber £anb babe) ift ein Lineal. D e r f e l b e (}. 23. 
ber @d)üler, ber fo eben antwortete) fofl hervor treten. Gm f ol cfyeg 
Lineal fann man ntc^t brauchen. £) i e f e £ (3. 23. ba$ auf ber 23anf 
liegenbe) Sud? ift grb§er aU j en e$ (j. 93. ttelc&eö ber <Sc&ü(er tn 
ber £anb tjat). 



— 119 — 
b) Wlan Farnt bie fytnroetfettben gürroörter einteilen in 





männticlj: roetblicij: 


f ä'd)Hd; x 


1 3Dinöfürt»b'rtcr : 


ber bie 


ba$ 




berfelbc btefcfbe 


baesfclbe 




berjenige btcjcniße 


baöjenige 


2. 23eifürrobrten 


biefer bfefe 


biefeS 




jener jene 


fcne$ 

folc|)e$ 




folcber folcbe 


3. Umftanbgfürröb'rter: (Ort :) ba, Wer, bort, ber, tun, 






( 3ett ba ' bann, beut, t)euer, 






(Seife:) fo$ — fcibfl. 





c) £)te £)ingfürroörter werben jebod) fyä'uftg atö S3et* 
fürroörter gebraucht, unb umgefefyrt, bie S3etfimi>5rter alg 
£ingfürn>orter. Qrin ^Dtrtgfürtport ijt al£ 23eifüm>ort angu* 
fetyen, roemt eä atä Söeifügung auf ein Dingwort belogen ift. 

3-33. Derfelfre Sftann, biefelbe grau, baffelbe Äinb, berjentge 
3D?enfcb je. 

d) @in 23eifünx>ort tjt alö £)ingtt)ort $u betrachten, wenn 
eö nid)t mit einem £)ingn>orte »erbunben tfr, fonbern bie 
©teile eineg £)ingfürrr>orteg öertritt. . 

3- 33. £) er ifi flei&ig . £ i e iß föüc&tenu £) a S ifi fcpn. Dtefer 
|>at es getban. 

e) „1} e r f e I b e" tfi: $ufammengefe£t auö „b e r" nnb 
„felbfr." @ö brücft au$, ba# nur ba$ burd) „ber* 
fei be" bezeichnete £)ing unb fein anbereö gemeint fei). — 
„(Selbjt" bat, wenn e£ nacJ) einem £)tngn>orte ober gür* 
tt>ort fretjt, bie nämliche 23ebeutung. 

3. 33. Derfelbe (= fein anberer 9ttenfd;) bat e* getban. (Sr fetbft 
(= fein anberer 9ttcnfcb) fyat e$ gefaßt. Der Sieb felbft bat ben 
3Dieb[tabt etngeftanben. 

2öeim „felbft" bem Dingroorte ober bem günoorte üor* 
angebt, fo bezeichnet e$/ba$ and) bag genannte £)ing 
unb nid)t nur anbere gemeint jinb. 

3. 93. ©elbft feine ffcinbe loben feine (SJered&ttflfeir. ©clbft 
feine gveunbe bauen ihn für fdntlbig. (© e ( b ft bu baft bet'nen 33ru* 
ber niebt roieber erfannt. 

f) „£>e r j e n ig e" roirb nur gebraucht, roenn noch eine 
Beifügung nachfolgt, bie burd) einen 9M>enfat$ au^gcbrücft 
ift (§. 33, B. f.). 

g) „tiefer"' weifet auf ein nätjer geflcllteö, „jener" 
auf ein entferntere^ Ding t)in. s Dcan bezeichnet baber tu 
ber D^ebe baä $uer|t ©enannte burd) „jener/' baö $uletst 
©enannte burd) „b i e f e r/' — 55eibe t)aben hie Siegung 
alter gorm. 



— 120 - 

3. 33. £)a$ $ferb unb ber D#3 finb £au$tr;iere ; j c n c g bat un- 
gefpattene £ufe, bicfer t)at gehaltene £ufe \ btef er l;at Körner/ 
jenem feigen fie. 

h) £urd) „foldjer" wirb auf bte 5Irt ber Dinge 
I)ingcwic[en. (§ö t)at bte SSie^ung alter gorm, wenn eä 
ntct)t baö unbefttmmte ©efd)led)tgwort ober unbcftimmte 
3at)lwörter, bte felb|t fcfyon bte alte gcrm fyabcn, fcor jld) 
bat. 

3« 33* (Sinem folgen 9flenftf;en (einem 9ftenf$en bon biefer 2lrt) 
f ann man nietyt tränen. @ 1 et) e m tarnte traue icfy nic^t. © 1 cfy e 
Knaben Perbienen Feine fotcfje 33e(otmung. 

i) Die Umfcaiiböfitrnobrter be$eid)nen Dxt, %tit unb 
•lÖeife m 23e$iel)ung auf ben (Spredjenben. 

3- 33. Dein treiben erhielt i$ \) e n t e. ® e ft e r n toar i# ni$t 
i;f e r. 

k) 23iegung$form ber fyinweifenben gürwörter. 
3Bemt baö t)tnn>effenbc gürwort „ber bte ba$" al$ Ding* 
fürwort gebraucht wirb, fo tyat eä folgenbe Sieguugöform : 

G t n i a M J 9H e & r j a & l * 

männlich toeibtic^ (äc|tic^ für atte brei ® efc^tec^ter 

SffierfaU: ber bie ba3 bie 

SBefienfatU beffen beren beffen beren (berer) 

SBemfatt: bem ber bem benen 

SBenfatt: ben bie ba$ bie. 

$ßtrb eö aU Setfürwort gebraucht, fo fyat cö folgenbe 
33tegungöform : 

SBcrfatt: ber . bte ba$ bie 

SBcffcnfaU : be$ ber beS ber 

SBemfatl: bem ber bem ben 

SBenfatt: ben bie ba$ bie. 

2)te übrigen fyaben bie Biegung alter gorm» 

§. 72. 

3. gragenbeunb b e ^ ü g l i d) e gürwörter. 

a) Die fragenben gürwörter (gragewörfer) bienen ba$u, 
um nad) Dingen, @igenfdiaftcn ober Umjtanben $u fragen. 
9J?an unterfd)cibet fie ebenfalls in 

männlich roeiblict) fä'#(ic& 

1. Dinafürwörter: wer waö 

2. SSeifürwörter : weldier weldie weld)e$ 

roa$ für ein roag für eine roaä für tin 

3. Umjlanbäfürwörter: (Drt) wo, (3«tt) wann, (SBeifc) wie. 



— 121 — 

b) £tc frageuben ©ütgfurroijrtet fabelt feine üfleljrjal)!. 
3fyre 23iegung8form i\~t folßcnbe : 

männlid) unb roeiblicf) fäcpIM) 

SBerfaK wer rx>a$ 

Söeffenfatt wejfcn weffen 

Söentfatt wem 

3öenfatl wen i»aö. 

c) // ^B c r" be^etrf)net auf ganj unbestimmte 2ßctfe eine 
Werfen obne llnterfdjeibung be3 (5tefd)ted)tcg. „2öa3" 
bcgctdutct gaiu unbeftünmt eine 6c(t)e, unb bat feinen 
SßemfaU. 

(1) £ag fragenbe S3eifürwort „welker'' wirb gebraucht, 
Wenn gefragt wirb, weichet einzelne 2>tng berfelben 2lrt 
gemeint fei)', unb e3 l)at bie S3tegung alter gönn. 

3.23. SBelti&er Änabe ifi franf? SBelctje ©djroefter tfl bie 
altefte ? SB e l cb e u 33aum roiltft bu umliauert 'i 2B e l <j> e $ «pjerb 
toiUft bu reiten 5 SB e ( d) e Sucher l; a f t bu gelefen ? 

e) „5Ba3 für ein" wirb gebraucht, wenn man fragt, 
welche 3lrt üon fingen gemeint fei) ; unb in biefem grage* 
Worte l)at nur ba6 Satyltüoxt „ein" bie SSiegung, welches 
übrigens in ber 3flet)r^abt (bei Stoffnamcn and) in ber 
(Jinjaljl) aan$ aufgeladen wirb. 

3.23. 2Bas für ein 23 oa et tjl batf? 2Ba<? für Girier ? — SBaß für 
eine JJflnnje tft bie£ ? 2Bas für ein £>au3 baft bu gewidmet '< 2Baö 
für eines? 2ßa£ für einem Xudjt ßibfl bu ben 25orjug 'i 2Bas für 
©äfce foCl i$ fctjreiben ? 2Bag für geoern roittft bu faufen ? 2Bag 
für spazier mc^teft bu baben ? 

f) Die UmftanbSfürwörter „wo, wann, tvie" bezeichnen 
£)tt, 3eit unb $Qei\e einer £t)ätigfeit. £te Fragewörter 
„warum, wo^u, woburd)" u.f. f. ftnb au3 einem Vorworte 
(§. 77.) mit einem gürworte $ufammengefe£L 

g) £ie fragenben gürwörter werben and) gebraucht, 
um eine Beifügung, eine (Jraangunq, einen Umftanb, ein 
(Eubjeft, wenn btefe (5a£gtieber burdb einen 9Jebenfa($ an$< 
gebrückt ftnb, auf einanbereö ©a&qlteb $u befiel) en, unb 
werben bann b e 3 ü g l i d) e gürwörter genannt (§. 33.), 

§. 73. 

4. Unbeftimmte gürwörter. 

a) Unbeftimmte gürwörter jTnb foldie, wetdje ^erfonen 
unb Sachen gan$ allgemein unb auf unbeftimmte Söeife 
be^cid)nen> (j$ finb folgeube: 
11 



— 122 — 

1) 3emanb, s j?temanb, man, Se^tmann, 
(ünner, deiner (bie Stoct iefctern aber nur bann, 
roenn fie alä Dingfürwörter gebraucht »erben) Stefe be> 
getanen Q>c r f o n cn. 

2) Q? t n> a ö , 3t t d) t ä. Siefe bezeichnen © a d) e n. 
b) „(Stwad" unb ,,9ftd)t$" jmb Singfürmorter. Stehen 

ffe aber bei einem dtgenfdiaft^worte, fo jmb pe alö S3et^ 
furwörter an$ufel)en. 

3. 33. ©ort r>at bie 2Bett au« «R t # t $ erfc^affen. Seme ® t to a 8. 
SBer Sttoae toei§, ben pat man gern; rcer 9M#t$ weiß, ben 
fyält man fern. — Dag tft et ro a g 9teueg. Dag ift nicfc U ®uteg> 

§. 74. 

IIL SSetvacfytung ber 3af)fowter* 

a) Sie 3a M (§.4.) unb ÜWenge ber Singe wirb oft 
burrf) befonbere gormroörter bezeichnet. Wflan nennt btefe 
germraörter Sablroörter. 

b) Sie 3aMwörter jmb zwiefacher 2Xrt, nämltd) 

1) be ft t mm te 3 aty* Wörter, welche eine beftimmte 
3at)t Don Singen berfelben 2lrt bezeichnen (§. 4. 
A. e.). 

2) u n b e ft t m m t e 3 & hl w ö r t e r, welche eine un* 
beffimmte Anzahl Don Singen berfelben %\xt, ober 
eine unbefttnimte Selige eineö gleichartigen etoffe$ 
bejetcf)nen (§. 4. A. b.). 

e) Sfflan nennt bie b e ft t m m t e n 3 ci t) I w ö r t e r: 

1) ©runbzabl Wörter, wenn fte fd)led)tweg bie 
3ahl ber Singe bezeichne«, 

%. 23. $ftei, brei, toter, fünf/ jetm, jiDanjia. u. f. f. 

2) SDrbnuna,$$abln>i>rter, rocnn ffe bezeichnen, 
ba$ roie Dielte ein Sing in feiner 9ieil)e fep. 

3« 23. Der erfte, arbeite, brüte u. f. f. Jebnte, jwanjigjte 
u. |. f. 
(1) Sag 3abtwort „beibe" bekämt, baß dou Singen, 
bereit mir jroei ba finb, nicht nur baö (Sine, fonbern aud) 
ka$ 3(nbere gemeint tft. 
3.23. bei betäube, bie 3*1; tn bei ber. 3fü§e. 
e) Statt be3 3ftbta>orte$ „$tt>ett" gebraudit man 
„an ber/' roenn ein grDctte^ Sing nur Don einem erften 
fott unterfdueben werben. 
1 3 23. Der eine roar ein Schäfer, ber a u b e r e ein %dtx$ mann. 



— 123 — 

f) 3« bett unbeftimmteu 3at)lwörtcrn werben gerechnet 
tue Wörter : 

jeber, j erjtt cf)er, jebweber, all, etlid)e, ei nige, 

manche, viel, mehr, mehrere, wenig, weniger, 

ganz, halb, feiner. 
(Sie werben tfyeilg tt>ie Dingwörter, tl)etl$ wie (5igcnfchaftö* 
Wörter gebraucht. 

§. 75. 
Bnfammengefe^te 3ablwörter. 

a) 3Son ben befrünmten nnb Don ben unbeftimmten %ofi)U 
Wörtern werben zu fa mm e ng e fe£te 3a hlwört er gcbilbet, 
nämftd) : 

1) mit „let" welche^ eine 21 rt bebentet; 

3. 33 einerlei, vielerlei, breiertet, allerlei, mancherlei je 

2) mit „fach" nnb „fältig," weldieö bezeichnet, 
auö wie mel gleichartigen Singen ein ©an$eö za* 
fammengefefct' ifr, 

j. 93. jtoeifacfo, breifad), sebnfad;, fcie(fad), man$facr>, j ein- 
fältig, Stoanjtüfälttg, tynnbertfäitig, manebjaltig (mannigfal- 
tig) u. 

3) mit „mal," wechetf bezeichnet, wie oft @twag ge* 
than wirb. 

% 23. einmal, Sroeimat, mand)ma(, mebrmat k. 

4) mit „tel," weld)eö bezeichnet, ber voie Dielte ZI) eil 
eineg £ingeö gemeint ifr, 

3. 33 3tteitel, Drittel, 33icrte(, ßelnitcl it. f. f 
*) (Statt „3t»eitel" gebrannt man metftenS „Mb." Sind) 
mit „halb" werten 3abi Wörter äufammengefefct. 3 33. an* 
bertl;a(b, brittfyalb, inertebatb n. f. f. 

5) mit „je" nnb „je," welche^ eine gleiche $crtt)eilung 
nadi ber 3abl bezeichnet. 

3- 33. je jroei unb jroei, je brei nnb brei n. f. f. ober je Sroei, 
je bvei u. f. ro. 

b) Einige ber znfammengefe^ten 3al)lwörter fyaben etne 
Biegung, anbere nicht. 

3. 33. 'ein breifadjer gaben, ein fünffaches 33anb u. f. f. Jrceierlei 
gäben, breierlei garben u. f. f. 

§. 76. 

IV. Betrachtung ber SSorwövtcr* 

a) SDrt nnb Dichtung (§. 13. B. a.) einer £bättgfett in 
SBeztetyung auf ein Sing wirb buret) eine befonbere $irt Don 



— 124 — 

^ormwörtern bejctrfmet, welche man 9?id)tttng6wörter, 
über aitd), weil fie gewöhnlich »or ben Dingwörtern ftefyen, 
Vorwörter nennt (§. 13. 14, u. f. f.). 

b) 9?id)tung6u>örter'ober Vorwörter jTnb: 

l) burd) 2) aug, außer, 3) an, auf, 

für bei, binnen, fyinter, in, 

gegen (gen) mit, nad), neben, über, 

um, nebfl, »on, unter, üor, 

wiber, 31t, gn>tfrf>en. 

Dtcfe Vorwörter bejetd)nen gwar metfteuö bie 9?id)tung 
unb ben Drt einer £t)ättgfeit (bag ^LÖo, 3öof)in, 2Bol)er), 
unb biefe ^ertjältnijje machen bie ©runbbebeutung ber 23or* 
Wörter aug. 

c) Die SSorwörtcr be$eid)nen jebod) aud) oft : 

1) bie 3cit einer £t)ätiqfett (§. 14. A. a.), 

2) bie 2Geife einer £t)ättgfett (§. 15. A. a.), 

3) ben ©rttnb einer £t)atigfeit (§. 16. A. a.), 

4) bie (£rgän$ung einer Ztyäticfteit (§♦ 10. A. g. h.), 

5) eine Beifügung (§. 9. A. d.). 

d) Die Vorwörter ftefyen gewöbulid) »or ben Dtngwör* 
fern ober Dinqfiirwörtem, unb an biefen mirb bann bie 
Dttdhtunq ber £batigfeit burd) bie SBiegunqäfätte be$eid)net. 
@uuqc Vorwörter (oben b. 1.) forbern immer ben *2öen* 
fall, anbere (oben b. 2.) forbern immer ben ÜBemfall, 
unb nod) anbere (oben b. 3.) forbern, wenn baö „TOobin" 
bejetdjnet wirb, ben *23 e n f a 11, unb wenn ba$ „UBo" be* 
gcicf)net wirb, ben 30 e m f a !!♦ 

e) $ßenn bie Vorwörter öor ben güroörferrt „baö" 
unb „ma 3" fiebert fottten; fo wirb oft „baö" in „ba," 
unb „wa $" in „wo" öerwaubelt, unb mit bem Vorwort 
$ufammengejogen. 

3- 8. Durcb bng = baburdt) ; gegen bag = bagegen ; um ba$ = 
bavum: bafür, baraug, babet, bamtt bnju, bauen u. f. f. Dur4> 
roag = weburd), wogegen, warum, wofür, woraus u. f. f. 

5Benn baö Vorwort mit einem (Bttmmlaut anfängt, (kfyt 
gewöbulid) nad) „ba" unb „wo" ber £aut r. 
3 23. auä bem = barauä, baran u\ worunter, worauf jc 

f) 3Senn „biefeö" a(ö Dtngfürwort gebraud)t unb mit 
einem Vorworte Derbunben wirb, fo wirb e3 oft in baä Um* 
ftanbSfürwort „bier" öerwanbelt, unb ebenfalls mit bem 
Vorworte $ufammengeäogem 



— 125 — 

3. 3?. Stn Diefem (= fy'eran) tttt icj) unfdjulbtg. hierin (in !Dte- 
fem) baft bu recljt. hieran (an Dicfeö t;abe iclj ni$t gebaut. £tejii 
Gu Diefem) braucht bu feine £ütfe. 

g) Daö ©efd)ted)t6wort „ber, bie, baö" wirb ebenfalte 
fyäuftg »erfüll unb nur ber te£te 2aut bcjfelben bem $or* 
Worte angehängt. 

3. 33. 21 n 1 3 (an baS) £au$, i n' £ (in ba<?) £>aus?, aufs *?anb, 
b u r $' 3 SBaiier, a m (an bem) &aufe, t m (in lern) £>aufe, 3 u m 
Ou bem) £aufe »um (fcon bem) 9cegen, 5 ur Qu ber) ©efunol;eit. 
u» bgl. 

§. 77. 
Unetgentltd)e 9tirf)tung3mörter ober Vorwörter» 

a) Wand)? 5Börter, bte an ftcfy Feine Vorwörter u"nb, 
Werben nad) 2Irt ber Vorwörter mit Dingwörtern üerbunben, 
unb man nennt (Te alSbann uneigentliche Dftditunggwörter 
ober unetgentlidje Vorwörter. Durd) btefetben werben 
mandjerlet ^Beziehungen etneg Dingcg auf eine £bätigfeit 
bezeichnet, nämlid) : 

1) Drtäüerr/ältntffe bitrdj: „fratt (anfrort), 
bteöfettö, jenfettö , oberhalb, unterhalb, innere 
tyalb, außerhalb, lä'ngö, entlang, näd)jr, unweit, 
gegenüber, big, $wifd)en/' 

2) eine Verbtnbung mehrerer Finger „fammt, 
nebjt." 

3) ein 3 e 1 1 ö e r r) ä 1 1 n t ß : „feit, roä fyrenb." 

4) ein © r u n b : „wegen, t)alben, um — mitten, fraft, 
ttermöge, laut, infolge, öermtttelfr, gemäß/' 

5) eine (5 n t g e g e n f e £ u n g : „ungeachtet, trofs/' 

6) eine Verneinung: „ol)ne, fonber." 

b) £>ie meinen unetgenttidicn Vorwörter forbem ben 
2Beffenfall, weil fie urfprünglid) Dingwörter waren* 

3. 33. (Sr fpriegt tfatt feine« SruberS. Dag Dorf liegt jenfeitß (auf 
jener (Seite) beS gluj[e$. 

c) Den 58 e n f a 11 forbem nur : „ebne, fonber, big ;" 
ben 2B e m f a 1 1 : „fammt, n ad) fr, feit, gemäß, gegenüber, 
gwtfcben." 

3. 23- Dem £<?be fonber gurdjt unb Orau'n tn'S Stuce (eben. 
Die SBurjel ol)ne ben «Stamm. Daß ©djin fammt bem @<$tffer. 

cl ) //S^fo^AP" forbert, wenn eö feinem Dingworte 
nachfolgt, ben 5ßemfatl, unb „entlang/ 7 wenn e$ nach* 
folgt, ben 9BenfalI. „£ro$" mtb„längö" werben aud) 
mit bem SEBemfaUc gebrannt» 



— 126 — 

3. 33. £ ä n g S ber <5tra§c Reben Dbftbä'ume. X r o £ beincö 23cr- 
ft-recbcnS bift bu nicbt gefommcn. 3 u f o 1 g e bes 23cfebls (ober 
bem 23efebUufo(ge) reiste ber ©otbat ab. Den 23 a$ entlang 
(tetjen SBeibenbüfcbe. entlang bes SBegeS fteben Kappeln. 

e) „3ö e g e n , falben, willen" werben mit ben 
perfönltctjen Dmgfürroörtern geroötynltd) $ufammenge$ogen. 

3- 33. ftegcn metner = meinetwegen, meinethalben, um meinet- 
willen, beinetwegen, euretwillen ic. 

§. 78. 
V* Betrachtung ber Umftanböfoövrcr* 

a) IDte llmftänbe be$ DrteS, ber Seit unb ber 3Beife 
werben in 23 e $ t e t) u n g $ubem@pred)enben bnrri) 
eine befonbere 2lrt oon gormwörtern bejetdmet, roeldje man 
Umjtanböwörter nennt. 

b) 9ftan fann bie UmiTanbewörter einteilen in : 

1) Umfranböroörter beä -Ortcö, meiere ben Ort unb 
bie Dichtung einer Ztjati$hit in S3e^tet)ung $u bem 
©prerfjenben be^eicfynen. 

3« 33. Da, bort, ber, bin, wo ; bober, bafyin, wober, wobin ; 
oben, unten, »orn, binten, au§en, innen, fort, weg, äurücf, 
»otttärtä, rücfwärts, feitwärts, rechts, Itnfö, irgenb, nirgeub, 
überall u, bgt. m. 

*) 2lud) bie meipen eigentlichen 23orwb'rter finb, wenn jte 
mit 3 e ' f tob'rtern Sufommengefegt (inb, als UmftanbSwÖrter 
anjufeben. 

3» 23. abgeben, aufgeben, ein (anfiatt „in") geben, aus- 
geben, b or geben, n a cb geben, über geben, b u r ergeben, u m* 
geben, mitgeben, Ju geben, beigeben, angeben, b int er- 
geben,^ nter geben, w i b e r ftetjen. (Die (Sonne gebt auf» 
Das (Ä(|itt gel)t unter.) 

2) Umitanb3n)örter ber 3^tt: 

3- 23. Dann, roann, jefct, balb, nun, eben, noeb, bereits, 

ja>on, erft, fonft, gteieb, Sugleidi, einft, je, jemals, beute, 

ßeftern, morgen, jüngft, neufieb, fteiS, immer u. bg(. m. 

*) 2lucb bie ton >$eitbenennungen gebübeten CStgenfcfcafts- 

Worter jmb als UmftanbSwÖrter anjufeben, wenn fie fief) auf 

eine Xbätigfeir begeben. 

3. 93. Sag, tä'glicb, fiünblicb, jährlich, wöchentlich u. f. f. 

3) Umjtanb&Dörter ber 3öetfe: 

3 23. fo, wie, anberS, als. 

*) SebcS ßigenfebaftswon ober 9ttittel_wort, bas ftd) auf eine 

£bätig-eü beliebt unb bie SBcifc, wie gttoaS geföietrt, bejeic^^ 

net, ift a'.S UmftantSwcrt ber %£n\t anjufeben. 

3. 33. Gr f&ric&t b e u 1 1 1 #. 6t bittet b r i u g e n b. &r fommt 

geritten. 



— 127 — 

c) 3u ben Umflanbgmörtern ber3eit rechnet man ferner: 
aa) £)te Umftanbswörter ber lieber bolung, welche 
bezeichnen, wie oft @troa$ gefditebt ober getfyan 
wirb» \ 

3- 23. off, feiten, trieber, abermals ; ferner, »tele 3a\)U 
Wörter: j. 23. einmal, zweimal, breimal, uterina! u. tgl. 
bb) £)ie Umjlanbewörter ber ©tärfe, welche bte 
größere ober geringere (Etärfe einer ZMticfteit ober 
Grigenfchaft (§. 66.) be^etdjnen. 
3- 23. fo, wie, als, ju, fetjr, gar, beiuabe, fafl, faum, nur, 
K ; ci)ft, überaus, ungemein, augerovbemlid) u. f. f. 
*) (Sinige tiefer UmfianfcSwörter fönnen aucl) als Seifügung 
gebrauch Werben, J. 23. faum eine ©runbe, f a u ni bie 
£alfre, beinahe baö Üeben Imt es gefofter, u, bgl. 

cc) Umilanb^wörtcr ber % u ö f a g e w e i f e, weld)e be* 
^etdmen, ob ba$ Sluögefagte alö wirklich ober nicht 
wirflich, möglich ober ntdtf möglich, notbwenbtg 
ober nicht notl)wenbtg, c\QXvi$, ungewiß ober wahr* 
(d)etnltd) bargeftetlt Wirb. 3n biefer 2trt gehören : 
ja, freiließ, atterbings, watjrlictj, fürwat)r, burc|)äuS, gern ; 
— nein, nidjf ; mit nicken, feineewegS ; etwa, wotjl, (woi), 
öieUeic^t, roat;rfdjetnüc^ ; fdjlecfjterbingS, burcfyauS u. bgl« 

§. 79 
VI, Betrachtung ber 23inbewi5rtei\ 

a) 3wet ober mehrere gleidiarttge (2a£giieber rönnen $u 
einer 23e$iel)ung auf ein anbereö gemeinsamem (Safcglteb 
Derbunben werben (§. 20. A. B. f\). (£ben fo fönnen ^wet 
einzelne (5ä£e $u einem 2ufammenqefe£ten 8a£e »erbunben 
roerben (§. 25. A. ß. a.). Qie feerbinbung gleichartiger 
(Safcglteber $u einer S3e^iet)iing, unb einzelner feä&e 31t ei* 
nem ^ufainmengcfe^ten fea£e rotrb burd) befonberc gorm* 
Wörter auögebrücft, roeldje man SBinbewörter nennt* 

23inbewörter finb gormwörter, burd) weld)e tie Serbin* 
bung gleichartiger ©a#glteber $u @tner 53e^ie^ 
fyun'g unb bie SSerbinbung etn feiner feä|e $u einem 
gufammengefe^ten Sa^e bezeichnet wirb. 

c) Wlan untcrfd)cibct %mi £auptarten ber SMnbewörtcr, 
nämtid) : 

1) beiorbnenbe 23inbewörter, unb 
2)unterorbnenbe 23tnbewörter. 

d) £>urd) hie beiorbnenben SSinbewörter fönnen nur 
entweber gleichartige ©afcglieb er ober gleid)artige ©ä£e 



— 428 — 

($. 23. £attptfa£ unb £attptfafe §. 21. A.; ober 5^ebcnfafe 
unb Stfebenfak §. 41. A.. d.) mit cinanber tterbunben roer* 
ben. 9J?an tbeilt bie beiorbnenben Söiuberoörter ein in : 

1) Rammen ftellenbe, 

2) entqeqcnftellenbe, unb 

3) beqrünbenbe 23inberoörter. £iefe brei 9lrten ber 
betorbnenben 25inbeft>orter ftnb in §.21. B. b. ein* 
gc(n aitf^cgäl)!!, nnb in §§. 27—29. erftart. 

e) £ie nnterorbnenben 53inben>örter begetdhneit 
einen 9?ebenfa# immer aU S a £ a, I i e b (SubjeFf, (Sr^än* 
jung, 33eifuqunq ober Itmftaub/in 23e;;iebunq auf einen 
anbern (Saß. Sie ftnb qleicftfam alö bie £3icqung6enbunqen 
beg 9iebcnfa&eö an^ufeben, burrf) roelche bie 33e$iebung beg 
9?ebenfa£eg auf ben £auptfaß auögebrücft roirb. 3n §. 30 
B. e. ftnb fte einzeln aufge$ät)lt. 

f) £ie unterorbnenben Sötnbewörter Fönnen nur im Saft* 
gefitge »orFommen, unb roerben aurf) g ü g e ro 5 r t e r gc* 
nanur. Sie ftnb immer jroeigliebnq unb beileben im ©rurtbe 
fiuö ^n>et gürroörtern, einem buiroetfenben, ba$ im 
tianivAüe ftefyt, unb einem bezüglichen, ba$ immer 
im 9tebenfa$e ftebt (§. 30. B. d). 

er) Die unterorbnenben 53inberoörter ftnb Feiner bttref)* 
greifenben (Jintbeilung fähig, ba eineö unb baefelbe S3inbe* 
»ort fchrüerfdncbcnc'SSerbältmffe auebrücfen Faun. 3ötU 
man bie SSinberoörter naef) ben Satsgliebern, bereu Stelle 
bie ?tebenfäfee vertreten, einteilen ; fo erhält man 

I. fubjeftttte SBinbewörter: 

«0 mt, was ; wann, wie, wo, ba, woliin u. f. f. 
b) bafc, ob, wenn- 

Tl. betfügenbe 23inberoörter : 

a) weiter, ber, tua?, wout, wobnrd) u. f. f. 

b) ba?-, ob, — wann, wo, tote. 

III. er ciän^e übe Sinberoörter: 
-•:) "wer, toßä, wann, Wie, wo :c. 
b) baft, ob, (trenn). 

I V 4 u m ft ä n b i a e 23inberoörter: 

V) Ort befHmmenbe: 

ba — too ; baber — wober ; baljin — Wof;in k. 

2) yÄ\ befümmenbe, unb *war 

a) als gteu&jetfig : als, ba, wenn, wann, Wie, Wäbrenb, 
iubeji, 

b) als öorjetttfl : naebbem, feitbem, feit, Fautn, fdjon, 

c) als nadtfeitiq: ebc, be^or, big, 

3) SÖcifc benimm enbe, unb äwar 

a) als ^c!;n(i^;eit: fo — wie, als wenn, als ob, 



— 129 — 

b) alö SBnrlintfjJ fo — ba§, 

c) alö Berglcidntng: 

aa) Ung(eid)neit: Ju — als, (er) — als. 
bb) ©leidjbeir: fo — als, je — befto. 

d) a(ö ©leicbjeitigfeit: inbem, 
4) ©runb beftimmenbe, imb stoar 

a) alö Urfadje : — ba§, tveil, 

b) als Betoeggrunb : — ba§, weil, 

c) als 3tt>ed: ba§, auf ba§, bamit, 
dj alö (Srfennrmjjgrimb: ba, inbem, 

e) als Bebingung : toenn, fo, toofern, fall?, 

f) als Einräumung : obfdjon, obtroljl, obgleid), toenn fdjon, 

wenn gleich je. jc. 

§. 80. 
@mpftnbungött)orter. 

9J?an bri'trft in ber 9?ebe oft ©cfnfyle üon grenbe, 
©d)mer$, SSerronnbernnc}, Slbfcfoeu tt. f. f. bnrd) befonbere 
3Börter an6, roie „ad), o, et, pfni, o roeb, leiber." 
Wörter ber Slrtbrncfen feine begriffe mib feine 5Be$iel)im.qett 
ber ^Begriffe au£. (Sie finb nid)t £t)ei(e beg e?a£eö nnb 
derben (5mp fi n b ungömört er ober <£mpftnbnna, miaute 
genannt. 

3. B. (St lote fd)b'n tjl bie Blume l ^3 f u t ioie §a§lt<$ ift biefeg 

Stt;ter I ©r ift l e t b e r fet)v Franf. 

a) <Dte SBortorten unb ibre Biegungsformen »erben ntd)t allgemein 
mit benj'enigen Benennungen beseitet, toeldje in biefem üeljr- 
biid)!ein ber <Sbracb>enftebre gebraust »erben. öS fofgt baljer eine 
3ufammenftellung ber toidjtigften biefer oerfdjiebenen Benennungen, 
bamit ber ©c&üler fia) ancfo in anbern ©bradjletjrbüdpern juredjt finben 
fönne. 

b) Die er fi e Benennung in ber fol gruben 3«f«mmettjieUimg tft feie 
tu biefer ©pradjbenftebre gebrauste; bie jtoeite ift bie allgemein 
befanntc, crog bem ^ateinifd^en genommene unb aud) in ber engtifdpen 
©pradje gebraudne ; bie ü b r i g e n finb bie metir ober toeniger üblichen, 
tl;eit3 älteren, iljeils neueren Benennungen. 

I. 2Dortarten = £ftcbetbeile, SBortgattungen. 

1) -DmgöJOri = Substantiv, £>auj:ttr>ort, 9?enn»ort, Noun. 

2) 3 e * t * 00rt = Vfctbu m, 3 1 'f ta nb^tüort, 9J?elbetoort_, &t)un»0rt. 

3) GigenfdjaftStoort = Adjectiv, ^eitoort, Sefcjjaflentyettstöort* 

4) ßkfd)(ed)t£toort = Articulu», Slrtif'et. 

5) 3 al H»ort = Numerale. 

6) gürttort = Pronomen, ^ronom, Pronoun 

7) UmftcmbStoort = Abverbium. 5Jboerb, ^ftebenttort. 

8) Bortoort = Prar-positio, ^rävofitiou 

9) Binbetoort = Conjunctio, ^onfunfiion, BerbinbungSioort. 
10) (SrnpfinbungStoort = Interjectio, Snterjettion. 



— 130 — 

II. 51 r t c n c i n g c 1 n e r SB o r t a r t e n. 

1) 3eitrob'rter : 
bejüglic^e = objeftise ; 

binbeäiig(ic|)e = tranfitfoe, Sielenbe; 
(nicfu binbe^iigffc^e = objeftitte, gtellofc) 
rücf bejügticbe = refleri»e, rücfjielenbe ; 
unbejiiglicbe = fubjeftüc, jiellofe, 
un per (unliebe = tmperfonale, unperf online. 

2) ©tgenfdjaftStob'rter : 
bejüglt'cbe = objefttoe; 
unbejüglicbe = fubjefttoe; 

augfagente = präbtfatfoe ; SeftfjajfenfyeitSroörter ; 
beigefügte = attributive ; Seirobrter ; 

3) gürrobner: 

a) perfb'nlidfoe = perfonale 

■Dragfürwörter = ^ubßanti^ronomen,J5evfonenrobrter, 
Seifürrobrter = 2tt>jeftiypronomen, yo|ie|jt»|?ronomen, 

bejt&anieigenbe gürrobrter, Jueignenbe gürrobrter, 33c- 

fifcrob'rter 

b) l)inroei|ertte = bemonjlrartoe, binSeigenbe, UnterfcfKibunge- 

roörter, £emonfiratittpronomcn. 

c) fragenfce unb bejüglicbe = interrogative unb relative, grage- 

Harter, Seäugrob'rter, »erbinbenbeS gürtoort, beSiet>U^eö 
gürroorr. 

d) unbeftimmte: unbepimmte Pronomen. 

4) 33tnteivürter : 
beiorbnenbe = foorbinirenbe, 

a) jui'ammenftcUenbe = fopulatfoC/ 

b) entgegeujkllenbe = abserfatiüe, 

c) begrünbenbe = faufale. 
unterorbnenbe = fuborbinirenbe. 

III. Siegung ^formen = glerion^formen» 

a) Sei Dingrob'rtern, Gigenfcbaftgrobrrern unb gürroertenu 
Stegungsform = Deflina'tion, 5lbänbcrung. 
SiegungefatI = Äafu?, SeugungSfatl. 

SBerfati = ftominarfo, ftennfail, ©ruubform, SluSlagcfaU, er- 

fter gall ; 
©eiienfatt = ©eneifo, ScfifcfaU, SBcfc^ränffatt, Jttoeftet gaa ; 
SBemfaft = T)ati», 3roccffaU, Werfen enfatt, ©ebfatt, britter gatt ; 
SBenfatt = Slffufatis, Bielfaü, SBobinfaU, vierter gaU. 
(SinjaM = Singular, einfache Zahl ; 
SKebrjabi = $lura(, tMeifncbe 3abl. 

b) Sei 3eittrbrtern- 
Slbwanblungäform = Konjugation; 

Slueiaoeformen = 9ftobuS, <S|>rc#toct[en, friert, Sluäfagerocifen ; 
SBirfficbfeiteform = 3nbifatto, geroi||e ©trcc&toeife, anjeigenbc 

2Irt ;' 
SRöglic&feitsform = Äonjunftfo, »erbinbenbe SIrt, ungeroiffe 

Spredjroeife ; 
Setingungeform = Äonbitionalfä; 
Scfelnefovm = 3mterarfo, befeMenbe SIrt; 
Reitformen = %tmpvlQ (Stemvora) ^tittn^ 
©egen&art = «präfenS, gegenwärtige 3eit ; 



— 131 — 

Sftitoergangcnbeit = Smperfeft, jüngfl ober Faum cber erftoer- 

gangene 3eit ; 
einfache ißevgangenbeit = ^erfeft, ob'ßig ober »oUfommen ober 

jroeitoergangene 3 e i f 5 
sßoroergangcnlieit = $Mu3ouamperfeft, längjt ober brittoergan- 

gene 3«tr ; 
einfache 3ufunft = futurum, fünftige $t\t , 
SSorjufunft = futurum eraftum, tünftig »ergangene 3«'t ; 
tätige gorm = Sfttoum, Xbatform, tbätiger Staub ; 
Vcibeform = ^afiintm, ^eibenSftanb ; 

£)ingform = 3nfmttfo, unbestimmte 9lrt ober unbefh'mmte gorm. 
SWitteltoort = ^articio (^artieipien). 
Sftittetroort ber SBergangenljcit = $artiripium beß Präteritums* 
IV. S a fc g l i e b e r = <S a $ tl) e i l e. 
©ubjeft = ©ubjefr, Safcgegenftanb, ©runbgegenftanb, ©runbroovt, 

©runbgtieb, <Se(bfiftano, 2luö[age»ort, Untertage be£ @a|je& 
sprä'cifat = $vcit>ifar, 5Iue-|"age, außfagenbeS 2Bort. 
ttittgefagteö = s ])räfcifar,jtefage. 
Sluefageroort = ilopuia, ^a^banb, Slusfage, <Spru$ (eigentliche Sluä- 

fage). 
Seifügung = Attribut, Stttributfo, 3ufctn-eibung, Seftimmer beS ©ing- 

toorreö. 
(Srgänjung = Dbfeft, ®egenftanb, Geflimmer beß3 citu,0rte ^« 
ttmftanb = Slooerbiate, 23eftimmung, 23e[timmer be£ 3 e » tWJ) rteö. 

V. «Rebcnfäfce=^ejHmmung$fa&e. 
©ubj'cftfofä$e = fubjeftfoe Äafusfaje (£ingfä'£e, £aupttuortgfä'&e). 
(Srgäniungö|ät>? = objeftite Äafuäfäjje. 
8eifügefäge==2ltrrtbutfofätie, abfeftiüifäe 5Ittributiofäfce, 2lbjefti»fä'ge, 

attribuiioe Äafuöfä^e ic. Sejiebungefä'tie sc. 
Umf!anb£[äfte = 2lböerbtalfä$e, ab'öerbta(e*&afu$fajje. 
©ingjäfte = ©ubftantio- ober £aupttoortgfäjje. 
6tg«ifc&afrgfä&e = Sttjeftw- ober Sciroort^fä'^e, SeMebungSFä'fcc 
Umitanbefäfce = teerbial* ober ^ebenroortvfä^e, 23ejttmmung$fä&e* 

VI. l'aute, 2 au U eichen, 23 uebft ab en. 
(Stimmlaute = fßot ale, ©elbjUautc, ©elllaute/ ©runblaute, £>aupt- 

laure. 
Doppellaute = £)ipbt bongen. 
Mitlaute = Äoni'onamcn, (Stimmlaute, 25ei(aute, #auptlaute. 

VII. UnterfcbetbungSJieicIfoen. 
©nfcjetä&en = 3nterpunftionen, üefejeicbcn, Schrei bjeic^en, SctyeibeSet* 

c^en. 
, Setfirtcb = 5tomma, 
; ©triebpunft = <SemiFo(on, 
: £)oppe:punft = £o on, 
. $unft = $unft, Sd)lu§punft. 
? Öragejeicbert/ 
! Sluerufjeictjeu, 
„" 9lnfübrung^ eichen, 

- £rcnnumi^n<;ben, Slbtbeitung^eicfjen, 33inbung$je{#eti, 

— ©eban'-enr vidi, 

( ) e.infcb(ie§ung^eicben = ^arentljefe, 
§ 3lbfa& = $rtr.grapl;. 



— 132 — 
&vitte Sl&ifjcUintQ. 

ober 

ba$ SSprt nnb feine SJetttmnfctfdxiften* 

(ginlettenbe fSoxf enntn tffe* 

§. 81. 

5lnflöfnncj ber 9?ebe in i l) r e 55 e ftanbt t) e tl e. 

3* S. Sflrltjiffinfjoljreatt — <Srfiet)tfeinef arrterabem'nbiefdmlegeben — 
©rtöiUau^mbtef^ufcgcbenunblerncn — ©einöaterfaufttymetnetafel- 
uubcinengrifjcljumf^retben — fartijHernbegterig. — 

a) Die 9?ebe (= ba$, roa$ man fprttfjt,) beftebt ax\$ 
©äfcett. Die (Bä£e beilegen anö Wörtern. • Die SSefknb* 
tfyetle ber Dieben ftnb ÜB ö r t e r. 

3 33. toi i[t fünf 3alire alt. 

b) ($3 gibt üöörter, meiere man mit einer cjtetcf>geftfcjen 
SSenoecjunn ber (Epradjwerfyeuae, mie mit @inem ÄcMarje 
auöfprtdjt. 9D?an nennt foldje Porter einfilbige ÜBörter. 

3 33. toi, iß, fünf, alt, er, fiebt, in, aebn, h>ifl, auefc, unb je. 

c) @ö gibt aber and) ÜBörter, roelrfje man nicht fo (mic 
mit ($incm ectilarje) auöjpredien fann, nnb bei benen man 
im 3lu$fprecfien mit ben ^pred)tt>erf|eußen mehrere ($n>ct, 
brei, tner k.) furge (Sdita.ae ober (Bttmmabfäße machen 
mn#. 9T?an nennt foldie ÜÖörter m efyrft l bia, e (jroet-, 
breü, ttier* k. ftlbiße) Wörter; nnb einzelne fotcfje ÜBort* 
t\)cite, rcelrf)e roie mit Grütem (Schlage -(jefprodjen werben, 
nennt man ©üben. 

3- 33. Safy-re, fei»ne, $am*cr*ab, lern=fre-gjer=tg. 



— 133 — 

tl) ^öorte «nb ©Üben fann man wieber in bie eütfadiftert 

9$eftanbtf)etle gerieten» Die einfachen 23eilanbtl)ei(e cüteä 

üöorteä nennt man ©pracfytaute, ober fttr$weg, ?ante. 

3. 53, Ä-a-r-1, a-M, e*r, Mt, m=t*r, 23=o»F. 

§. 82. 

©praevia nte nnb ihre Wirten. 

a) T)te (gpracblaute werben in ber 51? n n b b 5 1) 1 e nnb 
bureb befonbere SBeweguft.qe« ber $ e t) 1 e, ber 3 u n g e unb 
ber Lippengebitbet.' 9Jhntbböble, Jteble, 3nnge unb 
kippen nennt man ©pradjroerfgeucje. 

b) Die ?aute, t, e, a, ä, 0, ö, _u, ü, werben baburrf) ge* 
btlbet, baßbie «Stimme burrf) bte 9J?unbt)6t)(e binburrf) gebt, 
nnb ba$ ftcfy gualcid) bie 9Jhutbböble mebr ober weniger 
entroeber in bte breite ober in bie Lange auäbetynt. 9JJan 
nennt biefe Laute bie (Stintmiaute. 

c) Die anbern Laute werben burrf) befonbere 23ewegun* 
gen ber $ c t) l e, 3 u n <J e nnb kippen gebitbet ; unb mau 
nennt biefe Staute hie ft a u p 1 l a u t e ober (gewöhnlicher) 
Mitlaute. @ö gibt unterfrf)iebene Slrten fcon Mitlauten. 

1) 23iete Mitlaute werben mit einer fcblagenbeu 23e* 
weguug ber Spracbwcrfyeuge beroorgebraobt. ißlan 
nennt fie bie @ cb l a g l a u t e , unb unterfcfycibet 
naef) ben befonbern Spracbwer^eugen : 

aa) bie St e b 1 1 a u t e g, f, cb. 

bb) bie 3 u n g e n l a u i e b, t (tl),) ß, 3. 

cc) bie Lippenlaute b, p, f. 

2) Die Laute b, \ f f, (»), w werben mebr burrf) einen 
geltnbeu fraueb, alö burrf) eine fcblagenbe S3cwe* 
gung ber Spracbwerf^euqe l)croorgebraci)t, unb wer* 
ben 5p a u et) l a u t e genannt. 

3) Den Lauten r, l, n, m ift eä eigen, ba$ |Te länger 
fortlauten fönnen, alö bie anbern Mitlaute, unb 
baß pe leicht mit ben anbern Mitlauten ücrfcbmel* 
jen. (Sie »erben (5 rf)me Inlaut e genannt. 

(1) Die (Sttmmlaute a, 0, u öcrwanbeln ffdb oft in bie 
Stintmiaute ä, ö, it. 9J?an nennt bie Laute ä, ö, ü bie Um* 
laute t>on a, o, u. 

3. 23. Der Sftanrt, bie Scanner ; ber <5obn, bte <Söbne 5 ber ©htbl, 
bie (Stühle ; tag ©c&af, ber (Schäfer ; bie Äoble, ber Nobler ; bie 
23nr<i, ber Bürger; ba3 ©lag, gtäfern ; £ol$, t)öläern ; 33rw&, 
brüchig 



— 134 — 

e) Die (Stimmlaute fmb entroeber Fu r j ober lang, 
(ffe werben entroeber fur$ [gefdiärft] ober lang [gebefynt] 
gefprod)en). 

3. 23 lang: fcer ©taar, bag £eer, ber ©taW, ber ©tul)t, ber 
©obn, fdrief, lalim, ter ftalm, bie 23abn, ber ©tief/ ber 2£eg, ber 
Segen/ ber 23är, bie Xbür, fcj^lni, grün, £ügel, groß, Jtfofe. 

furj: ftarr, £err, ©fall, ©onne, ©d)itf/ Vamm, fann, 23ann, 
flffl, Wtd, 23ocf, Säue, ©lud, üKbtfe, ©rede, «Rüden, ©.üd, Ijart, 
fort, alt, roüb, runb, 9*o§, Urab, £tvfd;, 2Balb. 

f) 5öenn groei Sttmmlaute fo in Otiten Cant tterfdimel* 
$en, baß beibe noch gehört roerben, rote tu ai, an, ein, ei, 
en ; fo nennt man biefe 2ante Doppellaut e. Sie jmb 
immer lang. 

*) Sßenn ber 23ud)flabe e nadj i (iefyt, tfl er tin DebnungSjetcben 
unb toirb ntc^t auggefproc&cn. 3- 33. lieb, tief, (cfn'ef, £)ieb, S3ier, 
bter, bie, tote. 

g) S3ei benScWaglauten unterfd)eibet man: 

1) bie roeüticn £aute : g, b, b, 

2) bie harten 2ante: f, t, p, 

3) bie gefyauduen £aute : d), tl), f (ü) pf. 

25on bem ©d)laglaute ß, ben man and) bag fdjarfe ß 
nennt, muß man ben £aud)laut f ($) nnterfd)eiben, ben 
man and) ba$ roeid)e f nennt. 

3-23- © d) ro e t p (oon (djtoiijen) unb to e i ( e ; ©pie§ (©piije) unb 
©peife; ®raö unb ©ru§, ßrojj unb SRofe, 9to§, blojj, $le§e, böfe. 

h) Der §aud)laut 1) gefyt fyäuftg in d) ober g über. 
3. 33. nabe, 9Ja$bar, nfi$ft ; bobe, beeb j flieben, ft(u#t 5 (eben, 
©ejtifct ; fragen, ©djlacfct ; sieben, 3«9/ 3«^» ßefefoeljen, ©e= 
febiebte. 

*) 5lucb b gebt oft in f ii ! er, j. 23. treiben, ©djrift 5 treiben, SCrift ; 
geben, ®ift ; fd;rauben, feforaufen ; £aber, £afer. 

i) 3n(ammenftellnng fdmmtlid)er (Sprad)laute. 
A. Mitlaute: 



aa) 9? a$ ber 5lrr, roie 
(ie gebilbet roerben : 

C 1 £au$Iaute: 
< 2 ©djmelätaute : 
( 3 ©cblaglaute: 

a) roeic^e: 

b) barte : 

c) gebauchte: 

B. © t i m m 1 a u t e 


bb) nacb t 


>en ©praebroerfseugen 


Äebttaute: 

1,1, 

ß/ 


3ungenlaute: Lippenlaute 
( (S), (cb, to, 
n, m, 

b, b, 

tb, f, 0) 


1) reine ©timmlaute: t, e, 

2) Umlaute: 

3) Doppcllaute: et, ett, 


a, o, u, 
ä, 0, ü, 
ai, au,- au. 



— 135 — 

§. 83. 
©üben. 2lnlaut unb 2lu$laut. 

a) Zaute, »eldje mit einer gleichzeitigen 25e»egung ber 
Spracb»erf3euge, unb mit (Einern Sd)lage auggefprodjen 
»erben, machen eine Silbe auö. 

3. 53. @t, bu, gib, gilt, gtbft, fortJ$jt, 23tlb, toacfc, gut, 9ttutt). 

b) ÜJ?an nennt benjenigen ?aut, mit »clcbem eine Silbe 
anfängt, ben 31 n I a n t , unb benjenigen Zaut, mit meinem 
bie Silbe enbigt, ben 21 u ö l a u t. 

c) yjlan unterfrfjeibet Stammfilben (£auptfilben) 
unb 9cebenftlben. Die (Stamm* ober £auptj7lben machen 
ben 3nbalt eine3 $Borteg au$, unb Irenen fefyr fyäuftg für 
jlcb allein. Die 9?ebenfrtben fiebert nie allein, fonbern jmb 
immer mit £auptftlben üerbunben. 

3.33. Franf, frfinf«lkfr,ÄrfittMtöM*ft$ £au3, fcau$-lt#, £nu$-lid&- 
feit ; SDtrtlj, 2öirtMc|>aft, tt>irtt)-fc&aft-lt#, Sßirtb-fc&an-lKMeit ; 
rein, Stcin-ftett, rettt-lu$, ^cin^li^-feit ; rec§t, ge=recf>r, ©e-rec$t»ig- 
feit, ®c-toii[-fn-^aft-ig-fett. 

d) 5Benn in einem ^»ei* ober mefyrjTlbigen 3Bortc bie 
Stammfitbemit einem Mitlaute auslautet, unb tl>re ^ebcn* 
ftlbe mit einem ^timmlaute anlautet ; fo »trb ber Sluälaut 
ber Stammfttbe beim Sprechen ge»öl)ntich ^u ber Sieben* 
jllbe gebogen, unb man nennt biefe 2lrt ber 2lbtf)ething ber 
Silben bie 2lbtl)eifung nad) Spred) ft l b e n. 3n bem 
Spradnmterrichte »erben bie mebrHfbigen Wörter jebod) 
immer nad) Stamm unb 9? e ben fit ben abgeheilt; unb 
man nennt btefe 2(rt ber 2lbtbeilung bie Slbttjeilung nad) 
Spr ad) fü ben. 

3. 23. ©pradjftlben: @$nilt=er, ftnb-nrfv Blutig, fc^(ng=en ; 
©precfcftlben: ©iJntMer, ftn«bif$, blu-tig, fcb(a=gen. 

e) Wad) ber Stellung, »eiche bie 9iebenftlben im 
2Bcrte einnehmen, »erben jfe unterfd)teben in SSorfilben, 
bie t) r ber Stammfdbe, unb in 9? a d) f i l b en , bie n a d) 
ber Stammfitbe jteben. 

3-23. Sr=rett=er, 23 er-geb-ung , be=bcnMtctj. 

f) Die 9iad)filben (unb and) einzelne Vaute) »erben 
(Jnbungen genannt, »enn fte am @nbe eineö 2Borteg 
freien ; unb man unterfcbeibet ferner : 

1) 53 i e g u n g ä e n b u n g e n , 

2) 21 b l e i t u n g ö e n b u n g e n nnb 

3) u n b e b e u tf a m e (5 nb u n g e n. 



— 136 — 

SB t e ß u n fi ö c jt b int t q e n nennt man biejenigcn (Silben 
(unb ?aute),' bureb n>eU1)e irqenb eine S3e$icl)üna, ($. S5. 
ber 3abl, ber ^perfon, ber 3^/ ber 2luöfa<jcn>cifc 2C») be* 
gcicljnct wirb. 

3. 95. 'Ca« Stttb, ©ie $tinb«er ; bu f$rcib-cß; idjtyor-ic; fcljrcib-ct; 
tut Inib-efl ; gut-cr 9J?amt,gut*e 3rau, gwt-eö ftinb. 

2lblettun,q3enbunqen nennt man biejenigen 9?ebeu* 

filben (unb Saiite), buref) meiere üoh S5cßriffön>5rterit anberc 

Söe.qritTöiüortcr gebtlbet Werben, bie eine Don bem erftertt 

Söegrifföworte unterfduebene 33ebeutung haben. 

3 23. Xaö (Scblofj — ber ©c^loff-cr ; breit — bic Sttrctt-e ; ber <Pfhtg 

— pflügten ; franf — fränf=ltcj> ; (ittfam — bic ©ittfam-feit. 

U n b e b e n t f a m e (5 n b u n g e n fTnb enbf id) btcjentVjen 
Silben, wetd)e feine befrimmte 33ebcutitug haben unb gleich* 
(am nur alö einfache Kaute einer (Btammplbe an$ufet)en 
finb. @3 jmb folgenbe : er, el, en, e. 

3. 23. 23at«cr, $lb=cr, getuer, >#mm»tr, ©i>mm=cr, l;cit*er, bitter, 

2lb=c(, 3g*el, üb--c(, bunf-cl, 33ob«cn, ;Caum*en, ÖJart«cn, Stug-e, 

3üib=e, (£cbroatb»e, 23af-e. 

fj) Sit S5egu<j auf ben frärfern ober fdiwädjern £on, 
womit bie Silben auSgefprocrjen werben, unterferjetbet man 

1 ) 00 1 1 1 n i <] e (SBegriffäroorter nnb (Stämme), 

2) l) a l b 1 n ig e (($ubnngeu nnb gormwörter) 

3) 1 n 1 f e (@nbuugcn nnb gormwörter). 

35 II 1 n ig nnb bie £anptftlbeu ber 23egrtffgwörter, 
Weldie immer mit einem ftärfern £one gefprodien werben, 
ft a l b t 11 i g fTnb biejenigen 9cebcnftlben , bie e t w a 3 
fcfywächer, alä bie »olitomgen ^auptjTlben au£gefprod)eu 
werben. 

3- 23. @tanb»fy a f t , Ofrct'4 c l ' * / 3üng-I i rt g, banf=b a r. 

£onlos> finb biejenigen SftebenfTlben , welche am 
fd)wäd)ften auögcfprod)en werben, wie %. 33. hie nid)t be* 
bentfamen (Jnbungen. 

S5at-e r , 3J?utt-er, ctt=e £ , bittrer; (5d;äf*er, geb-et, © e«ber, 
ge»nug, be-sal;(»en. 

§. 84. 

35 n ber 20 r t b i t b u n 3 überhaupt. 

a) Sie 35egrtffgwörter werben tton einanber abgeleitet. 

3. 23. fcon „tritt fen" nn'rb abgeleitet: ber Xrunf, tarnten* £rtm- 
fentyeit, Xrimfenbolb, betrunken jc ber ü£ranf, trän fett, bie ürä'nfc, 
ba£ ©ctränfe, trinfbar, imtriitfbar,Xrirtf barfeit, crtriitr'en, betrinfett, 
ertränfen, ttertrittf'cn, auätrinfen, Sutrinfcn, fcortrittfett, iiac^trüxfcn 



— 137 — 

sc. SErtnfßlaa, £rmfge(b, 2Betntrinfer, 23iertrmfer, 5lrjneitranf, 
ütrmfrinne u. f. f. 

h) Wörter, welche nicbt abgeleitet jutb, »on benen aber 
anbere Wörter abgeleitet werben, nennt man $3 n r $ e l n 
ober !Jßnr$eln)örter. 

3» 33. trinf-(en), fcfy(tejHen), bmb=(en), flt'eg-(en), Jiet)'(en). 

c) SOBörter, welche üon 2Bur$efn fyerfommen, nennt man 
abgeleitete Wörter, unb man unterfd)eibet bei ben* 
felben : 

1) ©tä'mnte, m\d)e Don 2Bur$eln mit ober anef) 
o^ne 2$erroanbtnna, be$ (Stimmlauteö gebtlbet fmb. 

3. 33. Xrunf, Xranf, @d&(oß, <Sc|(u§, 33anb, 33imb, g(ug, 
3ug, 3ud;t, 5 all, funb, flücf. 

2) © p r g f r m e n , roeldie Don 2öur$eln ober <£tanv 
men ober and) Don anbem Sproßformen bnrd) 51 b* 
leitungöenbungen ßebitbet futb. 

3. 53. trunf=ett, XmnUtnAjtit, <5tylofctx, bä'nb»ig=-eu, 



3.23,2Burjeh 


(Stamm: 


(Spro§ form: 


trinf-'(en) 


£rimF, SEranf, 


trunfen, trinfbar 
tränten, Jrunfcnfycit ic. 
Xrtnfer, &ränfe 


flieg (en) 


g lüget, flücf, 


geflügelt 


fltcl)<er) 


gtud;t, Stieße, 


flüchten, flüchtig, 
glüc&tling, gludjtißfeit, 


tfeMnO 


3«ß 


Süßiß, (be^Jügtid), 




3uget 


3ügeln, 3i e ^)e^ 




3ieget 


Regler, 3k$tUi, 
3iet)una, 3üg(tng, 




3ud)t 






Jüdjtig, jü^tigen, 






3üd)tigfeit, 3iid)ttgung, 






Hüc^Kinfl, 3ü^tler, 


fd)(ie§<cn) 


(Sdjloß 


©c^lo||er,©cblo([eret, 




@tf>lti§ 


©Flieger, fcbüegbar, 




©cfclüiTel 


fc&lie§lic$, ©tylieQunß. 



d) £>ie S5enrtffön)örtcr futb fel)r oft Don ^mei Dcrfdiiebe* 
nen Mortem gufammeiigefefcr, nnb beigen bann $ufam- 
men.qefefcte ÜB ö r t e r. 2Mefe nnterfdietben ftet) Don ben 
bloß abgeleiteten baburch, baß jic immer auö $roct Derfdue^ 
benen Wörtern befreien nnb immer roemgftenä $roei £anpt* 
ftlben t)aben. 

3« 33. £au««tWer, 9tatb*bau$, grasgrün, tn'mmel=btau, £rci-fu§, 
23ier=ecf, 33or=ftel)cr, TO-fd)ü(er, nuf=ftet)en, ab=gel;cn, ©etyneiber- 
tyanbwerf, (5c§nupftabafö»bofe. 
12 



— 138 — 

§. 85. 
I. 5Bur $eln>örter. 

a) 2We ablautenbe (§. 51. f.), fon>te and) bte un* 
regelmäßigen (§. 58.) 3eitroörter ffnb $ßurje(n>örter. 

b) (Sefyr »tele 3etttt)6rter, roelcfye jeijt nach ber n e n eit 
gorm abgeroanbelt werben, Ratten fruber bte Slbwanblung 
alter gorm nnb jTnb ebenfalls ^IBuqelroörter. 

3- 23. bauen, Minfen, blühen, bellen, brausen, brauen, beefen, bie= 
nen, tonen, bebnen, bulben, breiten, brücfen, fluchen, folgen, fußen, 
fürchten, falten, gäbjen, g(ül;>en, gürten, fallen, binfen, jagen, faufen, 
febren, fauen, fneten, fräßen, ferben, tauten, lieben, tacben, (eben, 
mäljen, meinen, mablen, nagen, neifcen, näben, neigen, reuen, fäen, 
fagen, fitzen, ftreuen, fpannen, föaben, flauen, fc^enfen, freuen, 
flauen, fdnteien, f$roi$en, fetyreeifen, fielen, fpaden, taugen', tau- 
ten, ttjeilen, trauen, wachen, roalten, roaten, roatfen, roaUen, roäbjen, 
roeben, roinfen, roirfen, roünfd)en, Jäb/len. 

c) 2IHe 5Bnr^eltt)örter ffnb eiufflbtg. £ie (Snbung „en" 
gebort nicfyt $u ber $ßur$el, fonbem mtrb allen Beüroörtem 
otyne Unterfdt)ieb angehängt, wenn man ben ^Begriff eineö 
3eitroorte3 auf bte äUgemcmfte Ußeife auäbrücfen'roill. 

3. 33. fatt=en, fpring-en, borgen, fcfciff-en. 

d) 9ftancbe 3^ttt)örter fyaben ben SumacbS (§. 45. c.) 
„ge" angenommen, ober jutb mit 25cr|Tlben ^nfammengefe^t. 
&er 3nn)acf]ö unb t>ie Sorfilbe geboret bann ebenfalls nid)t 
$u bem 2öuqelroorte. 

3- 23. ge=niefü=en, ge«nef en, ge»(ing*en, ge=roinn en, ge=i$el)--en, 
be*rceg*cn, be=0el)r-en,be=fet)l=en, em=pfeb>en, bc-gmn-en, J?er»gejj- 
en, »er=brte§=en. 

§. 86. 

II. <S t ä m m e. 

SSon ben (Stämmen überhaupt. 

a) 2Son ben 3Bur$elrt>örtern merben bttref) eine Seränbe* 
rnng beä (Stimmlautetf in ber 5Bur$el bie <5 t ä m m e ge* 
bilbet. £>tefe SBeränberung beö v!i>ur$el|timmlauteö wirb bte 
21 b l a u t n n g genannt', nnb ber üeränberte HBurjel* 
(Stimmlattt t)ei§t bann 51 b l a n t. 

3.^. SBurgeln: fölief?, btnb, bred), twerf, reit, treib ic. 
(Stämme: @cfy[o§, SBanb, £ruc&, SBmf, fRitt, Zxicb ic. 

(1) £te (Stämme baben ntebt immer ben nämlicben 2lb* 
laut, ben baö 3eitn>ort annimmt, wenn eö abgemanbelt 
wirb ; unb einige (Stämme nehmen gar feinen %\b\a\\t an. 



- 139 — 

3. 35. tmf-en {warf, getoorfcn), 2Burf, fprcc^en (fprad), gcf proben), 
©pruetv fliegen (f!o§, ßcfloffcn)^lu§, faUen (fiel, gefallen), ber galt, 
fangen, ber gang, i'crjtagcn, ber <5(§[ag. 

c) Sitte Stamme ftnb entweber Dingwörter ober 
Cngen feb af t 3wör t er. 31 üe einftlbigen Dingwörter 
ttnb (5töcnfd)aftön>örtcr fiitb Stämme. Stele Stamme l)aben 
jeboeb and) eine ber nicht bebeutfamen (Jnbungeu angenom* 
tuen, bie bann als bloßer Sluälaut anjufefoen tjt. 

3. 23. £unb, £anb, 23erg, £f)a(, 2Ba(b, £erä, @traufr,23aum, ftot>t$ 
a(t, neu, frob, gut, bog, Sann, bief, gro§, ftetn ; — 2Bett*er, 33tjf=at, 
Xropfcen, (Stacp-et, «Sprache, 2Setf=c ; bitter, l)eif=er, fau-er, e-be(, 
iib*el, btbVe, eb*en, troef-en. 

d) SStete Stämme ftnb t>ou foldjen $öuqeln abgeleitet, 
bte tu ber beutfdjeu Sprache je£t nicht mefyr übltrf) ober 
auch gar nicht mefyr »orfyanben ftnb, unb bte ffd) nur noef) 
im SUtbeutfdjen ober in bett Spradjen ftnben, hie mit ber 
beutfcfyen öerwanbt ftnb» 

3. 35. gro§, (von growati = roaebfen), Mau (von bliwen = fetjt agen), 
eilten (von aigan = befiften), bev 53au (von bua = roolmen), bag 
üamm (von limmen = (freien, rufen), mttbe nnb 5D?a(j (von tnelzen 
■= erweisen). 

e) Der begriff ber Stämme tjt im allgemeinen unbe* 
fttmmt ; |Te haben bal)er einen fefyr großen Umfang ber 
SBebeutung. 

3. S. 3" g* 3 U 6 ^ lCr ^ e,n 3^ter, fca ^ * um 3M c n gebraust rotvb), 
3ugocgc(, (einböge!, ber im ©erbfte fortgebt), 3u c\ tbüve, (eine 
5£büre, bie jtcjj fclbft 3u$iel)r, ober bie man überbauet auf- unb Rieben 
fann), ©efkfctsjug, Stttjernjug, gifcbjug, 2lb$ug, SBorjug, Ucberjug, 
35ejug u. f. f. 

§. 87. 

Stämme, welche Dingwörter finb. 

a) tylan unter fcfjcibet bei ben Stämmen, »eiche Ding* 
Wörter fmb, jwei formen, nämlich bte 21 b tau t$ f r'm 
unb bie 5ft i t telfor m. 

h) 3u ber 9(blautöform .qebören alle etnftfbta,en Dtitg* 
Wörter, weld)e b t c "ß burdi ben 3t blaut gebilbet finb. 
3.3?. SratrTXrunf, (Sprung, 53aub, SPunb, ©prueb, g(ug, 33ug, 
Sag, Sfcitt, ©djtaf, u. f. f. von trinf-en, fpring-en, binb=en, (preis- 
en, fliegten, biegten, f?fc-en, reiben, ft§lftf«ett u. f. f. 

Unter ber Slbtautöform ftnb jebod) aud) begriffen : 
1) Diejenigen bieg burdi ben Ablaut gebilbeten Ding? 
Wörter," weldbe ben n i d) t b e b e u t f a m e n 3u* 
wad)S „ge" fyaben. 



— 140 — 

3. 33. ©eroinn, ©enufs, ©(lief, (©clücf) ©ebot, toott : gereimt- 
en, genießen, gelingen, gebiet-en ; — ferner: ©eruetj, ®e- 
fang, ®et)ef§, ©eroanb, ©efyalr, ©efpann u. f. f./ »on; rieb- 
en, ftng^en/ ^et§-en u. f f. 

2) diejenigen bnrd) ben 2(Waut gebiibeten £)ingtt)örtcr, 
roelcfye eine ber nid)t bebcnljamen Grnbungen er, 
el, en angenommen fyaben. 

3. 33. SBett-er, $umm*er, ÜÄejf-er, £amm=e(, <5d)enf-ef, 

©cf)eff*e(, Xropf«ert, ©art-ert, Änoc^-en it. f. f. 

*) Die SBurjeln btefer (Stämme (int mciftenS nic$t metjr »or- 

fyanben. 

c) £ue 2lMant6form bezeichnet ben ^Begriff eüteä £inge$ : 

1) 2H$ ben eineö £ tätigen ( = eine3 tätigen 
£>inge3). 

3. 33. g(ot) On fliegen), 23anb, <sc$miuf, ft(u§, Etudl, 
Dacb, $ut u. f. f., (= ein fliegen b e 6 Ding, ein bin- 
benbe6 Ding , ein [djmücfenbegv flte§enbeö , quittenbeS, 
becfcnbeS, t)iitente$ Ding u. (. f. ober ein Ding baöflfcbt sc. je. 

2) 2(13 ben eineg ©etfyanen (= eineö getanen 
[gletcbfam gemachten] £)inge£). 

3. 23. 23unb, ©prud&, £ranf, 5Berf, ©rab n. f. f. (= tin 
gebunbeneö Ding, ein gefprocf)ene£, ein getrunfeneg, ein ge» 
tntrrteö/. ein gegrabenes Ding ic. jc ober ein Ding, bas fdjon 
gebunben, getrunfen jc Je. roorben ift. 

3) SU^ ben abgezogenen ^Begriff einer £ bat ig feit, 
aU etrteö © e b a n F e n b in g e $ (eines £t)ätigfeit&* 
namenö). 

3. 23. ging, galt, ©prung, <5to§, 3<inf, ©treit, «Ritt, (= 
bie Xbärigfeit bc3 gliegentf, gallenS, Springend, ©tojjenS/ 
«. f fO 

d) £>ie Unterfcbeibnng btefer 53cbentnngen ift fyänftg 
burrf) 3lbänbernngen ber 9lblant3form bezeichnet; altein 
tt>eit bänftger werben biefe i>cr[d)iebenen 25ebentnngen nn* 
unterfebieben bnrd) baffelbe %Bort anögebritcft (§. 86. e). 
£ie £ingroörter ber 2(b(anteform ffnb m ä n n l i d) e n 
obbr (ä dj i i d) e 11 @efd)led)te$. 

3. 53. Xranf unbXrunf, Sanb nnb 3?unb, <Sd>Io§ unb @<$lit§, g(o§ 
unb g(n§, g(ol) unb ftlug 5 - 3ug (§. 86. e), 

?P?ancbe ringroörter ber Slblautöform ffnb jebod) votil* 
1 i d) e n ©efd)led)te$. 

3. 33. Die «ber, bie 23(atter, bie Leiter, bie Stmfef, bie Reffet, btc 
©tc&el u. f. f. 

e) £>ie OTittcIform begreift biejenigen £ingtt>örter, 
roeld)e ebenfalls bnrd) ben ?lblant gebilbet ffnb, aber $n* 



— 141 — 

gletrf) entweber ben (Stimmfaut e, ober ben Smtgenlaut t 

itt), b (be) aU (Jnbung angenommen t)aben. 3Dte Ding* 

Wörter fer Wtttelform unterfdietben jtrt) üon benen ber 

Slblautöform nod) möbefonbere baburd), baß fte wei btt* 

d) e n ©efct)Ied)teö jTnb. 

g. SB. Die ©rub=e, bt'e 9Mf)(«e, feie ©cf>Iang=e, bie ©aa-t, bie 

5£&ft-t, bie ftät>r«te, bie glucfc-r, bte ^unb=e, bte ^öürb-e, bte 3i ev " fce / 

bie3ag=b. 

Unter ber 5D?tttelform jmb ancf) begriffen: 

1) Diejenigen Stämme, wetdie ^war nirfit bie Grnbuttg 
e ober t haben, aber weiblidnm @efd)tecf)teö fmb. 

3. 23. Die @dmm, bie 3 a bi/ fc ic 2ßab(, bie ©4>ur, bie Äur, 
bie ©ier, bie 23at)n, bte ©djeu, bie ©cbaiu 

2) diejenigen ©tämme, welche ftatt t bie dttbung jt 
tyaben. 

3. 23. ©unfi, Äuntf, 23runjt, ©cfcröulft, 2Bu(ft, SBurft, 
Dürft. 

Sind) unter ben Dingwörtern ber ^ittelform (Tab einige, 
welche ben bebeutungeiofen B^roadiö „ge" angenommen 
haben. 

3. 23. ©etar-r, ©efäicfMe, ®eber«be, ©efatyr, ©etoalt. 

f) Die Dingwörter ber üRtttefform »erhalten flifj in 2(n* 
febung it)rer 35 e b e u t u ng gerabe fo, wie bte Dingwörter 
ber Slblautöform ; fte bebeuten : 

1 ) ein Z I) ä t i g e g (ein ttyätigeg Ding), 

3. 23. ©cblange, ©cbtinge, 23inbe, (Spinne, 5<ieöe> 253inbe, 
i'aute, Vernunft j (— ein Ding, ba3 fid) (dringet, baö binbet, 
fpinnet $c. :c.) 

2) ein © e t f) a n e 3 ; 

5. 23. ©rube, QdaU, 6$rift, 23uc^t, Mt, Saute (= ein 
Ding, bae fcbon gegraben, gegeben, getrieben, gebegen, ge- 
nagt, gebaut tft).' 

3) ein ©ebanfenbing (einen £l)ätta,fett$namen). 

*. 23. £bat, ftabrt, Äfage, Sitte, <S$am, Sßabt (= bie 
Sbätigfeit ober #anbtmtg beö Xljun£, be£ $at)ren£, beö $[a= 
genö u. f. f.) 

g) Daffelbe Dingwort brücft oft £bätige3, ©etfyaneg 
unb bie £l)ätigfett felbft aus. häufiger wirb aber ber Utt* 
terfdneb btefer begriffe tfyeilä burdi Slbänberungen ber 
9J?tttelform felbft, tbei(3 burrf) ben llnterfd)ieb gn>ifct>cit 
$blaut$* unb ÜKitteiform bejetrfmet. 

3- 23. fliege unb gfudbt, ©d>nm unb ©cfmnbe, gabrt unb ftafyrc; 
— 23ug unb SSudjt, Srieb unb Xrift, ©pru# unb <£>pracfye, £>ut unb 
Mittle. 



— 142 — 

§. 88. 

Stämme, welche (Stgenfcbaftgwörter ftnb. 
a) £>ie Stämme, n>eld)e (Jigenfcbafttfwörter jmb, werben 
eben fo, wie bie Stämme, weldie ©tnaroorter jmb, tbeild 
m i t, tfyeilä o 1) n e Ablaut t)on ben 2Bur$eln gebilbet. 



3.33. SBurjel: 


(Stamm; 


©urjeU 


©t a mm; 


trau-en 


treu 


berwn 


bürr 


freu«en 


M 


leiteten 


Ikfy 


f$ein*en 


fd?ön 


gleiten 


ßl<m 


brennten 


braun 


bleichen 


bleicö 


(gcObett)=en 


bicf 


reellen 


roelf 


fliegten 


flücf 


gleicb-en 
roaej^en 


gl eid& 


ringen 


runb 


roacb 


klingen 


W**l 




roaefer 


blinf-en 


bianf 


taut-en 


laut 


Fenn*en 


Funb 


fielen 


fiedj 


bei§«en 


bitter 


füllten 


voll 


brechen 


brach" 


fcf)eu=en 


fcfceu 


grimnuen 


gram 


Siebten 


gab 


bebn«eit 


bünn 


fatt-en 


febl. ' 



b) 5lüe einjTlbige Gngenfcfjaftgwörter jTnb Stämme. 

5Wandie baben jebod) eben fo, wie bte Stamm*£ingwörter 

and) eine ber mrfjt bebeutfamen (£nbungen er, el, en, e 

angenommen, ober ben 3uwarf)3 g^ 

3.33. roacf=er, bittrer, ett-el, üb-el, eb=cn, fprb'-be ; — ge=funfc, 

ge-beim, ge=rab, (grab), ge-totji, ge-nau, ge-ring, ge'fitomb. 

e) Siele Stämme, bie urfprünglid) @igenfcbaft$wörter 
ftnb, werben als Dingwörter gebraucht. 

3. 23. ©refö (ber greife Sater), £elb, £irt, 23ote, 33ürge, «Riefe, 
9?acbfomme, ©enoffe, 5Xn^ unb alle männlichen $erfonen= unbXljier* 
Tanten auf e. ferner; baä jfteebt, baö ®ut, baä Uebel, baß 
©vün k. 

§. 89. 
III. Sproßforme n. 
35 on ben Sproßformen überhaupt, 
a) Sproßformen ftnb abgeleitete Wörter, welcbe burch 
(Jnbungen oon Stämmen, »on anbern Sproßformen ober 
aud) unmittelbar oon 5Bur$etn gebilbet ftnb. 
3. 33. t r ä n f e n (von Sranf), bie X r ä n f e , bag © e t r ä n F (von 
tränfen), 5£tnn fett bei t (von trunfen), £rinfer, trinfbar 
(von hinten), £r in f b a r f ci t (von trinfbar). 

h) 5Benn ber Stamm einen ber Stimmlaute a, o, u 
bat, fo wirb ber Stimmlaut oor ben (Jnbungen ig, i f di, 
in , t ein, lid), n iß, er, el, djen, fei, e ungemein 
umgelautet. 



— 143 — 

3* 5R 3Ra#t — mächtig, 3«nf — jänfifcf), ©röf— ©rajln, 23ac^ 

— 23adjlcin, rott) — rötblicb, oc&af — (Schäfer, 9Irm — 9tcrmel, 

©ra$ — ©reiben, <53tut)l — ^tütjtdjert/ ratzen — 3(ätt;fel, gut — 

®üte, lang — ^ü'nge. 

c) 2>urd) (Snbunqen werben Sprofjformen flebilbet, wel* 
efte 1 ) SettrDörter, 2) Dtnawörter, 3) C^tgenfc^aft^mörter, 
imb 4) Umftanbgwörier jtnb. 

§. 90. 

l. Slbge.le t tete 3?tttt>örter\ 

a) 2llle abgeleitete 3eitwörter werben »on Stämmen 
unb (Sproßformen gebilbet, inbem ber Stamm unb hie 
Spro£form Sebeutunq ttnb Sßiequnq, etneö 3eüworte3 an* 
nimmt. 2lUe abgeleitete S^itrüörter jtnb ntcfjtabtantenb. 

3» 33. tränfen (tonXranf), faden (ton galt), orangen (ton£rang), 
flüchten (ton gluctjt), ftärfen (ton ftarf), glätten (von glatt), roür- 
bigen (ton roürbig). 

b) £ie meiden abgeleiteten 3ctttt)örter l)aben bie 23ebeu* 
tttnq üon „Radien" ober „23 ero trf en;" man tonnte 
ffe bafyer „bewirfenbe" 3eitwörter Reißen. We berotrfen* 
ben 3eita>örter jTnb fytnbesüqltd) (§. 44. b). 

3. 33. tränfen, fäugen, fällen, ftärfen, fcb>äc|)en, wärmen, glätten, 
lähmen, b. ty. machen ober bewirten, ba§ Stwaö tränft, fangt, fällt, 
ftarf wirb, fdjwacb wirb, warm, glatt, lahm wirb. 

c) 3n oen bewirfenben 3ßttroörtem werben and) biejeni* 
pen 3?ilwörter gegä^Tt, roelcrje buref) eine Slbänbemng be3 
äöur^elroorteg gebilbet fmb. 

3. 33. finfen — fenfen, terfdjwinben — terfebwenben, (Tt?en — fefcen, 
febwimmen — febwemmen, bringen — fprengen, flehen — ftellcn, 
liegen — legen, fteeben — fteefen, wadjen — werfen, neigen — nirfen, 
biegen — bücfen, erfaufen — erfäufen, fahren — führen, boren — 
Ijord^en, lauten — läuten u. n. 51. 

(1) Qie abgeleiteten, aber nicht t)inbe$üqlicf)en3ettwörter 
fyaben feinen Umlaut. 

3. 33. erwarmen, erfalten, erftarfen, buften, bampfen ic. ic. »er* 
gleiche: erwärmen, erfalten, ftärfen, lüften, bämbfen u. f. f. 

e) Siele 3eitroörter werben »on ^tnqwörtcrn qebifbet, 
welche bie (5rq ä n 3 n uq ober ben Umitanb (5Bei[e ober 
©runb) einer £bätiqfeit auebrücfen. 3?itwörter biefer tlrt 
britefen baö ^räbifa't unb feine (Srqän^ttnq ober feinen Um? 
ftanb suqleicb (mit (£tncm $8orte)'au3. 

3- 33. (Grgän Jung:) Jüchen (=$ifchc fangen), grafen (= G5ra3 
treffen ober ©ra£ abfe^neiten) *, (U m ft ä n b e:) fduffen (= &u ^duf'c 
fahren), pflügen (mit bem Pfluge (cbjuiben), venferjen (mit ber ^eUfcbe 



— 144 — 

fötagen), Lämmern (mit bem Kammer arbeiten), rcitrfeln (mit SBflr* 
fc(n fpiclen) fägen, farten :c. if. 

f) Sie S^itröörtcr, welche bureb bte Grnbung „ein" 
tton anbern Sßcgrifföwörtern abgeleitet (Tnb, bezeichnen tbeilö 
eine üerminberte (innere) (Starte, tt)eil$ eine 5ßeife, bte ju* 
gleid) alö etrt>aö 2$crärf)tltcf)e$ bargeilellt wirb. 

3» 33. fröflcln, tiüfteln, frä'nfcln, roifceln, flügeln, frömmeln jc 
9J2an muß Den biefen jeboef) jene 3citwörter unterfdjet* 

ben, welche oon Singwörtern mit ber (Snbung „cl" gebil* 

bet jinb. 
3. 33. pöbeln (»ort £obel, bobeUen), Fegein (fegel-en). 

g) abgeleitete 3ettwörter werben bureb bte Grnbungen 
„en (n/el*n, er*n), ein" nnb „igen" gebilbet. 

§♦ 91. 
2. abgeleitete Stngwörter. 

a) Sinqwörter, welche (Sproßformen (Tnb, werben buret) 
folgenbe (Snbttngen gebilbet : 

aa) er, in, eben, lein, ling, 
bb) (en) ung,(ge) niß, fei, fal, ei, e, Ijeit, feit, 
fdjaft, tfyum. 

b) Surch bie (Jnbung er werben männliche sper fönen* 
namen gebilbet: 

1) *>on Stamm*Singwörfern 

J. 33. Sflitt^cr, ©äng^er, %<ixiUtx, SRäub^er, <£d)äf*er, 

2) t)on 5Bur$eI$eitwörtern, unb fyaben bann nie ben 
Umlaut: 

j. 23. 3?et%er, (ScfmciVer, 9J?a(-er, $rar;(-er, üae^-er. 

3) üon Crtg* unb £änbernamen, 

&. 58. ©clroeiVer, Styrol-er, 2Bürttemberg=er, Ulm=er. 

c) Surch bie (gnbung in werben »on männltdjen Q3er^ 
fonennamen Hainen weiblicher ^erfonen gebilbet» 

3. 33. £trt — £trtin, ftod) — 5tb'cbm, greunb — greunbin. 

d) Surch bte (Jnbunqen cf) e n unb lein werben Don 
Singwörtern bie SSerfleinerungöwörter gebilbet. Sie 
bezeichnen bauftg and) ben 9iebenbegrtff beö 2lngenel)men 
unb ©eliebten. 

3. 8. ©obn — ©öbiufcen, S3ruber — 33rüberc$en, 33ä$(ein / Otfc()tem, 
231üm#cn, Slümlein, 33ogc(et'n. 

e) Surcf) bie Grnbung ling werben üon Siugwörtern 



— 145 — 

ltnb (2ngenfdjaftöwörteru tfyeilg sperfonennamen, tl)eil$ $er* 
fleincrung^wörter gebilbet. 

g. 33. (Sträfling, pieljre), Sebtlittß, Pflegling, ©ünftting, — fremb, 
grembling, Liebling, Leitung, Jüngling, (5c|b§ling, SDäumlmg, 
Fingerling. 

f) Sie Stngform (§♦ 55. unb 56.) be£ 3^ f tt>ortcö wirb 
fel)r bäujtg. and) alö Dingwort gebraucht unb bejetdjnet 
bann ben begriff ber £bättgfett auf bte allgemein fte unb 
nnbejttmmtcjre Sföeife, Sie bat bann immer bte (£nbung 
en, nimmt ba£ beftimmre @efd)led)te>wort unb bie 23tegung$* 
formen ber @tn$al)l an. 

3. 33. ©a3 Gefeit/ bee Sefcn^, bem Seien, &um £cfen, im 2efen. 

g) Surd) bte @nbung ung werben internem ©e* 
banfenbtnge (£bättgfett$nainen) 001t fyinbejügltdien 
3eitwörtern gebübet, bie abgeleitet ober ^ufammengefe^t 
ffnb, unb bie'SSe$tel)itng auf ein leibenbeg Sing (§. 12 
B.) auäbrücfen. 

3. 33. führen/ gübnmg, Leitung, 23e(el)mng, ©tarfuttg ; einen SBItn- 
ben fütiren = bic gffyrung bes iMinbat ; eine ©aefcc leiten. = ^ti- 
tung ber (Sacbe ; ben ©driilcr belehren = ^.etebrnng be* ©cfyülerö ; 
ben tränten (tärfen ober fyeilen = tötärfung, Leitung be3 Sranfen. 

Sie @nbung ung bezeichnet jcbod) and) fyäuftg aa) batf 

@ etfyane, ober !>b) einen bewirf ten %u ftanb, unb l)at 

cc) guroetlen bie 23ebeutung eineö Hammel na menö 

(§. 59. f.) 

3- 33. aa) ©rfmbimg, Srfarn-ung, 33eobacf)tung, 33orftetlnng (= ba$ 

(Sifunbene, erfahrene, beobachtete, SJorgeftellte), bb) SBerbinbung, 

Sßerblenbung, Xrcnnnng, (Entfernung, Drtmung :c. (= ber 3ufi«nb 

beS 33erbunbenfetm, beö ^erbtenbene 1 , bes ÜrennenS :c.), cc) 2Bal- 

bung, Äleibung, SBitterung, ^ejiung. 

li) Surd) ben 3uw>arf)ö ge werben auf $wei unterfcfye* 
bene 5öeifen Singwörter gebilbet, nämlid) : 

1) © am m ein am en, weldie ben Umlaut Ijaben, 
»on Stämmen gebilbet werben, unb entweber eine 
SSielbeit üon Singen aa), ober eine SBerfrärfung ber 
£t)ätigfeit bb) be$etdmen. 

3. 53. aa) ©ebirge, ßjebiifct), ©eroä'fjcr, ©ebärm, ©eroürm, 
bb) ©ebränge, ©eipöft, ©e;b'fe, ©efprä'd;, ®ejänf. 

2) $ö i e b e r t) 1 u n g ö w ö r t e r, welche t>ou 3e itwör* 
tern aber otme Umlaut gebilbet werben, unb eine 
öftere SOBteberbolnnq ober längere gortfefcung einer 
£t)ätigfeit auöbrüden. 

3. 33. ©cpolter, ©eplauber, ©eflapver, ©erebe, ©elanfe 
13 



— 146 - 

i) £)urdf) bte (£nbu nq \\i$ werben von anbern £iuq* 

»örtem, üon 3eit»örtern unb etiu^en (£tgen(d)aft6»örtern 

£inq»örter qebilbet. 
3. 33. 33unb — 9finta{§» bjnbern — £inberni§, toilb — 2Bübni§, 
k) Durd] bte ($nbuuqen f a 1 , . f e I , »erben tton anbern 

£tnaroi)rtern unb t>on einigen 3^tn>örtern £)tna»örter ab* 

geleitet. 

3. SB. ©rottgffll, ©#eufat, StSt^fd, Slntjängiel, Sinfcbiebfel, Ueber- 
b leib [ei. 

1) £nrcf) bte (Snbung et »erben üon anbern £inq»ör* 
tern unb t>on 3ctt»örtern Dtnaroörter gebtlbet, roeldje tbeilä 
©ebanfenbtncje, tbeilö Sammelnamen, tl)eü3 einen Ort 
bezeichnen. 

3.S. 23äcferei (ba3 Sacfen, u n b : ber Ort, tto geBacfcn tüirb) 5 

©cb>fferei, heiteret, £encbe(ci, ©c^meidjelei, «Spielerei, 3i^eret, 

Äünfieiei, £änbe(ei. 

m) £>urcfj bte ($nbuugen e, beit, Fett »erben ©ebanfen* 
binqe üon Grtgenfdiaftöroörtern qebilbet, nnb j»ar aa) bttref) 
e nur üon Stämmen, bb) burä) t) e i t unb feit üon 
Stämmen unb eprogformen. 

3. 33. aa) f<$n>ad) — Scljtoä'dje, flacf) — gfa'dje, eben — (Sbene, leer 

— Veere, Ijodj — •'pöbe, breit — breite, lang — l'ä'nge ; bb) ©c^n>ac^- 
bett, ftiaebbeit, Sbenljeit, £>obl)eit, \?ecrbeit, bitter — SBitterfeir, eitel 

— ßitetfeit, bnnfei — ©unfetbeit, acfyfam — SU&rfamfetr, freunblid) 

— greunblid)'eir, aufmerffam — 2lufmerf)amfeit. 

9J?an gebraucht bte (Jnbung, fett ftatt fyett bei allen 
©cjenfdiaftöwortern mit einer Qhibung, angenommen bei 
benen mit ber Gntbunq e n unb bei b u n f c l. — Scr ber 
@nbunq feit »irb bei manchen Stämmen 3Bol)tlautö l)alber 
tcj einschaltet. 

3- 23. (probe — SprübigFeit, mübe — Sftiibigfeit, feuert — gendjtig- 

feit. 

*) SD'fenfcfybeit, Sbriflenbcit, ©ei|llicbfeit finb (Sammelnamen. 

n) £urch bie (Jnbuuqen f d) a f t , 1 1) u m , »erben üon 
»Perfonennamen ©ebaufenbtnqe qebilbet; fd)aft gebraucht 
man für ^erfonen, unb tbum für Sachen. 

3. V\ 5 ; ürgerfdjaft, £üracrtbum, *Priefterfcbafr, ^rieftertbum, ^Cttter- 

fc&afr, 0cittertbum, SSolferfdbafr, SBolfärbum. 

*) 5Xu§erbem finb ancb einige anbere üb(id), 3. 23. 3rrtbnm, SBacbtf» 

tbum, $eid)tbnm, Sanrfcfoafr, (35erätbfct>afr, ^anbelfcbafr, ftunfcfdwft, 

aßiffenfc&aft u - f« *»• 

§. 92. 
3. abgeleitete ($ i g e u f d) a f t $ » ö r t e r. 

a) @tgenfd)aftg»örter, »eldie Sproßformen jTnb, »erben 



— 147 — 

»on anbern @iqenfd)aft6wörtern, tton Dingwörtern unb 
3ettwörtern abgeleitet burd) folgenbc (5nbunqeu : 
tg, tfd), bar, fam, en (e, ern), lief), fyaft, tcf)t. 

b) £>ttrd) bte (Jnbung ig werben @tgenfdiaftd Wörter 
gebübet »on ©tamm?Dtugwörtern, bte ©ebanfenbinge att$* 
brüden, unb öon anbern ^tamm*£ingwörtem, bte md)t 
©cbanfenbinge be$eid)nen. 

3. 33. gleifl — fleißig, «SHaifct — ntäd&rtg, ©ebulb — geculbw, SBfut 
— blutig, @anb — fanbig, SBaffer — roäüerig, SBalb — roalbig, 
23erg — bergig, 23ufct) — bufc^tg* 

c) £urd) bte (5nbung ifd) werbentton ^erfonem, SSölfer*, 
?ä'nber* unb Drtänamen, unb and) öon einigen ©ebanfen* 
btngen ($tgenfd)aft3wörter gebübet. 

3. 33. fncdjrtfcb, biebifdj, ff(attifct), toeibtfet), — fä'djftfd), ba^eriicf, 

babifefc, roürtembergifct), fran*B(ifcb, fonftanjifd;, mainjifdj, — net- 

bifcb, jänfi|d), ffcöttiftty, argtoölmtfci). 

*) £)ie »ort ©ebanfenbitigen gebiibeten Gigenfdjaft^rob'rter mit ff# 

bejetetynen eine Neigung gu ber, burdj ben ©tamm au^gebriieften SEt;«* 

tigfeit. 

(1) Durd) bie (Jnbungen bar, fam werben öon Stamm* 
Dingwörtern, bie ©ebanfenbtuge auöbrütfen, unb üon %nU 
Wörtern (Jigenfdiaftöwörter gebübet, unb beibe formen 
bezeichnen aa) bie 9[Rögl i d)f et t einer £t)ätigfeit ober 
bb) eine Neigung $u berfelben. 
3. 23. aa) ficfyttar, gangbar, tragbar, Icnffant, biegfam 5 bb) banf- 
bar, ftreitbar, btenftbar, arbeitsam, traebfam, frtebfam, faarfam. 

Die Ghtbung bar l)at, wenn fte tton einem fyinbeäüglidjen 
3eitwort gebilbet ift, immer leibeitbe 93ebeutunq. 
3. 33. leöbar, benfbar, e§bar, « # (wag gelefen jc. werben Fann). 

e) Durd) bie Qrnbung en werben öon Stoffnamen Gngen* 
fdiaft^wörter gebübet, unb wenn ber Stamm mit einem 
fctimmlaut ober mit l, n, ö auslautet, wirb beö SBSobU 
lautes falber meifreng öor bem n ber (£nbung ein r einge* 
fd)cben. 

3. 33. golb^en, rooU-en, feib-en, trb»cn, leber-n, ftlber-n, bleiern, 
fiät)Uern, tl;bn=ern, gläsern, road)i-ern. 

f) Die burd) bte Gnibunq lid) gebilbeteu Sprofjformcn 
(Tnb zweifacher 2(rt, nämlid) : 

l) il m [taub ä wört er, welche ^nm £l)eü nur als 
Umfranbömörter gebraucht werben ; 

j. 23. frei(id), fo(gtict), geroijjlid;, neulid;, fdjrocrlid), roaljtKcty, 
roetelid), erfUufc, lefcth'ä). 



— 143 — 

2) (5 i g e n f di a f t ö w ö r t e r , n>etcf)c fccn ^erfonen* 
warnen, (Stamm*@igenfd)aft6w6rtern unb 3eitwör* 
tern gebübet werben. 

3. 23. üärerlid), freunblic|), röfylü$, fü§ttc$, bienlid), tauglich. 

2Me Umftanböwörfer mit bcr Qntbung lid), wcldie jebod) 
aucft fet)r häufte] alö (ftgeufclmftäroörtcr gebraucht werben, 
brücfeu im allgemeinen bie Uö e i f e ai\$, toi e (£twa? (je* 
fduebt, unb werben gebübet aa) t)on (Etamm^ingwörtern, 
welche ©ebanfenbihge auebrücfen, unb bb) t>on (Jtgen* 
fctjaftöwörtern. 

ß. 23. aa) SenafMty, abföcu-lufc, abftcb>lid>, auSbrücMfä, bebäcb> 
!k&, betriig=licb, eib-lid), frieb-lid; ; — flug — flüg-lidj, tveife — mi$- 
licb, fä i'clMid), trcu-licp, geroa(rig=licb\ etoig«lid?, bov-iidj. 
*) 3Die oon 3?t:benennungen gebiCbcicn formen brücfen benltmfianb 
ber 3et't au«, J. 93. täglid), jäiriid), augcnblitfltcfc :c. 

Die <5igenfd)aft6wörtcr mit „liify" brücfen aa) eine 
Üöcife ober aueb bte Dichtung „^öofyer" auä, wenn fie 
üon^)erfonennamen gebitbet fmb, bb) eine Sßerminberung, 
wenn fie ücn Stamm * (Sigenfdiaftäwörtcru gebitbet finb, 
cc) eine 9J?öglid)feit, wenn fie öon 3*ttroortern gebitbet 
fmb. 

3. 23. aa) T)fc o ä t c r 1 1 cf) c Grmabnimg OSrmabnnng, tu t e ton 
einem üßarer, unb: Srmabnung oon bem üßater), fürftlicb, fonig- 
lieb, gräfl(cj), brüberlt4> ; bb) äülicb, fäuerlicb, fü§Hc$, voei§lid), blftu* 
lieb Ter) fterbUcb, beharrlich, nlifclicb, betoeglicb, begreiflich, glaublich 
oermeiblid), jerreiblidj, unbefdn'eiblidj. 

s) Quxd) bie Gntbuug baft werben von Sramm*X>mg- 
Wörtern, einigen ©genfcfyaftömörterit unb wenigen 3^ 
Wörtern (5igeu|'Vbafrswörter gebübet, welrfie eben fo, tt>ie 
bie Gngenfchaft&DÖrter mit l i et) alö Umftanbewörter unb 
Xl$ (Sigenfcfyaftgmorter gebraucht werben, uub bie ©etfe 
einer £hätigfett bejeiriwen ; bie öon Verfetten* unb £bter* 
namen qebübeteu (5.*2B. bejetdjnen bie üöetfe alö eine 
Sie t)n lid) feit. 

3. 23. ftanbbafr, feWerbafr, fünbbafr, tuabrbafr, franffcafr, botfbafr; 
— m ei verrat":, jtyüler&afr, efeibaft, jag^afr, nafdjbajr, fc^tvatU-afr, 
flatterhaft. 

h) Durch bie (Jnbung id)t werben nur ücu Stamm* 
Dingwörtern (Eigen febaftä* unb Umftanböwcrtcr gebilbet, 
welci)e eine 33 e t f e unb befonberä eine 21 e t) u l i d) f e 1 1 
be^eid)nen. 

3. 23, fatjidjt, gaUidjt, tooUicfct, fieinich/, mildjic^t, rocinict)t >c. 



— 149 — 

3ufammenfe$uwj ber 2ßi3rter 

§. 93. 

25 on ber 3ufam m cnfefcung überhaupt«. 

a) 3wet 23egriffßn>örter »erben oft fo mit einanber t)er* 
bunben, ba£ fTe mir (Sin 2Bort aufmachen unb nur Grtnen 
S3egrtjf außbrücfen. SD? an nennt ein 3Bort, ba$ burd) eine 
foldje SSerbinbung öon $roei Wörtern gebilbet roorben, eine 
3ufammenfe$n ng. 

3» 33. £angrt)ter, ©d&reibfeber, 23irterf(ee, grasgrün, t)o$rotl>, l;au£- 
luilten, ratbfcjjlagen. 

b) (5ß gibt $ufammengefe£te Qittcpwvtev, $ufammenge* 
fefcte @igen|\taftsn)örter, $ufammengefe§te 3ctttt>örter, unb 
$ufammengefet3te ftornnoorter. 

3. 33. £anefcbn>a(be, jRcthfel)(d)cn, ©djftimmscgel ; fugetnntb/ 
bunfelblau/ fterbenSfrnnf ; aufrieben, übertragen, fyanbliaben ; l;er- 
au£, lunt>ur$, bjenieben. 

<) 3ebeß £ufammengcfe£te 3Bort befielt ans $n>et ©lie* 
bern. dasjenige 2Bort in- ber 3ufammenfet$ung, rceldicß 
baß anbere 2Bort näfyer benimmt, roirb frauptgtieb 
(jpauptroort) genannt ; eß gefyt immer »orah unb bat in$* 
gemein bett £1 a u p 1 1 n. £aß 5Borr, auf roeldieß ficfj baß 
ftauptgtieb begießt , tt>irb SSe^iefyungßglieb (Sße^ie* 
bungßroort) genannt unb t)at insgemein ben unterge* 
orb n et e n X on* 

d) 3ebeö jufatnmengefefjie 2Bort tyat nur (5 in jjaupt* 
glieb unb nur (jtn 23c$tcl)nngßq(ieb. @ß fann jebod) foroobt 
baß £aitptgtieb, atß baß S3e^iel)ungßglieb aixd) eine 3ufam* 
tnenfe^ung fei;n. 

3. S. £anbt»erfg*$eug, 9?u§baum*M3, ©auerf'fce-faty, (Sdmeiber- 
rmnbroerf, @i|en=bevgtr-erf , (Scbu()mnd)cr-t;anbJrerf , ©teüuoljlen- 
bergroerf, @djnupfiabafebofen«fabnfant. 

e) £aß £auptglieb tft meitfenß ofyne 23iegungßenbuug 
mit bem 53e^iebungßgliebe üerbuuben. 

3. 33. Delfrng, Saumtöotte, Maubfrofdj, ©trumfcffcanb, StitgatfeL 

£)aß beigefügte Qngenfcfjaftßroort unb ber 3Be(fenfatt et* 
neß IMngroorteß behalten jebod) bäuftg bie SSiegungßen* 
bungen. 

3. 3?. .^oVerbnejlcr, Saiigftoeife, ©etjeimeratt), ftb'ntgefobrt, £anbec* 

fcater, ftürfienbw, SBrrrtjSfyauS, $irtenftab. 

f) £aß §auptgtteb nimmt oft bie 5öot)[lautßenbungen 
r en, eß (ß) an. 

3. 33. £agebucf), ©toefenbtume, $!eibc?jirafe, SiUfSmMel. 



— 150 — 

Qa$ £anptqlieb nimmt inöbefonbere fet>r bänftg bte 

2Bol)Uaut$enbunq ä an, tt>enn e£ ein $nfammenqefe£te$ 

äßort tft nnb bte letzte (Silbe fyalbtoniq, tfr. 
3. 33. ©onntaggfleib, ^anbtoerfancug, 5Inba$töbucf) 
2)aS £anpr r qlieb nimmt immer bie 5Bobliaut3cnbnn.q ö 

an, n>enn eö eine ber (Snbnnqen ftfjaft, l)eit, u ng, ling 

tat. 

3. 23. Örcunbf^aftgbienjl, greibeitöfrieg, SBirfungSfrctf, 3eitung3- 
blatt, üteblirtö^ort, Mieb(t'ng$gebanfe. 

§. 94. 
3nfammengefe£te £5tn t q roorter. 

a) Dingwörter tonnen $ufammengefe&t feön : 

1) mit einem anbern Dtnqroorte, 

2) mit einem ©genfcftaftdroorte, 

3) mit einem 3eitn>orte, nnb 

4) mit einem gormroorte. 

3- 23. ©artenfyaug, Heugabel, @ro§bater,©robf<$micb, 2efe- 
bucf), ©cfyreibfeber, Sßierecf, Dberamt, SSorrete. 

b) 2lm rjäuftgjren werben $H>et Dingwörter jnfammen* 
gefegt, beren (jineö (Tcf> $n bem Slnbern t>ert)ält : l) alö 
Dr tobe fei m mn ng, 2) alö 3eitbeftimmnng, 3) alg 
@ r n n b , 4) als lö i r f n n g ober 3 n> e cf . 

3- 23. 1) ^auSfdjtoal&e/SEluirmubr, 5Brtnbubr,Srbbeere, £)ad)fntfkr, 
35ofr)imb 5 2) 9ja#tn>ä(|>rer, 9? abteufe, Dfterei, SWorgenrotb, 9D?or= 
genftern ; 3) ftroftbeule, £tfeblaüer, SRofiflccfcn, SBtnbmüljle, Slepfct- 
toetn ; 4) (©c&laftrunf, Apfelbaum, SßemglaS, panbfctyuy, 3 u 9W a * 
fler, Delmityle. 

c) 3n manchen $nfammenqefe§ten Dingwörtern »erl)ä(t 
ftcf) baS £anptqlieb alö ^Beifügung jum S3e$tel)itng$gliebe. 
23ei einiqen Bufammenfeftungen, bte an 6 (5tqcnfrf)aft$n>ort 
nnb Dingwort befreien, t)at cö awcf) noch bie SBtegung. 

3. 23. #ct)erfcrie(ler, beS £>ob cn briefterS ; Sauge rceilc, auö 
Sang er foeile. — Sangol;r, SSitterfalä, Safylfobf. 

§. 95. 

3nfammenge}e<2te(5igenfd)aftgwörter. 

a) (JtgenfcfmftSraörter rönnen gnfammcngefefct fe»n : 

1) mit einem anbern Gngenfcnaftöroorte, 

2) mit einem Dingroorte, nnb 

3) mit einem 3*ttworte. 

3. 23. taubftmnm, bttterffi§, bunfelbtau ; — abfelgvün, et8- 
f alt, blutarm ; — jieb^ei§, fcjjreibtufttg, epgitrig. 



— 151 — 

b) 2ta$£anptöKeb etneö $ufammeua,efei$ten <5tßenfrf)aft^^ 
toorteö öerl)ä(t fT df> ^u bem $3qict)itn<j$qliebe metflfenö 1) als 
2öetfe, 2) dö ©runb, 3) dö @rgän$ung. 

3« 23. grasgrün, fcbroarjbraun, etefalt, fdmeetoeif} ; — fdjabenfrob, 
gelbftolä, gcmütljöfra'nf, geißtäfiitoaojj, lefenerocrtl;, Itebenäteürcig. 

c) 5ßenn ba3 SBejtetjunqäqlteb ein (StqcnfdjaftSwort tfr, 
fo wirb bie ganje 3ufammenfel3itnq dö Gri.qenfcftaftöroort 
anqefeben (ünb barf a(fc ittci)t mit einem großen 2lnfan<j$* 
budjjfaben gefcfyrieben »erben), 

§. 96 

3ufammena,efe£t e 3 c ttvt) ö r ter. 

a) £>ie 3eitwörter werben faft nur mit gormwörtern 
$ufammenfjefe£t. 

3. 23. auf geben, a b getytn , a u € geben , e t * geben , ü r cremen, 

n a # geben, a n geben, 3 u geben, b e i geben, n i e b e r geben, unter* 
geben, bin t ergaben, umgeben, bur abgeben, begeben, ergeben, 
»er geben, e n t gel;en, % c r fallen, m i § fallen, »oll bringen, t» t e- 
b e r boten. 

b) £)ie gormwörter, mit welchen $ufammenqefe£te %?\U 
toörter qcbüDet werben, fmb entweber trennbar, unb ba$ 
gormwort bat ben §auptton ; ober jTe fmb untrennbar, 
unb baö gormwort bat bann ben unterqeorbueten £on. 
£)ie untrennbaren gormwörter nennt mau SS r f 1 1 b e u. 

3. 23. abfteigen, aufzeigen, etnjtet'gcn ; abftenben, anroenben, ju= 
nxnbeu, ttorrcenben, umroenben ; abfallen, anfallen, anfallen, nteber= 
fallen, »orfallen — befteigen, entfteigen, enthrtnben, überroinben, be- 
fallen, entfallen, verfallen, überfallen. 

o) brennbare gormwörter, mit benen jufammen* 

# efe£te 3ettwörtcr gcbilbet werben, fmb bie Vorwörter (ober 

&id)tunqgwörter §. 76.): 
a\\,auf,au$,b ei, b tt r d), ein, (in), mit, n ad), 
um, über, unter, üor unb ab, welche (wenn fte 

trennbar fmb), ben £auptton fyaben unb als! Uinjranbö* 

Wörter beä Drteö an$ufel)en jmb. 

3. 33. £ie «Sonne g e t> t auf, ber Wloni a e l) t unter. — 2Benn 
bie Sonue aufgebt, fo gebt ber $?onb unter. — SBenn ber 
3D?cnb unterg'e&t, gel;t bie «Sonne auf. 

d) Untrennbare germ Wörter ffnb : 

1 ) £)ie SSorjtlbcn : be, er, öer, ent, £ e r , welche 
nur alö 23orjilben aebraudit werben: 

2) £>te Vorwörter : b u r d) , t) i n t e r , ü b e r, u n t e r, 
um, wiber, welche nur bann alä ^orfilben an* 



— 152 — 

gefefyen werben, wenn ffe in bcr 3"fantmciifc&iut<j 

ben imtcrgeorbneten £on l)aben ; 
3) Die UmjTanböwörtcr : m t ß, t> od, Wieb er ; wenn 
fte tn ber 3ufammenfe&una. ben unter<3eorbnetcn 
£on fyaben. 

3- 93. ©ergieße: ber grembe bur erläuft bie ©tabt ; 
fcer Söeträgcr l) i n t e r a e b t ben arglofen Wann ; biefer <Sol- 
bat ü b e_r tritt ba3 ©efe £ ; icb u m g e b e ben 23erg ; mit s 
baä SBnjier tä uft b it refi; ber 23etrüger gebt bin t er ben 
arglofen s J0?ann ; bicicr ©olbat tritt Ju bem geinbe über* 
3cb gebe gern mit Äinbem u m. 

§. 97. 

S3 e b e u t u n ,q ber untrennbaren SB r f 1 1 b e n. 

a) SDie SBorjHbc be be^etdjnet bie 9?id)tnnq einer £bättg* 

feit auf einen @e.qenjranb, weldjer bte £l)ätt<jfett leibet, 

ttnb bie mit be jitfammengefetsten Seitwörter fmb t?f nb e^ 

güßliite Seitwörter. 

3. 23. beladen, beroad;en, beroeinen, bereben, befpredjen, bepeigen, 
bemalen, befdmeiben, betyordjen. 

Siele 3^^tn>örtcr |Tnb et.qenS für bie 3ufammenfc£unq 
mit bitfa 25orfilbe bon Dingwörtern qebtlbet werben, Dtefe 
Seitwörter bebeuten fo biet, abS einem ©eqenftanbe geben, 
tvaü baä ©tnqwort audbriteft. 
3. 23. befdjranfen, befransen, bemüben, belafien, begaben, bekä- 
men, beneiben, befdwtufccn, befleden, belohnen :c. j i*on ©d^ante, 
öjrä'nje n. f. f. £ie 5)'?ac^t beftibränfen = ber 2D?ad)t'ehie ©djranfe 
geben ; 3emanben bemühen = eine 9ftül;e geben ober macben, n. f. f. 

Qa$ Dinqwort nimmt m folgen 3ufammenfe$unqen oft 
bie (5nbunq ig an. 
3. JB. triebe, tfeib, Seite, Sljeil, $ecbr, ©rate, ßJnabe, S!uft, SHatft, 
©unft, g(et§, SRutye, taft, Saft, ©dnilb, befrieDigcn, belcitigen, 
u. f. f. 

t>) Die Sorfrtbe er be^eidmet metjreng bie 9?id)tunq ber 
%\}&ttyU\t auf eine ^erfon, wcld)e entweber baß (Eubjeft 
ober bie Qrrqänjunqber £t)äti t qfeit tfr. 

3. 23. erlauben, erbitten, erweitert, erzeigen, erfejjen, ersparen, er« 
roerben, erlangen, ertoä^ten, erbieten, erleiden, erfdjeinen. 

Die $orfT(be er bebeutet inöbefonbere: 
aa^ ein 533 erben ober 9Jcad)en. 

3. 23. erftacbjen,_ erblühen, erroadien, erfreuen, ertönen, er - 
fcbaUen,— erfdjaflen, erbauen, erbenfen, erfinben, erjieben, er* 
fcecfen. 

bb) ein (Erlangen. 

3. 23. erlernen, erbetteln, erjagen, erbenden, erjsoinreu, er- 
tro^en/ erfennen, erbliden, erfaufen, erobern. 



— 153 — 

@tt 5Berben ober dachen nnrb befonberö be$eid)net 
burcf) bte t)on (£igenfd)aftött)örtern gebtlbeten 3^^trt>örter* 

3. 33. trarm, falt, ftarf, füljn, tretet blinb, lafym, flumm, frifcb,, 
rotb, beüer, l)eü, f(av, offen, weiter, munter = erwärmen nnb er- 
wärmen, erfaltcn unb erfälten u. f. f. 

c) X5ie SSorjTlbe »er be^etebnet ebenfalls, n>te „er," eine 
33e$tet)itn<j auf eine ^erfon, tveld)t ba3 Subjeft ober and) 
bte (Srgän^unq ber Ü)ättafcit i[r. Sie brücft aber ingge* 
mein hie »on ber ^)erfon abgeroenbetc s Jtid)tung au$. 

3- 33. »erbitten, »ertreiben, »erjagen, »erwiinfct;en, »erWerfen, »er- 
l äffen, »erfctjicfen, tergfe§eit, »erftojjen, »erfenben, »erfaufen, »erfen- 
fen, »erfebenfen, — »erbieten, »erbergen, »ert;et;len, »erbeefen, »er- 
febweigett, »erfagen, »erweigern, »er[(Jwinben 

Die 23orftlbe „tter" bebentet inöbefonbere : 

a) einen 3rrtf)um. 

3- SP. ft$ »erjt^reiben, jt# »ergeben, ftc& »errechnen, ftcf) »er- 
reben, \ity »erme||en, fieb »erfteigen, fiejj »erirren, »erf'ennen. 

b) einen 25 e r ( n il. 

3» 33. »erlieren, »ertrinfen, »erfbielen, »erfcblafen, »erbfänben, 
»erbrausen. 

c) ein Serberben ober eine 23emid)tung. 

3. 33. »ergeben, »erberben, »erblülien, »erwetfen, »erbrennen, 
»erwaebfen, yerfümmern, »ergiften, »erbeften. 

(5ine SBeroanbluna, n>irb inöbefonbere be^eidjnet burd) 
biejenigen Beiwörter, meiere »on Dingwörtern unb Qn.qen* 
fd)aftön)örtern eigene für bte 3ufammenfe£ung gebübet ftnb. 

3. 33. »on (Stein, ©lag, (£r$, ©olb, Ärü^et, SBüfte, «Rii&tS — jung, 
alt, ebel, bitter, bunfel, jmjler, eitel, fnrj, großer, fteiner, beffer, 
fcblimmer, länger = »erfteinern, »erglafen, »ernteten, »er jungen, 
»cralten, »erfteinern u. f. f. 

(1) Die SSoriTlbe „ent" be^eicfynet, wenn ffe mit 3eitw>ör* 
tern $ufammengefe£t tjr, bie Trennung Don einer (5raän* 
gung beö Beitraorteg. 

3. 23. entgeben, entlaufen, entgingen, entstellen, entweichen, ent- 
führen, entfe^en, entreißen, emraenben, enttaben. 

3ßenn aber biefe SorfTlbe mit 3eita>örtern äufammenge* 
fefct ijr, welche etgenö für bie 3ufammenfe£nng üon Ding* 
Wörtern gebitbet pnb : fo be^eidjnen fie bie Trennung ttott 
bem Dinge, n)etd)e$ burd) bag Dingwort auggebrücft 
»rnrb. 
3. 33. »on £aubt, ©eele, Ztib, £iMe, 33latt, Äleib, geP/ ßrafr, 
üüfutt), <©ünbe, ßrbe; — entlaubten, entfeelen, entleiben je. k. 



— 154 — 

e) Die $orj!tbe„s er" bqeidjitet: 
aa) etK 3 er fallen, roenn ba$ Beitmort unbe$üg* 
lief) i|t. 

3. 23. ton: gefyen, fallen, rinnen, fliegen , fiieben, Jer- 
geljcn 2C. 

bb) ein 3 er ftören, rcenn baö 3eittt>ort l)tnbqügltrf) ffh 

3. 83. bon: fötagen, reiben, fbrengen, fcr;netben,l;auen, legen; 
äerfc^lagen, jevret§en u. f. f. , 

§. 98. 

3ufamm enfefcuna, mit ben SSorfilbcn 

un, ur, erg. 

a) Die Sorftlbe u n (otyne) roirb nur mit Dingwörtern 
unb @tgenfd)aftgrt)örtern $ufammengefe£t unb i\t al$ ein 
gormruort an$ufel)eit. (5ie bebeutet entreeber : 

1) nur eine 25 e r n e i n u n ,q beg 33eariffe$, ben baä 
mit „u n" aufammengefefcte $Bort auäbrütft, unb 
bat bann untergeorbnete Betonung. 

3. 23. unmöglich, unenblicl;), unglaublich, unfehlbar je» 

2) ©aö © e g e n 1 1) e i l beg Sßegriffcö, unb tyat algbann, 
wie bie trennbaren 33orfTlben, ben ftauptton. 

3. 93. unglaublich, unebrli$, ungezogen, ungefunb, Ungliicf, 
Unbeil, Ungemaclj, Unbanf n. f. f. 

b) Die Sorjtlbe „ur" ift aug bem Umftaubömort „au 6" 
berüorgegangen unb nur in wenigen Wörtern gebrauchet). 

' 3. 23. Urfölecfct (2tu$f#tag), Urfbrung, Urtjebcr, Urtbeil, Urlaub, 
Urquell, Urftenb C^iuferftet/ung, llrfunbe, uralt, Urbater, Urfac$e 
Uranfang, Urwelt). 

c) Die SSorjHbe „er$" fommt nur in wenigen Wörtern 
ttor. 

3. 23. (Srjbtfc&of, (£r$er&og, (Srjf^elm, ersbö'3, erklimm ic. jc. 

d) Die ©übe emp ift nur eine 2lbänberung beraube 
ent. 

3. 23. empfangen, embfetjlen, emtftnben* 
§. 99. 
3ufammengefe£te gormmörter. 

a) gormwörter werben häuftet mit anbern gormwörtern 
gufammengefefst unb aufbiefe 5öeife werben inöbefonbere 
neue ^ormwörter gebilbet, in benen %mi Drt6bejiel)ungert 
einer £bätigfeit a& @tnc £>rtgbe$iel)ung au^gebrücft wer* 
ben 



— 155 — 

b) Sott biefcr Strt ffob : 

1) £>ie 3 « Ta m nt e n (c ^ u n ,q e u ber Umftanbgfürmörtcr 
„f)ier" unb „ba" mit Umftanböroörtern beg 
Drreg. 

3. 33. bienieben (liier, nieber), l)übcn(bier/ üben)/ trüben (ba, 
üben), bvoben (ba, oben), braufsen, brinnen. 

2) Die 3ufammenfef3itnqen ber Um|lanböfürn>örter 
„ber" unb „t)tn" mit D^irijtunggwörteru 

(SSorroörtern). 

3. 23. berein, tjerauc?, herauf, t)erab, herüber, herunter, fyer* 

öor, gerbet; lu'nein, t)inaug, l) in auf, Ijinju, binturef), u, f. f. 

3) 3ufammenfc^ungen Don $»ei 23orroörtern. 

3. 23. öorau^, vorüber, ttoran, vorbei, Juoor, mitunter, jutiu- 
ber; (tjeröor, entgegen k.) 

e) 3n btefen 3nfammcnfei3uuqen folgt ba^jeniqe gorm* 
»ort, roeldjeg bie größere 23ebeutunq I>at , bem anteru 
gormroorte nad) unb fyat immer ben £auptton. 

§. 100 

33 Übung abgeleiteter 2Bört*r au^3ufam* 

menfe£ungen. 

a) 2lu£ jufammenqefe^ten Beiwörtern, @igenfcf)aft$* 
Wörtern unb ©ingroörtern werben lieber abgeleitete 2öör* 
ter gebilbet. 

3. 23. abb ängen — 2tbt)ang — abhängig — SJbljä'ngigfeir ; ICicf fovf 
— biefföpfig j merfroürbig — SDlerfftnirbigfetr. 

b) 3eitroörter, welche aug 3u(ßmmenfet5ungen gebilbet 
finb, gibt e$ nur »entge, unb ber ©ebraud) bcrfelben ijt 
überhaupt unbequem. 

3. 23. ratschlagen/ quaeffatbern, argrobfynen, frübflücfen, rabebre* 
djzn, Ijanbbaben, wetteifern, toattfabrten, — anbefehlen, anvertrauen, 
anbelangen, aufcrftcl;en, auferlegen, augemnäblen, beauftragen, be=- 
unruhigen. 

c) Dingwörter »erben am bäuftqfren burd) bie Gntbuna, 
er unb in »on 3»fammenfe£ungen gebilbet. 

3. 23. ÜEaglobn — Saglebner, ©dt)toar$h>alb — ©dbtuarjroälber, 
£>anbttcrf — £anbroerfer, Ijauätjalten — fyaüfyalUx, $(L\xfyäitititl, 

SBoUfpimteriu. 

cl) Qnqenfdnift^roörter »erben tton 3itfammcnfe^unqen 
abgeleitet burd) bie (5ubungen ; ig, ifd), lief), c n. 

3» 33, 2Rutr;imlien — mutbroitlig, Sigenfinn — eigeufinnig, (Scjtomb- 
fudjt — i$n>iub(ücljng , öatertänbtfdj, lnnbf!änbiid; — altfränfifcty ; 
jungfräulich augenblicf:icl), fpiic^trertlict), oberamtlicl; ; fc^afleberu, 
baumwollen/ elfenbeinern. 



— 156 — 

§. 101. 

23ilbuncj $ufammen gefegter 2öörter au$ 
anbern 3 ufammenfe jungen. 

a) din $ufammengefc&te$ 2öort beilegt $n>ar immer nur 
au3 jtt>et ©liebcrn, nämlicf) auö bem S>iupt,q(iebe unb bem 
55e$tcbungö.qltebe. Sllletn foi»ct)l baö fraupt.qlteb, alö and) 
baö 53c^tebungöß(teb famt roteber eine 3ufflinmenfe§un(j 
femi. 

H. 33. dlQfiaax*btdt, <ötrofyhut»fabrtfatU, Sranntwein-brcnnerei — 
®t|nctfc*t8eTfjeag, &Tet$*&aut>tjtaW, ©olbfömtebä-lebrjungc, Dbev= 
nmt^-i'^atfaffc, f^ulini'i.'efrorat' amtlich/ oberforfi-amtli^. 

b) S5etm Schreiben werben bte ©lieber foldier 3ufam* 
menfefcuncjen fyäuftg burd) ba$ Sßtnbuuq^eidjen (?) alö 
ftctuptßlteber wnb S5e$tet)ungs>ßlieber be^ctctjnet, um %mi> 
beuüqfeiten $u üermeiben. 

3. 23. £aupt-<5ambd(, 9?eben-©^tbet( , JDtcrflmtS.^arffljfe, 
terjtyieben ton ^auptfafc-S^eü, 9Menfafc=Xt>ri(, Dbcr-Slmtefoar» 
raffe* 

c) 2fafratt beö 2$mbitna,ö$etcf)cn$ bebient man ffcf) oft 
ourf) ber proben SBucfcfraben, um ben Ueberblicf beä äßortcä 
$u erleichtern, waö übrt.qenö (et)r gwecfmäßta, fdjcint. 

3. 23. DfterGi (Ojierei [£>fte=rci]) Äüb8utt<ie(Sül;lung)öorberHrm 
ößorberarm) DberSiif pef tor (Dberinf pef tor). 



157 — 



Vierte 5lfciImliWö* 



§. 102 

(Sprechen* «Schreiben nnb 2efen. 

a) © db r e i b e n tft nicbtg anberö, alö ein © p r e cb c n, 
ba$ man (eben fann. ?efen ijt. nichts anberä, afö ctit 
jpörett mit ben Singen. — $öer fpridit, ber brücft feine ©e* 
banfen t)örbar anö. £aö ©efprocbene fann man boren. 
9Ber fcbreibt, ber brücft feine ©ebanfen ficbtbar ai\$* 
£a3 ©efdjriebene fann man fcl)«t nnb Icfcn. 

b) $Ber Slnbern blofj nadjfagt, roaß er t>on ifynen bort, 
ber fpridit eigentlich nirfjt ; er fagt (fcbwäfct) mir (5tmaä 
nadi, etr»a wie ein Papagei, ben man aud) jum 9iacbplau* 
bern abrieten fann. — äöer bloß (£tvoa$ abfdireibr, wa$ 
man ihm Dorlegt, ber fdjreifct eigentltd) nicht, er malt mir 
Qmaö ab. £aä Nachmalen l)ät fo wenig 3Bertl) alä ba3 
9iad)fdjwä£en. 3Ber nidyt im (Stanbe ijr, (jtwaö auö feinem 
eigenen .ffopfe (eigene ©ebanfen) ju fdjreiben, ber fann 
eigentlich gar nicht fchrciben. 

c) 5Baö man fprirfit, feilen anbere boren unbjjerlteben 
fönnen. %Ra$ man fchreibt, feil man lefen nnb"t>erftel)cn 
fönnen. 3I3er nnbentlid) nnb fehlerhaft fprid^t, beffen 9?cbe 
fann man nidtf oerjrcben. 2öer nnbentltd) nnb fehlerhaft 
fcbreibt, teffen Schrift fann man nicht lefen nnb niebt tter* 
jtel)en. (5ine Bd)X\\t, bie man nicht lefen nnb nicht Der jtel)cn 
fann, ift im leferltcb nnb nnfcer ftänblid) gefebrieben. 

cl) Ccferlitt) nnb üerftänbltd) $u febreiben ift noch weit 
notbwenbiger, alö beutlici) nnb öerfrönblidj ^u fpreeben. 
23en Spreihenben fann man fragen, wenn man üjn nicht 
redit tterjtebt. £>en (Schreiber aber fann man nicht fragen, 
weil er bem £efer in ber 9?cget nicht gegenwärtig ift. 



— 158 — 

e) ^aS, wa$ man fpricbt, (bte gefprodiene 9?ebe) bcfTel)t 
au 3 Sägen ; bte (Säfce begeben aus Wörtern ; bte Uöörtcr 
bcfteben au$ (Silben unb Tanten. Va$, waö man fcbreibt, 
(bte gefchrtcbene D?ebe) befrebt ebenfaUö auö (Bä&en, bte 
(Säße auö Wörtern, bte Wörter auö Silben unb Tanten, 
welche aber |7d)tbar fmb. £ie achtbaren 3etd)eit für bte 
£aute nennt mau £aut$eid)cn ober 55 u d) (laben, SDie 
2Börter unb £aute muffen betulich unb rtdjtig gefprodien 
werben, wenn bte gefprodiene Diebe »erftanben werben feil. 
£te Sfßörter unb 2aute (Sßudjftaben) muffen beutlid) unb 
richtig gefrinrieben werben, wenn Die gefdjriebene [ftebe üer* 
ftanben werben foll. 

£a$ $öort ift in ber gefprochenen (Sprache urfprüng* 
lieb alö 28 ort üorbanbeii, unb würbe eigentlid) nicht ciiö 
bauten ^ufammen gefegt. 3" ber gefdiriebenen (Sprache 
bagegen wirb ba$ Ü3ort auö bauten (^ant^etden, 58ud)* 
Raben) $ufammengefe{3t ; beult foHjr nutzte manfo oielc 
befoubere SÜBortgctd^en haben, alä e$ einzelne Wörter gibt« 

ff) 2llle Porter ber beutfehen Spradje, fo ttiele e£ and) 
immer femt mögen, lafien ftcb in etliche unb ttttanng cin^ 
fache SSefranbt'beile (epradilaute) auflöfen ; unb man 
braucht baber auch nur fo »iele Sautjietci)en (SSitchftaben), 
um auö benfelbcn alle erbenflieben ^Börter ber beutfdien 
(Spradje fidjtbar barjrellen (utfammenfe($en) nt tonnen. 

§. 103. 

9?ecf)tfd)rcibung. (Orthographie). 

_ a) Sie ähnlichen ober glcid)en £aute werben in ber 

(Sdiriftfpradie nicht immer mit ben nämltdien £attt$eid)en 

ober SSuchjtaben bargefrellt; unb gan$ ähnlich lautenbe 

2ßörtcr werben oft mit öerfebtebenen Cautjeicben gefdnrieben. 

3. 23« Die 2*ebre unb bte (St>re ; 2Bade unb Söelle ; £ä'we unb 

beute; £elb unb fcalt. 

i>) £ie Wörter fönnen lang (gebelmt) ober f u r$ (ge* 
fd)ärft) gefprodjen werben. 
3. 53. ©toar unb fiarr ; 23eet unb SBctt ; beten unb tetten ; Slale 
unb alle; ftuber unb Butter ; febief unb (Sdn'n,. 

£öer ein ÜBorr, ba$ lang gefprochen werben foll, Furj, 
unb ein $Bort, bag fttr$ gefprochen werben foll, lang 
auöfprtcbt, ber wirb entweber falfch ober gar nicht üerfran* 
ben. (So i|t eö auch im (Schreiben. £as ?ang* ober Stwtfr 
(Sprechen ber Wörter muß alfo and) in ber ed)riftfprad)e 
be$eid)net werben. 



— 159 — 

c) @tntge ftutfe (äffen jTrf) im Werte fyart ober meid) 
anöfprerfien. 

3. 23. Sein— $ein, 93afi — $ap, ©arten — harten, ®affc — Äaffei 
bit — tbn, bann, Ünnne, fcir — Xhier. 

9(urfi biefe Itnterfduebe mit (Ten beobachtet werben tn ber 
qefprorfjenen, rote in ber gefebriebenen Sprache, 

(I) Dcbuung unb (Srfjä'rfunq (ba£ 2anq* wnb .ftur^pre* 
cfjcn) ber Wörter fann aerfebieben benennet werben ; 
eben fo au et) bte ähnlichen unb bic Ijarten unb roeidien 
Staute. 3n ber <Sd)riftfprarfte aber muß lieber ein«» 
jtimmung Ijerrfrfjen, bag fyeißt : ($i\\c$ unb baffelbe 2öort 
muß überall burrf) biefelben (Srf)rift$eirf)en (Sßucbftaben, 
DetjnnnaS* unb Sdiärfung^eicben) bargeflellt werben, ba* 
mit feine 23erroedi3(ung unb fein ^ißüerftäubuiß entffebe. 
Die jtfedufcbreibelebre gibt Anleitung, rote bte ^Dörfer in 
ber isdjriftfpracfye richtig bargeftellt »erben [ollen, 

e) X5te £auptrea,eln ber Sftedjtfrfnreibuna, (Tnb : 

1) Die 2lu3fprarf)e (fd)reibe, roie man rid)tig 
fprirftf) ; 

2) bie Slbftammung (fdireibe jebeg 3Bort fetner 
nädilten Slbjramnutna, gemäß); unb 

3) ber <5 rf) r i f t g e b r a ü eb ([abreibe jebeg 2öort narf) 
bem allgemeinen ©ebriftgebraud))* 

§. 104. 

?aut^etd)en ober $8ud)ftaben. 

a) Wlan bat in ber beutfehen Sprache zweierlei 35ueb* 
jtaben, nämiten große unb Heine. Die S3urf)fraben 
werben geroölmlirt) in einer befiimmten Drbnung aufgeführt, 
roeldie man baö 5155(5 (Slbegc) ober ba$ SHp'babet {bie 
alptyabettfcbe Orbnung) nennt. 

Die He inen 2Sud)ftaben. 

a, ä, b, c, (rf)), b, c, f, g, %, t, j, f, l, m, n, 0, ö, 

P/ qr *r fr (*)/ f*/ 5/ t/ n, ü, t>, ro, r, (»), $. 

Die großen 93ncnftaben. 

21, Sie, 33, (5, ((5b), D, @, g, ©, 5?, 3, 3, Ä, ?, 
«SH, % ö, De, ^, D, SÄ, ©, (<grf)), £, U, Ue, SB, 
90, £, (3), 3. 

b) Die Sautgetdjen (33urf)|raben) benennt man narf) 
ben bauten, roelrfje pe begeirfjnen. 



— 1G0 — 

3- 23. £ie Eattneici&cn a, ä, e, i, o, b, u, ii Tauten a, ä, e ic, je. 
ui'.b gilben bie tarnen a, ä, e, ic. :c. 3bre ganten feigen rote ibre 
üaute. 

^te Mitlaute fommen beim (Sprechen immer nur im 
Üßorte felbil üor unb werben einzeln für jTcf) in ber 9?cbe 
nie gebraucht. $ftan fann bie Mitlaute aber and) einzeln 
nid)t fo laut unb ücrnebmltdi augfpredien, rote bie (Stimm- 
laute, $8enn man fte jebod) bei Erlernung ber ^rfjrtft* 
fpradie (nämlid) beg Srfjretbenö unb Cefenö) aud) einzeln 
aufleben null, fo gibt man ifyuen einen Tanten, iubem man 
ihrem eigentt)ümtid)en Saute uod) einen ber (Btimmlaute 
e, a beifügt. 

3. 53. b 1 be, 'f eff, b 1 be, 'I eU, g' ge, b' b«, 'm emm, 'r tr, u. f. f. 
*) Der frembe 23ucbftabe 9 bat aueb einen fremben tarnen unb bci§t 
§) p f i l o n. Gr wirb nur in fremben SBÖrtern gebraucht. 

c) £er 9?ame eineä Saut$etdieu3 ober 23ud)ftaben3 ift 
tton feinem Zaute root)( |U unterfdieiben. 3m 5Borte l)ört 
man nur ben Saut. £a3 Singeben einzelner Zaute nennt 
man Sautiren. Taö benennen ber (i'aut;;eidien ober) 
S5ud)ftaben nennt man 55 u d) ft a b i r e n. 3Bemt man ein 
UDort fd)reibeu will, muß man eg juerjt in feine Saute 
gerlegen, bamit mau weig, weldie Sucnitaben (Caut$et* 
dien) $ur £arftellung in ber (Scbriftfpradie nötfyig finb. 
9J?au muß alfo juerjt lautireu unb bann fann man aud) 
bud]|labireu. 

§. 105. 

£) e l) u u n g unb (S d) ä r f u n g überhaupt. 

__ a) £ie (Eilben unb Wörter , ober eigentlich nur bie 
Sttmmlaute in ben (Eilben unb Wörtern, Tonnen lang 
ober fur$ gefprodjen werben (§. 82. c. ; §. 103. b.) 

li) 3J?an nennt einen (Stümnlaut, ber lang (gebebnt) 
gcfprodien wirb, einen langen ober gebebnten (Stimm; 
laut, unb einen, ber für} (gefri)ärft) gefprodjen roirb, 
einen furzen ober g e f rf) ä r f t e u ©ttmmlattr. 

c) Dehnung unb (Sdiärfung ber (Stimmlaute roirb burdj 
S5ud)ftaben,bie man bann £el)itung^ ober (Sd)ärfungö* 
Reichen nennt, bejetdjnet, ober fte wirb aud) gar md)t 
befonberS bejcufjnet. 

3. 23. Daß Wl eer , mel>r, bag *paar, bas £eer, ber Dieb, 
baß Üteb — unb: f(ar, gro§, loö, Tier , ber Sag, Segen; — 
©djall, £crr, ©cyroamm, bünn, fett, ©riff, ißaffer, 
Koggen, SBibber — unb : fa(t, 23ilb, fdwacfc, £o($, gluckt, £tfcb, 
£crj, ©cfcroert. 



— 161 — 

§. 106. 

25 o n ber £et)ttung tnöbefonbere. 

a) Würbet foldjcn Silben intb ffiörtern, rr>eld)e lang 
,qefprod)en werben, f ann bie £ei)nuna. bezeichnet werben. 
•IBenn ein 2öort für 3 ßefprocfjcit wirb, barf eö fein £el)* 
mtnc]ä$etd)en baben. 

b) 2>ie £ei)imng fann bezeichnet werben : 

1 ) burd) & x erboppe(unq ber ettmmlaute a, e, ; 

2) burd) ba$ £>et)nuna,$$etd)cn t), unb 

3) ber ettmmlaut i burd) ba$ £et)nunoj^etd)en e. 

c) £urd) ^crboppetunq ber (Stimmlaute roirb bte £>ei)* 
nung bloß bei folqenben Wörtern be$eidwet : 

aa) Das 2IaS, ocr Slar (2Ibler), ber 9lat (ein $tfi$), baS £aar, 
bie 3)taas (5. 33. Sßein), fcas $toar, ber ©aal, bie ©aar, bte ©cbaar, 
ber ©taar, ber ©raat, bte SBaarc, baat (j. 23. taar ©elb). 

bb) Die 3111 ee, bte Slrraee, bte 23eere, baS 23eet, bas £eer, bte 
beerbe, ber fttee, baß ftameel, ber 5tajfee, baS SJicer, ber ©ce, ber 
©ctmee, ber ©peer, bie ©eele, (bie ©cijeere), ber Xfyce, ber Xtjeer ; 
fcjjeel, leer. 

cc) Da? SBoot (ein Heines ©$ifO, bas 2ooS, baS 9J?ooS, ber TIgox 
(eine Strt Grbbcben), ber ©cbooS, bie ©oele (©afjfoaJTeO. 

<l) Xutrcf) baä £>et)nunc]^eicben I) rotrb bie Qetynung 
tn ber Sfte.qel bei benjeniqen Wörtern unb i^auptjTlben be* 
zeichnet, rbeldie einen einfeuten 2lnlaut traben, unb auf einen 
ber TOtlaute i, r, m, u auslauten* 

3. 23. ta% m% bie 3lt>l-e, Jtetf-e, BcW-en, füllen, fieb/l-en, 
roabr, JKobr, 23.«br*e, roet)r=en; laljm, 9tul)tn, \!el)m-cn, net)m*en, 
fübn, ©d;n, 23obiw, SRapn-e« rool)n=en, bebn»en. 

5luSnabmen: 1) Die SBörter unb ©üben, roeldjc im anlaute 
mebr als (Einen Miaut baben: J. 23. glur, flar, fcbmal, ©pur, 
®ram, (Span. (Die gaute ft unb Pf finb ats einfache 21nlau:e ju 
betrachten, unb ©trab! (©trat) als 2htSnabme.) 

2) Die 23iegungSformen, treibe »on3citi»crtern mit einer gefdjjä'rf» 
ten -^auptitibe berfommen, j. 23. f a m son fomnwn. 

3) Die 23iegungSformen, roelclif »on einem 3 e i r ^ ürrc mü cebebnter 
£>aupt[iibe eijne l.^berfümmen, J. 23. ö e r l er »on »erliefen, fr ür 
»on frieren jc. 

4) Cremte SBener, |. 23. rar, £ur, 3on-e, ©djul-e (tton bem la- 
teinifeben Schola), Zott (im ©efange), $erfon, färben, Äanon. 
Slltnr, Äantifol, ©eminar, 23ifar, 2Utuar, gigur, Statut jc. jc. 

e) £er Saut t) fommt, obqtetd) uid)t etgentttd) ai$ Ve\)* 
miitgägetdien, üor bei allen gebetjnren £auptfi(beu ber 53e^ 
qrijförDörter, rüelebe mit einem einfadjeu Stimmlaut 
auslauten (au^enemmen i). 

3. 23. nab, t»eb, rob, ©c^ub, hüb, ^ub=e, 2Rül;-e, ge^en, bro^-en, 
trabten, blühen, fd)mä!^en, fel)>en. 
14 



- 162 — 

21 u £ n a b m c n : X)ie gormtob'rter : ba, fo, 3«, ja, too, bu je. jc. 
unb bag 2Bort „fä'=en" (©amen augftrcuen). 

f) Diejenigen. 2Börter, roeld)e im (Stamme frfjott cm \) 

fyaben, behalten e3 aud) m bcn Söiegunge formen bei, 

3. 33. fetten, f i e b > W-m/ [t t e t) 1 5 empfeb>en, empfiehl ; 
fccräeib»cn, £eniel)>en. 

g) SJufJer bcn angeführten fällen fommt ber 2aut t) 
3tt>ar nirtu eigeutltd) -alö Defynung^eidien, aber boef) al$ 
ein in ber 2lugfprad)e faum hörbarer Sluölaut ober Slnlaut 
i)or in folgenben Wörtern : 

1) Die 5Betbe (ein Segel), ber 2Beu>er (Zt1$), ber fteüVer (Söget), 
bie ©cjlett)-e (ein gifdj) ; reiben, toetb-en, geteilten, leiten, ieth* 
en, feilten, raub ; äiety-en, fliegen; Sieb; unb in ben bietton ab* 
geleiteten SBörtern, j. 33. verjeiljen, wjetbitcb, Serjeiljung u. f. f. 

2) tb: DasXbal, ber Stmler, bie Xbat, bag Xbier, bie Xbür, ber 
Sliau, bag Xbor, ber £bor, ber £bee, ber Übeer, ber Xbron, ber 
$£bcil, ber Stimmt, bie Xt)räne, ber Xliran ; Xbeater, £l;omag, Xfoeo« 
bor, £beo(og, Xbeologie ; tbener, tfyun, tbä'tig n. bgt, 
£er2ttbem, bie Slütbe, ber £otb, bag Üotb, befWutb, ber «Kerb, 
bie 9J?autb, bie SWierbe, bie 9totb, ber $atbe, ber «Ratb, bag ®eräib, 
bie 9mtbe, berSBirib, bie äButb, ber SBcrtb ; retb, bie Stpetbefe, 
fatbolifcb, ^atboltf, ^uttjer, lutljerifdr, bie ©übe tyum, J. SJ. 9teii$* 
tbum n. j. f. 

h) Die gebebt ten Wörter ober Silben mit bem Stimm* 
laute i roerben in berD^egel burd) ein e nad) bem i alö lang 
be^eid)net. 

3. sp. (St'eb, Xrieb, lieb, »tel, $nie, grieb-en, 2Bie[=e, ©}>teg=e(, 
fieb-en, füe§=-en, bieiwn, frieden. 

2t u g tt a b nt e n : 1) £)ie perf unlieben gürtob'rter 1 1) n , 1 1) nt , t \) r, 
t b n e n unb bie bie»on abgeleiteten formen : ilirig ic. jc. 

2) Der f<gel unb ber Unterfc^eibimg foegen: Sftine (Mineral) 
9J?iene (Oefujitgmtene), bie giber (Safer), bag lieber (eine tanfbeit). 

3) grctnbe SBörter: bie Sibel (bf. ©c&rifr), bie Bibel (erfteg liefe« 
buebj, Äanttn, 3ttafcfctae, (Saline, ©artinc n. bgt. 

§. 107. 

© e b c l) n t c 3B r t e r 1) n e 2) c l) n u n g ö 3 e i rfj c m 

S3ei Dielen Wörtern unb (Silben, roelcbe lang gefprodien 
roerben, rotrb bie Debnung nidjt befonberä bqeu-rmet. Dieä 
ijt in ber 9?egel ber gall : 

1) bei jenen Silben unb Wörtern, roeldje einen Doppel* 
laut enthalten, ober mit einem folgen enbigen. 

3. 23. taub, arau, fc^eu, fau-er," ©cfcan, $eu, (Spreu. 

2) bei jenen Silben unb 5ßörtern, roetdie einen anbern, 
aiö einen ber Saute r, t, m, n im 5tuölaute t)aben. 
3. 23. fab, bog, mübe, 2Beg, Sab, l*ob, $of, ©nt, 2Baf-e 



— 163 — 

3) bei jenen Silben unb Wörtern, tie zwar einen ber 
£ctute r, l, m, n im 2luglaute fyaben, aber mit 
$roei ober mehreren öcrfdjtebenen Mitlauten an? 
lauten. 

3. 23. flar, fc^tüer, fdjmal, Äram, ©pan, $lan, grün. 2Ju$- 
n a binen: [d)ön, borgen, flogen, fcb,ür«en, ©duir, ©<$am, 
■Ständig, 23är, Od/ u. u. e. 

§. 108. 

©rfjärfung ber UBörter. 

a) SGBenn ber (stimmlaut in einer (Silbe ober in einem 
2Borte mcfyt lang, fonbem fur$ ober gefd)ärft gefprocfyen 
werben [oll ; fo rctrb bieö in ber D^ecjet burdh SSerboppetung 
bcö üftitlauteg, welcher unmittelbar nad) bem furzen ©ttmufe 
laute folgt, be^eidjnet. 

3. 23. bell, [cbjimm, bünn, bürr, matt, fnapp, fttyaff, 2Bibb*er, 
ligg-e, gtogg-en, äBaJT-er, 3fle||»er, Strtyjj-e, ^ipp=e. 

b) 3lnfratt«neö tterboppetten f (ff) unb £ ($$) l)at ber 
allgemeinere ^d)riftgebraud) cf unb & eingeführt ; eben fo 
anitatt be$ ff am (£nbe etneö 2Borte3 ba£ ß (fö). 

3. 33. . lief, ©lücf, Scocf, 23ätfer, waefer, 23U£, ©ifc, Söfß, @0Ö, 
fluten, uü^en, fegen, — naß (najf ober nafä), 9tu§ (für s )?uif), 
©#lo§(für ©d)(of(). 

*) Einige ©djrift geller hotten ben ©ebraud) tton cf unb P, öerbrän- 
gen uno bie§ emfacfc f unb J fc^rct'bcn# 3. 53. 581tr, SJco?, <©«§, 9ßij ; 
anbere wollen audj am (Snbc ber SBörrcr ein ff, noefr anbere (bcjjerj 
fä; allein bie SBorfcbJäge feinen feinen Eingang Su finben } benn bic 
bei weitem größere SRfyTiatyl feftreibt et', fc unb §. 

21 u ö n a \) m e n »on cf unb fc : Die jYemben in ber beutfcfym 
©pradje vorfommenben SEBörter, welclje einfach mit f unb g getrie- 
ben werben, aueb wenn man ftc furj [priest. 3« **• ©ttbjcff, Spräbt- 
fat, Slpotbefc, Direftor, Snfpeftor, 9?otij, 3uftij, 3gnaj u. (. w. 

c) £)a bie üBörter unb Silben mit einem ^Doppellaute 
immer gebellt gefproeben werben, fo barf nad) £>oppellau* 
ten aud) nie £ ober d gefdirieben werben. 

3. 33. ©ei$, ©cfcweiä, £reu3, <©#aufe(, $ aufe, (unb nidjt ©eifi, 
©ebweil}, &reufc u. f. f. 

d) Tie Saute cb, fd), aud) b, b, g werben nid]t ücrbop* 
pelt mit 2htönal)me folgenber üöörter : 

©er 2ßtbber (ein ; djafj, ^k &gae, bie irigg (ein ©cfjifO.- bie flagge 
(©cfciffsfabne.), bie Togge (eine Slvt ton Junten), t>er Ol eggen (eine 
©ctratbeart), bie libbe, bie Üiobbc (ein ©echter), fclmuiggeln. 

e) 2)te ©djärfung fur^ gefprodjener Silben unb Sßortet 
tt)irb nici)t bezeichnet, u-enn nad) bem furzen etimuilaute 
|tt>ei ober mehrere üerfd)iebene Mitlaute folgen ; benn m 



— 164 — 

biefem ftaUe vertritt ber s»eite Mitlaut fdion bie Stelle ber 
Serboppetung. 

3- 33. als, £erj, banden, trb-ifd^, rcerf^en, roart=en, rcilb, SBctt, 
»irf-en, (nietet: ad?, £er$, banef-en, irr=btfc^, roerr^en u. bg(.) 

2lu£nabmen: Sic 23iegungeformen, in ttri^en baß3 e ^ toor * 

im (Stamme fdjon baö (Sdiärfungejet'cfycn bat, bebauen btefeä usdjä'r-' 
fungejeicfyen bei, auefy roenn bte ^tegung£enbung mit bem ©ramme 
iufammengejogen roirb. 3- 33._Gr l)arrt == barrer, bu fommfl= fom- 
meft j er irrt = irret, bu föanft = fc^arjeft u. bgl. 

§. 109. 

©timmlaute, »eld)e l)äufig oer»ed)felt »eroen. 

a) (53 ifr $»ar eine £auptregel, fo $u fd) reiben, 
»ie man r t d) 1 1 ,q fprtdit; allein ba bie größere 3<*bl 
ber (Bduiter nicfjt immer roeip, rote man richtig fpridit, fo 
fanu (Te tiefe s Dtegel feiten anwenben, unb oer»ed)felt ät)tt* 
lid)e ober oenoaribte Caute. 

b) Unter ben (Stimm lauten »erben l)äuftgoer»ed)felt: 
e unb ä; e unb ö; i unb it; ei unb ai; ei urib ett 

c) £er ©timmlaut e roirb nicfjt in allen Wörtern gan$ 
gleid) au3gefprod)en. 9ftan untertreibet ba t)er 

1) baö gefd)l offene e (j. 23. in eroig, legt), 

2) ba£ offene e, »eld}e3 fajt roie ä lautet, 

3. 33. föroer,fet)(t. 

2llle Wörter, bte nid)t $unäd)ft 0011 einem anbern 5öorte 
mit bem Caute a abgeleitet roerben rönnen, »erben bafyer 
mit e gefctjrieben. 

21 u ö n a l> m e n : trag, j$xä$, |a&e, fä'b (gab), ber 23ä'r, ber Sonn* 
ber (gäbet, Ääfer (etgemltd) öon fauen), ber ©c^atel, bte Xbrä'ne, 
bie ÜHä'fyne, bieSa'ge, bie3äbvc, bie 5Wäbre, äcf^en, Haben, gäbnen, 
fräben, prägen , nta'ben, näben, rächen, fa^ämen, fäen, lägen, 
jcfjmä'ben, fpä'ren, roäliren, roäbnen u. n. 21. — ätmlid), l)ämt|cjj, 
gravid}. 

d) SKtt ö »erben bte 5Börtcr gefd)rieben, »eldje gunäcfyft 
oon einem 5Borte mit abframmen. 

3- 33. Sie (Söbne öon @ol»n, $8btc fcon boM, tonen ton £on. 

21 u 3 n a l) m e n : ©cpn. Höbe, fdinötc, [probe, übe; Sättig, ©cjb'p- 
fer, (gd&öpS, gißte, Dörfer, Ärßte, £Öh>e, De! ; boren, ftören, blöcfen, 
gönnen, rönnen, IBfcfcett, fdjrooven, fetyopfen, brünett, frtftjnen, fö'bnen, 
fb'rbern, fiebern. 

e) SSflit ü »erben bie Wörter gefd)rieben, »eld)e ^unäd)(t 
»01t einem 3ßorte mit u abilammen. 

3» 33. <fftül;le »ou ©tuM, StünjHer »on Sunft, fürjen bon furj. 



— 165 — 

SluSnabmen: grün, trüb, [cbroül, mübe, mürb, t»übf#, roüft, 
Wirr, bünn, ungeflüm, nüchtern, tritt), büfter, übel, füfl ; 9J?ül)e, £ü» 
gel, £üllc, plle, £>ü!fe, £ülfe, Sübel, Klüfte (bc3 Stfeereö), SBrücfe, 
ifiicfe, Dürfet, ©emüfe, ©emütb, QJcjtyttntr, JHübe, SRü§ef, Srütf, 
SBtUfür, Xhür, 2£ürbe, 23ürbe, trügen, blühen, brüllen, bünfen, 
fühlen, füllen, führen, glühen, gebühren, hülfen, tfliicfen, prüfen, 
rügen, rubren, febürrn, üben, jdnuteln, reühlen, roürgen, jünben u. n. a. 

f) Mit a\ werben mir fotejenbe Werter cjefrfjrteben : 

Der Staifer, ber «JWaier (*. 23. üflaterbof), ber 9ftai («Monat)/ ® e ' 
tvaibe, $?at'b («JWaat^ Sttäbctjen), ber £>attt (3Balb), ter 3Wam (ein 
ÖluP)/ SWamä (eine ®tabt), Äraüt (ein £?rjegtbum) ; ferner Jut Un» 
terfebeibung von antern äßortern: bt'e «Satte (auf einer ©cige), 
bie (Seite (reebte oberlinfc), bt'e Seibe (Stoff Ju Gleitern), ber s Ji atn 
(fleiner £üge(, ^Ranb ber Siede-.), rein (fanber), 9W at S (®etraibe* 
art), bie ^icife, ber ober bie 2Bai fe (elternlose? 5?inb), ber SBeife 
(verftä'nbig), ber S! a i b (33rob), ber üeib (Körper), ber 2Q a i b (eine 
gärbepflanje), bie SZBeibe Oßiebroeibe, an$ SBeibenbaum). 

3u ben übrigen Wörtern wirb immer et cjefd)rieben. 

g) 53et ei unb eu entj'dieibet bie Sluöfpracfie. 

3. 23. £)ag gener, bie geier ; freuen unb befreien ; bag 2?eil, bie 
33cu(e; bie @ile, bie (Sule ; jeugen, feigen; üeute, leiben, leiten, 
läuten ; nein, neun ; reiten, reuten (ausrotten) ; freiten unb fefmei* 
en ; preifen unb $}ieu§eti ir. ic« 

h) £en 2aut äu fyaben nur bie öon anbern Wörtern 
abftammenben Silben unb $Börter. 
3» 23. 23äume von Saum, Käufer von faufen, fyau$lu$ von £au$. 

'§. 110. 
Wlitlante , welche leid)t üerwed)fett werben» 
A. 5öeirf)e unb fyarte Wiit laute. 

a) 2lm f)äufto,jten werben bie harten unb weidien Mit- 
laute ücn Slnfancjern in ber (grfjrtftfprarfje üerwed)fett. 2>tefe 
SBcrwedjölunct famt (Statt ftnben: 

1) wenn'ber Mitlaut alö 21 n l a u t fleht, unb 

2) wenn ber Mitlaut als 2iu3laut jMn\ 

3- 23. Sein unb $etn, Cs5rciü unb ÄreiS, f leiben unb gleiten, 
bringen unb trinfen — SBab unb bat, balb unb fatt, bunt unb 
23nuV, arg unb ftarf, SPcrg unb SSerf, dtaul unb SRaup-e, 

b) (Etel)en bie weidien Mitlaute a,, b, b, alö einfadie 
anlaute, fo ftnb fte 0011 ben harten Mitlauten F, t, p, burd) 
bie 3(uöfprachc leidster 31t unterfdietben. 

3. 33. ©äffe, ftaffe, ©arten, Karten, ®unyt, Shmjr, gönnen, fenueu, 
laben, $atbe, baar, ^aar, bann, Planne, bebnen, tonen. 

(Stehen fte aber nicht alö einfache einlaufe, fo tfl bie tln* 
terfdietbunfj etwaö fchwierißer, unb man l)at im SSefo-nbern 
golgenbcg su merfeu : 



— 166 — 

1) $13 5lnlaut ttor n fommt ba3 roeidje g ttur in jwct 
Wörtern »or, tn tt>eld)en eg auä bem 3"K>ad)$ ge 
entlauben $u fepn frfjctnt, ©nabe unb gnug 
(üergniigen, begnügen *c. jc.) 3n allen übrigen 
Wörtern fret)t baö fyarte f »or n. 

3. 33. Ante, ßnabe, tnapp, fweleltt, ffrtefpe. 

2) 2J13 9lntaut »or l ober r merfe man fid) bie Wörter: 
©reig (alter Wann) unb jfretö, grau 6 (üon grauen) 
unb frauä'(*>on frumm), ©ram itnbÄram; glimmen 
unb flimmen, glauben unb Hauben, gleiten (glatt) 
unb fleiben ( jfieib), ©lätte (t>on glatt) unb Klette ; 
bringen, trinfen, Dorf, £orf, Daube, £aube, ($nbe, 
@nte, treu, brei, SMatt, platt, 23ag, ^aß, £od)ter, 
Doftor, £ag, X)act) u. bgl. 

3) 25or f |Tet)t immer p unb nie b at$ Anlaut. 

3. 23. Pfanne, $fei(, pfeifen, $fwb. 

c) Stehen bie 2aute g, f, b, t, b, p al$ 2(u$laute, fo Faun 
man fTe im Slllgemeinen baburd) in ber 2luöfprad)e unter? 
fd)eiben, baß man bem 2ßorte nod) eine 23iegung3enbung 
anfängt. 

3. 23. Das Sab — beS 23abe$, er bat — fic baten, balb — fccüber, 
arg — ärger, »elf — »eltcn. 

3utd) jtefyt, roenn bie ©übe lang gefprodjen mirb, geroöbn* 
lief) ein n> e t cf) e r , unb wenn fie f u r $ gefprodjen tt>irb, 
ein fyarter Mitlaut als 2lu3laut. 

3. 93. 2Beg, 2Becf, fag\ <5acf, (©ad; 1 )/ WÜb, mit. 

3m 23efonbern ijt nod) golgenbeö $u merfen : 

1 ) 9tad) ben ^aud) lauten (1), 3, f, fd)), fo ttne 
nad) ben e> d) l a g l a u t e n (g, f, d), b, b, p, f, 
r, $, ß) flebt immer baö harte t. aufgenommen: 
Sagb, SRaab, ©elubbe, gefybe. 

2) 9?ad) m ftei)t nie b, fonbem immer p. 

3. 23. üampe, \!umpe, Krempe. 

3) 2113 2(uelaut nad) r unb l fommt g nur in folgenbett 
Wörtern öor: arg, farg, SMtrg, 23erg, Mergel, 
borgen, Crgel, Spargel, Sarg, S^tge, 3öerg, 
Sroerg, bergen, forgen; S3alg, ZalQ, ©algen, foU 
gen unb in ten bietton abgeleiteten SBörtern. 3« 
allen übrigen, bie mit einem Äetyltaut auslauten, 
jfel)t IF, rf, ober ld) ober rd). 

3. 23. Stall, ©erf, £pIc$, Ätr<H- 



— 167 — 

4) 211$ Sluöfant tt ad) it ift g burd) bte Sluöfpracfje 
leid)t ju unferfdieibeu. 

23anf, bann, StanF, Diana , Sd)lange, fd)lanf, 
3auge, 3flnf, Singer, 2lnfer, 2Banqen, roanfen, 
(gngel, (5nfel, fingen, ft'nfen, bringen, trinfen, 
£>ranq, £ranf U. bql. 

5) £te ?aute bö nnb pg ftnb in folqenbcn Wörtern 
gu unterfd)eiben : Ärebtf, Grrbfe, Öbjt, £erb(t — 
9?epö, ed)öp^ ©ipö, ^apjr, 93rob[t. 

§♦ 111. 
B. Die ?ante unb ?aut^etd)en f, S, ß, ff; f nnb fd). 

a) Sei ben Sungenlauten f (ö) nnb ß bat man roofyl ^u 
unterfd)etben baö Voeirfje f unb baS fd)arfe ß. £)a$ 
2e£tere l)ätt in ber 2lu3fprad)e bie Witte jwifdjen f unb 5, 
unb roed)felt oft mit %. 

3. 33. £tfce — l;ei§, fänden — <5djtoei§ 5 ©pise — ©Heg, $tfce 
— ®ei§ ; flößen — flogen. 

b) 3n ber ©diriftfprad)e \)at man folgenbe 3 e ^) e " • 
f = bag roeidie f alö Anlaut ober baö lange f, 

$ = baö meiere 3 alg^luölaut ober baö ©cbtufM, 
fl*= bag Doppelrate (5d)ärfung^eid)en, Doppelt, 
ß = bag fcbarfe ß alö Sdilaglaut, fct>arfcö ß, 
ß = baö fcfyarfe ß alö Scbärfung^ctcben, 

am Sdiluffe eineg 2öorteö £>oppel*©d)lu ß*ß. 

c) 3ll£ 21 n l a u t eineö 5Borte£ ober einer (Silbe ftefyt 
immer nur ba$ t a n g e f. 2113 51 u ö l a u t einer Silbe 
ficht baö lange f nur bann, roenn nad) ber £auptftlbe norf) 
eine SMeguttgg* ober 2lbleitung^(£ubung folgt, bte mit 
einem (Etimmlaute anlautet. 

3. 33. Icf=en, üff-uitß, graben, Dc$f=en. 

(I) Daö ©ctjtuM (lebt nie alö Stalaut. 2ÜS 5fo$fout 
fiet}t eg 1) wenn ein $Bort mit bem roeicben f auslautet; 
2) roenn nad) einer £auptjtlbe eine Slblettungöenbiutg 
folgt, bie mit einem Mitlaute anlautet; 3) in allen jufanu 
mengefe£ten Wörtern, in welchen baß ipauptgUeb ber %\u 
fammenfcfcung mit einem meinen f auslautet;' unb enblid) 
4) roenn bie SSiequ ngöcnbung et in t $ufammenge$ogen ift 
unb bie S^auptfitbe mit einnn roeid)cn f auslautet. 

3. 33. 1) Qdxat, ©las, lefen, las ; 2 ©räftfctti, ©leiten, leebar; 
3) öjraeiart, ©iaeroaare, ileeart, \!e£übung ; 4) er liegt (liefet, 
tieft , erra^t i'rafet, rapt), fte ragten (rafeten, raffen), er reißt 
(reifet, reift), fie reisten (reifeten). 



- 168 — 

e) Dag Doppel* ff Mt alö ©d)ärfuug^ctd)en ttacO 
fuqen ©timmlauten, wenn nad) bemfelben etne (£nbung 
folgt, btc mit einem Stimmlaute anlautet» 

3. 23. 2Baff=ev, <Sct)(oJT=er, be(f«er, mcfT-en, SWcfC-unö/ bu öergiff-eft, 
bui||»efi. 

f) Dag fdjarfe ß fommt als folrfjeg fcor l) in folßenbett 
3Börtern unb ifyren Ableitungen: 

1) befielen, beigen, reigen, f$mei§en, beigen; fliegen, flögen/ 
fliegen, fcl)liegen, fliegen, fpriegen, üerbriegen ; fiogen — toetg (btc 
garbc-), beig, gro§, blog, füg, äugen, auger; breigtg — gteig, «Samtig, 
(Steige, ®eigel, s D?eige(, @pte§, gug, ©rüg, $ug, 23uge, ©trage, 
(SHuge, müßig)/ ©traug (ber 23oöet), «ßlieg (gell), ^reugen, beu- 
gen (Muffen), bie 3?eu§ (gtug), baß SBinbetvort ba§. Ableitungen: 
bie 23lbge, fleißig, bügen, ©cfcleuge je. ic. 

2) in ben 23iegungßformen mit langen ©timmlauten { ma§, a§, fa§, 
Kiep (»on meffen, effen, fifcen, lajfen). 

3) in ben vtebenfilben mt§ unb nt§. 

g) Qa$ fcfjarfe ß ftefyt alg ©d)ärfung^eid)en ober 
DoppeU@d)luß*ß: 

1) 5Benn ein 2öort mit furjem (Stimmlaut ein ff als 
(5d)ärfuna,^r1)en im Auglaute baben füllte ; — 
2) wenn nad) einer ^auptfttbe mit furjem (stimm* 
laute eine Ableitunggenbung folgt, bte mit einem 
Mitlaute anlautet ; — 3) in allen $ufammengffe$* 
ten Wörtern, in welchen ba$ £auptglteb ber3ufam* 
menfetsung nad) bem furzen (Sttmmlaute ein Dop* 
pel*ff afg Auglaut forbert ; unb enblid) 4) wenn bie 
Söiegunggenbung et in t $ttfammeng,e$oa,en ift, unb 
bie ipauptftlbe einen furzen ©timmlaut mit bem 
Auglaut ff \)at. 

3. 23. 1) bas ga§ (gaff)/ baß $og (föoff), ber ©ba§ ((^paff) ; 
2) megbar (meffbar), öeraeglicb (Krgefj(icb), bie gagli^feit 
(jlaiT(ict)f'eit) ; 3) bie SKegfttnfl (SWeff fünft) , bie Sttegubr 
(«ÖJcffubO, ftagbinber (gapinber) ; 4) ®r igt (ijf-et, ip), 
ibv »igt (»iff-et, wiff't)/ er Fügte (füjfcete, füff'tc). 

h) Die Wörter: „berfetbe, bteöfettS" jc. fmb$u* 
fammeuge(e£t, man foll alfo fdireiben bagfelbe, beg* 
fei ben, bieg fett 3 :c. unb nirfjt baffelbe, beffel* 
ben, bieffeitg *c. — • beßwegen, beftyalb ic. fmb |U* 
fammengefefct aug bejfenwegen, beffentjalben (wegen beffen); 
man fdjreibe bat)er nid)t belegen, fonbern be$ wegen 2c. 

i) Dag gürwort b i e f e g wirft im fäd)lid)en ©efcbted)te 
oft bte (Jnbung ab, wie eg bei aubern @tgenfrf)aftgwörtem 



— 169 - 

and) ber ftall t(l. 9J?an fcfyreibt batyer richtiger b t e ö (bieg* 
c$), a(ä bieß(bicf'ö). 

3. 33. ein uraU(-e«) 25?ort ; gut(-e^) SBftter; ein trbifd)(-eö) ©ut; 
— btcv? 2Borr, bicc( = ee) SBerter, btc$(-e$) ®uL 

k) ^ie Saute f wnb fcf) werben üon Anfängern bäuftg 
üerwechfelt. Q?3 ift bat)cr bte D^egel jju werfen : 

1) Sor p unb t wtrb fcf) nie alö Anlaut gebraucht, 
fonbern immer f ; 

2) Sor w, r, l, m nnb n fcfyreibt man nie f, fonbern 
immer fcf). 

3« 53- ©pradje, (Stimme (ntefat «SdbvrncfiC/ ©stimme) ; — 
©#»<**, ©cfartft , (Schlag, ©cfymcrj (r.tcbj: fraac&, ©rift, 
©lag, ©merj). 

§. 112. 
C. Die Saute t), f, pfe> 

a) gür ben Lippenlaut f bat man gvt>ct Sautjeichen : f 
unb t), aufjerbem and) noef) bag üb, n>ekt)e$ nur in gremb* 
Wörtern gebraucht wirb. 

b) Der Saut fommt nur in ber Sorftlbe »er, unb in 
folgenben beutfefjen Wörtern t)or: 

öoit, öor; t>oü; mel, m'er; Sater, Setter, (©ettatter), 
Sotf, Sogel, Sogt, Stieg, Siel), Seilten, (Siote), 
Sebm; Seit; grcoel; — 
unb in ben Ableitungen: Sorftanb, Serjianb jc. völlig, 
Diesig, öäterltcfj u. f. w. 

c) Die gewöbnlicf)|Ten ^rewbwörter wit ö fmb: 

brat), waffiö, natu; Sero (etneä ©ebicbteö), Sioline, 
Stolon, Violoncello, Sefper, Vitriol, Sulfan, Viper, 
Siftr, Sijlte, mjltiren, üeriren, fonüer, Dliöe, Sarüe, 
(S flaue, ^nloer, 9ßen>, ^rooifor, D^eotfcr, reoibiren, 
Diftren, mbtmtren, ©ujtat), SUwofat, Sifar, Sifariat, 
u. f. w. 

d) Der ^ufawmengefr^te Saut pt) (= f) fommt nur in 
fremben Wörtern unb Hainen üor. 

3. 33. Slbotpft, 3ofepb, «Rubotyb, (Stefan, #btii»>, $bartfäer, 
©opbie, 5>l tlofopt), spt)i(o(oatc, $ln(antroi>, 5lampt;er , Srtumpb, 
©ecgrapljte, Drttiograplue, ^aUtgraptue, SBeftp&alcn (SBejn>(cn), 
Slepfyant (G(efant) u [. ». 

15 



— 170 — 

§. 113. 
D. £>te Saute r, FS, d)ö, 5 unb ö; qu. 

a) £er S&ucnirabe r tfl ein einfadjeä 3?td)en für einen 
gufammengefe&ten Saut, nämlid) für H. @r fomint nur in 
roeniqen Portern üor. 

3. 33. 2lrr, £>ere, 33ur, garen, pr (burh'g) ; ferner in ben fremben 
SBürrer: Xarc, Herr, Grempel, £uru$, SÖiar (9)?aximi(ian), »ertren, 
exaft 5 Grtrem, örcellenj u. bgl. 

b) £ie jufatnmenqefefcten 33ueMaben cbö lauten meiflenö 
rt)te F$ unb Fotnmen in fol.qenben 2B6rtern »or: 

£>er £5a#3, ba« 33ac&$, ber $ud)£, ber gud)$, ber SBudtf, ber 
Sßac^tbum, ber Od)?, ber g!a$$, ber tfadj*, bie 3Bic&fe, ber 2ßf#. 
fei, bit Slc^ie, bie2ld)fe(, bie Öüdjfe, bie £eid;iel, bie Gitedjfe, 
ffi$$ u. n. a. 

c) ^er Saut $ ift »on bem Saute f ($) uiebt leicht $u 
unterfdieiben, wenn er nad) l ober n ftetjt. Sfflan bat bafyer 
golgenbeö ju werfen : 

O 13 (If) unb n$ (nf) n>trb in fol.qenben Wörtern qe* 
febrteben : ber Qal$, ber 93ute, ber gelä, bie ftüife, 
baö S5ilfenfraut, alö ; — bie ©anö, ber 3"t^, bie 
(Senfe, bie Sinfe, bie Söinfe, bte granfe ($• 53. an 
einem £alötucfoe), ber spinfei, bie Snfet; roiufeln, 
grtnfen. 

2) 3n allen übrigen Wörtern roirb, n>enn nad) n, I, 
ber ununterfdieibbare Sant $ ober ö fol.qt, immer $ 
qefenrieben. 3- 23- <Balg, ^il^ gan$, Strang £an$ 
u. f. ro. 

d) X'er Saut q, bem immer ein u beigefügt wirb, lautet 
rote fro unb fommt in fol.qenben beutfd)en Sföörtern »or : 

quer, quitt, Duittung, Dual, Dualm, Duarf, Duarj, 
Duafte, Duell, quellen, Quitte, quetfdjen, Duirl, qua* 
efen, bequem, erquiefen, Duecfftlber, Duacffalber. 
gerner in ben grembtoörtern : Duint (Duintdjen), 
Duart, Duartier, Duabrat u. n. a. 

§. 114. 

©ebraud) ber großen Sin fangöbucfjjrabe tu 

SDftt großen 9lnfan.q6bud)iraben werben gefdjrieben : 

1) ter Anfang etneS jeben (einfad)en ober $ufammen* 
gefegten) (Sa£e3. 
•) £a nad) bem (Sd)(u§bun?te immer ein <5afc anfängt, fo m«§ 
nad) bem @£folu§punfte immer ein großer 5lnfanß^bud;ftabe ftefjen. 



— 171 — 

2) 33ei Werfen (in @ebid)ten) and) ber 2(nfan,q eine$ 
ieben einzelnen S^erfeg. 

3) £er Slnfang etneö roörtlid) anqefübrten (SageS 
ober 3öorteg, roenn ber £aitptfa£ qan$ üor bem 
2lnfubrunqgfa£e tfebt (§. 32. A. ».) 

4) 2tfbeg £)tnqroort, unb jebeö SÜBort, roefdjeg in 
ber 9?ebe bte Sßebeutuna. eineg £>iuqn>orteg bat, 
iwmficf) : 

aa) 2>ie gürroörter : 3ebcrmamt, Semanb ; 9iiemanb, 

dtxvaö, ")iid)t$ (§. 73.) 
bb) £)ie alö £ittan>örtet .qebraudirett @iqenfd?aftg* 

tuörter, Mittelwörter nnb 3ablroörter; 

3» s ^- rin ©efebrter, ein 5Irmer, bag ®ute, bag 23ofe, ber 
©precbtnbe, SlUeg, Sitte, 9)?anct)e, Stiele, Steiget 

cc) £ne £>iuqform beg 3 e itroorteg, wenn fte alö ei* 
gentlidie'g Qutproort qebraudit n>irb, nnb bann 
gen)öl)n(id) bae ©cfd)Ieditön>ort bag »or ffet) bat; 
3« 53. bag Sefen, äum ©^reiben, beg 3Re$ncn? ic. 

dd) 3ebeg 2Bort, roelcbeg burch ba$ »orqefctAte ©e? 
fcbleditgroort ba$ allein Dingwort bqetdjnet 
roirb. 
3. 25. bag SD? ein nnb ©ein; bagSDenn nnb 51 ber. 

5) £ie perfontfdien gürroörter £)u, 3fyr, ©ie unb 
ifyre SBtequnqgformen, roenn |Te (in Briefen) bie 
an q efprod) en e ^erfon begeictinen. 

*) Slucb bie Slugbrücfr : ©uer 2Bob(geboren, ©uer £oä)toih> 
feen, £iefeibett> ^ed;biefelben , £öd»fibiefelben ic. geboren 
Inerfyer. 

6) Tat 3<i Mroort (5in, um eg tton bem unbefttmmten 
©cfchleebtöroorte ein gu unterfdjeiben, unb bie 3al)l 
dinö befonberg foeröorjubeben. 

§. 115. 

Trennung ober 51 b 1 l) e i I u n g ber © 1 1 b e n 

im (Scnret bem 

aj 9Benn am @nbe einer Seite ein 2Bort in feine (Silben 
$ertbeilt »erben mu§: fo tfjetlt ber faft aan$ cillaemeine 
(Sdiriftqebrau d) nicht nadi (Eprad) ftlben (§. 83. d.), 
fonberu nad) ©predifüben. 

*) ©ie Slbtbeümtg nad) ©pradjfilben lagt ftd) gar nfdit folaeridjtig 
burcbjübren, reeil manebe ni'd)t bebeutfame Gnbungen t&ren ©timm- 
laut verlieren 3- 33- l;imml-ift^/ #anbl-ung. 



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b) Vie Trennung ber ©Üben wirb buref) ba$ Zxen> 
niingä- (ober SSinbungö*) 3 c id)cn (*) bejeidmet. 

c) 33ei ber ^Börtertrennnng gelten folgenbe Regeln : 

1) rtnfilbtge 3Börter tonnen niebt getrennt werben : 
3. 23. fyant>, $au$, ©ditocrt, ©trumpf. 

2) £er 9(nlaut ber £)anptftlbe wirb alö 2(u$laut $nr 
Sieben (Tlbe gelegen, wenn bie Sieben jilbe mit einem 
Stimmlaute anfangt. 

3. 23. Sucher, ©$fi.ltr, Sru-btr, 

3) 5ßenn im fhiälantc ber£auptu"lbe jwet ober mehrere 
ÜJftrlaute lieben, fo wirb immer nur (5 in er $ur 
9iebenfilbe gebogen. 

3. 23. ffief»frr, SWuMer, rin-iirn, ^of-fen, 2Hä#«t«/ iftMe} 

fürchte», ©irümp-fe (<Suüm = pfej. 

4) SJnjratt cf unb § fd)retbt man bei ber Trennung 
ff unb ^. 

3. 23. «Rof-fe, taf-fen, ftHm, <5aHe. 

5) £ie ?aute ch, feb, f}, pb, tl) (pf) werben ungetrennt 
jur 9tcbenjl(be gebogen. 

3. 23. £ir«dje, Stir-fcfce, Sü«§e, $ro»j>l;er, imt-tyig, no-t^tg, 

6) 3ufammcngefe&te Wörter werben fo getrennt, wie 
fte jufammengefefct würben. 

3- 23. \3eQ>cnt>en, enterben, er*b(aj[cn, ©rb^affer, Dfier=eier, 
$tO(f*«rmet* 

7) 3nfaminengefefcte Sieben ftlben werben getrennt, tvie 
bte fcauptfilben. 

fce*unrul>i»sen 5 Un^^er^brof-fcn-bett, (55c- tof^fen^^af-rfg-Feit, 

lieb-lt-$er, ©cj}»a$«tyaf.itg-feu, yiau=be»rei-en. 



©$Iu|ifcemerlttttg« 

£>ie Belehrungen über ba3 Seßen ber © a § 3 e t d) e n 
würben in bcr erften 2lbtt)ethmg an bte ^Betrachtung ber 
<2a£glteber unb Sat^lrten angereiht. 2öer bie Satslefyre 
üerftebt, ber wirb auch bie (2a£$etdien richtig anjuroenben 
im Staube feint ; wer hingegen bie (gaplehre nid)t »erfleht, 
bem nü£en aixd) bie Regeln über bie ea£$etd)enfe£ung